Manche Orte auf Sardinien sind wie Magneten. Ein Anziehungspunkt für jeden Reisenden. Ein Muss, sagt der Reiseführer. Unvergesslich, sagen die, die schon da waren. Da non perdere / nicht zu verpassen sagen die Einheimischen. So ist es mit der Cala Luna an der Ostküste Sardiniens, im Golfo di Orosei.

Cala Luna im Juni von der Seeseite

Cala Luna im Juni von der Seeseite

Doch wer die “Vorzeigebucht” Sardiniens erreichen möchte, schafft das – allen Unkenrufen, dass das “doch wohl irgendwie möglich sein” müsste, zum Trotz – nicht per Auto. Nein, nein und nein. Geht nicht. Basta.

Die Cala Luna erreicht Ihr entweder auf dem Seeweg, z. B. per eigenem oder gechartertem Boot, mit dem Schlauchboot (“gommone”) oder per Shuttle-Ausflugs-Boot, z. B. ab Cala Gonone.

Oder eben auf den eigenen Füßen, über Land. In der Nebensaison, wenn es an der Ostküste doch mal starke Winde und Wellen gibt, ist das auch der einzig sichere Weg. Und gerade dann einmalig schön, wenn der Berg ins Meer und auf Lichter, Wetter und Farben trifft.

Zur Cala Luna führen zwei wunderschöne Trekkingpfade (in einigen Varianten, die weiter unten beschrieben sind):

Traumhafte Ausblicke auf die Küste des Supramonte

Traumhafte Ausblicke auf die Küste des Supramonte

1. Küstenwanderung von der Cala Fuili (via Grotta del Bue Marino) zur Cala Luna:

Der aus einigen Reiseführern bekannte (und wirklich empfehlenswerte) Trekkingpfad führt ab der Cala Fuili (ausgeschildert ab Cala Gonone). Er führt oberhalb kleinerer Täler durch flach bewachsenes Gebiet und eröffnet hier und da schöne Ausblicke auf den Golfo di Orosei und die hinabfallenden Berge des Supramonte. Der direkte Weg ist knapp 6 km lang, Dauer ca. 2 – 2,5 h, und gelegentlich mit Farbpunkten und Pfeilen markiert. Ein Abzweig führt zur Grotte del Bue Marino, Dauer: plus mind. 30 Min. (mit Grottenbesichtigung natürlich noch mehr), plus kleinere Kletterstücke und ein paar Höhenmeter mehr.

2. Trekkingpfad T 181 (ab Sa Portrisca / Ghenna Petta und/oder Teletottes) durch das Tal und Flussbett des Codula ‘e Ilune:

Der markierte Trekkingpfad T 181 zur Cala Luna ist 22 Kilometer lang, die durchschnittliche Zeit wird mit acht Stunden (einfach) angegeben, und er geht über 1.000 Höhenmeter. Er ist beschrieben in der Karte des Supramonte Ogliastrino, als PDF zu finden hier in der Sardegna Digital Library (in italienischer Sprache). Dieser deutlich schwarzschafigere Weg führt von einer Area Faunistica aus der Mitte des Supramonte durch wunderschöne bewaldete Täler und später durch das Flussbett des “Riu Codula ‘e Ilune”, auf Wunsch mit Abzweigungen zu Grotten oder Hirtensiedlungen.

Die Küste des Supramonte im Abendlicht

Die Küste des Supramonte im Abendlicht

Vorbereitung

Wasser, Proviant und gute Trekkingschuhe sind selbstverständlich. Ein Blick auf den Wetterbericht schadet auch nicht – sollte es regnen, sind die felsigen Abschnitte des Weges eine einzige Rutschpartie auf Geröll.

Seht Euch vorher auch an, wann die Sonne untergeht und richtet Euch darauf ein, rechtzeitig den Rückweg anzutreten.

Die Faulen können im Sommer den Shuttle per Boot ab der Grotte und ab der Cala Luna zurück nach Cala Gonone nehmen (in Cala Gonone könnt ihr Euch über Öffnungs- und Fahrzeiten informieren).

Das A&O: gute Schuhe

Gute Schuhe

In der Nebensaison, wenn es früh dunkel wird, müsst Ihr den Rückweg laufen. Das ist schön, weil man ihn aus einer anderen Perspektive und von der untergehenden Sonne beschienen sieht, aber kann eben auch in der totalen Dunkelheit enden, wenn man vor sich hin trödelt.

Der Weg kann dann auch gefährlich werden: Die Orientierung fehlt, man kann Abzweige verpassen (schon so manch einer hat sich im Supramonte den Wanderweg mit einem von Wildschweinen ausgetretenen Weg verwechselt und musste gesucht werden). Größer noch die Stolpergefahr: eine Taschenlampe leuchtet für unseren Geschmack den Rückweg nicht ausreichend aus.

