Per Bus auf Sardinien: Die Entdeckung der Lammsamkeit

9. Juni 2014 | Von | Kategorie: Aktivurlaub, Baronia, Gallura, Kurioses, Ogliastra, Rundreisen
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Ich fahre mal wieder Bus auf Sardinien. Ein Unterfangen von dem viele sofort abraten würden. Ich will’s genau wissen. Ist das wirklich so schwierig? Ist man in seinem Urlaubsort gefangen, wenn man sich nur mit öffentlichen Verkehrsmitteln bewegen möchte?

Wahr ist: Man braucht Zeit und Geduld. Die hab ich. Es ist Pfingstmontag, ich habe keine Termine und Lust auf ein Experiment. Der Praxistest: Ich fahre von Olbia in der Gallura nach Santa Maria Navarrese, in der Ogliastra.

Also los.

8:00 Uhr, Olbia

Bar della Caccia in Olbia: Ticketschalter für den arst-Bus

Bar della Caccia in Olbia: Ticketschalter für den arst-Bus

Natürlich bin ich wahnsinnig froh, schon ein alter Hase, äh ein altes Schaf in Sachen Busfahren auf Sardinien zu sein. Der geneigte Neuankömmling könnte bei allem Wohlwollen leichte Mühe haben, die Busstation überhaupt zu finden.

Die Stazione arst (so heisst die Busgesellschaft auf Sardinien) in Olbia hat eindeutig Qualitäten eines bengalischen Tigers: Du weisst, sie ist da, sie muss irgendwie gross sein, weil viele Busse dort abfahren und Deine Geolocation-App sagt Dir, Du stehst direkt davor. Und wie den Tiger siehst Du sie trotzdem nicht.

Der Bushalteplatz in der Nähe des Bahnhofs ist nicht wirklich gekennzeichnet, und nur mit ein paar wehrlosen Pfählen mit blauen arst-Schildern und zwei, drei Möchtegern-Abfahrtszeit-Zetteln bestückt, die zeigen, wo der Tiger sein soll. Der Bus fährt direkt am Strassenrand unter hohen Laubbäumen von einem mit abgenutzten orangenen Linien „gekennzeichneten“ schattigen Posten ab.

Für den ahnungslosen Reisenden ist sie damit ebenso gut zu erkennen wie der Ticketschalter: Den gibt’s nämlich in der auf dem europäischen Festland bekannten Form auch nicht. Was es aber gibt, ist die „Bar della Caccia“. Mein innerer Deutschhund – ein über Jahrzehnte wohlerzogener und streng auf alles achtender – Begleiter auf solchen Experimentaltouren sitzt neben mir und sieht mich fragend an. Ich zeige auf ein selbsgebasteltes Schild am unteren Ende der Tür, das beim Bemühen beobachtet wurde, den Weg zu den „biglietti arst“ zu weisen. Wir gehen rein.

Tickets in einer Bar zu kaufen ist völlig normal. In Italien (und in diesem Fall bildet Sardinien ausnahmsweise mal keine Ausnahme) macht man das so. Dazu ein Caffè (so die landesübliche Bezeichnung für den starken kurzen Espresso). Ich finde die Idee super und füge mich in diese sympathische Tradition ein. Der Kaffee ist schnell gezuckert und gekippt – so schnell, das passt in jeden Busfahrplan, mein Brioche frisch, warm, mit Waldbeerenfüllung. Das wird ein guter Tag.

Die Verbindung hatte ich mir in mühevoller Kleinarbeit am Vorabend im Internet rausgesucht. Olbia > Siniscola – umsteigen – Siniscola > Santa Maria Navarrese. Die Tickets sind recht günstig – 6 Euro je Teilstrecke für die einfache Fahrt.

Mühevoll gefundener "Grobfahrplan" Olbia-Tortolì (Quelle: maps.google.de)

Mühevoll gefundener „Grobfahrplan“ Olbia-Tortolì (Quelle: maps.google.de)

Der frühe Bus nach Siniscola ist sehr gefragt und wird heute vorwiegend von Saisonarbeitern und Strandverkäufern genutzt.

