Da ist sie wieder. Die Hauptsaison auf Sardinien. Sommer. Sonne. Strand. Als gäb’s nix anderes, was man auf der Insel machen könnte. Normalerweise haut das schwarze Schaf dann immer ab und macht Urlaub, wo es weniger „Mensch“ hat.

Aber, in diesem Jahr ist alles anders. Oder doch nicht? Denn wenn es so schaut, ist an den touristischen Hotspots ganz schön viel los. Irgendwie wie immer, oder täusche ich mich?! Weniger Leute kann ich nicht unbedingt ausmachen. Das war im Juni vielleicht noch so. Aber jetzt? Im August? Möööh. Alle wieder da.

Das liegt vor allem an „Ferragosto“. Der Hauptsaison-Wahn wird vor allem vom italienischen Feiertag am 15. August befeuert. Quasi ganz Italien macht geschlossen Urlaub. Man strömt ans Meer, und mindestens die Hälfte davon fährt oder fliegt nach Sardinien. Und davon lassen sie sich auch nicht durch Pandemien oder hohe Preise abhalten. Viele haben ein Ferienhaus auf der Insel und das will besucht werden.

Das heißt für die Anreise: Auch die Straßen in Norditalien und die Fähren sind voll, der erste „esodo“ in den ersten beiden Augustwochen, der zweite in den beiden Wochen rund um den Feiertag und der letzte für die letzten beiden Wochen.

Palau in der Hauptsaison, auf dem Meer ist gut was los. Meine ganz beeehscheidene Meinung: Ich würde hier jetzt keinen Urlaub machen …

Und: Bei einer so immens hohen Nachfrage steigen die Preise. Und in diesem Jahr legt Corona noch einen drauf: Wegen gleichzeitiger Verknappung der Mietwagen sind die Preise explodiert (kein rein sardisches, aber wegen der Insellage ein exponentiell größeres Problem, es mit enormen Kosten verbunden ist, die Autos jetzt auf die Insel zu bekommen).

Wer die Sommerferien auf Sardinien verbringt, muss sich schlicht damit abfinden, dass alles – vom Hotel bis zum Restaurant sehr viel voller und teurer ist, als es sein müsste.

Trotzdem – man mag es kaum glauben – gibt es eine gute Nachricht: Touristisch, teuer und total voll ist es auf Sardinien nur an den beliebten Hotspots. Sobald du auf Strandzugang und Meerblick verzichtest, ist der Preis schon im normalen Leben deutlich geringer. In der Hauptsaison macht sich das richtig bemerkbar.

Ein paar Preisbeispiele gefällig? Bleiben wir mal kleinteilig:

Der Parkplatz am Spiaggia di Principe an der Costa Smeralda kostet dich gut 20 Euro pro Tag (und „alternativ“ an der Straße parken auch gern mal an die 150 Euro Strafe). An La Pelosa, Stintino kostet der Parkplatz (wenn man denn einen findet) 2 Euro pro Stunde, plus Strandgebühr 3,50 Euro = 5,50 pro Stunde. Das sind auch rund 20 Euro pro Nachmittag. Cala Brandinchi ruft gar 2,50 pro Stunde auf. Dann stöhnt nicht nur die Familie vor Hitze sondern irgendwann auch der Geldbeutel (Wobei ich völlig richtig finde, die Strandtouristen zahlen zu lassen, aber das ist ein anderes Thema).

» An den Stränden der Südwestküste parkst du oft kostenfrei, zum Beispiel an Porto Palma, Gutturu ‘e Flumini und Funtanazza. In anderen Regionen (abseits des Nordostens) kostet das Parken zumindest deutlich weniger.

Tipp: Manchmal lohnt es, gleich ein Tagesticket zu kaufen, oder später anzukommen – die Gebühr ist oft nur bis 18 oder 20 Uhr zu entrichten.

An einigen Stränden wurden jetzt Zugangsbeschränkungen erlassen, und die Strände zum Teil kostenpflichtig gemacht. Einfach weil zu viele Leute da sind, und die Natur vor uns leider geschützt werden muss. Beispiele: La Pelosa bei Stintino, Tueredda an der Costa del Sud oder an den Buchten im Golfo di Orosei.

» Aber der große Rest der Insel erlaubt dir einen entspannten und by the way auch Corona-adäquaten Urlaub!

