Meeresschildkröten, Große Tümmler, Blauwale, Oktopoden, Seesterne, Fische aller Art … Kormorane, Möwen, Sturmtaucher, Seeschwalben … Neptungras, Seeanemonen, Seegras … sie alle sind Bewohner der Meeresschutzgebiete an Sardiniens Küsten – und dazu noch meer, äh, mehr geschützte Arten.

Meer bei Oristano
Klares Meer an der Westküste bei Oristano

Doch sie sind nicht allein im Meer. Die rund 1.800 km Küstenlinie Sardiniens (und da wird jedes einzelne Isolotto mitgezählt) locken auch so manchen Freizeitskipper an. Tausende von Charter- und Ausflugsbooten bevölkern die Meere. Dazu die Fähr- und Großschiffahrt.

Für Tiere und Wasserpflanzen gibt es sowas wie ein „saisonales“ Verhalten nicht. Sie  machen jedenfalls keinen Urlaub, sondern haben immer Alltag. Futtersuche und Nestbau können ganz schön anstrengend werden, wenn einem dauernd ein Bug vor die Nase kommt.

Wir hoffen, dass die meisten Gäste auf dem Wasser sowieso respektvoll mit der Natur umgehen und ihren Sport mit eingeschaltetem Verstand betreiben. Dennoch bleibt nicht aus, dass man sich allein aus Unwissenheit nicht ganz richtig verhält.

Um dem vorzubeugen, haben wir hier die aktuell sechs Meeresschutzgebiete Sardiniens vorgestellt, inklusive Kartenmaterial. Zum Teil gelten strenge Vorschriften, je nach Schutzbedarf, die auch unter Strafe gestellt sind.

Weiter unten sind generelle Beschreibungen der Zonen A, B und C und Empfehlungen für Freizeitskipper. Eine interaktive Karte mit den Aree Marine Protette Sardiniens findet ihr auf sardegnamappe.it »

Für Segler: Detaillierte Informationen zu den einzelnen Gebieten findet ihr auf www.segelrevier-sardinien.de unter „Revierinformationen > Meeresschutzgebiete“.

1. Area Marina Protetta Isola dell’Asinara (Parco Nazionale)

Die Insel Asinara lockt mit traumhaften Ankerbuchten an ihrer Ostseite: die Westseite ist wilder und schroffer, aber nicht minder schön. Die Insel ist ein Schnorchel- und Tauchparadies – und auch top zum Wandern.

Traumhafte Buchten der Isola Asinara
Traumhafte Buchten der Isola Asinara

2. Area Marina Protetta Capo Caccia / Isola Piana

Das Capo Caccia gehört zu den beeindruckendsten Kaps auf der Insel – sowohl  von der Seeseite, als auch wenn man an Land oben drauf steht.

Capo Caccia
Capo Caccia

3. Area Marina Protetta Penisola del Sinis e Isola Mal di Ventre

Die Halbinsel Sinis ist ein ganz besonderes Schutzgebiet – denn es erstreckt sich auch auf eine Anzahl kleinerer und großer Seen, die in Küstennähe liegen und einen ganz besonderen Lebensraum für Tiere und Pflanzen schaffen. Im Süden bei Tharros schließt sich der Golfo di Oristano an.

Isola Mal di Ventre
Isola Mal di Ventre

4. Area Marina Protetta Capo Carbonara / Villasimius

Scoglio vor Capo Carbonara
Scoglio (Felsen) vor Capo Carbonara

Dieses Gebiet ist eines der am wenigsten bekannten auf Sardinien. Liegt vielleicht daran, dass es quasi am äußersten Ende der Insel liegt und nur einen Hafen hat, der auch nur in der Hauptsaison richtig belebt ist. In der Hauptsaison ist die Gegend an Land allerdings unglaublich touristisch, zwar hier und da ganz hübsch gemacht, nur wenig „sardisch“.