So geht es denn am Einstieg auch zu wie am Bahnhof in Mumbai. Drängeln, Drücken, Tuchfühlung vom Feinsten. Berührungsängste sind fehl am Platz. Ich jage mir mit Marokkanern, Pakistanis, Arabern, Afrikanern und ein paar verstreuten Sarden und zwei französischen Rucksacktouristen einen Sitz.

Nahezu alle sprechen neben ihrer Landessprache Italienisch – diese Haltung haben sie dem gemeinen Pauschaltouristen voraus. Alle witzeln und lamentieren über den langen Einsteigevorgang, den die Meute gerade selbst verursacht, aber man lässt die Dame (mich) vor, die Stimmung ist freundlich und gelöst. Die arst-Busse leisten wenn man so will einen echten Beitrag zur Völkerverständigung.

Der Bus fährt mit zehn Minuten Verspätung ab, und macht erstmal eine kleine Rundfahrt zu weiteren Haltestellen in Olbia, quer durchs Zentrum, zur ankommenden Fähre, und zum Flughafen – so ist für alle gesorgt.

Eine kleine italienische Familie steigt zu, die Mutter sieht den vollbesetzten Bus und ruft „Ma questo dev’essere vuoto!“ – der sollte doch eigentlich leer sein! Tjaja, es wird halt Sommer, da ist auch im Bus ein bisschen mehr los als in der verschlafenen Nebensaison.

Nach einer gefühlten Ewigkeit geht es auf die Landstrasse SS 125. Die grün-beige und leicht wellige Landschaft der Küstenregion südlich von Olbia zieht an meinem Fenster vorbei. Sehr hübsch. Das ist immer noch die Gallura, aber hat nichts mit den herben, bizarren Felslandschaften im Norden zu tun. Hier prägen Wiesen, immergrüne niedrige Macchiafelder und sanfte Hügel das Bild.

Ab und zu kommt ein Stück Küste ins Blickfeld, die hoch aufragende Isola Tavolara liegt wie ein schlafender Drache am Horizont und in den kleinen Seen bei San Teodoro stehen sogar ein paar Flamingos.

Die meisten Strandverkäufer steigen bereits an den ersten Stränden südich von Olbia aus. Bei San Teodoro ist der Bus fast leer. Der Deutschhund springt auf die freie Nachbarbank und macht ein Nickerchen. Hier und da steigen neue Fahrgäste ein.

Doch, auch das ist eine Haltestelle

Doch, auch das ist eine Haltestelle

Die Bushaltestellen auf der gesamten Strecke sind ebenfalls sehr „tigrig“: mal ein verrotteter oder mit Plakaten zugepflasterter Unterstand, mal ein Schild, um das sich scheinbar schon hundert Autos gewickelt haben, mal einfach eine Strassenkreuzung, mal ein Nichts vor einem Klamottengeschäft.

Der Bus hält, wenn am Strassenrand gewunken wird – und auch beim Aussteigen ist der Busfahrer so freundlich, bei der bevorzugten Strassenkreuzung zu halten.

Die Fahrt ist seit Olbia wirklich flott und schnell – im Rahmen der bescheidenen Möglichkeiten.

Das Gemisch aus undisziplinierten Fahrgästen, insgesamt 48 Outback-Milchkannen-Haltestellen, unfähigen/unsicheren Verkehrsteilnehmern (= meistens Touristen im Mietwagen) und einem Strassenverlauf mit eingebauten Schikanen (Kurven, Dorfzentren, Fussgänger, Tiere) ist für jeden Fahrplan hochexplosiv.

Der Busfahrer lässt sich auch nicht aus der Ruhe bringen und fährt einfach stumpf weiter.

10:09 Uhr, Torpè

Mit einiger Spannung nähern wir uns denn auch der geplanten Ankunftszeit um 10:11 in Siniscola. Der Anschluss nach Tortolì soll um 10:10 fahren. Da hatte der Deutschhund auch schon komisch geguckt, aber ich dachte nur: eine Minute Differenz hat vielleicht in Hamburg am Jungfernstieg Relevanz, aber darf Dich hier auf der Insel nicht aus der Fassung bringen.

