Die Feuer von Sant’Antonio stehen inselweit direkt bevor. Eine grandiose Zeit, um auf Sardinien zu sein und sich Land und Leuten zu nähern und der Kälte zu zeigen, wo’s lang geht!

Nämlich in ein paar richtig schöne Orte. In dem ein oder anderen liegt sogar Schnee – die Stimmung verspricht behaglich zu werden. Wenngleich auch kalt – immerhin sind wir mitten im Winter. Am Ende des Artikels findest du schwarzschafige »Überlebens-Tipps«.

Feuer von Sant’Antonio

Der religiöse Feiertag ist am 16. Januar – einige Dörfer feiern aber auch erst am 17. oder  bereits am Abend vorher das Aufbauen und dann quasi »hinein« oder am Wochenende danach. Da hilft nur, sich vorher zu informieren.

Das schwarze Schaf hat inselweit Termine und Orte für dich recherchiert. Da sie sich aber hier und da ändern können, lohnt sich vorher nochmal online nachzuschauen. Aktuelle Quellen findest du z. B. hier:

Die Feuer von Sant’Antonio – die Top-Termine für die Antonius-Feuer

In einigen Orten ist das Fest besonders speziell, denn zum ersten Mal treten die Masken des archaischen, sardischen Karnevals auf den Straßen des Dorfes in Erscheinung, genannt „Sa prima Essia“ (oder so ähnlich, je nach gesprochenem Dialekt):

  • Mamoiada – 16. bis 18. Januar – »Sa prima Essia« – Mamuthones e Issohadores; am 16. »Su Pesperu«, brennen die großen Feuer vor der Kirche. Tags darauf, am 17. Januar ist die Verwandlung der Masken zu beobachten, »La Vestizione« ab ca. 15 Uhr (öffentlich im Innenhof des Pro Loco Mamoiada, der Verein Atzeni handhabt das privat, ob der Ernsthaftigkeit), danach ein Umzug durch das Dorf zu ca. 40 Feuern bis spät in die Nacht; am 18. gibt es noch vereinzelt private Feuer und Feste
  • Ottana – 16. Januar am Nachmittag – zunächst die religiöse Prozession um »S’Ogulone de Sant’Antoni« – bei Einbruch der Dunkelheit »Sa prima Essia« – Boes e Merdules, spontaner Auftritt der Masken
  • Bosa – 16. Januar – »Sant’Antoni ‘e su Fogu« – Auch der Karneval von Bosa, »Karrasegare ‚Osinku« beginnt und pflegt die traditionellen Riten des Ortes und lädt alle ein, sich zu verkleiden und zu vergnügen.
  • Siniscola, Torpé, Dorgali»Su Ramasinu« – In dem Feuer brennt Rosmarin, was für ein ganz tolles Aroma in den Orten sorgt – neben den rauchigen Whisky-Schwaden. In Siniscola wid das Holz für die Feuer tags zuvor mit geschmückten Traktoren und Wagen herangefahren.
  • Abbasanta – 16. Januar –  Sas Tuvas; Die Leute im Dorf bringen brennbares Material am Abend des 16., entzünden das Feuer und man feiert die ganze Nacht hindurch. Das Feuer besteht aus Rosmarinzweigen und Baumstümpfen und -stämmen, „sas tuvas“. Dann wird auch das Pane e Saba gebacken, eine herrliche, fast noch etwas weihnachtliche Spezialität. Religiöse Teilnehmer gehen drei Mal um das Feuer als Zeichen der Hingabe. Man nimmt einen verkohlten Zweig oder Holzstück mit als Glücksbringer.
  • Sorgono »Sa Tuvera«, Feuer, am 16. erstes Erscheinen der lokalen Masken “Is Arestes e s’Urtzu Pretistu“, am 17. Messe, am 18. Umzug verschiedener sardischer Karnevalsmasken, oft auch am 31. Januar wiederholt

Allen Festen gemein sind die Feuer auf den zentralen Plätzen des jeweiligen Ortes und das abendliche gemeinsame Essen, zu dem Gäste sehr willkommen sind und der »ballo sardo«, der quasi immer und überall getanzt wird.

In vielen Dörfern werden Dolci / süßes Gebäck verteilt, das die Frauen speziell für diesen Anlass backen, die oft auch kostenlos verteilt werden.

Die Volksfeste sind generell kostenlos und für alle zugänglich. Manchmal werden auch Wein und Fave e Lardo von einem örtlichen Kirchenverein gestiftet.

Sant’Antonio – weitere Orte und Termine inselweit

Das Fest ist grundsätzlich religiös / katholisch motiviert, daher gibt es zu vielen Terminen eine oder mehrere heilige Messe in der Dorfkirche und wird hier und da etwas ernsthafter gefeiert.