Frage irgendeinen echten Sarden, wo er denn hinfahren würde. Dann bist du von einem traumhaften und gar nicht so teuren Urlaub auch im August gar nicht so weit entfernt. Das schwarze Schaf hat’s gemacht und hat hier ein paar Tipps, wie du

Bleibst du allerdings da, wo alle sind, dann hast du den Salat. Viele mögen das sogar, vielleicht auch, weil sie nichts anderes kennen und sich nicht vorstellen können, was Sardinien ausmacht.

Berchida - Capo Comino
Berchida – Capo Comino

Das schwarze Schaf hat seine Mühe, ist es doch eher ein Nebensaison-, Kultur- und Hinterland-Reisender.

Die Eindrücke sind unendlich und an den Hotspots fällt schwer, darin etwas „Echtes“ oder gar „Sardisches“ zu entdecken:

Volle Strände. Liegestühle. Sonnenschirme. Strandverkäufer. Souvenirs, Souvenirs. Sanddiebe. Costa Smeralda. Sottovento. Billionaire. Briatore. Beach Party. High Heels. Cocktails. Champagner. Gala lesen. Sternchen auf der Yacht. Stars mit Goldkettchen. Megayachten. Touristen. Touristenpreise. Touristenmenüs. Touristen-alles. Italienische Großfamilien. Kontinentaleuropäer. Stachelbeerbeine. Kurze Hosen. Socken. Sandalen. Schlabberlook. Lärm. Müll. Plastik. Volle Restaurants. Unfreundliche Kellner. Schlechtes Essen. Teures Essen.

"Vu cumpra": Strandverkäufer in der Hauptsaison
„Vu cumpra“: Strandverkäufer in der Hauptsaison

Aber auch das findest du auf Sardinien:

Gutes Essen. Guter Wein. Freundliche Gastgeber. Agriturismo. Hinterland. Weiße Strände. Weite Strände. Kleine Buchten. Segeln. Bootfahren. Türkiswasser. Fische. Delfine. Azurblauer Himmel. Entspannung. Urlaub. Siesta. Grillenzirpen. Zikaden. Duft. Macchia. Rosmarin. Ausflüge. Nuraghen. Picknick. Sommernächte. Laue Nächte. Sternschnuppen. Sternenhimmel. Nachtwanderungen.

Hauptsaison, zwischen Traum und Wahn

Sobald der Sommer um die Ecke lugt, machen sich die Klischees schlagartig breit und bahnen sich unbarmherzig-tsunamihaft ihren Weg durch die sonst so beschaulichen Orte.

Gleichzeitig zeigt sich die Insel als vollendetes Paradies, verteilt verschwenderisch Farben und Gerüche, verzaubert mit karibischen Anblicken.

Entspannt im Hinterland
Entspannt im Hinterland

Aber…. da sind SO VIELE LEUTE! Touristen verfallen zudem auch gern in den Schnecken- und Trottelmodus, als hätten sie Autofahren und Benehmen auf der Fähre verlernt und vergessen.

Im gesamten August (an den touristischen Hotspots auch von Juli bis September) sind Animationsprogramm an jedem Hotelstrand und auf jedem Campingplatz einkalkulieren. Bis spät in die Nacht tönt laute Musik (Nein, „Highway to Hell“ ist in einer lauen Sommernacht nicht schön!).

Wenn die Strandparty nachts um zwei erst richtig los geht, und dich im Ferienhaus die Tigermücken überfallen, dann ist der schönste Urlaub kurz vorm Kollabieren.

Im Mai noch leer, im Juli voller Schirme...
Im Mai noch leer, im Juli voller Schirme…

Die beiden Monate Hauptsaison verlangen – zumindest in den touristischen Gebieten – jedem schwarzen Schaf und individuell Reisenden eine Menge Toleranz und Geduld ab.

Einmal stand das Schaf eine geschlagene Stunde im Stau auf der Hochstraße von Olbia. Die Autokolonne zog sich kilometerlang von Norden in die Nadelöhre der Stadtstraßen, zum Hafen und zu den Supermärkten. Wer eine Fähre oder einen Flug erreichen muss, ist kurz vorm Austicken.

Selbst der Strandurlaub gerät zum Wahn. Die Buchten und Strände sind voll, voller geht’s kaum. Doch, einige Ausnahmen gibt es, aber die verraten ich hier nicht, sonst sind die morgen auch belegt …

Was nun? Tricks für die Hauptsaison auf Sardinien

Das Schaf ächzt in seiner schwarzen Wolle. Die drei Wolken, die da am Himmel ziehen, haben sich bald vaporisiert. Alle zerfließen und hoffen auf ein abendliches Sommergewitter, damit die Schwere verschwindet. Der August schreit nach Faulheit.

