Das schwarze Schaf ist endlich wieder draußen und auf der Insel unterwegs! Juhuuu! Es erlebt die ersten Stunden und Tage eines »neuen Urlaubs«, der Saison im Zeichen der Pandemie, begegnet den ersten ausländischen Autos (Hallo!) und ist insgesamt sehr neugierig. Gern teilt es seine Eindrücke mit allen, die nicht ganz sicher sind, wie der Hase (oder eben das Schaf) auf der Insel so läuft – und gibt wie gewohnt Tipps und Infos aus erster Hand – und na klar auch die offiziellen Regeln.

Das schwarze Weißnasenschaf … alles neu, alles easy 🙂

Erstmal genieße ich Sardinien im Sommer ohne viele Menschen. Tatsächlich waren die ersten zwei Juni-Wochenenden so wie vielleicht zuletzt in den Fünfzigern und Sechziger Jahren: Alles ist ruhig, alles entspannt, nur ein paar verstreute Urlauber, kaum ein Segel auf dem Meer zu sehen …

Da, wo sich sonst die Leute stapeln, ist noch nicht viel los. Doof für die Gastgeber, ein Träumchen fürs schwarze Schaf: Nebensaison in der Hauptsaison! Che bello! 😉

Bleibt natürlich nicht so – denn ab Mitte / Ende Juni landen wieder nationale internationale Direktflüge (der ganze Zeitplan hier).

Covid-free oder was?

Während der sardische Präsident Solinas die ganze Insel zu »covid-frei« erklärt und »Urlaub in Sicherheit« propagiert, wäre ich da etwas vorsichtiger. Tatsächlich bin ich allergisch gegen die Begriffe »corona-free« oder »covid-free«. Stimmt, es gibt kaum Neuinfektionen und vielleicht gibt es demnächst auch keine aktiven Fälle mehr – aber noch sind es über 1.300, aktuelle Zahlen gibt es hier und das Virus ist ja nicht weg. Der klitzekleine, unsichtbare Verursacher ist sicher noch auf der Insel existent, Aerosole gibt es auch auf Sardinien und Superspreader-Events können hier genauso schief gehen (ich empfehle da zur Info den NDR-Podcast, speziell die Folge mit dem Titel »Die rote Murmel kontrollieren«).

Das Coronavirus wütet aber vor allem definitiv noch in anderen Teilen auf der Welt. Wir haben immer noch eine Pandemie. Sprich: Wenn Grenzen wieder geöffnet werden, ist das ein sehr delikater Moment.

Sardinien scheint eine Insel der Seligen, weil es relativ wenig Fälle hat … (Quelle: Protezione Civile, 08.06.2020)

Die Sorge, dass mit Touristen auch wieder mehr Fälle kommen, ist jedenfalls nicht unbegründet. Also ist wichtig, dass sich alle an die Regeln halten (welche genau das sind, kommt gleich), damit wir gesund bleiben. So einfach ist das.

Aber du kannst – eben weil Sardinien einigermaßen verschont ist und ja auch herrlich weitläufig und in vielen Inselteilen auch überhaupt nicht voll ist – natürlich entspannt durch den Urlaub kommen.

Da gibt es ein paar Dinge, die in Zeiten einer Pandemie anders sind als bei früheren, »normalen« Urlaubsreisen. Hier ein paar Tipps und Eindrücke des schwarzen Schafs – und natürlich die offiziellen Regeln (damit du dir nicht noch irgendeine Strafe oder gar einen Virus einfängst).

Schwarzschafige Tipps und Tricks …

Das schwarze Schaf hat schon in diesem Artikel viele Ideen für »Corona-adäquate Ferien« zusammen getragen. Das lässt sich in diesen »schwarzschafigen Grundregeln« zusammenfassen:

  1. Geh nicht dahin, wo viele sind und meide die touristischen Orte an der Küste
  2. Fahr ins Hinterland, in die weniger frequentierten Regionen und in die Inselmitte
  3. Sei viel draußen an der frischen Luft, sei aktiv
  4. Esse und wohne bei sardischen Gastgebern und genieße dein Feriendomizil

Dazu gleich noch ein paar Details und persönliche Eindrücke, wie es derzeit ist.