Der Fahrer meinte ja beim Einsteigen „Siiiii“, Anschluss in Siniscola, „va bene“. Alles gut?!

Würd‘ ich ja glauben.

Wenn der Bus nicht gerade durch die engen Gassen von Torpè fahren würde … Verdammte Axt, bis Siniscola fehlen noch so einige Kilometer, das dauert noch …  den Anschlusstiger sehe ich in schon im Bengalischen Dschungel (der gleich hinter Posada beginnt) verschwinden …

Mein innerer Deutschhund kann nicht anders – er winselt kräftig. Ich sage, Platz! Er grummelt und legt sich wieder hin. Was soll er auch machen? Laufen?

Supramonte voraus

Supramonte voraus

Ich sag mir: Hab Vertrauen, alles ist gut. Wir kommen an, wenn wir ankommen und dann sehen wir weiter. Alles eine Frage der inneren Gelassenheit. Und hat man davon im Urlaub nicht besonders viel? Das glaube ich dann selbst auch irgendwann.

10:33 Uhr, Siniscola

Der innere Deutschhund, eben noch skeptisch in sich hinein knurrend, springt auf und wedelt freudig mit dem Schwanz: Unfassbar! An der Haltestelle in Siniscola stehen drei Busse und warten auf unseren!

Juhuuu!

So langsam verstehe ich das Prinzip. Es heisst hier: Verbindung vor Pünktlichkeit. Es funktioniert auf der Insel scheinbar gut. Vermutlich auch noch in Utah, Alaska und der inneren Mongolei. In Deutschland können Züge und Busse auch mal losfahren und den Anschluss vergessen – da kommt ja meistens eine Stunde später noch einer.

Hier ist das System auf die Bedürfnisse der Leute (genau genommen: der Sarden, nicht zwingend die der nur einmal im Jahr hordenmäßig einfallenden Touristen) angepasst.

Die Fahrgäste wollen vor allem eins: am Ziel ankommen. Das muss nicht unbedingt pünktlich sein.

Die Landeskultur ist dieser Einstellung zuträglich: Viele haben im Privaten eh ein ambivalentes Verhältnis zur Pünktlichkeit und im Falle von Verspätungen hat man wenigstens noch was zu lamentieren, was ja auch sein muss. Der Supergau für jeden Sarden hingegen wäre: Stranden in einem Ort, in dem man nicht sein will – weil am Zielort ja immer jemand oder etwas wartet.

Corsa semplice - einfache Fahrt

Corsa semplice – einfache Fahrt

Kleiner Tipp am Rande: Die meisten Fahrpläne haben auf der Strecke eingebaute unsichtbare Puffer von 10-15 Minuten. Daher ist ratsam, auch mal deutlich früher an einer Haltestelle zu stehen. Man weiß nie, ob der Puffer gebraucht wird oder nicht.

Ich suche meinen Anschlussbus. Mein innerer Deutschhund zieht natürlich wie wild an der Leine und rennt hektisch von Bus zu Bus, um vorn aufs Schild im Busfenster zu gucken und alle verfügbaren Busfahrer zu fragen, nur um ganz sicher zu sein. Der Bus nach Santa Maria Navarrese ist der via Tortolì.

Kurze Zeit später sitzen wir wieder, der Hund und ich. Immer noch erstaunt.

Die Eile wäre hingegen gar nicht nötig gewesen: Unsere vier Herren Ranger halten zwischen den vier dunkelblauen Tigerbussen noch ein kleines Schwätzchen. Nach einigen Minuten fahren alle gleichzeitig mit nun einer halben Stunde Verspätung in unterschiedliche Richtung los – nach Lodè, Tortolì, Nuoro und zurück nach Olbia.

Alles entspannt. Die machen das schon gut. Such so eine Situation mal in Baden-Baden oder Rosenheim.

Mit Blick auf die weitere Fahrt gefällt auch dem Deutschhund ihre Gelassenheit. Würden sie jetzt heizen, brächten sie nur alle in Gefahr. Also, alles ist gut.

