Zeit. Ich brauche und habe viel davon. Denn Gennargentu frisst und gibt sie. Ich fahre endlos und gehe endlos.

Monte Ispada

Monte Ispada

Aber: Gut so. Der Termindruck des modernen Menschen verschwindet. Dieser Zwang, Dinge zu erledigen und alles zu organisieren. Bald richtet sich der Tagesablauf nicht mehr nach Uhrzeiten, sondern nur nach Sonnenauf- und untergang.

Der Gennargentu, so nah am Himmel er auch sein mag, erdet.

Die beiden höchsten Gipfel Sardiniens

Die beiden höchsten Gipfel Sardiniens

Gipfelumrundung

Das Zentralmassiv Sardiniens ist groß: 16 Gipfel über 1.200 Meter. Sechzehn. Vier über 1.800. Eine Traversata, eine Querung von West nach Ost, gibt es nicht. Um alle Gipfel zumindest zu sehen, muss ich rund herum.

Eines Tages könnte ich alle bestiegen haben. Wobei das hier eher keine alpinen Kletterschwierigkeiten hätte, sondern Ausdauer und Orientierungsvermögen in einer Landschaft, in der sich grade im Winter alles ähnelt, fordert. Doch das steht ein anderes Mal auf dem Plan.

Den Gennargentu umgeben 12 Orte: Fonni. Desulo. Belvì. Aritzo. Gadoni. Seulo. Seui. Ussassai. Gairo. Lanusei. Arzana. Villanova Strisaili.

Von Nuoro, der nächstgelegenen Stadt wären es mindestens vier Stunden Autofahrt auf direktem Weg ohne anzuhalten. Eher fünf oder sechs.

Bliebe ich überall einen Tag, sehe ich mich überall um und begegne ich Menschen: zwei Wochen. Vor Ort merke ich bald: Selbst das wäre zu wenig, aber einen schönen Alternativurlaub gäbe das allemal.

Strasse in Fonni mit Blick auf den Monte Spanu

Strasse in Fonni mit Blick auf den Monte Spada

Ich nähere mich von Norden.

Der erste bewohnte Ort am Gennargentu ist ein Superlativ. Fonni ist nämlich nichts weniger als der höchst gelegene Ort Sardiniens.

Fonni, der höchstgelegene Ort Sardiniens

Hier ist man unter sich. Auf den Außenstehenden wirken die Fonnesen fast friesisch, wortkarg, grimmig.

Ein Selbstversuch: Ich lächle und grüße. Sofort erhellen sich die Gesichter, man lächelt und grüßt zurück. So geht das also.

In einem kleinen Laden will ich Proviant für meine weitere Tour kaufen, finde aber nur abgepackte Industrieware.

Bin ich hier nicht in der Region mit den tollsten Spezialitäten? Doch, sagt die Verkäuferin. Die gibt es aber direkt beim Bauern. Da hier fast jeder seine Lebensmittel entweder selbst herstellt oder vom Nachbarn bekommt, kauft kaum einer im Supermarkt. Aber weiter oben im Dorf gäbe es einen Schlachter, dann ein Stück weiter einen Bäcker, wieder weiter eine Pasticceria, die wunderbares Gebäck herstellt.

Ein bisschen heile Welt blitzt durch und ich rechne, ob es reicht, jetzt durch das Dorf von Geschäft zu Geschäft zu traben und erst eine Stunde später loszugehen. Ich entscheide mich zugunsten der Natur für Kekse, Gummibärchen und Wasser und beschließe am Abend in einem Agriturismo einzukehren.

Hier hat im Winter vieles geöffnet, auch die Agriturismi und Hotels. Es wird nicht schwierig sein, ein lauschiges Plätzchen zu finden.

In den Ausfallstraßen von Fonni kommt der erste Gipfel des Gennargentu ins Blickfeld: Monte Spada, sardisch: Monte Ispada, einige sagen auch Monte Spanu; 1.595 Meter hoch.

Pferd bei Fonni

Pferd bei Fonni

Hier regiert der Eindruck des Kargen. Sowohl im Ort als auch auf dem Berg. Leichter Schnee liegt auf dem Gipfel.

Ein kalter Wind weht, die Wolken hängen tief. Ich stelle den Wagen irgendwo ab und als ich loslaufe, beäugt mich ein Pferd neugierig. Es steht in ruppiger Landschaft und kommt scheinbar mit dem Wenigen klar.