… und die offiziellen Regeln:

Üblich sind im öffentlichen Raum und in den geöffneten Geschäften, Restaurants, etc.:

  • Mund-Nasen-Schutz für alle Erwachsenen und Kinder ab 6 Jahren
  • Desinfektion der Hände bei Betreten von Läden und Restaurants
  • Kontaktvermeidung und Abstand zu anderen Personen von mindestens einem Meter (in Einzelfällen auch mehr, dann ist dies vor Ort kenntlich gemacht)
  • vereinzelt Fiebermessungen
  • spezielle, örtliche Hygienekonzepte (z. B. “Einbahnstraßen” durch Möbelausstellungen oder unterschiedliche Ein- und Ausgänge, Einlass nur einzeln durch einen Mitarbeiter)
  • generelles Versammlungsverbot
  • Parks sind von 8 bis 20 Uhr geöffnet, Ansammlungen von Menschen sind zu vermeiden
  • an Stränden vereinzelte Zugangsbeschränkungen (z. B. La Pelosa und Cala Goloritzé)
  • auch an manchen anderen Stränden sind Vorab-Reservierungen von Liegen möglich und erwünscht
  • in Museen und Restaurants ist eine Reservierung / Anmeldung / Vorab-Registrierungen empfohlen und erwünscht

Und wie ist das nun »im wirklich wahren Leben« auf Sardinien?

Easy. Wirklich. Ich muss mich, während ich mich auf der Insel bewege, nicht groß einschränken. Man darf wieder überall hinfahren, gefühlt gibt es vielleicht mehr Polizeikontrollen oder Polizeiautos, aber angehalten wurde ich selbst noch nicht.

Mein Vorteil ist, dass ich als schwarzes Schaf sowieso nicht gern von vielen Menschen umgeben bin. Ergo bin ich auch nicht da, wo alle sind oder sein wollen. Ich will auch nicht unbedingt an den Strand. Und wenn, dann bin ich auch total happy mit einem Felsen, an den ich mich lehnen kann und ich mag auch die Strände, die nicht ultratürkisperfekt sind.

Der vielleicht wichtigste Tipp von oben ist, die Küsten zu meiden. Jaaaaaaa, ich weiß, da tut’s weh. Sommer = Strandurlaub. Warum Sardinien määähr als Meer ist, und welche Alternativen es gibt hab ich schon oft erklärt.

Aber: In Zeiten der Pandemie ist ein Urlaub in den ausgesprochen touristischen Dörfern, Regionen oder ein täglicher Aufenthalt an den Stränden, an denen alle sind, vielleicht echt nicht das beste Reisekonzept. Aber leider urlauben die meisten immer am selben Ort und die Reiseagenturen schicken die Leute in dieselben Orte und Regionen der Insel.

Darum jetzt mal Ross und Reiter: Ich bin gestern zum Beispiel interessehalber mal durch Cannigione gefahren. Schon jetzt ist da ziemlich viel los. Schön, dass die Bars geöffnet waren – aber mir persönlich waren die Tische zu eng und schon jetzt zu viele Leute da. Liegt vielleicht auch daran, dass es vorher so leer war. Und letztlich ist das ist ja auch Geschmackssache. Viele freuen sich vielleicht sogar, dass da trotz Corona doch was los ist. Aber wie viele Leute ohne Maske unterwegs waren … hmmmm … ich hab einfach meine Zweifel, ob es so schlau ist, da mitzumachen … hab mich deswegen entschieden, den Apéro auf der Terrasse in der Ferienwohnung zu nehmen.

Ein bisschen anstrengend ist wiederum, dass längst noch nicht alles geöffnet hat. Gerade die kleinen Läden oder die echt kuschligen Bars haben manchmal noch Mühe, oder schlicht nicht die Mittel, um die Regeln umzusetzen.

