Beeehditorial Mai 2016 – Die Nebensaison, die bassa stagione, war schon immer die bessere Reisezeit für Sardinien: angenehmes Klima, leuchtende Farben, blühende Landschaften.

Schafe auf den Wiesen bei Siamanna

Schafe auf den Wiesen bei Siamanna

Die Kombination Mai und Sardinien ist ideal für eine Auszeit. Wenn dich der Job stresst, der letzte richtige Urlaub viel zu lang her ist oder du einfach mal eine Pause brauchst, findest du auf der Insel alles Notwendige, um einen Gang zurückzuschalten.

Du wirst von duftenden Blumen und entspannten Menschen empfangen. Schafe, Kühe und Schweine grasen zufrieden auf üppigen Wiesen. Das Leben findet im Freien statt.

Alles läuft etwas gemächlicher als auf dem Festland und in den Städten Nordeuropas. Alles, was dich verrückt macht, liegt weit hinter dem Meer und den Alpen.

Und wie verpasst du der Definition von Auszeit, sich Zeit für die wichtigen und kleinen Dinge und vor allem für sich selbst zu nehmen, nun noch einen schönen sardischen Anstrich?

Ideen für Deine Auszeit

    • Ganz langsam: Das Tempo zu Fuß oder auf dem Fahrrad ist genau richtig für Sardinien, damit du alles erfassen kannst und in den Entspannungsmodus kommst. Gehe oder fahre durch unberührte Landschaften – verliere dich auf den Landstraßen zwischen den Feldern und Schafen rund um Oristano, erkunde die ewig weiten Wege in den Bergen des Sarrabus, mache ausgedehnte Touren im Supramonte zwischen Berg und Meer, erkunde neugierig die alten verlassenen Minen im Iglesiente oder gehe stundenlang am Strand von Scivu und Piscinas spazieren, mit einem Hauch von Wildwest. Klettere in der Gallura zwischen bizarren Felsformationen des Capo Testa oder teste die Wanderwege auf dem Montalbo bei Siniscola.
Die sardische Küste: ein türkisfarbenes Träumchen

Entspannt auf dem Meer: ein türkisfarbenes Träumchen

  • Eine Seereise: Bootstouren sind jetzt ein einziges Träumchen. Fahre hinaus in den Canyon di Caprera, um Delfine und Wale zu treffen (tolle Touren z. B. mit Orso Diving ab Poltu Quatu) oder zu den einsamen Inseln und Buchten Sardiniens. Allen voran der Golfo di Orosei (vom Hafen Santa Maria Navarrese hast du gleich eine kleine Seereise dazu, hier starten auch die Exkursionen zur spektakulären Grotta del Fico; die kürzere und touristischere Strecke wäre ab Cala Gonone) und das traumhafte Arcipelago di La Maddalena (z. B. mit dem Segelschiff Rumbera ab Palau) oder ins Naturschutzgebiet der Isola dell’Asinara, auf der jetzt die Euphorbia blüht.  So oder so: jetzt hast du noch Platz auf den Schiffen und in den kleinen Buchten, in der Hochsaison verliert das viel von seinem Charme.
  • Inselrundreise im Gondelmodus: Auch im Auto kannst du einen Gang runter schalten, ob nun von Nord nach Süd, (z. B. auf der Landstraße 125 von Olbia durch die Ogliastra nach Cagliari) von Ost nach West, über die kleinen Serpentinen rund um den Gennargentu, das Dach der Insel oder gar einmal um die ganze Insel: Fahre langsam, rechne mit frei laufenden Tieren, halte an wo es dir gefällt, spaziere ein, zwei Stunden durch die Landschaft oder die kleinen Orte, in denen nichts zu sein scheint. Intensiver und näher an Land und Leuten reist du, wenn du statt des Autos den Bus nimmst.
  • Bleibe, wo es dir gefällt: Du brauchst nichts im Voraus buchen, kannst dich einfach treiben lassen und schauen, wo du abends landest. Ein Agriturismo ist die beste aller Unterkünfte, wenn es darum geht, sich zu entspannen und den Stress zu vergessen. Du kannst entweder den Schildern auf der Straße oder den Tipps des schwarzen Schafs folgen. Besonders im Hinterland findest du jederzeit und auch an entlegenen Orten ein Bett für die Nacht (siehe auch unsere Liste sardischer Gasthäuser »). Und hungrig hat auch noch niemand den Tag auf Sardinien beendet (zu den schwarzschafigen Restaurant-Tipps »).
  • Zurück in alte Zeiten: Die Auszeit gelingt besonders gut, wenn auch deine Unterkunft Ruhe ausstrahlt, dich ein bisschen in die Vergangenheit reisen lässt und dir eine fremde Kultur und die Kultur und Denkweise der Sarden näher bringt. Dem schwarzen Schaf fallen da Orte ein wie das Omuaxiu in Orroli oder das Albergo Mannois in Orosei. In alten Schäferhütten lebst und isst du in der Azienda Agrituristica Aradonì in Aritzo, in den Antichi Ovili in Orroli, oder im Sardinna antiga in Santa Lucia.
  • Wellness: Besuche die natürlichen Thermen in Sardara, Fordongianos oder Casteldoria. Oder niste dich gleich in einer Wellness-Oase ein, wie z. B. in der Tenuta Pilastru bei Arzachena (www.tenutapilastru.it), im L’essenza bei Torpé (www.essenzasardegna.com), dem Hotel Hammam in Sennori (www.hotelhammam.com). Dann bist du auch bestens versorgt, falls es doch mal kühler ist oder gar regnet.
Pink vor Grau: einmalig schön