Das Aussenthermometer steigt auf 36 Grad. Alle, die jetzt an der Strecke in der Sonne stehen und auf die verspäteten Busse warten, tun mir ein bisschen leid. Unser Bus ist gut klimatisiert.

Bis Capo Comino steigen zwei Strandverkäufer zu, sowie ein gut gekleideter Herr im gestreiften Hemd, gebügelter Hose und Sonnenbrille. Keine Beschwerde.

Haltestelle bei Capo Comino

Haltestelle bei Capo Comino

Überhaupt, Sonnenbrille. Dazu ein leichtes Tuch für Kopf und Schulter haben sich für das sommerliche Busreisegepäck der Dame bestens bewährt. Und eine Wasserflasche. Im Winter sind Verspätungen (dank der weniger frequentierten Straßen und Busse) seltener, aber Mütze und warme Jacke sind dennoch nicht falsch.

Der bengalische Tiger ist hier auf dem Land übrigens vorzugsweise in Form von Haltestellen zu finden – oder vielmehr nicht zu finden, denn man sieht ihn ja nicht. Man weiß einfach, dass er da ist.

Der Deutschhund hebt kurz den Kopf, kratzt sich am Ohr (Übersprungshandlung!) und schläft weiter.

11:11 Uhr, Orosei

Der Supramonte kommt hinter der grünen Macchia in Sicht.

Dort beginnt das, was das schwarze Schaf gern das authentische Sardinien nennen – wobei es an dieser Stelle sagen möchte, dass das nicht ganz fair ist und Orten wie zum Beispiel Siniscola und Posada sicher Unrecht tut. Und doch weht der Wind der Traditionen und der Ursprünglichkeit ein bisschen kräftiger. Die Natur ist eindrucksvoller. Der Menschenschlag herber und herzlicher zugleich.

Orosei ist das Herz der Baronie und Eintrittstor zu der Bergwelt Sardiniens. Der schöne Ort liegt den Bergen zu Füssen – durch das Busfenster lässt sich der Anblick von Meer, Stadt, Berg und Land bestens genießen. Orosei ist in den sonnigen Monaten eine tolle Verbindung von Meer und Berg, Kultur, Aktivität und Dolce Vita.

Haltestelle in Orosei

Haltestelle in Orosei

Da! Endlich mal so etwas wie eine klar erkennbare Haltestelle! Ein gelbes Stangengebilde (mit Sitzbank!), einem arst-Schild UND auf der Strasse ein orange eingerahmter Platz mit dem Wort BUS! Das ist ja fast zuviel des Guten!

Der Deutschhund ist irritiert. Ihm kommt das zwar irgendwie richtig und vertraut vor, aber irgendwas ist trotzdem anders als in Flensburg. Er legt sich lieber wieder hin.

11:34 Uhr, Galtellì

Wir durchfahren die Strassen des Ortes Galtellì – ein entzückendes kleines Dorf voller sardischer Kultur (das Schaf wird sicher demnächst mal berichten). An den Feldern, auf denen Rohre, Müll und leere Gasflaschen liegen, und die man vom erhöhten Busfenster super sehen kann, gucke ich gezielt vorbei.

Hinter Galtellì schraubt sich der Bus die SP 64 hinauf – der Monte Corrasi in seiner ganzen Pracht erscheint. Ein sardischer Traum im Bus.

Der Abschnitt Dorgali – Tortolì ist insgesamt der Hit. Tolle Ausblicke im Sekundentakt.

Und da haben wir auch schon den grössten Nachteil am Busfahren: anhalten und aussteigen, zehn Minuten später weiterfahren – das geht halt nicht. Das ist schon einfacher, wenn der nächste Stadtbus sicher in 5 bis 20 Minuten kommt. Dann hat man aber wiederum nicht den Supramonte. Hm. Verzwickte Situation.

Deswegen das Auto nehmen? Das ist sicher für viele eine Alternative, denn Du kannst anhalten, wann Du möchtest oder musst. Dummerweise musst Du ansonsten den Blick immer auf der Straße halten.

