Apropos Brücke: Oft fällt Ostern in den April und es ist eine sehr gute Idee, die Brückentage für eine Reise nach Sardinien zu nutzen. Dann ist zwar genau an den Feiertagen an den Outdoor-Hotspots relativ viel los, da auch Sarden jetzt die „ponte“ (Brücke) nutzen haben und unterwegs sind – oft mit der ganzen Family im Schlepptau. Und die ersten Touristen lassen sich blicken – die ersten Direktflüge tauchen aus der Versenkung auf. Aber es ist alles in sehr erträglichem Rahmen.

Ich habe mir zu meinem Geburtstag Ende April wie jedes Jahr eine Reise geschenkt. Ganz zuuuufällig war das Ziel – o Wunder! – auf Sardinien 😉

Ich war zunächst in Dorgali, im mittleren Osten der Insel, und machte tolle Trekkingtouren – wie diese oberhalb von Cala Gonone mit Blick auf den gesamten Golfo di Orosei:

Zwischen Dorgali und Cala Gonone gibt es viele einfache aber richtig schöne Trekkingpfade, die auch an kurzen Tagen gut und stressfrei machbar sind.

Zum eigentlichen Geburtstag ging es in den Süden: Cagliari, meine Lieblings-Inselhauptstadt lockte. Gerade in der Nebensaison findet man in der Stadt alles was man braucht – bei einem Einzugsgebiet von einer halben Million Menschen kein Wunder.

Wir gingen richtig gut essen und dann in den Pub. Denn mein Geburtstag ist auch gleich der Tag des Bieres und auf Sardinien gibt es richtig gutes. Aber dann lockte mich ein Guinness vom Fass.

Guinness vom Fass. Garantiert nicht sardisch – aber ich darf das trotzdem trinken 🙂

Und das mal als Botschaft für alle Zweifler: Doch, doch – du darfst auf Sardinien anderes trinken als Wein und Ichnusa und du darfst auch was anderes essen als gegrilltes Ferkel und Pasta! Auch wenn du nicht Geburtstag hast.

Keine Angst, ihr werdet nicht gevierteilt. Denn Sarden machen das natürlich auch, gehen in den Pub, gehen Sushi essen, trinken sogar Prosecco aus dem Valdobbiadene.

Aber wir Ausländer regen uns in facebook-Gruppen herrlich auf, nur weil jemand fragt, ob es auf Sardinien auch thailändische Restaurants oder Sushi gibt … dabei ist es doch im Sommer supertoll mit ner Sushi-Platte und nem kühlen Weißwein (gern Vermentino, ist ja gut) auf nem Felsen am Meer zu sitzen!

In Cagliari findest du gute internationale Küche und Cross-overs – und ebenjene tolle Vielfalt, die auch in manchem Küstenort fehlt, weil man glaubt „zwanghaft sardisch“ sein zu müssen. Also, trau dich! 😉

Die Insel beschenkte mich jedenfalls mit einer wundervollen Zeit. Mit viel Wind, viel Sonne, viel Farbe und noch mehr Me-Time und Quality-Time. Auftanken geht auf Sardinien wirklich ganz leicht!

Fast einen ganzen Tag verbrachten wir im Parco Molentargius Saline, Cagliari bei einem ausgiebigen Spaziergang durch die bereits farbenfrohe Natur.

Mai – Archäologie und Rundreisen

Mai ist ja traditionell der Lieblingsmonat der Deutschen. Nicht zu warm und perfekt für Ausflüge aller Art. Seltsamerweise verstehen viele darunter „Ausflug zum nächsten Strand“ … Das schwarze Schaf wird nicht müde zu sagen: Da ist noch so viel mehr!!!

Der beste Tipp: Buche nicht alles im Voraus durch, sondern lass Raum und Zeit frei. Mach eine Woche im Norden, eine Woche im Süden – und lass dir dazwischen drei Tage Zeit für die Durchreise.

Du kannst auch der Nase nach einfach einem Thema folgen, zum Beispiel Archäologie.

Im Norden sind zum Beispiel das Gigantengrab Coddu ‚Ecchju bei Arzachena sowie der Nuraghe Prisgiona superschön und gut erhalten. Im Kombiticket sind auch weitere archäologische Stätten enthalten, wie die seltenen Kreisgräber von Li Muri.