Doch das Spartanische täuscht. An dem Hang des Monte Spanu befindet sich eine der schönsten WWF-Oasen, die es im Mittelmeer gibt: der Parco Donnortei.

Seine Ruhe im Winter ist bestechend. Im Frühling explodiert hier das Leben.

Mufflons und Damwild streifen durch einen jungen Wald. Der ist jetzt wie eingeschlafen.

Eine Schulklasse überholt mich – der Agriturismo im Park bietet Unterricht an der Natur. Das erinnert mich an frühere Wandertage in der Schule. Man wusste das natürlich noch nicht richtig zu schätzen, aber es war wichtig, in Kontakt mit Tieren und Landschaft zu kommen.

Ich nehme einen anderen Weg als die Kinder – was nicht ganz schlau war. Denn Tiere sehe ich nur von weitem. Aber ich weiß in jeder Minute, dass sie da sind, und manchmal höre ich sie auch.

Erst in der Dämmerung tauchen ein paar kleine Böcke auf. Mit dem letzten Tageslicht tauche ich wieder in der kaminduftgeschwängerten Luft und Gemütlichkeit von Fonni ein.

Übernachtungstipps: Agriturismo Parco Donnortei (an der SP 7, www.agriturismodonnortei.com) oder Hotel Sa Orte im historischen Zentrum von Fonni (www.hotelsaorte.it).

Desulo, das Herz des Gennargentu

Die Provinzstraße SP 7 zwischen Fonni und Desulo ist seit Ewigkeiten der Einstieg in den Gennargentu. Der direkte Zugang von Nordwesten zu den hohen Gipfeln.

Und für den Sommerreisenden, der sich vom Nordosten ins Inselinnere verirrt, am leichtesten zu erreichen.

Aber eigentlich ist egal, von wo man anreist. Bis Desulo dauert es trotzdem lang. Erst recht im Winter. Winterreifen und eine warme Trekkingausrüstung ein Muss. Das Wetter wechselt schnell zwischen Sonne, Regen und Schnee. Eine Thermoskanne Tee habe ich dabei. Manch Einheimischer guckt da verwundert. “Das ist eine gute Idee” sagt einer, als ob ihm das noch nie in den Sinn gekommen wäre …

Desulo ist mittendrin und wahrhaft das Herz des Gennargentu. Der Ort ist am nächsten an den Gipfeln.

Der Zweithöchste: Bruncu Spina vor Desulo

Der Zweithöchste: Bruncu Spina vor Desulo

Desulo ist ein langgezogener Ort aus mehreren Stadtteilen (Rioni) und auf den Straßen wuselt das Leben. Hier gibt es alles. Der erste Eindruck ist pragmatisch, überall wird gebaut und gebastelt. Die Leute erledigen irgendetwas, sind unterwegs von hier nach dort.

Touristische Strukturen oder Schilder sind nicht offensichtlich. Du musst fragen, wenn du etwas brauchst oder suchst. Und sofort wird dir geholfen.

Insofern ist das Inselinnere auch der perfekte Ort, um Italienisch zu lernen: Hier spricht man miteinander.

Kaum bin ich jedoch in den Bergen angekommen, scheint die Zeit wieder stillzustehen. Alle Wege sind weit, die Natur ist intensiv und reich. Oder karg und schlicht.

Vier Tausendachthunderter locken rund um Desulo. Das klingt für Alpinisten albern. Tatsächlich: Alles sieht sehr flach aus, die Gipfel sind nicht schroff und spitz, sondern wirken weich und sanft wie eine flache Hügellandschaft.

Sogar die höchste Erhebung, die Punta La Marmora (1.834 m) ist kaum von den anderen Wellen zu unterscheiden. Sie versteckt sich hinter dem Bruncu Spina (1.829 m) und dem Punta Paulinu (Punta Paulina, 1.792 m), dazwischen noch der Su Sciusciu (1.823 m) und die Punta Florisa (1.822 m).

Der Mensch glaubt kaum, dass fast zwei Kilometer Fels unter ihm sind.

Willkommen in Desulo

Willkommen in Desulo

Desulo war schon früher, als nur Archäologen und Wanderer Sardinien bereisten, der Ausgangspunkt zum Dach der Inselwelt.