Vielen Nordeuropäern ist es jetzt auf Sardinien viel zu heiß. Das Thermometer kratzt an der 40. Sämtliche Aktivität, wenn überhaupt, gehört in die Nacht. (Hier spezielle Tipps für die Hitze).

In der Hitze etwas behäbig und sommerfaul, fällt dem schwarzen Schaf das „Über-den-Schatten-Springen“ denn auch gar nicht so leicht. Denn es ist ja vorwiegend auch ein Nebensaison-Schaf. Aber was soll’s: Es versucht die Hauptsaison mal gern zu haben!

Hier für die vielen, die sich in den Sommerferien hierher getraut haben – oder ihrer Schulkinder wegen jetzt reisen müssen – ein paar Reisetipps:

Der wichtigste, Trick 17: Flucht ins Hinterland!

Auch wenn da kein Strand ist: So viele kleine Dörfer versprechen dir nichts anderes als entspannte Ruhe.

Lass die Küste mal einen Tag Küste sein und fahre ins Hinterland. In irgendeiner kleinen Dorfbar ein Glas Wein oder ein kühles Ichnusa zu einem räsonablen Preis zu trinken, ist ja nun wirklich nicht verkehrt.

Blick auf die Ebene bei Escalaplano im Sommer
Blick auf die Ebene bei Escalaplano im Sommer

In einem Agriturismo schon wenige Kilometer (besser noch dreißig oder gar in einer ganz anderen Region) hinter der Küste erwarten dich gutes Essen und sardische Gastfreundschaft vom Feinsten.

Die Anreise durch die vielseitige Landschaft bringt dich sofort runter. Mache hier und da einen Stopp, biege in kleine Landstraßen. Die Natur ist ganz bei sich, die Grillen zirpen, der Oleander blüht und die Berge machen auch keinen Stress.

Die Insel hat so viele einsame Gegenden (ausreichend Wasser und Verpflegung mitnehmen), da kannst du mit Leichtigkeit durchatmen und nebenher trotzdem noch nette Bekanntschaften machen – und sei es nur die von Eseln oder Eidechsen.

Langohrige Esel im Hinterland sind sympathischer als die zweibeinigen an der Küste ;)
Langohrige Esel im Hinterland sind sympathischer als die zweibeinigen an der Küste 😉

Alles ist sofort gut.

Du musst ja nicht gleich einen ganzen Urlaub hier verbringen (warum eigentlich nicht?!). Ein paar Tage oder Stunden tun’s auch schon.

Trick 1: Antizyklischer Tagesablauf

Der Urlauber an sich ist ja ein Spätaufsteher. Das was jetzt kommt, klingt für viele daher wie eine schlechte Nachricht: Die erfolgversprechendste Variante, unbeschadet durch die Hauptsaison zu kommen, ist sich antizyklisch zu bewegen.

Aber, Entwarnung: Das kann „frühmorgens“ heißen, aber eben auch „abends“ oder gar „nachts“.

Mari Ermi am frühen Morgen im August
Mari Ermi am frühen Morgen, ca. 7 Uhr im August

Die Sonne blickt im Sommer schon um fünf, sechs Uhr über den Horizont. Die Stimmung, wenn alles noch schläft und die Insel langsam aufwacht, ist einfach grandios.

Die Strände sind leer, ein paar Eidechsen laufen über die Felsen, man kann Bilder mit tollen Farben machen und kein Tourist tappert vor die Linse.

In den Häfen schlagen friedlich die Leinen an den Booten und das „schwappschwapp“ der Wellen am Strand wird noch nicht von Geschrei und Geplapper übertönt.

Tagsüber … ja wer unbedingt will, ist an den langen Stränden gut aufgehoben. In Berchida zum Beispiel ist die Mitte beim Parkplatz sehr voll, die äusseren Enden weniger frequentiert.

Im Südwesten kann man sich bei Torre dei Corsari, Scivu und an den Dünen von Piscinas wunderbare einsame Plätze suchen – wenn man denn die lange Anfahrt nicht scheut und ein paar hundert Meter durch den Sand stapft.