Lehne dich einfach an die uralten Steine und blinzle in die Sonne …

Tomba dei Giganti Coddu Vecchio / Coddu Ecchju; im Hintergrund die Weinlagen des Gutes Capichera
Ein wirklich schönes und gut erklärtes Exemplar: Nuraghe Prisgiona, Arzachena

Erstaunlich, wie schnell manche Orte – vor allem solche, mit einer uralten Geschichte – es schaffen, mich zu erden und mit neuer Kraft zu versorgen. Danke, Sardinien, auch dafür.

Nach dem Nuraghenbesuch, oder falls es doch mal regnet, ist eine Wein-Degustation in einem der Weingüter der Gallura sehr zu empfehlen. Mancini bei Luogosanto, Surrau oder Capichera bei Arzachena, Locanda Murales bei Olbia, Cantina del Vermentino bei Monti … um nur einige zu nennen.

Ganzjährig geöffnet ist das moderne Weingut Vigne Surrau zwischen Porto Cervo und Arzachena. Es beherbergt auch regelmässig Kunstausstellungen.

Juni – Ins Wasser!

Nein, nicht ich. Ich geh wirklich ungern ins Wasser (wenn es nicht badewannenwarm oder in einer Sauna ist). Ich bin weder Schwimm- noch Strand-Schaf.

Aber AUFS Wasser gehe ich extrem gern – und das ist auch eine Idee für den Sardinienurlaub. Ich finde der Juni ist einer der schönsten Segelmonate. Schau gern oben in der Rubrik „Aktiv > Segeln“ und lass dich inspirieren!

Auch für mich war Segeln in diesem Juni Thema – allerdings aus einer anderen Perspektive. Ich hab’s bisher noch kaum auf dem Blog thematisiert und oben schon kurz erwähnt: Mein kleines altes Segelboot „CORSARO“, auf dem ich eine zeitlang lebte, das dann aber an Land stand, sollte endlich wieder ins Wasser! Den Refit habe ich weitgehend im Alleingang geschafft (bis auf den Motorschaden – den und auch die notwendige Kielsanierung hat die Werft in Olbia erledigt) und darauf bin ich ziemlich stolz. Seither ist das Boot noch viel mehr für mich als nur ein „Boat Office“ und Freizeitbeschäftigung. Es ist mein Zuhause, mein Refugium. Aus einem Gefährt wurde ein Gefährte.

All meine freie Zeit ging ins Boot … war spannend, lehrreich und anstrengend – und schön, dass es geschafft ist!
Endlich! Mein kleiner Segelkutter „CORSARO“ (Italienisch für Freibeuter / Pirat) schwimmt wieder!
Olbia by night – das Meer hat uns wieder!

Juli / August – Sommerpause

Die Hauptsaison kommt gut ohne mich und das schwarze Schaf aus – und wir ohne sie. Mir ist es mittlerweile an den neuralgischen Punkten viel zu touristisch und viel zu voll. Und vor allem zu heiß. Wir überschreiten in den letzten Jahren ständig und dauerhaft die 40 Grad. Darum bin ich meist woanders.

Wer dem Trubel auch gern entfliehen würde, aber leider nur in den Sommerferien Zeit hat, für den habe ich in diesem Artikel ein paar Tipps – speziell für die Hitze.

Hier ein paar Eindrücke, ohne viel Mensch und Tam Tam:

Das Höchste der Gefühle: Sturm am Capo Testa, mit vergleichsweise wenig „Mensch“ im August.
Allein im Meer im August? Ja, solche Buchten gibt es auch im August, man muss nur ein bisschen suchen und laufen. Bei der intensiven Sonne und Hitze empfiehlt sich der Sonnenschutz für Fortgeschrittene 😉
Schön frisch ist es auch im Sommer im Wäldchen an der Quelle Su Gologone bei Oliena
Ein Wald mit Schatten, Kultur und Geschichte: Parco Nuragico und Parco Archeologico im Bosco Seleni bei Lanusei

September – Nachhaltiger, natur- und kulturnaher Urlaub

Auf Sardinien gibt es ganz viele Möglichkeiten nachhaltig zu urlauben – denn das bedeutet vor allem: nah an Natur, Kultur und Leuten zu sein.

Einige Möglichkeiten hast du beim IT.A.CÀ-Festival für nachhaltigen Tourismus in der Ogliastra im September (hier meine Nachlese).

Ich verbrachte spannende Tage in Lanusei, Arzana, Villagrande Strisaili, führte auch einige Interviews, sprach mit vielen Locals, begleitete Buchpräsentationen, ging zu Pasta-Kursen, Roundtables und Ausstellungen. Es wurde außerdem viel und gut gegessen und getrunken – immer in Gesellschaft sehr gastfreundlicher und offener Menschen, von denen ich viele näher kennenlernen durfte.

