Ooooh, das ist ja zurzeit die Frage aller Fragen! Wie steht’s mit dem Sardinien-Urlaub 2021? Auch Mitte April (und nach der der drölfzigsten, müßigen Aktualisierung meiner Artikel zu Corona & Co.) ist die Lage noch unklar. Logisch, dass da langsam mal einer nervös wird. Weihnachten und Silvester ging ja schon gar nix, dann ist Karneval ausgefallen, Skiurlaub fällt aus, die italienischen Skigebiete bleiben geschlossen, obwohl es erst hieß das ginge, Ostern war rote Zone … und die Flüge, Fähren und Ferienhäuser für den beliebten Reisemonat Mai sind bei vielen schon gebucht.

Also … Geht da nun was 2021? Hm. Ja. Nein. Vielleicht.

Immer, wenn das schwarze Schaf ad hoc keine Antwort parat hat, fragt es das Mufflon-Orakel. Das ist quasi ein weises Urschaf, das alles weiß. Aber gerade weil es so unfassbar klug ist, versteckt es sich ganz tief in den sardischen Bergen (noch weiter weg als Delphi). Einfach falls es doch mal daneben liegt, und nicht gefunden werden möchte. Wobei sich ein Orakel natürlich nie irrt, ist klar. Aber in Zeiten von Youtube-Weisen und Telegram-Gurus weiß man ja nie, was einem später so vor die Hufe fällt.

Das schwarze Schaf jedenfalls braucht so eine Art »Bäääckup«. Es ist ja höchstens ein abgebrochener Volkswirtschafler und schon gar kein Virologe (vielleicht ein Wirrologe – wenn wir das doch sehr lustige Wort mal im eigentlichen Sinn, nämlich, wenn die Wolle quer hängt, benutzen wollen). Nützt nix. Es muss das Mufflon-Orakel anrufen. Die Fragenliste hat es sich in einschlägigen facebook-Gruppen zusammengebastelt: Wie lang dauert das noch? Kann ich zu Ostern reisen? Oder wenigstens im Sommer? Welche Regeln gelten im Mai? Wenn ich bis September warte – hat es dann noch Corona? Geht im Tourismus überhaupt was in 2021 – und wenn ja, wie und was und wo? Puh …

Also. Das mit dem Mufflon-Orakel geht so: Das Schaf greift sich ganz tief in die Wolle, stellt seine Frage. Dann kommt ein Bild und ne Stimme aus dem sardischen Outback. Das ist ein bisschen wie Googeln, nur auf Mufflorakelisch. Und die Antworten sind sogar mehr oder weniger ernst gemeint. Wenn das nix ist!

Das schwarze Schaf fasst sich ein Herz und greift sich tief ins Gewoll … und fragt:

O du überaus weises Mufflon-Orakel … Wie ist das mit Corona und Reisen, geht das überhaupt?

Corona und Reisen ist wie Schnee und Orangen. Das passt nur auf den ersten Blick nicht zusammen!

Corona und Reisen – das will scheinbar nicht zusammen passen. Genau richtig: Scheinbar. So wie wir Orangen immer mit Sommer verbinden, es aber eigentlich Winterfrüchte sind – und durchaus auf Sardinien auch mal Schnee auf den Bäumen liegt.

Und so passt auch Reisen und Pandemie grundsätzlich zusammen. Oder sagen wir: Es MUSS zusammen passen. Nicht, weil alles Humbug und unwichtig wäre – oh nein, ganz im Gegenteil:

  1. Aller Voraussicht nach wird SARS-COV2 zwar nicht ausgerottet werden, aber die Pandemie wird enden und / oder wir werden leben, mit dem Virus klarzukommen. Übrigens können die Mutationen, die sich entwickeln, Teil dieser Hoffnung sein. Die sukzessiven Impfungen, die Verfügbarkeit unterschiedlicher Impfstoffe (die vielleicht auch mehr Akzeptanz haben) und die Forschung werden die Pandemie (ob man nun dran glaubt, oder nicht) in irgendeiner Form kleinkriegen. Vielleicht nur nicht genau dann, wenn unser Urlaubsplan das sagt und uns das grad gut reinpasst. Hier ein informativer Artikel auf Quarks.de, ob und wie Pandemien enden.
  2. Weder Gesellschaft noch Wirtschaft (inklusive Tourismus, Gastronomie und Kultur) funktionieren auf Dauer auf Sparflamme. Weder in Deutschland, Österreich und der Schweiz, noch auf Sardinien, in Italien und schon gar nicht in Europa oder auf der ganzen Welt. Es wird einfach irgendwann schlicht zu teuer. Und bekanntlich ist unserer fröhlichen Gesellschaft Geld ja immer noch am wichtigsten – auch wenn grad alle so tun, als wär das die Gesundheit aller und alle schon immer Gutmenschen gewesen. Waren sie nicht, aber schön, wenn sich das nun änderte.
  3. Mit dem Nicht-Eintreten von Verschwörungstheorien werden sich schon alle wieder beruhigen, die jetzt mal kurz durchgedreht sind. Auch der Überdruss an Corona (ich beantworte ja auch irgendwie keine anderen Fragen mehr) trägt ja dazu bei, dass das Thema zumindest medial irgendwann tot ist.