Strand bei Torre dei Corsari
Platz am Strand bei Torre dei Corsari

Das schwarze Schaf fährt sehr gern abends ans Meer.

Denn gegen 18, 19 Uhr verlassen die meisten Italiener (die Hauptgäste im Juli/August) traditionell ihren Strandplatz, um sich für das Abendessen mit der Familie zu rüsten. Dann sind die Straßen zwar voll, aber du reist ja in die Gegenrichtung.

Daher sind ab 20 Uhr die meisten Restaurants voll und ohne Reservierung gibt es keinen Platz. Warum also nicht noch ein, zwei Stunden im oder auf dem Wasser verbringen, ganz ohne Sonnenbrandangst und dann gegen 22 oder 23 Uhr zu einem lauschigen Nachtmahl aufbrechen*?

Und nachts um zwei zurückkommen und nochmal schwimmen gehen … oder frisch gestärkt nochmal auf einen Hügel oder Berg klettern.

Nachtwanderungen sind der Hit in dieser Jahreszeit.

Trick 2: aktiv Schatten suchen 

Aktivurlaub … im Sommer … na, danke schön. Aber: Wer Sport machen und trotzdem keinen Hitzschlag bekommen mag, hat – neben der antizyklischen Frühmorgens-oder-abends-Variante – noch eine Alternative: den Schatten.

Barbagia di Seui im südlichen Gennargentu: Wald ohne Ende
Barbagia di Seui im südlichen Gennargentu: Wald ohne Ende

Tatsächlich verfügt Sardinien über eine Reihe von Wäldern. Die Bäume sind hoch genug, um unter ihren Kronen eine Radtour zu machen.

Ein schöner Wald mit Wegenetz findet sich zum Beispiel in der Nähe von Monti, der Foreste Demaniale di Monte Olia oder der Foresta di Burgos im mittleren Westen, der Monte dei Sette Fratelli im Sarrabus oder der Foresta Gutturu Mannu bei Capoterra.

Hier kannst du großartig Mountainbiken und laufen ohne Ende.

Aber Achtung, auch im Schatten kann es heiß sein (Wasser!) und es gibt natürlich auch sonnige Abschnitte (Sonnenmilch!). Die Wälder Sardiniens findest du auf www.sardegnaambiente.it.

Noch schattiger ist eine Grottenwanderung.

Grotte Su Mannau in Fluminimaggiore
Grotte Su Mannau in Fluminimaggiore

Wir meinen damit nicht unbedingt die Touren, die mit übervollen Booten zu den Top-Sehenswürdigkeiten wie der Neptungsgrotte / Grotta di Nettuno bei Alghero oder zur Grotta del Bue Marino und zur Cala Luna gemacht werden – die sind tatsächlich eher etwas für die Nebensaison.

Im Südwesten der Insel gibt es große und schöne Grotten, wie z. B. Su Mannau, Domusnovas und Is Zuddas. Auch in den großen Grotten im Hinterland, wie der Ispinigoli bei Dorgali (Führungen im Sommer zur vollen Stunde), hast du genug Platz. Es wird manchmal sogar etwas zu kühl, viele Grotten haben konstante Temperaturen um die 15-18 Grad. Eine leichte Jacke schadet also nicht.

Ein Highlight eines Sardinienurlaubs kann die Entdeckung kleinerer Grotten sein, die es überall auf der Insel gibt. Diese sind oft nur mit ortskundigen Führern zu finden, andere mit einer guten Schnüffelnase.

Hübsch, an der Küste, die Grotta del Fico – entweder mit einem Ausflugsboot von Santa Maria Navarrese oder einem eigens gemieteten Schlauchboot zu erreichen: www.grottadelfico.it

Trick 3: Raus aufs Meer

Segeln vor Sardinien ist eine wunderbare Angelegenheit. Der Seewind ist tendenziell auch kühler als der Landwind, und du bist auf dem Boot sehr privat unterwegs.

Segeln vor der Isola Tavolara
Segeln vor der Isola Tavolara

Ok, kleine Vorwarnung: Je nachdem, wo du bist, ist die Hauptsaison auf Sardinien auf dem Meer genauso wie an Land. Im Arcipelago di La Maddalena und in der Cala di Volpe, ja eigentlich in jeder pimpfigen kleinen Bucht an der Nordostküste stehen so viele Schlauchboote, Charterboote und Millionärsyachten wie nie zuvor. Zumindest auf dem Meer scheint die Sommersaison 2020 gerettet.