Buchpräsentation „Transhumanza“ in einem Tal bei Arzana

Eine sehr intensive Zeit. Ich kann nur empfehlen, ein paar Tage in solchen Orten und rund um solche Gelegenheiten und Feste (von denen es im September eine Menge gibt) zu verbringen.

Auch beginnt Mitte, Ende September die Zeit der Weinernte / vendemmia in den verschiedenen Weinregionen der Insel. Auch ich ließ es mir nicht nehmen, dabei zu sein und blieb noch einen Tag länger.

Das schwarze Schaf und Wein – das passt gut zusammen!

Während ich mehr oder weniger gut mithalf philosophierte ich unter anderem mit einem Önologen aus Arzana. Speziell ging es um die Vereinbarkeit von „Expericence-Angeboten“ mit der echten Arbeit und Leben in Sardinien – und wie authentisch dies auf Dauer sein kann. Und um den Klimawandel und seine Folgen für den Weinbau. Mega interessant!

Konzepte für nachhaltigen und zudem möglichst klimaneutralen Tourismus sind auf Sardinien wirklich nicht trivial. Man muss (anders als man es im normalen Tourismus gewohnt ist) an möglichst alle Folgen auf allen Ebenen und für alle Beteiligten denken.

Oktober – viele Schafe!

Das Thema ließ mich auch im Oktober nicht los. Von einem Anbieter für Bildungsurlaub wurde ich eingeladen, während einer Woche zum Thema „nachhaltiger Tourismus“ einen Workshop zu organisieren. Das habe ich sehr, sehr gern gemacht.

Wär die Arbeit doch immer so! Ist sie aber nicht – und ein Workshop am Strand finanziert auch nicht das ganze Leben. Aber Spaß macht es und tat uns trotz der Hitze allen gut.

Während eines langen Spaziergangs von Algheros dicker alter Stadtmauer bis nach Fertilia, am Meer entlang, war es jetzt, Mitte Oktober, sehr heiß (und das eigentlich durchgängig seit Mai). Und so redeten wir spontan nicht nur über nachhaltiges Reisen, Küstenschutz und Posidonia oder das Müllproblem auf Sardinien, sondern auch über den Klimawandel, der auf der Insel und am Mittelmeer durchaus spürbar und seine Folgen sichtbar sind (wenn man denn bereit ist, hinzusehen).

Und dann kam mein Highlight des Jahres (gleich nach dem Boot im Wasser): Ich habe eine Transhumanz miterlebt, den Weidewechsel in den sardischen Bergen!

Ein echtes Highlight auf Sardinien: Transhumanz in Arzana

Hier mein Artikel zu diesem einmaligen Erlebnis mit den Schafen. Für mich ging an diesem Tag wirklich ein kleiner Traum in Erfüllung.

Und wo ich schonmal da war, fuhr ich weiter hinauf und hing noch Touren im höchsten Gebirge Sardiniens, dem Gennargentu, an.

Wer sich gern bewegen will, kann hier ohne weiteres ein paar Tage auf genialen Touren und Treks verbringen. Entweder auf dem fast baumlosen Gipfeln oder weiter unten in den schattigen Waldabschnitten. Der Oktober ist selten richtig heiß oder kalt – ein optimaler Trekkingmonat.

Der Nuraghe Ruinas in der kargen Landschaft des Gennargentu
Romantischer, einfacher Waldweg am Fuß des Gennargentu

November – zwischen Meer und Berg

Der November ist dann wieder etwas für einsame Wölfe (huch!) und Schafe. Sicher nicht der Monat, der einem als erstes zu Sardinien einfallen würde – aber oft ist er erstaunlich schön!

Da es in Sachen Flugverbindungen wieder mau wird, ist für die meisten das Auto das Verkehrsmittel der Wahl. Über die Alpen kann das mit einem alten Panda aber durchaus anstrengend werden. Und da hätte ich eine Idee für euch: den Zug!