Das schwarze Schaf nickt besonnen … ja … so gesehen kann es ja nur besser werden. Aber, liebes Mufflon, ich würd es schon gern etwas konkreter wissen …

Orakel, Orakel … Ist Reisen nach Sardinien 2021 möglich?

Kleine Zeitreise: Der Hafen von Palau, im September 2020 … Ausflugsboote, Touristen, und Restaurants fast immer reserviert. Umkehrschluss: Was gestern ging, geht morgen auch.

Doch, Schäfchen. Irgendeine Form von Reisen und Urlaub auf Sardinien wird – wie schon 2020 “irgendwie” – auch in 2021 möglich sein. Hängt natürlich an politischen Entscheidungen und Inzidenzen und solchem Kram. Aktuell verändern sich die Rahmenbedingungen (sowohl im Heimatland als auch in Italien) natürlich auch noch – darum ist wie du ja auch schon geschrieben hast, der Sardinien-Urlaub 2021 ein kleines Experiment.

Kurzer Einwurf zur aktuellen Lage (Ende März 2021): Man braucht für die Einreise nach Italien einen negativen Test – und einen triftigen Grund. Von touristischen Reisen wird nach wie vor abgeraten. Auf Sardinien und in Italien ist der Bewegungsradius je nach Zone eingeschränkt. » Mehr Infos in diesem Artikel

Aber es ist nicht unmöglich. Und wer die innere Ruhe besitzt, um das Ganze abzuwarten und sich spontan zu entscheiden, wird schon zu seinem Glück kommen. Da bin ich ganz sicher. Und einmal auf der Insel kann man die Zeit auch schön und sicher gestalten.

Ach, und noch ein kleines oder vielmehr ein ziemlich großes Indiz: In drei Monaten soll am Flughafen Olbia die verlängerte Landebahn eröffnet werden – für große, interkontinentale Flieger. Mit ziemlich vielen Urlaubern. Man träumt von Direktflügen aus Peking, Moskau und Singapur. Die Verhandlungen laufen. Und auch, wenn man stolz erzählt, dass die Landebahn 270 Jahre hält (das Mufflon gnuggert und kichert in sich hinein), wartet man sicher nicht so lang: Man will so schnell wie möglich die Kassen füllen.

Also, die heilige Kuh »Tourismus« oder vielmehr »Sommersaison« auf Sardinien wird natürlich nicht geschlachtet – da kannst du ganz ruhig sein.

Das Schaf wurde allerdings doch leicht unruhig und unwohl bei dem Ding mit der Landebahn: Naja … ich sorge mich schon, dass damit der Fokus auf die Sommersaison und Strandtourismus nur verstärkt wird und das echte Sardinien doch wieder unter die Räder kommt …

Tja, schwarzes Schäfchen, das ist ein anderes Thema … dafür bist du ja da, den Leuten die Nebensaison schmackhaft zu machen.

Den Chinesen auch? wundert sich das Schaf und fragt sich, ob es sich denn wirklich um alles kümmern soll …

Gibt’s noch ne Frage? fragt das Mufflon.

Oooooh ja, warte! Es greift wieder in die Wolle …

Verehrtes Orakel … Hast du Tipps für alle Sardinien-Urlauber, die jetzt buchen wollen?

Abwarten – und Tee … ääääh, Cannonau trinken!
  1. Warte, so lang du kannst, bevor du buchst und reise spontan.
  2. Buche sofort, wenn du dir einen guten Preis sichern willst – achte aber auf die Bedingungen für Storno und Erstattung (viele Flex-Tarife sind nicht erstattungsfähig).
  3. Gestalte deinen Sardinien-Urlaub so individuell, spontan und reduziert wie möglich.

Echt. Sei so geduldig wie du kannst. Tröste dich zur Not mit einem guten sardischen Getränk (gibts ja auch online, zum Beispiel hier oder hier …).

Das schwarze Schaf nippt an seinem Cannonau Eminas und nickt … und weil der ziemlich kräftig ist, verhaspelt es sich fast an der nächsten Frage:

O du wirklichweises Mufflorakel … WIE genau geht nun Sardinien-Urlaub 2021?

Mindestens eine Schaflänge Abstand – halte dich an die Spielregeln und alles wird gut!

Erstmal: Halte dich an die Spielregeln. Hundertprozentige Vorsicht. Ich weiß, das ist nervig. Aber mehr eigentlich auch nicht.