Auch viele Sehenswürdigkeiten lassen sich noch ein bisschen Zeit und müssen sich erst (mit ihren teils nur ehrenamtlich arbeitenden Leuten) auf die neuen Regeln einstellen. Aber doch, einige sind geöffnet.

Wir standen leider bei Monte d’Accoddi zwischen Sassari und Porto Torres noch vor dem geschlossenen Gatter (wer mag, nähert sich über das Feld rechts davon und erhascht einen schönen Blick auf das beeindruckende Monument).

Den »Tempelberg« Monte d’Accoddi zwischen Sassari und Porto Torres sieht man im Moment leider nur aus der Ferne …

Aber es lohnt zum Beispiel der Weg in die tolle nuraghische Stätte Romanzesu in Bitti – die ist offen. Es darf zwar nur einer zur Zeit in die Biglietteria, aber dann kannst du mit einem Audioguide ganz privat und in Ruhe durch die weitläufige Anlage laufen.

Wenn du nicht vor verschlossenen Gattern stehen willst, hilft nur für die Stätte, die du besuchen willst, vorab zu recherchieren. Viele Stätten publizieren aktuelle Infos auf ihrer facebook-Seite, am besten einfach direkt dort gucken. Ich fahre einfach hin und wenn ich nicht rein komme, auch gut, dann suche ich mir das nächste schöne Plätzchen. Da tickt ja jeder anders.

Auch sind noch nicht alle Restaurants geöffnet. Das auch deshalb, weil im Moment nicht so rasend viele Touristen da sind (viele Restaurants öffnen erst Ende Juni mit der erhofften Ankunft nationaler und internationaler Touristen). Tja, und die Einheimischen wohnen eher im Hinterland als in einem Feriendorf, und bleiben in ihren Dörfern und essen dort. Hat aber auch was Gutes: Zum Beispiel haben viele Restaurants in Palau noch nicht geöffnet – die hemdsärmelige Trattoria in Bassacutena hinter der Tankstelle am Ortsausgang aber schon. Ist auch besser, denn genau dort wirklich sehr sehr gut und in lokaler Gesellschaft, was sehr nett und lustig werden kann. Auf der Straße von Palau nach Tempio begegnete mir übrigens genau ein (!) Auto.

Auch in Aggius ist das Leben eher normal – eben weil sich hier niemand auf die Füße tritt. Und mit dem respektierten Abstand kann man unter freiem Himmel auch auf die Maske verzichten. Mal abgesehen davon, dass du z. B. in der Trattoria Il Mosto hundertmal besser essen kannst, als im nächsten touristischen Ferienort am Meer.

Allein am Strand von Argentiera – bei tollem Wetter, auf kieselig-weichem Grund

Apropos Meer: Tags zuvor waren wir in Argentiera an der Westküste. Mega entspannt! Zwei (!) andere Personen waren mit uns am Strand, in der örtlichen Bar saßen an den Tischen draußen ein paar Leute mit Abstand aber ohne Maske. Die Mine und das interaktive Museum waren noch geschlossen, aber ich denke, auch wenn’s wieder richtig los geht und mit mehr Gästen bleibt das ein entspannter Ort.

Sicher, es wird überall wieder etwas mehr werden. Wenn das so ist, dann liegst du vor allem im Inselinneren richtig. In Mamoiada, in Oliena, in Baunei, in Abbasanta, in Ghilarza, in Seui, in Sadali, in Ulassai, in Jerzu, in Mandas, in Laconi, in Orroli, … ach, die Liste ließe sich endlos weiter führen!

Aber auch an der gesamten Westküste (südlich von Alghero bis hinunter zu den vorgelagerten Inseln) bist du fast immer gut aufgehoben, wenn du nicht auf viele Menschen treffen willst. An den langen Stränden der Costa Verde hat bis jetzt noch jeder ein privates Plätzchen gefunden. Auch der Südwesten ist abseits der Touristendörfer und Strände ein echtes Idyll mit viel viel Platz und Kultur. Im Südosten der Insel sind die Berge des Sarrabus mein persönliches Highlight, wenn ich keinem anderen begegnen möchte. Und das gilt alles auch im Sommer.