Ich tat in diesem Herbst also etwas, das ich schon lang mal wieder machen wollte: Flug Olbia / Mailand, und dann mit dem Zug über die Alpen nach Zürich und dann mit dem Zug nach Hamburg und zuletzt nach Kiel. Denkt euch das einfach auch in die Ggegenrichtung und ihr habt die An- und Abreise zum Urlaub gemacht. Denn während ich arbeiten musste, könnt ihr euch die Städte an der Strecke ja in Ruhe privat angucken. Ich weiß, ich leide auf hohem Niveau 😉

Genial schönes Erlebnis und Slow Traveling vom Feinsten: mit dem Zug durch die Alpen!

Im Norden traf ich Freunde und Kollegen auf den beginnenden Weihnachtsmärkten, dann stand noch die Vorbereitung des Jahresabschlusses in der Agentur an, ich besuchte meine Eltern und nahm dann noch ein paar Glühwein zu mir – der ist auf Sardinien immer noch Mangelware …

Glühwein gibt’s auf Sardinien nur selbstgemacht!

Als in Deutschland alles erledigt und in trockenen Tüchern war, packte ich den Rest Arbeit ein und machte mich auf den Weg auf die Insel, mein Winterdomizil. Ich genoss ganz besonders den Flug nach Olbia. Allein die eisige Aussicht war wundervoll.

Der Leuchtturm von Olbia von oben … Luft und Meer eisig

Dezember – Sechs Ideen für den letzten Monat, ob allein oder mit vielen!

Ich würde nun bis Februar auf der Insel bleiben. Das gab mir eine gewisse Ruhe und Gelassenheit. Und genau das bekommst du im Dezember auf Sardinien – wenn du das suchst. Die Insel schaltet einen Gang zurück, aber nur um zu Weihnachten und um den Jahreswechsel richtig aufzudrehen.

Das Schaf hat einiges erlebt – hier in Bildern ein paar Ideen (nicht nur) für den Monat Dezember:

  1. Einen Lost Place besuchen.
Das Jahresende ist für mich zum Nachdenken da. Im Lost Place zwischen den Ruinen der US-Airforce-Funkstation auf dem Monte Limbara dachte ich fast automatisch auch über die Ukraine, Israel, Gaza und Kriege an sich nach.

2. Murales und Wandmalereien ansehen.

Eine Murales- und StreetArt-Tour – hier war ich in Irgoli

3. Überlaufende Hotspots – ob an der Küste oder im Hinterland – ganz allein genießen.

S’Archittu, der Instagram-Hotspot an der Westküste – im Dezember ist hier traumhafte Ruhe
An heißen Tagen ist das Panorama bei Bau Mela voll mit Menschen. Im Winter ist es sehr entspannt, fast menschenleer und prima zum Nachdenken.

4. Ein Serie-A-Fußballspiel ansehen (das ist sowas wie die Bundesliga)

Ein Serie-A-Fußballspiel in einem kleinen, familiären Stadion – mit Cagliari Calcio

5. Vorweihnachts-Tour in die Städte

Weihnachten rückt näher … hier in Olbia
Zum Jahreswechsel putzt sich auch Alghero immer heraus beim Cap d’Any

6. Ein Silvester-Neujahrskonzert ansehen

Silvesterkonzerte gibt es in jedem Jahr mit wechselnden Künstlern, zum Beispiel Ligabue in Alghero!

Ausblick: Und was macht das Schaf 2024?

www.pecora-nera.eu: Bloggen, Aufräumen, Redesignen

Die Artikelliste allein aus diesem Jahr ist lang und es gibt zudem einiges aufzuarbeiten. Ich werde sicher bloggen, muss aber auch dringend den alten Content nacharbeiten und aufräumen. Der Blog platzt mit knapp 500 Artikeln aus allen Nähten. Außerdem bekommt und braucht das schwarze Schaf auf www.pecora-nera.eu einen Refit, ganz wie das Boot. Geplant aber erst im zweiten Halbjahr, da das mit Kosten, Arbeit und Vorbereitung verbunden ist und ich mich dafür erstmal freischaufeln muss.

Daher erlaube ich mir folgenden Einwurf in eigener Sache:

Falls es in der schwarzschafigen Community einen pfiffigen Menschen gibt, der sich mit WordPress, CSS, Datenbanken und dem ganzen serverseitigen Kram auskennt und Lust hat, mir beim Refit / Redesign zu helfen: Ich freue mich auf deine Nachricht: nicole @ pecora-nera.eu

Weitere Pläne: Buch, die Dritte!

Mit meinem zweiten Sardinien-Reiseführer für das ganze Jahr bin ich mehr als happy, und ich habe es bewusst so verfasst, dass es immer noch „haltbar“ ist und ich es eben nicht jährlich aktualisieren muss.