5. Area Marina Protetta Tavolara / Punta Coda Cavallo

Das kleinste Königreich der Welt ist die Isola Tavolara (siehe Artikel oben), und sie ähnelt einem schlafenden Drachen. Ein einheimischer Fischer erzählte uns, dass die Wolken rund um Tavolara beste Wetterindikatoren sind: Liegt eine Wolke auf der Tavola, ist mit einer Schlechtwetter zu rechnen, schwebt sie darüber, bleibt es schön. So grob gesagt.

Segeln vor Tavolara

6. AMP Capo Testa – Punta Falcone

… und außerdem: Parco Nazionale dell’Arcipelago di La Maddalena

Der Nationalpark ist kein marines Schutzgebiet wie die anderen sechs. Schuld daran, nicht als marines Schutzgebiet anerkannt zu werden, sind gleich mehrere Faktoren: die Spuren, die der ehemalige US-Stützpunkt mit seinen Atom-U-Booten hinterlassen hat; der enorme Schiffsverkehr der Hauptsaison, der von der Costa Smeralda hier hoch gespült wird und die Interessen des lokalen Tourismussektors; die anhaltende Verschmutzung gewisser Küstenabschnitte; die fehlende langfristige Unterstützung und Finanzierung, die ein marines Schutzgebiet nunmal benötigt.

Das soll nichts heißen – denn der Park  legt die gleichen Standards und Schutzzonen an, die auch in den Aree Marine Protette gelten. Gemeinsam mit Korsika wurde außerdem die Bocche di Bonifacio zum erweiterten Schutzgebiet erklärt. Richtig so, denn über 50 verschiedene endemische sowie einige vom Aussterben bedrohte Pflanzen- und Tierarten haben sich das Archipel als Lebensraum erwählt – und zwar lang bevor die ersten Touristen hier mit dem Boot die Buchten bevölkerten.

Im Maddalena-Archipel
Im Maddalena-Archipel mit der „Rumbera“ (daily charter ab Palau)

7. AMP Area Marina Protetta “Capo Testa – Punta Falcone”

Seit Mai 2018 gibt es dieses neue Schutzgebiet, Beschreibung folgt. Infos gibt es hier oder bei der Comune in Santa Teresa Gallura.

Weitere Informationen:

3 Comments

  1. Kempermann

    10. Juli 2019 at 09:41

    Ciao, perce non FA un parco marina in Sardegna sud in Pula da capo teulada .io conosco da 45 anni .e un grande Chance per pesce e popolo
    Mio grande amore Sardegna muore.
    Salute Jörg Kempermann

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  2. Harry G. Leeds

    27. Dezember 2025 at 22:58

    Sardinien ist eine Schatzinsel der Tier – u. Pflanzenwelt. Plastik bzw. Microplastik breitet sich durch den Menschen aus. Damit sind diese Welten massiv gefährdet. Der Schutz dieser Welten sind gefordert. Gerne würde ich mehr über die Bestehenden Schutzprogramme in Erfahrung bringen, damit ggf. Lücken angedacht werden könnten. Sardinien liegt mir am Herzen.

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    • Nicole Raukamp

      29. Dezember 2025 at 08:15

      Lieber Harald, vielen Dank für deinen Beitrag! Ja, das ist mega interessant und vielfältig.
      Ich bin zu dem Thema gerade in einer Recherche … dauert aber noch ein wenig, bis ich dazu was verfassen kann. Erstmal muss ein anderes Projekt fertig werden 😉 Gerade las ich aber etwas über ein Projekt am AMP Capo Carbonara. Da geht es darum, die Zonen mit den lokalen Fischern flexibel zu planen, um die Akzeptanz für das Schutzgebiet zu erhöhen, den Schutz zu gewährleisten, den Fischern aber ihre Einnahmequelle zu lassen. Klang ganz klug. Muss mich da aber noch weiter „reinwühlen“, solche Dokumente sind meist komplex.
      Zu den einzelnen Schutzgebieten habe ich schon etwas auf https://segelrevier-sardinien.de/revierinformationen/meeresschutzgebiete/ veröffentlicht, inklusive der Links zu den Webseiten, wo dann wieder die Programme (auf der Seite geht es neben Revierinformationen auch um Meeresschutz und nachhaltiges Segeln). Stöber gern auch dort, wenn du magst.

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