Pink vor Grau: einmalig schön

Huch, was, Regen?! Spinnt das Schaf?

Ja, doch: Wer in erster Linie der Sonne wegen kommt, muss an manchen Tagen schon sehr tapfer sein. Gestern hat es in Cagliari geschüttet wie aus Eimern – aber die Stadt ist mit ihrem Kulturangebot fast die beste Adresse bei Mistwetter. Heute ist der Himmel über der Gallura ein einziges Grau. Morgen soll’s besser werden, aber das nächste Atlantiktief ist schon im Anmarsch und keiner kann sagen, wie sich das benehmen wird.

Regen gehört zur Nebensaison wie die Wolle zum Schaf, und das ist auch gut so.

Das Land braucht das Nass von oben und jedes Feld, jede Pflanze, jedes Tier freut sich darüber. Warum nicht auch wir? Wenn der Wonnemonat also mal zickt, mach einfach das Beste draus! Versuche frei nach Loriot die Schönheit eines Mausgrau, mit einem Tick ins Bläuliche zu erfassen.

Das Schaf findet ja sowieso dass die pinkfarbenen und gelben Blüten im Mai vor grauen Wolken viel schöner aussehen als vor Blau. Aber das ist natürlich Ansichtssache.

Eine Wanderung durch einen regennassen Wald jedenfalls ist Entspannung pur und eine Offenbarung für Nase und Ohren. Back to the roots sozusagen.

Vielleicht ist auch gar nicht so schlecht, wenn das Wetter nicht ganz so großartig ist. Denn Sardinien hat sofortiges Suchtpotenzial. Wenn auch noch permanent die Sonne scheint, könnte durchaus sein, dass der Sardinien-Virus dich befällt.

So oder so: Wenn du einmal hier warst, wirst du mit einiger Sicherheit wiederkommen wollen.

Also, freu dich auf den Mai, auf die Nebensaison und auf eine traumhafte Insel!

Dein schwarzes Schaf

Nicole Raukamp ist Buchautorin, Beraterin und Bloggerin (aka "pecora nera"). Sie organisiert und begleitet fundierte Fachreisen und entwirft erlebnisreiche Events und höchst individuelle Reiserouten - authentisch, nachhaltig, an Land und zu Wasser auf Sardinien im ganzen Jahr. Außerdem unterstützt sie Unternehmen/r bei geschäftlichen Aktivitäten und Vorhaben auf Sardinien, hilft sardischen Unternehmen und Anbietern bei ihrem Eintritt in den deutschsprachigen Markt.

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