Einsame Hirtenpfade führten direkt aus dem Dorf hinauf auf die Wiesen des Gennargentu. Tagelang waren die Wanderer unterwegs. Und im Winter ging es weit hinunter in die Ebenen – die Transhumanz lebt in Desulo teilweise noch heute.

Jetzt, im Dezember, habe ich eine Ahnung, wie einsam es damals hier war. Keine Menschenseele begegnet mir bei meiner Wanderung.

Klettern nach oben? Fehlanzeige. Hier geht man voraus. Unendlich weit. Ganz anders, als sich mancher die höchsten Gipfel vorstellt.

Die höchsten Berge der Insel sind etwas für ausdauernde Fußgänger. Der moderne, reizüberflutete Mensch sucht hier vergebens nach Handynetz und Ablenkung.

Alles ähnelt sich. Den Baum dort habe ich schon hundertmal gesehen. Und ist dieses Tal nicht dem von eben sehr ähnlich?

Zapfen im Eis

Zapfen im Eis

Ich konzentriere mich aufs Detail und finde die Abwechslung im Kleinen. Pilze. Felsen. Ein kleiner Wasserfall, der neu entstanden, meinen Pfad ausgewaschen hat und mir mit eiskaltem Wasser den Weg abschneidet. Vom Eis eingeschlossene Zapfen.

Halbwilde Schweine. Ziegen. Noch mehr Ziegen.

Auf dem Bruncu Spina findest du eine Skistation, die jährlich gegen bürokratische Hürden und Geldnot ums Überlegen kämpft. Heute geschlossen, es liegt zu wenig Schnee. Im Februar ist die beste Chance, sie in Betrieb zu finden.

Sardinien ist eben kein ausgesprochener Skizirkus, sondern wenn, dann etwas für Individualisten.

Belvì und Aritzo

Die beiden vielleicht schönsten Orte am Gennargentu. Belvì ist eine Perle. Ein wohlig-warmes Kleinod in der rauen kalten Einsamkeit. Ein Kunstpfad führt durch das Dorf, die Häuser sind in freundlichen Farben getüncht, Blumenkästen überall. Kaminduft wabert durch die Gassen.

Kunst im Gennargentu

Kunst im Gennargentu

Lachen und Gespräche tönen aus den Bars und kleinen Geschäften an der Hauptstraße – gleiches in Aritzo. Die Einwohner wissen zu leben und scheinen mit sich und der Welt zufrieden. Ich war schonmal im Sommer hier. Jetzt, Anfang Dezember, ist es grauer und kälter, aber irgendwie besser. Und lustigerweise deutlich lebhafter, so als müsse man sich im Winter bewegen, im Sommer könne man sich zurücklehnen.

Um den Texile, einen frei stehenden Monolith in der Nähe von Aritzo, rankt sich ein langer und einfacher Trekkingpfad. Die Herausforderung fehlt. Ich klettere auf den Felsen und habe eine wunderbare Sicht auf die beiden an den Hang geschmiegten Dörfer.

Die südwestlichen Ausläufer des Massivs fallen Richtung Westen schnell in die Barbagia Mandrolisai ab. Ein Abstecher nach Sorgono lohnt: In der Cantina del Mandrolisai werden fast wie im Geheimen unvergleichlich gute Weine produziert, die man nur selten im Supermarkt findet.

Aritzo – von hier aus folge ich dem Schild zum Passo di Tascusì. Die Straße war irgendwann für Autos gesperrt, aber der Schwarzschaf-infizierte findet trotzdem den Weg. Das Ziel: Der Nuraghe Ura ‘e Sole. Er ist weder der schönste, noch der am besten erhaltene – aber der höchste der Insel (Standort und Beschreibung) auf 1.331 Metern.

Gadoni – sardische Gastfreundschaft

Gadoni

Gadoni

Gadoni, das Nachbardorf von Aritzo empfängt Besucher an diesem Wochenende zum Herbst in der Barbagia.

Ich folge dem Ruf. Von Aritzo ein 9 km weiter Katzensprung. Er dauert trotzdem fast 20 Minuten – über die Serpentinen geht es im Schneckentempo. Das kann man genauso gut zu Fuß gehen. Die Sonne scheint und die Menschen im Dorf sind sehr zugänglich. Um ein sardisches Hirtenmesser reicher, fahre ich weiter.