Als wär das nicht genug, werden noch 100 Leute von diversen Ausflugsbombern abgeladen, die mit einem Horrorgeräusch in die Traumbucht schippern.

Touristenkahn vs. Segelboot
Touristenkahn vs. Segelboot

Du brauchst zwischen Costa Smeralda und Maddalena-Arachipel als Segler aber schon ein dickes Fell. Extrem viele Sonntagssegler und Leute, die nie auf dem Meer waren, sich aber ein Schlauchboot mieten, sind unterwegs. Vor allem morgens strömt alles in die Buchten, um den besten Platz zu kriegen und so gegen 18 Uhr dann High Noon in den Häfen. Irre …

Schwarzschafiger Tipp: Weiche auf die Weiten der West- und Ostküste aus. Was nicht die schlechteste Idee ist, hier ein schwarzschafiger Törnbericht.

Natürlich sind auch dort die Buchten im Sommer voll, das ist schon richtig. Segeln oder Bootfahren im Golfo di Orosei oder an der Costa del Sud ist trotzdem schön. Die Natur und das Türkiswasser trösten absolut. Ohne Wenn und Aber.

Tu dir nur einen Gefallen und nimm nicht die Touri-Bomber, sondern mietet Euch auf einem kleineren Schiff ein, nette Segelboote fahren z. B. ab Palau oder La Maddalena, oder bucht gleich eine Koje in einem Boat & Breakfast (z. B. in Stintino oder Cagliari). Sie fahren mit euch dorthin, wo die fetten Boote nicht hinkommen oder ihr könnt mit dem Skipper und den anderen Reisenden eine Alternativtour ausmachen.

Auch mit einem gemieteten Schlauchboot (gommone) hast du es selbst in der Hand, wo du den Anker wirfst – ob mitten im Trubel oder eben doch in einer ruhigeren Bucht.

Bitte bereitet euch ein bisschen vor: Vorfahrtsregeln gibt es auch auf dem Meer (Lee vor Luv, Backbord-Bug vor Steuerbord-Bug, und die Berufsschifffahrt hat IMMER Vorfahrt), und vor Sardinien gibt es einige Meeresschutzgebiete und Ankerverbote. Ankern in Posidoniafeldern ist nicht erlaubt. Und Vorsicht beim Tritt aufs Gaspedal: die kleinen Dinger saufen unheimlich viel Treibstoff und da ihr das selbst zahlen müsst und es in Hafentankstellen deutlich teurer ist als an Land, schaltet hier und da besser den Gondelmodus ein.

Felsiger Untergrund = viel Platz
Felsiger Untergrund = viel Platz

Und wenn das alles immer noch zu viel ist: Draußen auf dem weiten blauen Meer hast du auf jeden Fall deine Ruhe. (Nur Vorsicht wegen Strömung und Wellengang und vorher die Wettervorhersage konsultieren schadet auch nicht).

Trick 4: Mitfeiern

Flucht nach vorn: Feiern bis das Schaf kommt. Es schadet überhaupt nicht, sich ins Partygetümmel zu werfen. Ja, da gibt es die Costa Smeralda mit Sottovento, Phi Beach, Vip Room und Ritual.

Das ist alles ganz cool und kann man auch mal gemacht haben. Aber bei den Preisen heißt es für den „Normalreisenden“: Augen zu und durch! Wer mit 10 Euro für Nicht-Alkoholisches, 15 für ein Glas Wein oder 20 für einen Cocktail rauskommt, hat Glück.

DJ in der Dämmerung
DJ in der Dämmerung

Wir mögen lieber die Strandpartys in Porto Pollo, in Mari Ermi oder Porto Botte, in Cala Sintzia oder am langen Stadtstrand von Cagliari und Quartu, dem Poetto. Am Porto Giuncu bei Villasimius ist ebenfalls eine schöne Alternative – und längst nicht so teuer wie im Nordosten.

Und manchmal hilft auch einfach, sich ein, zwei Flaschen Wein oder Torbato zu kühlen und damit abends und mit ein bisschen Loungemusik vom Mobiltelefon an einer kleinen Bucht seine ganz private Party zu feiern.

Trick 5: den Tag verschlafen

Sch(l)afe
Sch(l)afe

Tja, und tagsüber schläft das Schaf. Ein Mittagsschläfchen, das ausgiebige Auskosten der mediterranen Siesta – das rüstet für die Aktivitäten in der Nacht. Eng aneinander liegen wir im Baumschatten … gerade kommt einem in den Sinn, dass die Touristen am Strand das ja ähnlich machen – nur eben in der Sonne!