Im Bus hingegen fährt Dich ein Fahrer. Das ist ein echter Vorteil gegenüber dem Auto. Ausser natürlich, Du bist Schickimickiweibchen und lässt Dich auch von einem Fahrer im Hummer durch die Gegend fahren, dann könnte es sich ähnlich anfühlen. Aber in dem Fall fährst Du von Olbia vermutlich höchstens nach Porto Cervo, und nicht nach Lotzorai.

Das Auto ist flexibel und schnell, während der Bus geradlinig und langsam ist. Aber deswegen heißt das eine ja auch Auto und das andere Bus. So einfach ist das.

12:15 Uhr, Dorgali

Blick hinunter ins Valle Oddoene

Blick hinunter ins Valle Oddoene

Vier Stunden im Bus, eine steht mir noch bevor. Das klingt sehr lang. Die Zeit verging bislang aber wie im Flug.

Körperlich-geistige Zwischenbilanz: Mir geht es gut, der Deutschhund schläft brav unterm Sitz. Ich hab die Beine ausgestreckt, drehe mir yogaähnlich den Hals zur Schraube und zurück, um etwaigen Verspannungen gleich den Hahn abzudrehen. Mein Hintern ist dank der letzten drei Pizzen noch gut gepolstert.

Mir geht’s vor allem nicht schlechter als nach vier Stunden im Auto. Ich bin lang nicht so müde wie nach einer Autofahrt und wenn doch, könnt ich kurz die Augen schließen und wäre immer noch auf der Fahrbahn.

Aber wer kann denn jetzt schon schlafen?

Denn der Bus hat das schönste und spannendste Teilstück der SS 125 erreicht – zwischen Dorgali und Baunei. Das Tal Valle di Oddoene und der Eingang zur Gola Su Goroppu sehen von hier oben grandios aus.

Ich sitze geschätzt nur anderthalb Meter höher und trotzdem nehme ich die Strecke, die ich schon gefühlt hundertmal gefahren bin, ganz verändert wahr.

Im Bus Richtung Süden entdecke ich die Inselwelt neu, und zwar langsam. Die Entdeckung der Lammsamkeit, sozusagen. Eh, beeeeh!

Haltestelle auf Wunsch: Passo Genna Silana

Haltestelle auf Wunsch: Passo Genna Silana

Wir erreichen den Passo Genna Silana – auf Wunsch ist auch das eine Haltestelle. Ich denke über einen Modellurlaub ohne Auto nach:

  • Flug nach Olbia, mit dem Bus nach Siniscola, B&B im Städtchen, akklimatisieren, ein Tag zum Wandern oder Biken auf den Monte Albo (mit dem Bus Richtung Lodè)
  • weiter von Siniscola bis Capo Comino, ein, zwei, drei Strandtage bei Berchidda
  • weiter nach Orosei und Galtellì für etwas Kunst und Kultur
  • dann zum Genna Silana, dort ins traumhaft auf dem Berg gelegene Hotel als Ausgangspunkt für ein paar Tage Trekking im Supramonte, zur Gola Su Goroppu, zur Cala Luna oder Sisine – entweder allein oder mit ortskundigen Führern – Hotel und Guides sorgen für Mobilität und Verpflegung
  • weiter nach Santa Maria Navarrese oder Lotzorai, wieder etwas Strandurlaub mit Ausflügen ins Hinterland – oder gar auf den Gennargentu
  • Ausklang zum Shoppen oder Wellnessen in Arbatax oder Tortolì, vielleicht noch eine Fahrt mit dem Trenino Verde
  • und zwar alles mit nur zwei Bussen – die natürlich auch auf dem Rückweg nach Olbia fahren

Wo genau ist da das Problem?!

Da geht's ganz schön weit runter ...

Da geht’s ganz schön weit runter …

Vor Urzulei und Baunei, in den tunnelartigen Galerien, die in den Berg gehauen und weniger kurvig sind, fährt der Busfahrer dann doch mal einen ganz schön heissen Reifen … neben der Strasse geht es relativ weit runter … Aber egal, der fährt das ja nicht zum ersten Mal.

