Der Sommer auf Sardinien ist traditionell warm. Oder sagen wir lieber: heiß. Hitze auf Sardinien heißt um die 40 Grad. Der sommerliche Durchschnitt sind zwar »nur« etwa 32 Grad, für manchen Nordeuropäer ist aber das schon zu viel.

Da fällt schwer, sich zu bewegen, geschweige denn, sich aufzuraffen und die Insel zu erkunden. Mal abgesehen davon, dass es auch meistens bedeutet, dass die Sonne / il sole scheint. Das ist zwar in Maßen gut und erwünscht und es wird auch schön viel Vitamin D verteilt. Als Dauerbestrahlung aber kann das ziemlich ungesund sein. Von Sonnenbrand bis zu ganz üblen Auswüchsen im Körper gibt es gute Gründe, sich nicht direkt in die pralle Sonne zu legen, stellen, wasauchimmer.

Der Kreislauf jedenfalls dankt es dir, wenn du dich an knall-sonnigen Tagen eher im Schatten aufhältst. Was macht man also, wenn man doch noch irgendwas ansehen möchte?

Oder, wie ein Typ in einer Bar zu seiner Partnerin sagte (und ich glaube, der Sardinien-Pärchen-Urlaub lief gerade so mittel geschmeidig): »Und du willst bei dieser Scheißhitze auch noch nen Kackausflug machen!« 

Gut, das kann man deutlich schöner und eleganter formulieren. Aber im Kern hat der Mann ja recht. Allerdings auch seine Frau.

Das schwarze Schaf hat hier ein paar praxiserprobte Tipps und „Life bzw. Ferien Hacks“, mit denen du hervorragend durch den Sommer und die Hitze auf Sardinien kommst.

Sommer = Trockenheit und Hitze auf Sardinien (hier: Stagno Porcus Sale auf der Sinis-Halbinsel)
Sommer = Trockenheit und Hitze auf Sardinien (hier: Stagno Porcus Sale auf der Sinis-Halbinsel)

Schwarzschafige »Life-Hacks« für die Hitze auf Sardinien

Tipp 1: Mache die Nacht zum Tag!

Springe nachts ins Meer! Echte Abkühlung, mehr geht nicht. Ein nächtliches Bad unterm Sternenhimmel, vielleicht sogar bei Vollmond. Ein sardisches Träumchen, das freut Seele und Körper. Überhaupt ist Sardinien nachts nochmal so schön und beeindruckend. Speziell der Sternenhimmel in klaren Nächten – gerade im Sommer fallen viele Sternschnuppen. Auch ein Stadtbummel in Alghero oder Cagliari ist nach Mitternacht etwas Besonderes. Und wenn du lernen willst, in Einsamkeit klarzukommen: Verbringe mal eine ganze Nacht im Freien, auf einer Hängematte, im Zelt. Frieren wirst du höchstens wegen hoher Luftfeuchtigkeit (dagegen hilft schon ein dünner Sommerschlafsack).

Cagliari, im Castello-Viertel bei Nacht
Cagliari, im Castello-Viertel bei Nacht

Tipp 2: Sport nur frühmorgens oder nach Sonnenuntergang.

Trekking, Mountainbiken, Joggen: Wer sich tagsüber, speziell in der Mittags- und Nachmittagshitze, auf den Asphalt oder staubige Wege begibt, ist (sofern er/sie nicht gerade für den Iron Man trainiert), mega bekloppt. Sorry, aber das sind Herzattacke und Kreislaufkollaps mit Ansage. Ab einer gewissen Hitze hilft auch kein Käppi oder nasses Tuch im Nacken. Wenn du nicht verzichten magst (vielleicht mag dein Körper aber ja auch Urlaub haben?) dann steh ganz früh auf oder jogge mal nachts. Gleiches gilt für Exkursionen und Wanderungen: Wo, liest du weiter unten.

Tipp 3: Stehe früh auf und verschlafe den Tag!

Hä, was denn nun? Klingt vielleicht erstmal paradox, aber ist eigentlich ganz stimmig: Mach das, was auf deinem Plan steht, einfach VOR der großen Hitze (= Mittagszeit). Leg dich dann nochmal hin, spätestens sobald die Sonne hoch am Himmel steht – in die Hängematte, unter den Olivenbaum im Garten … das Zikadengezirpe kann wunderbar einschläfernd sein! Meinetwegen schlafe auch am Strand oder geh einfach wieder ins Bett. Schlafe tagsüber so lang du kannst, vorzugsweise mittags / nachmittags. Die Siesta im Sommer gehört zu den ganz ganz feinen Erfindungen der südländischen Kulturen!

