Zunächst ein frohes und gesundes neues Jahr euch allen! – auch wenn schon ein paar Tage desselbigen ins Land gegangen sind. Da nutze ich die Gelegenheit für einen kleinen Jahresrückblick.

Ich war ja zusammen mit dem Schaf etwas abgetaucht. Die Raunächte, die zwölf Tage von Weihnachten bis ins neu beginnende Jahr, sind für mich klassicherweise Aufräum- und Grübel-Zeit. Manchmal nutze ich die mystischen, einsamen Momente – ob am Tag oder tatsächlich in den Nächten – und schau mir meine Welt nochmal genauer an. In diesem Jahr war das, wie schon gepostet, an einem meiner Lieblingsorte (off season): Bau Mela.

Mein Raunächte-Platz, inspirierend am Tag, mystisch bei Nacht – optimal für einen ganz persönlichen, intensiven Jahresrückblick

Mein Resümee ist ein Dankeschön an 2023: Du warst ein wirklich wirklich gutes Jahr – auch aus schwarzschafiger Sicht. Allein die Fotos und Erlebnisse auf Sardinien, über die ich in diesem Beitrag poste, waren für mich der Hammer. Und da war privat und beruflich noch so viel mehr!

Und damit auch ein Dankeschön an alle Schwarzschaf-Leser, dass ihr da seid – ob erst seit kurzem oder schon länger als „Dauerleser“. Ich bin seit 2009 ständig auf der Insel und noch länger urlaubend unterwegs. Es macht mir immer noch Spaß, euch auf den verschiedenen Wegen – ob im Buch, auf facebook / instagram / youtube, oder eben hier auf dem Blog – von meinen Streifzügen durch Sardinien zu erzählen.

Ich habe sowohl viel Zeit auf meiner und unserer Lieblingsinsel Sardinien, aber auch auf dem Kontinent und in meiner alten Heimat Schleswig-Holstein verbringen dürfen. Ich bin dem Leben sehr dankbar, dass ich dieses Modell als „digitaler Halbnomade“ tatsächlich führen kann.

Für meine Leser, die es noch nicht wissen: Ich lebe nicht vom Reisen, Bloggen, Luft und Liebe. Das hier ist bis auf ganz wenige Ausnahmen reines Privatvergnügen. Ich habe tatsächlich mehrere Leben und nur eins davon ist das des Schafs auf Sardinien.

Und um Sardinien geht es auch in diesem Jahresrückblick.

Nur soviel: Ich habe ein ziemlich intensives Arbeitsleben, das mir sehr viel Spaß macht. Mit einer Geschäftspartnerin habe ich vor einem Jahr eine Kommunikationsagentur mit Schwerpunkt auf nachhaltigen Investments und Geschäftsideen gegründet (wer mag, kann sich ja mit mir auch beruflich auf LinkedIn vernetzen). Dazu noch ein Privatleben mit Freunden und Lebenspartner sowie Dinge, die ich auf dem Blog nicht thematisiere. Jeder Mensch ist sehr viel mehr als das, was er oder sie online von sich preisgibt.

Das vorausgeschickt, möchte ich mit euch zurückblicken auf 2023 – und habe mir gedacht: Das, was ich erlebt habe, sind doch auch prima Ideen, um Leuten ein Gefühl dafür zu geben, was man denn so im ganzen Jahr und in jedem Monat auf Sardinien machen könnte. Die Insel ist ja mehr als Sommerurlaub und Strand.

Hier also mein schwarzschafiger Jahresrückblick mit vielen Ideen für das gesamte, neue Jahr!

Jahresrückblick 2023: Das schwarze Schaf streift durch Sardinien

Januar – Epifania auf dem Montalbo di Lodè und Sant’Antonio in Siniscola

Das Jahr begann zu Epifania (6. Januar) mit einer tollen, wilden und trotzdem entspannten Wanderung mit Freunden bei strahlendem Wetter auf dem Montalbo di Lodè.

In Bewegung war es auch nicht kalt, im Gegenteil. Mit ganz normaler Trekkingjacke waren wir auf rund tausend Metern bestens angezogen. Einer wagte sich sogar in kurzen Hosen hinauf (das fand ich wiederum übertrieben). Der mitgebrachte heiße Tee war fand ich, schon gut! Der Rotwein aber auch 😉

Montalbo di Lodè: mit diesem Ausblick machst du zum Jahresbeginn nichts falsch!

Elf Tage später waren wir wieder in der Gegend, diesmal in Siniscola. Denn inselweit werden am 17. Januar die Feuer von Sant’Antonio entzündet.

Ein riesiges Feuer auf dem Platz vor der Kirche, die dem Heiligen geweiht ist

Ein wundervolles, eigentlich religiöses Fest. Das Feuer wärmte uns wie auch das Essen: Ceci e Lardo (Kichererbsen statt der traditionellen Bohnen und und Speck).

Eine Erkenntnis war bereits zu diesem Zeitpunkt: Das Leben als schwarzes Schaf ist wirklich fein, ich bin am für mich zurzeit richtigen Ort. Danke.

Februar –  Kunst und Kultur … und eine Wanderung im Schnee!