Seui und Seùlo

Immergrün. Der Südhang des Gennargentu, die Barbagia de Seùlu ist grün. Bewaldete Hänge, sogar hohe Tannen und dichtes Dickicht. Die Treks sind prachtvoll und reich, wie der zum Su Stampu de Su Turrunu (Artikel auf pecora-nera).

Seui erreicht man auch von der Küste aus, mit dem Trenino Verde. Das Dorf hat mehrere Museen und auch hier lohnt es sich, nachzufragen und einzutauchen. Ich entdecke hier den Erfinder des Faxgerätes, der nach Amerika auswanderte. Verrückter kann ein Ort fast nicht sein.

Gennargentu = genna (Pass) + argento (Silber)

Gennargentu = genna (Pass) + argento (Silber)

Parallel zur Strecke, die der Trenino Verde fährt, führen Forstwege zur Gola della Cascata (für Mountainbiker gibt es hier eine Beschreibung auf sardegnaambiente.it als PDF).

Der Gennargentu rückt hier ein wenig in den Hintergrund, weil er zwar direkt da ist, es aber fast keinen Weg hinauf gibt. Alle Pfade führen eher hinunter.

Hier und da blitzt der Name durch: Gennargentu heißt “Silberpass”. Silbernes Gestein reflektiert die Sonne, die auch noch den letzten Schneerest zum Schmelzen bringt.

Sadali, das “Dorf des Wassers”, lasse ich heute aus. Ein Fehler, wie man mir danach sagt, und so kehrte ich später noch einmal zurück.

Perda e’ Liana

Spannend ist der Gennargentu dort, wo er endet: Bei Gairo Taquisara (ein junger, neu gegründeter Ort nach einem großen Unwetter mit Erdrutschen, siehe Artikel auf pecora-nera) beginnen die Tacchi d’Ogliastra.

Eine kleine schmale Straße führt wieder hinein in den Gennargentu. Bald kommt die markante Perda e’ Liana ins Blickfeld. Sie gehört zwar zum Zentralmassiv der Insel – optisch passt sie aber besser zu diesen Felsabsätzen. Sie ist wie ein Bindeglied zwischen den Regionen und man kann sie von ganz vielen Punkten aus sehen. Sie war schon in nuraghischen Zeiten ein Orientierungspunkt für die nomadisch lebenden Hirten.

Markant: Perda e' Liana

Markant: Perda e’ Liana

Der Pfad zur Perda e’Liana ist sanft. Über weite Strecken führt er über Teer – sehr einfach zu finden und zu gehen. Einige Quellen, charmante Ausblicke und viel Ruhe umgeben mich. Der Mensch wird unweigerlich weicher.

Dabei sind menschliche Ansiedlungen im südlichen Gennargentu selten: Von Seui bis Gairo Taquisara sind es 40 Kilometer, von dort bis zum Abzweig zum Lago dell’Alto Flumendosa (auch: Lago Bau Muggeris; ein gutes Stück hinter Lanusei) noch einmal gute 20 km Serpentinen.

Hier bin ich nicht am Ziel. Ich fahre weiter, entdecke ich den Bosco di Selene, einen einsamen und romantischen Ort mit einem archäologischen Park. Das Tickethäuschen mit Bar hat sogar geöffnet und für kleines Geld streife ich kurz durch Reste einer Nuraghensiedlung und Gigantengräber.

Etwas weiter in der Nähe zu Lanusei an der SS198 ein Schild wieder hinein in den Gennargentu. Ich folge ihm.

Mehrere Kilometer auf Neben- und Schotterstraßen entlang des Stausees. Die Landschaften wechseln sich ab. Glaube ich eine perfekte Idylle gesehen zu haben, folgt kurz danach die nächste.

Dann endlich glaube ich, angekommen zu sein. Hier bin ich im vielleicht besten Teil des Gennargentu.

Gennargentu Arzanese

Kühe als Straßensperre

Kühe als Straßensperre

Schafe am Südhang des Gennargentu

Schafe am Südhang des Gennargentu

Die der Ogliastra zugewandte Seite des Gennargentu ist heimeliger, wärmer, freundlicher. Und das, obwohl die Wolken immer dichter werden.

Der Grund: Der Hang liegt im Schatten der vorherrschenden Winde und wird über den Tag von der Sonne gewärmt.

Auf eine gewisse Weise ist er auch belebter: Schafe weiden auf grünen Wiesen.

In allen Kurven, auf allen Straßen begegnen mir Kühe. Wieder Kühe. Und noch mehr Kühe.