Die tolleren Farben gibt's auch für Frühaufsteher
Diese tollen Farben siehst du, wenn du wie dieser Herr Gabbiano zum Frühaufsteher wirst

Tipp 4: Mache Erledigungen und Einkäufe morgens oder abends.

Tatsächlich richten sich viele Geschäfte auf die Hitze im Sommer ein. Sei der Erste im Supermarkt, in der Post, in der Bank, trink den ersten Kaffee schon um acht mit ein paar Einheimischen in der Bar. Mein Supermarkt hier um die Ecke öffnet um 7:30 und ist bis 21:30 geöffnet, die großen in den Städten haben im August sogar bis 23 Uhr geöffnet, die Apotheke bis 21:45. In den Ferienorten sind Geschäfte oft bis Mitternacht geöffnet und nächtliche Märkte sorgen für Kurzweil.

Tipp 5: Spiel deine Kinder müde.

Das deutsche Urlauberpärchen zwingt das Kind wie zuhause um 20 oder 21 Uhr ins Bett (deswegen wird auch viel zu früh gegessen, siehe diesen Artikel zur sardischen Zeitzone) und stresst sich damit unnötig. Mach’s wie die Einheimischen. Die sind mit ihren Bambini schmerzbefreit, die werden überall mit hingeschleppt, und müde gespielt. Geh einfach zum nächsten Spielplatz im Ort: Da sind die Kleinen im Sommer auch noch abends um 23 Uhr am Toben und zwischenmenschlichen Kontakt gibt’s auch. Am nächsten Tag wird morgens früh aufgestanden und mittags gepennt. Und weil die Eltern das ja auch machen (Tipp 3), ist das gar nicht so doof. Kinder akklimatisieren sich erstaunlich schnell ans neue Zeitgefühl – wenn man sie denn lässt.

Tipp 6: Mach die Fenster und Fensterläden zu.

Wenn nicht gerade Wind weht und der Durchzug für etwas Abkühlung sorgt, dann ist Schatten der beste Hitzegegner. Nur Feriengäste lassen Türen und Fenster offen – in den Häusern der Einheimischen sind tendenziell alle Fensterläden geschlossen. Und das ist nicht, weil die Leute keine Sonne mögen, sondern um die Hitze draußen und das Innere halbwegs kühl zu halten. Das typische stazzu gallurese ist absichtlich mit dicken Granitfelsen und kleinen Fenstern gebaut worden. Im Winter hielt es das Mistwetter, im Sommer die Hitze draußen. Früher gab’s halt noch keine Klimaanlage.

Hübscher, teilrenovierter Stazzu
Stazzu Gallurese: kleine Fenster und Türen – alle zu

Tipp 7: Bastel dir eine tragbare Dusche!

Man nehme: Eine Wasserflasche, bohre mit einem Korkenzieher fünf Löcher in den Plastikdeckel, fülle sie mit kaltem Wasser. Wird es unterwegs zu warm, dann einfach ein bisschen Nass über den Kopf oder das T-Shirt. Auch wenn du dich etwas staubig fühlst, ist die »Shower to go« schön. Das Wasser trocknet in Nullkommanix und verschafft Linderung. Die Dame von Welt ist noch besser dran: ein schickes Kopftuch in Wasser getränkt – fertig ist die mobile Kühlung, reicht für etwa ein halbes Stündchen.

»Shower to go« - unendlich praktisch im Sommer
»Shower to go« – unendlich praktisch im Sommer

Tipp 8: Mache eine Bootstour!

Am besten mit einem Segelbooten, auf denen nicht so viele Leute sind. Der Seewind ist angenehm und auf dem Wasser, weg von der Küste, ist es etwas kühler als an Land. Zum Beispiel ab Palau ins Arcipelago di La Maddalena zu schippern ist zudem eine der schönsten Urlaubsaktivitäten, die man machen kann.