Fahr einfach hin – du bist nah an der Landeskultur und die Leute freuen sich ganz sicher über deinen Besuch!

Oder du bleibst einfach in freier Natur. Im Juni kannst du noch extrem gut draußen aktiv sein – die Temperaturen waren in den letzten Tagen bei angenehmen 21 bis 26 Grad (im Hochsommer wird es locker über 30 und manchmal auch weit darüber – dann gehe vielleicht eher in den Morgen- oder Abendstunden, während du tagsüber z. B. eher in schattigen Museen bist).

Natürlich gibt es auch bei Exkursionen Regeln, aber die sind echt leicht zu handhaben. Ein Meter Abstand zu anderen lässt sich prima in freier Natur einhalten. Kein Mensch trägt einen Mund-Nasen-Schutz, wenn er allein auf Wanderung ist – erstens ist das virustechnisch gesehen unnötig, zweitens auch kontraproduktiv für eine freie, gesunde Atmung. In kleinen Gruppen klärt der Guide vorher, wie man sich verhält (üblicherweise geht es um den Abstand, Abstand zu anderen Gruppen und Wanderern, Hygiene, Niesetikette etc).

Siehst du den nächsten Wanderer? Eben …

Aktivsein geht natürlich auch an den Küsten prima: Schwimmen ist ganz ideal, um auf Abstand zu gehen. Oder, wenn du mit einem Kayak oder SUP aufs Meer paddelst, dann ist da ganz wenig Kontakt und Infektionsgefahr. Oder wenn du dir gar ein Motorboot mietest, ein Segelboot charterst und um die Insel segelst – alles easy zu organisieren.

Kiten und Surfen lernen, wär auch ne sinnvolle Beschäftigung – ein Sport, bei dem du auf dem Brett allein bist und Distanz zu anderen hält man auf dem Wasser automatisch auch. Die Schulen sind sicher nicht ausgebucht. Und fürs Bier danach reicht auch wieder der obligatorische Meter.

Segeln ist heute Arbeit
Sportliches Segeln rund Sardinien

Natürlich haben auch noch nicht alle Verleihe und Ausflugsbetriebe geöffnet und vielleicht kann auch nicht jeder nach dem Lockdown wieder öffnen, weil er sich aus Existenzgründen etwas anderes suchen musste.

Aber insgesamt ist es schon wieder auf dem aufsteigenden Ast. Noch ist es ein bisschen wie in der Nebensaison: Nicht alle sind da, aber irgendeiner ist immer der erste: basta chiedere / es reicht, zu fragen! Also, ab in die Touri-Info oder die nächste Bar oder frag den Tankwart oder wen auch immer du triffst.

Zum letzten Punkt von oben noch: Wohne bei sardischen Gastgebern – und bleib auch ein Weilchen. Stay at home gilt zwar nicht mehr, ist aber trotzdem keine schlechte Idee! Sich am Ferienhaus oder dem kleinen schnuckligen Hotel zu erfreuen, das man sich mühsam herausgesucht hat, und die Leistungen voll auszukosten, kann sehr schön sein.

Wie oft hab ich schon bei Wochenendtrips gedacht: In so einem schönen Hotel oder speziell an diesem Ort hätte ich gern mehr Zeit verbracht. Gerade wenn ich bei richtig tollen Gastgebern wohne oder die Zimmer besonders schön waren oder ich mich einfach aus irgendeinem anderen Grund mega wohl gefühlt habe. Jetzt ist die beste Zeit dafür – schau gern durch die schwarzschafige Liste, in diesen Gasthäusern, B&B etc kann man es prima aushalten. Und wenn dir die Decke auf den Kopf fällt, gehst du halt wieder raus – aber nicht auf Tuchfühlung 🙂

Sei vorsichtig, aber mach dir keine übermäßigen Sorgen. Alles wird gut, besonders, wenn wir uns an die gegebenen Regeln halten.