Aber da ja auch die Vorarbeit erfahrungsgemäß viel Zeit frisst: Ich plane das dritte schwarzschafige Sardinien-Reisebuch, wieder für das ganze Jahr, Schwerpunkt wieder und noch mehr auf natürlichem und nachhaltigem Reisen. Im Frühling arbeite ich an Konzept & Struktur und arbeite die bereits gesammelten Inhalte auf. Im Sommer / Herbst werde ich schreiben, recherchieren und reisen, im Winter schreiben schreiben schreiben. Und so alles klappt, im Frühling 2024 veröffentlichen.

Und noch’n Buch – für Segler!

Parallel zum „Land-Reiseführer“ plant das schwarze Schaf einen nachhaltigen Sardinien-Segelführer. Natürlich der beeehsonderen Art, er wird das Meer mit dem Land verbinden, wie es sich für eine Insel gehört. Verlage, die sich einmischen wollen, können mich gern neugierig nach dem Konzept fragen. Ansonsten publiziere ich wieder selbst, wozu ist man ein schwarzes Schaf.

Als Online-Ableger davon wird die Seite segelrevier-sardinien.de weiter gepflegt und ausgebaut. Mehr bei passender Gelegenheit auf diesem Bgog.

Last but not least: Naturschutz, Meeresschutz und Inselklima

Ich hoffe, es beruflich so eintüten zu können, dass ich einen Teil meiner Arbeitszeit einem Meeresschutzprojekt, das sich auch um die Folgen des Klimawandels im Mittelmeer kümmert, widmen kann. Wenn das klappt, werdet ihr es mitbekommen, denn auch das ist natürlich gleichzeitig ein Blog-Thema.

Also, wie ihr merkt: Auch 2024 haben ich und das schwarze Schaf wieder viel um die wolligen Ohren.

Es bleibt spannend – ich hoffe, ihr bleibt mir und dem Schaf gewogen und wohl gesonnen!

+++ Nachtrag: Kompensieren ist gut, vermeiden ist besser +++

Mit meinem „Doppelleben“ als digitale Halbnomadin und zugegeben nicht ganz normalem Reiseverhalten sind Emissionen verbunden. Ich weiß das, und ich weiß auch, dass wenn man gleichzeitig das Wort Klimawandel und Nachhaltigkeit in den Mund nimmt, eigentlich gar nicht mehr fliegen darf und alles richtig machen muss. Was eben nicht immer und überall geht, aber ich bekomme es ziemlich oft aufs Brot geschmiert. Und natürlich ist es bis zu einem gewissen Punkt richtig. Jede/r einzelne von uns ist irgendwie Teil des Problems.

Meine Emissionen sind mir nicht egal. Ich versuche, meine Reisen auf das notwendige Minimum zu beschränken. Ich fahre auch gern Auto oder Zug und versuche keine Kurzstrecken zu fliegen. Doch die Flugsituation in der Nebensaison macht es Emissionssparern nicht leicht: Im Winter stehen mit dem notwendigen Zwischenstopp in Italien vier Kurzstrecken Hin und Zurück auf der Klimauhr.

Sämtliche Flüge und Reisen habe ich darum trotzdem kompensiert – und zwar mit ForTomorrow. Das Berliner Unternehmen kauft mit dem Geld Emissionsrechte aus dem Emissionshandel heraus. Da die Menge an Zertifikaten begrenzt ist und keine neuen mehr emittiert werden, können sich sukzessive immer mehr weniger Unternehmen von ihren Emissionen „freikaufen“. Das heißt, die Unternehmen müssen echte Maßnahmen treffen, um weniger CO₂ zu emittieren.

Außerdem pflanzen wir Klima-Abonnenten Bäume – im Rahmen von Aufforstungen klimaresistenter Mischwälder, die das heimische Ökosystem stärken und CO₂-Emissionen absorbieren. Lokal agiere ich auch: Wir pflanzen regelmässig Bäume auf Sardinien und spenden für die Wiederaufforstung verbrannter Flächen, wo es akut notwendig ist, z. B. am Montiferru. Und unterstütze gern nachhaltige Projekte auf der Insel, sammle Müll, kaufe bei lokalen Anbietern … kurz: Ich hoffe es gelingt mir, alles, was ich auch meinen Lesern ans Herz lege, auch selbst umzusetzen.

Ich bin sicher nicht so perfekt wie meine Kritiker, aber bis es so weit ist, mag das reichen.

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