Aber weil man ja auch nicht täglich aufs Wasser kann (es sei denn man macht einen Segelurlaub – was eine extrem gute Idee ist!), kommen hier die besten Schwarzschaf-Tricks für die Hitze auf Sardinien.

Hitze auf Sardinien: Wir fahren ans Meer! Oder …?

Das Naheliegendste scheint zu sein, ans Meer zu fahren. Der Plan: Unterm Sonnenschirm liegen, immer, wenn es zu warm wird, ins Wasser gehen und ansonsten faulenzen.

Die Sache hat nur diverse Haken, und die heißen Dauersonne, UV-Strahlung, Salzwasser und vor allem: Kreislauf.

Dauerbesalzung und -besonnung an der Costa Verde
Dauerbesalzung und -besonnung an der Costa Verde

Die Sonne wird bei Hitze zu einer echten Aufgabe. Wenn der Körper vor lauter Wärme gleich mehrere Gänge zurück schaltet, dann ist mit einer mitgebrachten Flasche Wasser, die in der Zwischenzeit auch pi..warm geworden ist, nicht mehr viel zu machen. Das Strandbier ist dann ebenfalls kontraproduktiv. Die Supersonnehitze kann wirklich nicht jeder ab.

So ein Sonnenschirm hält Hitze und Strahlung leider nur bedingt ab. Das hat alles auch mit dick aufgetragener Sonnencreme nach zwei, drei Stunden seine natürliche Grenze erreicht. Es sei denn, einem ist die Gesundheit egal, dann muss das halt so sein.

Zumal noch tausend andere auf die Idee mit dem Strand kommen und die beliebtesten Strände aus allen Nähten platzen.

Strandwahn im Sommer, hier an der Nordostküste
Strandwahn im Sommer, hier an der Nordostküste

Tipps für Strandurlauber*:

  • Sonnenmilch mit hohem Lichtschutzfaktor, für sehr hellhäutige Menschen macht sogar ein Sunblocker Sinn. Sonnenmilch ist in der Hauptsaison auf Sardinien wahnsinnig teuer – also am besten von zuhause im Gepäck mitnehmen.
  • Sonnenschirm / Strandmuschel » Wenn irgend möglich, kaufe nicht wie alle anderen extra einen dieser Billig-Wegwerf-Schirme. Meistens stehen in den Ferienhäusern und -anlagen noch welche rum. Wohnst du im B&B, frage dort einfach den Besitzer. Hotels haben häufiger auf Strandabschnitte mit Miet-Schirmen und -Liegen. Wenn du mit dem Auto kommst, kannst du dir z. B. eine Strandmuschel mit UV-Schutz zulegen und mitnehmen (die ist auch an windigen Tagen gut, während Sonnenschirme eher wegfliegen).
  • Sonnenhut » Du kannst natürlich die Hüte von den Strandverkäufern nehmen, das hat in diesem Umfeld durchaus Sinn, wenngleich sie nur so mittelmäßig schick sind und die Qualität auch oft nicht so gut ist, dass du sie für mehrere Urlaube brauchen kannst, ohne dass sie kaputt gehen. Hüte kann man ja aber auch vorher holen, je nach Geschmack, z. B. bei amazon*, hier meine Tipps: 1. flexibler Sonnenhut (beige) für Damen zum Strandkleid; 2. Salewa Stoffkappe (sandfarben): 3. Kinder-Safari Cap mit Nackenschutz
  • Langärmelige Kleidung » Das ist keine dumme Idee – die Scheichs wissen schon, warum sie sich in lange weiße Kleider hüllen. Und die gibt es ja auch in schick. Ob Leinenhemd und Leinenhose oder ein kaftan-ähnliches Leinenkleid. Das verhindert auch, dass man sich zum Vollhorst macht, indem man in Badeklamotte in den Supermarkt geht oder mit freigelegtem Bierbauch am Geldautomaten steht. Schöner Nebeneffekt: Auch Mücken, die sich bei Hitze und hoher Luftfeuchtigkeit hier irrsinnig wohl fühlen, haben nicht ganz so leichtes Spiel. Auch ein Seidentuch, das du dir umlegst, ist eine gute Alternative, um dich vor zu viel Sonne zu schützen.
Im langen Leinenhemd kann man auch in der Sonne spazieren - zum Beispiel durch Armungia
Im langen Leinenhemd kann man auch in der Sonne spazieren – zum Beispiel wie ich hier durch Armungia

Schwarzschafige Ausflugstipps und -ziele bei Hitze

So, jetzt ist der Moment da, in dem der andere Partner (im obigen Beispiel weiblich) Recht bekommt und endlich »Siehste, hab ich ja gleich gesagt!« sagen kann. Denn: Ausflüge sind gar keine so doofe Idee.