Ja, auch am Strand lässt sich trefflich schlafen … Einfach weit nach außen gehen, da wo sich die Leute nicht so knubbeln, Sonnenschirm in den Boden bohren und dann … den Tagträumen hingeben und Schafe zählen …

Wer schläft, der sündigt nicht.

Gut schlafen ist wie gut essen …

Wer schlafen kann, darf glücklich sein …

Selbst ein Tiger hält ein Schläfchen …

Ein Wolf im Schlaf fing nie ein Schaf ………

CHHRRRRRR …………..

Nicole Raukamp ist Buchautorin, Beraterin und Bloggerin (aka "pecora nera"). Sie organisiert und begleitet fundierte Fachreisen und entwirft erlebnisreiche Events und höchst individuelle Reiserouten - authentisch, nachhaltig, an Land und zu Wasser auf Sardinien im ganzen Jahr. Außerdem unterstützt sie Unternehmen/r bei geschäftlichen Aktivitäten und Vorhaben auf Sardinien, hilft sardischen Unternehmen und Anbietern bei ihrem Eintritt in den deutschsprachigen Markt.

7 Comments

  1. sigrid

    17. Juli 2015 at 18:06

    schöne ferien liebes schaf und hol dir keinen verbrannten schwarzen pelz 😉

    Reply
    • nicole

      17. Juli 2015 at 18:28

      beeeeh-dankt!

      Reply
  2. Meike

    17. August 2016 at 15:09

    Gott sei dank waren wir im Mai da ?
    Und dank dem schwarzen Schaf haben wir auch die tolle Bar am Capo
    Testa kennengelernt.

    Schwarzes Schaf, halte durch!

    Reply
    • nicole

      18. August 2016 at 20:33

      Ihr seid ja auch schlau 🙂

      Reply
  3. Marco

    17. August 2016 at 17:41

    Ja, die gute alte Hauptsaison. Auch im Westen (z.B. bei Bosa) ist sie zu spüren, aber eben längst nicht so anstrengend wie an der Ostküste. Aber eigentlich wollte ich mich nur mal für die tollen Berichte bedanken. Ich komme immer wieder gerne zum lesen vorbei.

    DANKE!

    Weiterhin einen schönen Urlaub und beste Grüße,

    Marco

    Reply
    • nicole

      18. August 2016 at 20:32

      Beeeehdankt und sei immer herzlich willkommen – das Schaf wird bald wieder fleißiger sein 😉

      Reply
  4. Kilta

    8. August 2018 at 17:50

    Hallo, liebe Nicole, wir kommen auch gerade von einer fast 4 wöchigen Tour durch Sardinien… Leider auch in der Hauptsaison… wir wollten schon im Juni, aber unser Auto war kaputt und so mussten wir da durch… Durch das Suchen nach einigermaßen leeren Stränden, haben wir viele schöne Ecken kennen- und lieben gelernt. Erst waren wir in Oristano bei Luisa, da ist im August eher der nicht so schöne Stadtstrand am Porto zu empfehlen, da findet man immer noch einen leeren Platz… oder man biegt bei den schönen Stränden vorher ab, da sollte man aber jemanden ortskundigen fragen. Dann haben wir eine alte Schulfreundin von mir in San Teodoro besucht, die ich 35 Jahre nicht gesehen habe, weil sie gleich nach der Schule nach Sardinien ausgewandert ist. Damals war San Teodoro noch ein unberührtes Fleckchen Erde… Nicht so jetzt! Nach vieler Sucherei und Kletterei, direkt unterhalb ihres Hauses am Spiaggia Lu Impostu, wo man zumindest in der Mittagszeit, wenn die Italiener alle Essen und Siesta halten ein kleines Bucht-Sand-Plätzchen findet, haben wir am letzten Tag unseren Traumstrand in Posada gefunden. Auch ein bisschen Sandstapferei (soll ja gesund sein ;-), weil die Italiener die Angewohnheit haben nicht weit zu laufen, aber mit der Belohnung eines weissen Sandstrandes und türkiesem Meer, in fast Alleinlage auch im August 🙂 Wir kommen vielleicht im September, aber ganz sicher bald wieder! Danke für Deine tolle Blogseite! Carissimi saluti Kilta

    Reply

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