Und nur so zur Erinnerung: Es ist gerade eine Lockerung der Maßnahmen und keine zusätzliche Einschränkung. Mensch vergisst ja gern schnell, wie das alles mal angefangen hat und wo wir herkamen …

Wir können das alles durchaus positiv betrachten. Und allein die Tatsache, dass wir auf Sardinien sein können, ist doch mehr, als wir uns anfangs der Pandemie noch erträumt haben.

Von Essen gehen bis Einkaufen: alles kein Problem

Insgesamt nehme ich das Leben nicht als sonderlich eingeschränkt wahr. Die Stimmung auf der Insel ist auch entspannt und gut. Alle sind froh, dass es irgendwie wieder weiter geht.

Der Alltag läuft auch weitgehend normal. Das schwarze Schaf war an seinem ersten Tag in »Freiheit« (ich musste nach meiner etwas abenteuerlichen Reise noch in 14-tägige Hausquarantäne) mit drei Freunden in einem Agriturismo (in der Locanda Rudalza bei Olbia). Wir saßen auf der Terrasse in der frischen Luft, der nächste Tisch stand in gebührendem Abstand, so dass man Platz hatte, sich zu bewegen. Auch die Gäste achteten aufeinander (z. B. wenn man sieht, dass grad einer zur Toilette geht, dann dackelt eben nicht gleich der nächste auf der Treppe hinterher).

Gespräche finden etwas weiter auseinander statt – dabei einen Meter Abstand halten ist echt easy. Im Familienverbund und im Freundeskreis am eigenen Tisch sowie zum Essen und Trinken darf man natürlich ohne die Gesichtsmasken sitzen, bzw. wir haben uns zur Begrüßung drinnen zwar nicht umarmt, aber zum Schluss draußen schon. Das ist ja alles auch eine persönliche Risikoeinschätzung.

Aber was ich sagen will: Die Gastgeber sind wirklich sehr bemüht, zu helfen und es den Gästen so angenehm wie möglich zu machen.

Am letzten Wochenende waren wir dann in Möbelgeschäften und Fliesen aussuchen. In einem Geschäft wurden wir auf einen Rundkurs geschickt und bei der Beratung später behielten wir die Masken auf. Im anderen Fall mussten wir vor der Tür warten, bis uns der Mitarbeiter herein ließ. Der Ausgang war ein anderer als der Eingang.

In einigen Supermärkten werden die Leute einzeln hinein gelassen und man muss davor mit Abstand zu anderen (Markierungen am Boden) warten. In anderen Märkten wird am Eingang Fieber gemessen, und wenn es »passare per favore« (oder was anderes unverständliches) tönt, dann dackelt man rein.

Gestern im Supermarkt … Fiebermessen am Eingang mittels App

Mich nervt mittlerweile, mir in jedem dödeligen Geschäft die Hände desinfizieren zu müssen und ich hatte irgendwann das Bedürfnis, mir die Hände mit klarem Wasser zu waschen.

Aber wenn man im Urlaub nicht gerade eine ausgiebige Shoppingtour plant, oder von Souvenirladen zu Souvenirladen tingelt, dann ist das kein Problem.

Ach ja – Schilder sind fast alle ausschließlich auf Italienisch. Also, Sprachführer einpacken. Oder sich das einfach zusammen reimen. Oder du machst gleich einen Sprachkurs, dann hast du was für immer 😉

Dann noch zur Frage, was denn zu tun ist, wenn doch irgendwas passiert (was wir ja alle nicht hoffen).

Covid19 und Symptome: Was tun im Falle eines Falles?

  • Wer COVID19-Symptome hat, muss diese melden: Hotline / numero verde 800 311377 (zwischen 8 und 20 Uhr, von ausländischen Handys erreichbar)
  • Im Notfall: 118 anrufen (NICHT in die Notaufnahme fahren)
  • Wer Fieber hat, muss zuhause (im Hotel, B&B etc) bleiben, bis das Fieber weg ist
  • Wirst du als Tourist krank (auch andere Krankheiten als Covid19), informierst du dich am besten telefonisch bei der nächsten Guardia Medica turistica über die örtlichen Behandlungsmöglichkeiten
  • Arztbesuche generell nur nach vorheriger Terminvereinbarung (nicht einfach hinfahren)

Warum das alles?