Meine Arbeit hielt mich dann ein bisschen in Nordeuropa fest. Hamburg, Berlin, Schleswig-Holstein, ich traf Freunde. Natürlich nur, um dann wieder auf die Insel zurüczukkehren. Ich wurde sozusagen zur „digitalen Halbnomadin“, halb auf der Insel, halb in der alten Heimat. Das geht, mit viel gutem Wollen und innerer Flexibilität. Ich habe lang nicht mehr das Bedürfnis, jede Reise im Detail zu planen. Immer öfter geht es einfach los. Das ist im Winter mangels Direktflugs von und nach Deutschland etwas tricky, aber wo ein schwarzschafiges Wollen, da ein Weg.

Das Verkehrsmittel der Wahl in der Nicht- und Neben-Saison: die Fähre. Tickets und Kabinen sind auch kurzfristig zu haben.

Auf Sardinien ist der Februar meist zu kalt und öddelig für lange Touren durch die Natur. Also ist dies der perfekte Monat für Kunst und Kultur!

Ich brauche zudem Kunst und Inspiration, um auch remote gut arbeiten zu können. Beides bekommst du zuverlässig im Museum für zeitgenössische Kunst MAN_Museo d’Arte Provincia di Nuoro, in dem oft im Winter eine Ausstellung einem großen Künstler gewidmet ist.

Im Februar 23 war es Picasso:

Picasso als sardischer Teppich, von einer Knüpferin aus Nuoro mit Wolle sardischer Schafe auf einem traditionellen Webstuhl gefertigt. Ein sehr gelungenes Cross-over.

Sardinien ist toll – aber nicht alles. Die Welt ist so groß, so vielfältig, so reich an Ideen! In allen Welten, Ländern und Kulturen gibt es wundervolle Traditionen, Kunstwerke, Eigenarten, Gedanken, Interpretationen. Das Geheimnis der Schönheit liegt in der Vielfalt. Ich wollte diese Vielfalt noch mehr willkommen heißen. Speziell, weil ich sowohl in meiner ersten als auch der zweiten Heimat immer mehr Leute gibt, die eben genau diese Vielfalt zum Schweigen bringen und wieder nur in der eigenen deutschen (oder eben italienischen) Suppe baden wollen.

Mein absolutes Highlight im Februar war aber eine SCHNEEWANDERUNG auf den Monte Novo San Giovanni – inklusive Hüttenfeeling mit Cannonau! Meine Empfehlung, wenn du es einrichten kannst und auf Sardinien bist und von irgendjemandem hörst, dass es in den Bergen gerade schneit: Fahr unbedingt hin!

Einfach perfekt – und so ganz anders als man sich Sardinien vorstellt:

Last but not least ist im Februar meistens auch noch Karneval – ein Pflichttermin für alle, die die Kultur der Insel kennenlernen möchten. Denn der traditionelle sardische Karneval hat ganz viele verschiedene Formen – mit urigen Masken und ausgelassenen Festen.

Ein Klassiker ist das Reiterfest Sa Sartiglia in Oristano – wie stets extrem gut besucht:

Halbgott für einen Tag: Su Componidori

März – Viel Arbeit und neue Ideen

Der März war für mich selbst hingegen ziemlich anstrengend. Ich hab an einem alten Segelboot geackert, das mit einem Motorschaden seit Covid in der Werft in Olbia stand und in diesem Jahr endlich wieder ins Wasser sollte. Das hat jede freie Minute (und mir die Haare vom Kopf) gefressen.

Aber auch die Möglichkeit gegeben, wieder mal Olbia und Umgebung näher zu erkunden, zumal auch mein sardischer Lebenspartner hier lebt. Ich habe also mittlerweile einen „Alltagsblick“ auf die Stadt, der dem neugierigen Entdecken nicht immer zuträglich ist. In der Hauptsaison ist es zudem unerträglich voll, dass ich lieber woanders bin.

In diesem März fuhr ich ein wenig herum und fand in Golfo Aranci ein Fisch-Kunstwerk, das Plastik im Meer thematisierte.

Im Kopf geisterte da schon ein nachhaltiger Segelführer für Sardinien (online gibt’s schon was, schau gern auf www.segelrevier-sardinien.de). Da ich selbst im Mittelmeer segle, will ich mich auch mehr seinem Schutz widmen. Die Idee hat sich konkretisiert – mehr dazu am Ende des Artikels.

Der März hat aber wirklich viele schöne Tage – und es beginnt hier und da auch schon zu blühen und zu grünen. Es ist wirklich ein schöner Reisemonat.

Vielleicht findest du unter den 30 Wandertouren, die im Sardinien-Fotoband “Dein Augenblick – Sardinien”, an dem ich mitwirken konnte, eine schöne Tour. Zum Beispiel auf die Giara, die Gesturi, deren Seen jetzt Wasser führen und die wilden Pferdchen im beginnenden Frühling um einiges aktiver sind als im heißen Sommer.

Es sind auch tolle Küstenwanderungen darin, die im März, auf der noch menschenleeren Insel einfach nur der Hammer sind. Hier geht’s zum Shop des kompass-Verlags. Und eine Kurzvorstellung findest du hier auf dem Blog.

April – Oster-Brückentage nutzen, für Me-Time & Quality Time

Der Monat ist super für Aktivurlauber. Nicht zu warm, nicht zu kalt. Die Tage sind noch kurz, aber schon so lang, dass man sich auch auf längere Touren begeben oder kürzere ganz entspannt angehen kann. Rechne auch damit, dass es wechselhaft und regnerisch sein kann und sei flexibel – zur Not geht man eben am nächsten Tag los und überbrückt die Zeit im Museum oder bei guten Essen und Wein.

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