Allen Tipps voran, und wieder naheliegend, nur diesmal stimmt es sogar: Suche unbedingt Schatten!

Nun mag man, wenn man auf Sardinien neu ist oder immer nur in Küstennähe urlaubt gar nicht glauben, dass es außer den Pinienwäldern am Strand überhaupt irgendwo Schatten gibt.

Meist ist rund um die Feriendörfer doch alles baumlos und in den Ferienregionen rechts und links der Landstraßen gleicht alles karger Steppe. Und bei Affenhitze in eins dieser Dörfer fahren, wo nix los ist?

Das ist schlicht Unwissenheit. Das macht ja erstmal nix, aber ist ab jetzt keine Ausrede mehr 🙂

Der Trick ist nämlich tatsächlich, sich auch bei Hitze ins Landesinnere zu wagen (außer vielleicht nach Ottana, warum, liest du ganz unten):

Ausflugstipp 1: Rundreise mit dem Auto (sofern die Klimaanlage funktioniert)

Auch, wenn das Schaf gern Bus fährt (und die Verbindungen im Sommer auch Ferienorte berücksichtigen): Das Auto mit Klimaanlage ist mir für den Sommer das liebere Gefährt. Tatsächlich ist erstmal egal, wo es hingeht – du kannst überall hinfahren! Die Zauberformel heißt: Wasser für alle! Nicht nur für Mensch und Tier, auch dein Wagen sollte ausreichend Kühlwasser haben – und auf geht’s! Das Auto ist auch ein idealer Packesel: Wasserflaschen kommen in den Kofferraum, vielleicht holst du dir sogar eine große Kühltasche. Die schon für normale Verhältnisse empfohlenen 2 Liter pro Tag sind bei Hitze zu wenig – plane mit 3-4 Litern pro Person. Dazu haben sich beim Schaf Orangen, Zitronen und Äpfel als kleine Wasser- und Energielieferanten bewährt. Auch ein Sixpack Ichnusa für eine Pause irgendwo schadet nicht.

Klimaanlage einschalten und durch wunderschöne Landschaften spazieren fahren!
Klimaanlage einschalten und durch wunderschöne Landschaften spazieren fahren!

Ausflugstipp 2: Mache nächtliche Wanderungen!

Wenn du irgendwo (Aushänge, facebook, Touri-Info, Flugblatt, …) ein Angebot für eine escursione notturna / Nachtwanderung siehst, vielleicht sogar mit Übernachtung – dann mach das! Mit einem offiziellen Guide zum Beispiel in die Cala Luna zu wandern und dort zu nächtigen (auf eigene Faust ist erstens der Weg gefährlich, zweitens Übernachten nicht erlaubt), ist der Trekkingtraum schlechthin.

Im Gennargentu sieht es auch erstmal schwierig aus: Den schattenlosen Pfad zum Gipfel der Punta Lamarmora zu gehen, ist tagsüber Quatsch – abends aber richtig toll (hier unser Bericht von unserem abendlichen Trek im Hochsommer mit Übernachtung auf 1.800 Metern).

Sonnenaufgang auf über 1.800 Metern: auch das ist Sardinien

Ausflugstipp 3: Streife durch die Wälder Sardiniens.

Im Inselinneren findest du mehrere Wälder mit Trekking- und Spazierpfaden im Schatten. Aber auch wenn’s schattig ist und es Quellen gibt: Im Sommer sind sie nicht immer aktiv, nimm Wasser mit! Schwarzschafige Highlights auf der Insel: 

  • Barbagia di Seulo » Zwischen Sadali, Seui und Seulo sind eine ganze Reihe von Wanderpfaden, ausschließlich durch Waldgebiet. Monte Limbara » Am Nordhang sind schattige Pfade unterhalb von Nadelbäumen.
  • Foresta di Montes » Hinter Orgosolo erstreckt sich zum Supramonte ein weitläufiges Waldgebiet mit Forstwegen, zum Beispiel zum Monte Novo San Giovanni (der Gipfel allerdings in voller Sonne). 
  • Salto di Gessa, Buggeru » Der Canyon Gutturu Cardaxius ist nicht nur schön, sondern auch mit Halbschatten durch Bäume entlang des Pfades, leichtem Wind und tollen Kletterrouten gesegnet.
  • und und und …
Trekkingpfade in der waldreichen Barbagia di Seulo
Trekkingpfade in der waldreichen Barbagia di Seulo

Ausflugstipp 4: Entdecke die Minen im Südwesten!