Denn erstens wünschen wir niemandem – und dir selbst und den dir Lieben erst recht nicht – dieses Covid-Ding an den Hals. Zweitens sorgt jedes Verweigern auch dafür, dass die Grütze noch ein bisschen länger dauert, als es müsste. Und drittens tut das meiste überhaupt nicht weh. Lüften ist ja sogar sehr wichtig – wie das sonst müffelt! Abstand halten liegt dir als norddeutschem Schaf ja quasi in den Genen und dem nächsten Schaf nicht ins Gesicht zu niesen und darum Maske zu tragen ist ja auch nicht schlimm. Die chinesischen Schafe machen das schon seit Jaaaahren wegen Smog. Michael Jackson war ja so gesehen auch ein Trendsetter …

Aber ansonsten … fragst du das ernsthaft mich? Frag dich doch selbst!

Öööööh … wie jetzt ….

Du hast dich doch selbst im letzten Jahr damit beschäftigt, wie man auf Sardinien in Zukunft urlauben kann.

Verdammte Axt, da hast du natürlich recht (» Hier geht es zu meinem Artikel »Quo vadis, Tourismus?«, geschrieben im Lockdown, und »Wie urlaube ich corona-safe auf Sardinien?«). Aber sag, o weises Mufflorakel – hast du nicht noch deine ganz persönlichen Tipps?

Na gut … hier meine Top 3 Weisheiten, dann reicht’s aber mit dem Gefrage:

  • Mehr Natur, weniger Mensch: Reise wenn irgend möglich in der Nebensaison, vorbei an den großen Touristenströmen. Und sei nicht da, wo alle sind, sondern mach am besten eine Rundreise durch die ganze Insel – wenn es irgendwo doch zu voll sein sollte, kannst du einfach weiter fahren, da kommt garantiert ein ruhiges Plätzchen. Gerade in dieser Zeit findest du immer irgendwo eine Unterkunft – Sardinien ist auch 2021 sicher nicht ausgebucht. Sei viel draußen, auch bei schlechtem Wetter, mach Exkursionen (z. B. ein Trekking im Supramonte), besuche Museen und archäologische Stätten. Fahre gerade zu Zielen, die ein bisschen weiter entfernt sind: Egal ob Bitti, Mamoiada, Masua, Carloforte, … Es lohnt sich eigentlich immer!
  • Sei nah an den Elementen, dort, wo ganz natürlicher Abstand zu anderen besteht. Auf dem Meer geht das quasi perfekt: Chartere ein Segelboot und segle rund Sardinien, lerne Surfen oder Kiten, geh Kanufahren, leih dir ein SUP-Board, mach Tauchgänge … alles ziemlich covid-safe … und in den Häfen und an Land halte dich einfach wieder an die Spielregeln.
  • Sei dir auch im Urlaub bewusst, dass alles, was du tust einen Effekt hat. Nicht nur, wenn Pandemie ist. Und gerade auf Sardinien. Nimm darum nicht das erstbeste all-inclusive-Angebot an, sondern schau genau, wo und wie du Urlaub machst. Nachhaltige Anbieter gibt es immer mehr, Ökotourismus ist kein Buzzword, sondern ein echtes Konzept. Die echte, sardische Gastfreundschaft findest du nur bei Einheimischen (» Empfehlungen vom schwarzen Schaf für feine Hotels, Agriturismi, Gasthäuser und B&B). Lerne vielleicht in einer fattoria didattica, wie man Ricotta oder die berühmten Malloreddus selbst macht … hilf bei einer Wein- oder Olivenernte … hilf, Strände zu säubern und Müll zu sammeln … Tu dir selbst und der Insel in deinem Urlaub was Gutes.
Sei zuversichtlich, geduldig und freue dich an den kleinen Dingen im Leben. Die sind im Zweifel auch direkt in ganz ähnlicher Form vor deiner Haustür.

Vielen Dank, o weises und verehrtes Mufflon-Orakel … dein ergebenes schwarzes Schaf wird das gern an seine Leser weiter geben!

Ich bin Nicole, auch bekannt als »das schwarze Schaf auf Sardinien« (italienisch: pecora nera) und Gründerin dieses Blogs. Hier berichte ich von meinen Streifzügen im ganzen Jahr auf, durch und rund Sardinien. Im »richtigen Leben« bin ich Beraterin für Kommunikation und Tourismus sowie Content Creator.

1 Comment

  1. sigrid von o-solemio

    27. Februar 2021 at 16:07

    Jaaaa, weise gesprochen großes Mufflon!
    Wir hören dich und hoffen darauf, in diesem Jahr die Insel des Herzens wiederzusehen!
    Wir werden auch ( wie schon 2020) wieder gaaaanz vorsichtig sein, niemanden umarmen (schluchz), Abstand halten und Maske tragen, wenn viele Leute beieinander sind.
    Und dann wird es trotzdem wieder wunderbar sein, dein schönes Land zu besuchen, die Luft zu atmen, die Berge zu genießen und das Meer. Dieses großartige Meer.

    Ach,wenn’s doch schon soweit wäre….
    Mein Herz fliegt schon mal voraus
    und hab Dank fürs Mutmachen!
    Sigrid von o-solemio

    Reply

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