Hier einige Dörfer, die rund um Sant’Antonio und San Sebastiano feiern.

  • Abbasanta – „Sas Tuvas de Sant’Antoni” (Abend des 16. Januar, Fest bis inkl. 17.)
  • Arbus – Feuer in verschiedenen Ortsteilen
  • Bidonì – Su Fogu de Sant’Antoni
  • Cossoine – Festeggiamenti in onore di Sant’ Antonio Abate, Heilige Messen
  • Decimoputzu – Ballus De Prazza a »Su Foghilloi« – Fest und Ballo Sardo
  • Desulo – Sant’Antoni ‘e su fogu
  • Gairo – 17. Januar, mit der „Sagra del cinghiale” und den Masken „Su Maimulu”
  • Iglesias – Festa di Sant’Antoni de su Fogu
  • Isili – Foghidoni de Santu Srebestianu
  • Neoneli – Fuochi di Sant’ Antonio Abate – mit den örtlichen Karnevalsfiguren “Sos Corriolos“
  • Nurri – Sant’Antoni e su fogu e Santu Srebestianu
  • Orani – Sant’Antoni – 16. Januar, mit „Su Bundhu“
  • Orotelli – Su Pesperu – Sant’Antoni ‘e su focu – mit „Sos Thurpos
  • Ortueri – Sa Tuvera, Masken „Is Sonaggios e s’Urzu“, 16., 17. und 19. Januar
  • Sadali – Is Foghidonis, mit „S’Urtzu e su Pimpirimponi”
  • Sant’Andrea Frius – Il falò di Sant’ Antonio e di San Sebastiano
  • Seui – Is fogoronir de’ Seui, Sa prima Essia di Sa Mamulada cun Su Santrecoru«
  • Siniscola – 16. Januar, Sa prima essita de „S’Orcu ‘e Montiarvu“
  • Sinnai – Su Fogadoni de Santu Antoni, 17. Januar, erste Aufführung von Is Cerbus und Cerbixeddus
  • Tonara – Su Foghillone de Sant ‘Antoni
  • Tonara (Teliseri) – Su Foghillone di San Sebastiano
  • Villasor – Falò di Sant’Antonio Abate

Gerade die kleinen Orte sind perfekt, um mit den Menschen in Kontakt zu kommen und »echte Sardinien-Luft« zu schnuppern. Auch wenn du am nächsten Tag wie ein geräucherter Schinken oder ein guter Whisky riechen wirst.

Den Feuern von Sant’Antonio folgt das nächste religiöse Fest, San Sebastiano auf dem Fuße. Das wird ganz ähnlich gefeiert. Beste Adressen sind Dorgali und Oliena.

Schwarzschaf-Überlebenstipps gegen die Kälte

Generell hilft, vorher aufs Wetter zu gucken (auch, ob das Fest wirklich stattfinden wird). Was sich beim schwarzen Schaf in den letzten Jahren bewährt hat:

  • Mitfeiern > Das beste Mittel gegen die Kälte, ist sich nah an die Feuer und zu den Leuten zu wagen. Man wird dir zu essen und zu trinken geben, in Gesellschaft ist es nie wirklich kalt 🙂
  • Handschuhe > Man wird dir hier und da kleine Becher mit Wein in die Hand drücken, das geht im Zweifel den ganzen Abend lang
  • Warme, gefütterte Schuhe > Du gehst, aber stehst auch viel und bist vermutlich mehrere Stunden draußen
  • Warme Jacke > Gerade in der Inselmitte und in den Bergen sind die Temperaturen nachts um den Gefrierpunkt!
  • Klamotten in „Zwiebeltechnik“ > Falls tagsüber die Sonne rauskommt, hat die enorme Kraft, insofern bevor du schwitzt, zieh lieber was aus.
  • In der nächsten Bar mit einem Mirto oder Filu e Ferru aufwärmen > Gute Idee, aber Achtung, wenn du in einer Gruppe Anschluss finden solltest, kann das schnell ausarten, weil jeder jedem einen ausgibt (außer du, Gäste werden tendenziell immer eingeladen).
  • Thermoskanne Tee > Wir kochen uns gern am Abend im B&B noch einen Tee für die Nacht. Du kannst dir natürlich auch in einer Bar einen bestellen – wirst dann entweder dumm angeguckt oder hast gleich neue Freunde 😉
  • Schlafsack / warme Kleidung für die Nacht > Manche Zimmer in B&Bs sind ohne „echte“  Heizung, bzw. werden nur mit Klimaanlage gewärmt und sind zu dieser Jahreszeit feuchtkalt.

Jetzt aber ab ans Feuer! Su Fogu!

Unterkünfte zu Sant’Antonio

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