Unter der Erde ist es bekanntlich deutlich kühler als oberhalb. Also sind die Minen im Sulcis-Iglesiente quasi Ausflugsziel Nummer Eins. Du kannst sogar einiges an Zeit in ihnen verbringen, wenn du eine der größeren Minen wählst, die auch super interessante Museen haben: Grande Miniera di Serbariu (Carbonia), Miniera di Montevecchio (Guspini), Miniera Rosas (Narcao), Galleria Henry (Buggeru).

Informiere dich vorher über Öffnungszeiten und Führungen. Sonst stehst du wieder irgendwo ne Stunde in Hitze und Sonne.

Sehr hübsch gelegen: Miniera Rosas Narcao
Sehr hübsch gelegen: Miniera Rosas Narcao

Ausflugstipp 5: Entdecke Unterirdisches!

Wenn Bergbau dich nicht interessiert, dann gibt es noch andere Ziele unter der Erde.

  • Nekropole unterhalb der Basilica di San Simplicio in Olbia
  • Katakomben der Basilica di Sant‘ Antioco Martire auf der Insel Sant’Antioco
  • Das Ipogeo, eine Art Tempel unterhalb der Kirche von San Salvatore auf der Sinis-Halbinsel
  • Auch in Cagliari gibt es viele unterirdische Überraschungen, wie zum Beispiel verlassene Militäranlagen oder gerade erst ausgegrabene Kirchen.
  • Schau auf www.sardegnasotterranea.org

Ausflugstipp 6: Besichtige Nuraghen und Feenhäuser / domus de janas! 

Die dicken Steinmauern der Nuraghen sorgen für ein wunderbar kühles Klima im Inneren. Such dir einen schön großen, in dem man Zeit verbringen kann – zum Beispiel Seruci bei Gonnesa oder Santu Antine bei Torralba, Palmavera bei Alghero, … 

Domus de Janas sind in Felsen gehauene Gräber / Nekropolen. Die Grabkammern (in denen natürlich heute niemand mehr liegt) sind im Inneren angenehm schattig. Highlights:

  • Necropoli di Montessu (Villaperuccio)
  • Necropoli di Sant’Andrea Priu (Bonorva)
  • Necropoli di Anghelu Ruju (Alghero)
  • Necropoli di Moseddu (Cheremule).
  • Besonders viele Nuraghen und Domus de Janas findest du im Valle dei Nuraghi im Logudoro südlich von Sassari.
Necropoli di Montessu: viele interessante Höhlen, die Schatten spenden
Necropoli di Montessu: viele interessante Höhlen, die Schatten spenden

Ausflugstipp 7: Gehe in Grotten!

Das schöne an den Dingern: Die Temperatur ist meistens konstant, immer so irgendwas bei 17, 18, 19 Grad, selten über 20 und es ist durch die Luftfeuchte angenehm kühl (nimm deswegen ruhig eine leichte Jacke mit hinein). Die Liste endlos lang.

Ganz zuvorderst empfiehlt das schwarze Schaf die Grotte di San Giovanni bei Domusnovas – denn sie ist ca. 800 Meter lang und frei zugänglich, eine Straße führt mitten hindurch. Gleich in der Nachbarschaft, bei Fluminimaggiore: die Grotte Su Mannau, eine der schönsten Grotten der Insel. Kurz hinter Iglesias das eigentliche Grotten-Highlight der Region die Grotta di Santa Barbara – eingebettet in die alten Schächte der Miniera di San Giovanni. Sie wird aber leider gerade renoviert und ist wenn überhaupt nur sporadisch geöffnet. Sie wurde entdeckt, als Minenarbeiter eine Felswand einschlugen und ist wie eine riesige unterirdische natürliche Kathedrale. Mehr geht echt nicht.