Sie sind tiefenentspannt. Kein Mucks, keine Bewegung. Sie starren auf den Horizont. Oder an die nächste Bergwand. Oder mich an.

Als ich mit dem Auto hinter Lanusei in eine Passstraße abbiege und in die nächste Herde fahre, gibt es nur eine Kuh, die schaut und sich bewegt. Alle anderen bleiben stehen. Ich warte.

Die Kühe gewinnen das Geduldsspiel, denn ich – um irgendwann doch durchzukommen – fahre in Schneckentempo los und stupse sie mit der Front des Autos sacht an.

Ich habe es nicht eilig. Das weiß die Kuh auch. Nur sehr langsam macht sie den Weg frei. Danach fahre ich Kuhslalom. Der Rest kümmert sich um nichts und guckt höchstens. Manche tun nicht mal das. Grandios.

Das für diesen Teil namensgebende Dorf Arzana liegt am südöstlichen Rand des Gennargentu. Spannend ist das Gebirge hier, weil es an seine Grenzen kommt und Neues trifft. Tiefe Täler und grüne Wiesen, ein fruchtbares und schönes Land.

Sofort schmeckt der im letzten Dorf gekaufte Pecorino noch besser.

Weit gehe ich, sehr weit. Einfach der Nase nach. Und stelle fest: Der Gennargentu hat eine weiche Seite.

Gennargentu. Wo sonst.

Gennargentu. Da geht’s lang.

Etwas weiter nördlich, bei Talana beginnt schon der Supramonte. Obwohl die Berge dort deutlich niedriger sind, sind hier die besseren Kletterziele als im Gennargentu.

Das nächste sardische Abenteuer wartet auf mich, und wieder ein ganz anderer Eindruck der Insel.

Ich fahre weiter, über den Passo Correboi wieder nach Fonni, gönne mir in einer Bar ein Ichnusa (ein großes kostet hier nur 2,50 Euro) und lasse die grandiose Zeit ausklingen.

Die Rundreise ist vollendet.

Merkwürdig. Plötzlich wirken die Menschen gar nicht mehr so ruppig. Plötzlich ist sogar die Nordseite warm und heimelig.

Auf dem Dach der Inselwelt

Zurück in der Erinnerung stehe ich im frisch gefallenen Schnee auf dem Bruncu Spina.

Ein kleiner Wasserfall wird zu Eis. Bei Temperaturen um den Gefrierpunkt ist es trotzdem irgendwie warm. Das liegt vermutlich an der Intensität, mit der Berge den Menschen umgeben.

Die Sonne fehlt mir nicht. Ich will dennoch im Frühsommer wiederkommen. Noch mehr Leben sehen. Und hoffe, dass die Einsamkeit des Gennargentu auch dann nichts von ihrer Intensität einbüßt.

Eiszapfen und ein kleiner Wasserfall

Eiszapfen und ein kleiner Wasserfall

Tagelang bin ich unterwegs. Und denke dabei oft an den ganzen, so andersartigen Rest der Insel. An diese unglaubliche Vielfalt zwischen Iglesiente und Gallura, zwischen Cagliari und Stintino.

Plötzlich verstärkt sich der Eindruck, den ich schon immer von Sardinien hatte: In der Insel steckt die ganze Welt.

Und ich stehe auf ihrem Dach.

——

Route (über Provinzstraßen) auf Google Maps rund um den Gennargentu:


Größere Kartenansicht

Weitere Informationen (größtenteils in englischer oder italienischer Sprache):

 

1 Comment

  1. sigrid

    9. Dezember 2013 at 14:34

    danke!
    eine wunderschöne beschreibung, noch habe ich nicht alles gelesen – dazu fehlt mitr heute die Zeit. deine bemerkungen zum thema zeit teile ich voll und ganz!
    ich liebe es, wenn ich nach der ankunft auf sardinien tag für tag mehr zeit habe. es beginnt schon bald nach der ankunft und so nach einer woche hat sich die zeit bereits verdoppelt.
    wunderbar!
    und gut zu wissen, das es geht. das leben geht weiter, es steht keineswegs still, wenn man die zeit genießt, sie sich “nimmt”.
    und das gennargentu steht auf meiner wunschliste. danke für die schönen bilder, die infos, die anregungen!
    vielleicht klappt es ja schon im nächsten frühling….
    liebe grüße, sigrid

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