Last but not least noch die ganz wichtige Frage: Warum sollten wir uns überhaupt an die Regeln halten?

Mal abgesehen davon, dass gewisse Dinge per staatlicher / regionaler Anordnung vorgeschrieben und mit Bußgeldern behaftet sind, lautet die Antwort: Aus Rücksicht auf die Sarden und das sardische Gesundheitssystem.

Die Zahl der Intensivbetten in sardischen Krankenhäusern hat sich ja in der Zwischenzeit (leider) nicht wesentlich erhöht und Covid19 auf der Insel durchzumachen, ist vielleicht auch nicht das, was du dir wünschst. Ich hab meine ganz eigene Erfahrung und private Meinung zu sardischen Krankenhäusern (und die lautet: besser nicht ernsthaft krank werden).

Vor allem aber sollten wir Urlauber Verständnis für die Einheimischen aufbringen und uns an die geltenden Regeln halten. Auch wenn die Kurve abwärts geht und Sardinien aktuell fast gar keine neuen Fälle zu verzeichnen hat: Die Sarden möchten, dass das so bleibt. Und sie möchten von jung bis alt gern alle gesund bleiben.

Die Sarden finden das alles auch nicht ultralustig. Gerade weil die Insel bislang vom Virus einigermaßen verschont ist, haben viele echte Sorge, dass durch die unkontrollierte Einreise ein neuer Ausbruch droht und all ihre Bemühungen, der ganze Lockdown, die strenge Quarantäne (deutlich strenger als in Deutschland!) völlig umsonst waren.

Zumal im Juli und August traditionell vorwiegend Reisende aus Norditalien kommen – auch aus der Zona Rossa, in der das Virus am heftigsten wütete. Es gibt viele Italiener, die hier z. B. ein Ferienhaus besitzen. Natürlich kann man davon ausgehen, dass auch jemand, der die gleichen Einschränkungen hatte und aktuell gesund ist, das auch selbst bleiben möchte – gerade im Urlaub.

Ich beobachte aber auch die Demonstrationen in Deutschland gegen die anhaltenden Maßnahmen und hör schon die Stimmen: »Ich lass mir im Urlaub doch nicht verbieten … bla!«

Darum sei an dieser Stelle nur ein kleiner Hinweis erlaubt: Es wäre nicht nur unschön sondern auch mega unfair gegenüber denen, die das alles noch wichtig nehmen, wenn einige wenige die Maßnahmen für unnötig halten und im Urlaub darauf verzichten. Das Echo der Sarden könnte im Einzelfall auch ziemlich rigoros ausfallen. Die kennen da keine Freunde.

Will sagen: Wenn du in Deutschland schon protestierst, ist ein Urlaub auf Sardinien vielleicht grad nicht das Richtige für dich.

Allen anderen wünsche ich ganz entspannte und schwarzschafige Ferien!

Quellen:

7 Comments

  1. Baumgart

    8. Juni 2020 at 17:39

    Sehr schön geschrieben! Informativ und mit allem versehen, was man für einen Urlaub in Sardinien 2020 braucht! Freue mich schon auf Ende September ganz im Süden!

    Reply
  2. Natascha Reichl

    8. Juni 2020 at 18:38

    Hallo, Danke für den Bericht. Was mich interessiert ist eher wenn es zb wieder mehr Infektionen gibt und man von der Insel nicht mehr heim kommt. Oder zufällig einer auf dem Schiff Anzeichen hat und das Schiff nicht fährt? Wir haben gebucht vom 17.8. zwei Wochen aber überlegen zu stornieren. Wir haben eine Ferienwohnung und können uns an alle regeln super halten. Hab nur Angst wegen der Regierung das alles dicht gemacht wird.