Weitere schöne Grotten, ein bisschen abseits des Standardprogramms:

  • Su Marmuri (Ulassai)
  • Grotta Is Janas (Sadali)
  • Grotta di Ispinigoli (Dorgali)
  • Grotta del Fico (im Supramonte, z. B. per Boot ab Santa Maria Navarrese erreichbar)
  • Grotta di San Michele (Ozieri)
Die Grotta del Fico erreichst du nur vom Meer aus
Die Grotta del Fico erreichst du nur vom Meer aus

Ausflugstipp 8: Entdecke Sardinien unter Wasser!

Tauchen ist eine ganz exzellente Sommerbeschäftigung! Besonders schöne Ziele findest du im Arcipelago di La Maddalena, vor allem rund um Caprera (die super ausgebildeten Jungs und Mädels von Orso Diving, Poltu Quatu bringen dich sicher hin), die Isola Tavolara vor dem Golfo di Olbia (hier hat das Schaf leider keinen persönlichen Tipp, Anbieter findest du z. B. in Golfo Aranci, Olbia, Porto San Paolo), der Golfo di Orosei (absolute Profis und Kenner des Gebietes mit mehreren Wracks und Unterwasserriffen sind Sardinia Divers, Marina di Orosei) und last but not least: die Isola San Pietro (sehr sympathisch das Tauchcenter von Elena in Carloforte, Isla Diving Immersioni).

Fische im Türkiswasser
Fische im Türkiswasser sind ja bloß der Anfang der Unterwasserwelt!

(Lies vielleicht auch den schwarzschafigen Artikel zum Regen – viele Tipps, die vor dem Nass von oben schützen, funktionieren auch bei Hitze).

Und last but not least noch zwei …

Nicht-Empfehlungen bei Hitze

Fahre nicht nach Ottana!

Das zu schreiben tut mir gerade echt leid für Ottana, denn das ist ein toller, echter, sardischer Ort. Bisschen schmucklos, aber mit seinen Boes e Merdules ein echtes Stück sardischer Kultur.

ABER: Der Ort liegt in einem weiten, baumlosen Talkessel, in dem sich die Hitze so richtig schön einkuschelt. Es ist der statistisch wärmste Ort auf Sardinien. Ist dir auf der Terrasse vom Ferienhaus also schon heiß, dann mach um Himmels Willen einen weiten Bogen um Ottana. Am besten um alles südlich / südwestlich von Nuoro. Im Winter, zu Beginn des sardischen Karnevals, ist es dort eh viel spannender!

Und damit das arme Ottana nicht so allein ist: Auch Oristano und die Seen / stagni am Golf von Oristano sind im Sommer nicht mein Lieblingsausflugsziel – auch hier ist es sehr warm und dann gibt es direkt an den Seen viele Mücken.

Der Vorteil dieser Region ist aber, dass sie Alternativen hat: Da sind die schöne und kühle byzantinische Kirche San Giovanni di Sinis, der Tempel unterhalb der Kirche von San Salvatore, nächtliche Konzerte in Tharros, das Museum in Cabras mit den Giganti di Mont’e Prama sowie einige der schönsten und weitläufigsten Strände der Insel, an denen oft Wind weht: Funtanameiga, Is Arutas, Mari Ermi, Putzu Idu, Is Arenas …

Kirche San Giovanni di Sinis: schön und kühl
Kirche San Giovanni di Sinis: schön und kühl

Aber tendenziell ist das Oristanese im Frühling oder Herbst deutlich angenehmer zu bereisen. Wie eigentlich die ganze Insel in der Nebensaison schöner ist, aber das ist ein anderes Thema 😉

Das soll für den Moment auch erstmal an Ideen reichen … Wenn du dann unterwegs bist, findest du sicher noch mehr im wahrsten Wortsinn coole Möglichkeiten.

Also, freunde dich so gut es geht mit der Hitze auf Sardinien an und hab schöne Ferien!

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2 Comments

  1. Nico

    25. Januar 2019 at 08:58

    Alles nur eine Frage der Gewöhnung … Wir haben es bei diesen Temperaturen mit Radfahren an der Nordküste versucht 🙂

    Reply
  2. pecora nera

    25. Januar 2019 at 11:29

    Auch ne Idee! Ich mach Sommerschlaf … oder fahre in die alte Heimat 😉

    Reply

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