13:17, Santa Maria Navarrese

Und dann, oh Wunder, kommt der Bus in Santa Maria Navarrese an – mit nur noch 15 Minuten Verspätung und an einer Haltestelle mit Blick aufs Meer. Ich steige aus und stehe quasi direkt am Strand.

Wer will, kann also vom Flughafen, ohne Auto direkt in die traumhafte Ogliastra fahren, hier oder da für einen Tag die Fahrt unterbrechen, und das ganz entspannt, auf einer der tollsten Strecken der Insel.

Ich sehe neben mich. Keiner da. Mein innerer Deutschhund muss im Bus geblieben sein. Der gute alte Hund. Ich sehe ihn sicher mal wieder.

Statt dessen steht da jetzt neben mir ein schwarzes Lamm, und macht allen Skeptikern zum Trotz: „Beeeeh!“ – was wohl soviel heißt wie: Busfahren auf Sardinien ist gar nicht schlimm, Du musst es nur wollen!

Ich wolle!

Fermata = Haltestelle

Fermata = Haltestelle

 

Das Valle Oddoene bei Dorgali in seiner ganzen Pracht

Das Valle Oddoene bei Dorgali in seiner ganzen Pracht

Anfahrt auf Orosei

Anfahrt auf Orosei

Monte Corrasi im Blick

Monte Corrasi im Blick

Haltestelle in Galtelli

Haltestelle in Galtelli

Traumhaft gelegen: Hotel am Genna Silana

Traumhaft gelegen: Hotel am Genna Silana

Blick auf den Eingang zur Gola Su Gorroppu

Blick auf den Eingang zur Gola Su Gorroppu

Haltestelle an der Kreuzung nach Urzulei

Haltestelle an der Kreuzung nach Urzulei

An der SS 125, kurz vor Genna Silana

An der SS 125, kurz vor Genna Silana

Kurve vor Dorgali

Kurve vor Dorgali

Kurve auf der SS 125

Kurve auf der SS 125

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4 Kommentare auf "Per Bus auf Sardinien: Die Entdeckung der Lammsamkeit"

  1. CKone sagt:

    Aktualisierung – anscheinend ist der „Trenino Verde“ schon wieder eingestellt worden. Die Unterhaltskosten (für die Schienen!) oder so ähnlich….

    • nicole sagt:

      Hallo, magst Du mir sagen, wo Du das gelesen hast? Ich kann in der lokalen Presse spontan nichts dazu finden. Aber ich würd‘ mir tendenziell keine Sorgen machen: Der Zug fährt im Winter ja eh nicht, sprich: Es ist erstmal nicht schlimm, wenn die Gelder fürs Schienennetz fehlen. Das kommt seit der Wirtschaftskrise fast jedes Jahr vor. Aber irgendwo finden sie immer etwas Geld, manchmal auch erst kurz bevor die Saison wieder anfängt. Abwarten … 😉

  2. Christine sagt:

    Hallo liebes pecora-nera-Team!
    Dieses Jahr scheint der Trenino Verde auf dem Streckenabschnitt Arbatax – Mandas tatsächlich nicht an den Start zu gehen… Die Info habe ich von STS/Info Point in Arbatax (Stand: Mitte Juni) . Problem sind die Streckenwartungsarbeiten bzw. die nicht vorhandene Freigabe der Strecke. Sehr, sehr schade und fast schon eine Katastrophe für die Ogliastra…
    Grüße aus Lotzorai, Christine

    • nicole sagt:

      Hallo Christine, vielen Dank für deinen Kommentar – ja das stimmt wohl, einige alte Brücken haben den Belastungstest nicht bestanden und werden jetzt so schnell es geht, repariert. Das ist schon gut so, Sicherheit geht vor. Die Brücken sind zum Teil von 1890, und nach 126 Jahren Betrieb kann die Ogliastra vielleicht eine Saison Pause vertragen 😉 Die Strecken Mandas-Seui und Mandas-Laconi sowie Macomer-Bosa und Sassari-Tempio-Palau sind befahrbar. Herzliche Grüsse vom schwarzen Schaf

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