    Reply
    • pecora nera

      8. Juni 2020 at 18:51

      Liebe Natascha, ich glaube, das kann (und will vielleicht) gerade noch keiner allgemein beantworten. Das sind ja keine normalen Zeiten … wenn es so ist wie bei der ersten Welle, würdest du auf der Insel / auf dem Schiff festsitzen. Aber das ist echt Spekulation, das kann dir keiner sagen. Vielleicht würde man Urlauber auch in die üblichen 14 Tage in Quarantäne schicken und dann kontrolliert heimschicken? Ich kann das echt nicht beantworten. Wegen der Heimreise gibt es zumindest in Deutschland auch die Ansage, dass es keine zweite Rückholaktion geben wird, also alles auf eigenes Risiko. Das könnte man ggf. spontan auch mal bei der eigenen Krankenversicherung oder Reiserücktrittsversicherung rückfragen (meine private Auslandsversicherung zahlt das unter Umständen, aber auch nicht in jedem Fall). Aber wenn du dir diese Gedanken machst – ist es vielleicht besser, nicht zu reisen? Ich selbst wäre bereit, das Risiko einzugehen – aber das muss ja jede/r selbst wissen. Ist nur ne private Meinung, hoffe, die hilft 😉

      Reply
  3. tom

    8. Juni 2020 at 19:45

    Hallo,
    laut google benötigt man eine Reservierung auf ganz sardinien für an den Strand.
    Wie wird Reserviert? Schon erfahrungen damit gemacht?
    danke

    Reply
    • pecora nera

      8. Juni 2020 at 19:54

      Lieber Tom, wenn du die Quelle angibst, wo du das gelesen hast (nicht nur “Google”), wäre es einfacher, nachzuvollziehen, worauf du dich beziehst 😉
      Aber es ist auch so beantworten: Nein, das ist für ganz Sardinien nicht richtig. Die meisten Strände sind frei zugänglich – es gelten aber trotzdem Abstandsregeln etc.
      Nur die Strände, die zahlenmässig limitiert sind, z. B. stark frequentierten in touristischen Regionen (z. B. La Pelosa, Stintino / 1500 Personen / Tag, Ticket 3,50) oder die unter Naturschutz stehen (z. B. Cala Goloritze im Golfo di Orosei / 250 Personen / Tag, Ticket 6,00) sind vorab zu reservieren. Sicher gibt es im Laufe der Saison auch noch ein paar mehr Strände, die zu überlaufen sind. Das muss man beobachten.
      Reservieren kannst du einfach vor Ort oder über eine App (suche mal im App Store nach “Heart of Sardinia” – da geht es z. B. für die Cala Goloritze ganz einfach).

      Reply
  4. Sigrid Hering

    10. Juni 2020 at 09:59

    Danke, liebes weißnasiges Schwarzschaf für deinen, wie immer, gut recherchierten und trotzt “erstem” Thema, unterhaltsamen Beitrag 🙂
    Den werde ich gleich bei mir verlinken, auf das er viel weitere Leser/innen findet!

    Wow – von Palau nach Tempio EIN Auto. Ich bin es ja von der Westküste gewohnt, wenigen Autos zu begegnen, wenn ich durch die wunderschöne Landschaft fahre… aber eins… das ist schon ziemlich leer 😉

    Apropos Westen – ich habe noch einige schöne Ferienunterkünfte an der Westküste frei. Noch, oder wieder, denn natürlich kommen diess Jahr nicht alle, die gebucht haben.
    Also, wenn noch jemand auf der Suche ist, nach einer ruhigen Unterkunft an relativ leeren Stränden… dann gerne mal vorbeischauen auf http://www.o-solemio.de. Die Westküste ist mein zweites Zuhause. Und ich freue mich sehr darauf, bald wieder auf meinem Balkon zu sitzen und in den Sonnenuntergang zu schauen. Nach nunmehr zwei stornierten Flügen hoffe ich auf Ende Juli und entspannte Tage – mit Abstand ;-).

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