Wir finden, der Supramonte ist generell nichts Schwiegermütter. Soll heißen: Menschen ohne Übung, die ohne die Landschaft lesen zu können, oder höchstens einmal im Jahr Wandern gehen, könnten hier etwas überfordert sein.

Eltern mögen beurteilen, ob ihre Kinder schon in der Lage sind, die Tritte aufmerksam zu setzen, oder ob man seine ungestümen Zwerge jederzeit gut beaufsichtigen kann.

1. Trekking von der Cala Fuili (via Grotta del Bue Marino) zur Cala Luna

Der Hauptweg von der Cala Fuili zur Cala Luna

Wegbeschreibung an der Cala Fuili zur Cala Luna

Wegbeschreibung an der Cala Fuili zur Cala Luna

Ihr parkt das Auto an der Straße oberhalb der Cala Fuili (von Dorgali ausgeschildert). Parkverbote beachten – hier wird kontrolliert. Der Küstenwanderweg ist oberhalb der Schlucht kurz beschrieben.

Dann geht es über eine Treppe hinunter in die Schlucht der Cala Fuili (links geht es zum Meer, rechts zur Schlucht Codula Fuili, etwas für Kletterfreunde).

Der Trekkingpfad beginnt direkt gegenüber wieder hinauf, der Eingang ist mit einer Keramikplatte mit der Aufschrift “Cala Iluna Bue Marino” und einem Seehund sowie einem Schild, das über die Öffnungszeiten der Grotte Bue Marino informiert, markiert.

Der Weg selbst ist ziemlich gut zu erkennen, und hier und da mit grüner Farbe auf den Felsen und in einigen Fällen auch auf den Bäumen markiert. Der Aufstieg ist der vermutlich anstrengendste Teil.

Der erste Abzweig führt zur Grotte Bue Marino (siehe 1 B). Zur Cala Luna geht es weiter geradeaus. Von vielen Punkten des Weges kann man das Meer sehen, der Ausblick ist grandios. Dann wieder gibt es Abschnitte durch die Vegetation aus Steineichen und knorrigen Wacholderbäumen.

Hinweisschilder am Wegesbeginn

Hinweisschilder am Wegesbeginn

Ein Stück weiter liegt rechter Hand die “Grotta Nuova”, in nur wenigen Gehminuten erreichbar. Noch etwas weiter geht ein einzelner Weg nach links hinunter in das Tal Oddoana bis zur gleichnamigen sehr kleinen Bucht. Anstrengend ist der Anstieg zum Gipfel Fruncu Nieddu, bis zur Codula Luna. Dieser letzte Abstieg bringt uns zum Strand.

Wie gesagt, wird derjenige, der Einsamkeit sucht, hier in den Sommermonaten enttäuscht, denn sie ist an den schönen Tagen voll mit Besuchern, die mit dem Boot ankommen.

In einer der Höhlen der Cala Luna

In einer der Höhlen der Cala Luna

Dennoch: der Strand ist schön, da kann man nicht meckern. Auf der linken Seite des Strandes gibt es einige große Höhlen, die hinteren erreichst du nur durch das Meer watend. Darin kannst du auch die Nacht verbringen und ein Lagerfeuer anzünden – allerdings besteht ein generelles Übernachtungsverbot und im Sommer wird streng kontrolliert und überwacht.

Ausnahme: Du bist mit einem autorisierten Guide da. Oder befindest dich in der absoluten Nebensaison, dann werden die Kontrollen nur noch sporadisch durchgeführt. Aber in jedem Fall: respektiere die Natur, die hier nistenden Schwalben, verhalte dich vorsichtig und nimm deinen Müll wieder mit.

An der Cala Luna enden noch weitere Wanderwege – wer Zeit hat, oder eine mehrtägige Wanderung unternimmt, kann einen anderen Weg zurück wählen, z. B. den durch das Flussbett zum Teletottes (siehe unten).

Variante via Grotta del Bue Marino zur Cala Luna

Ihr startet auf dem gleichen Weg wie oben, und bald lockt ein gelbes Hinweisschild zur Grotte Bue Marino.

Dieser kleine und auf der Karte recht kurz wirkende “Umweg” hat es in sich: Kurz glaubt man, das große Los gezogen zu haben, da der Weg etwas näher am Meer liegt und anfangs recht gemütlich ist. Doch dann sind zwei kleinere Täler zu durchschreiten, mit denen rund 200 zusätzliche Höhenmeter auf die Uhr kommen.

Pfad am Felsen zur Grotta Bue Marino

Pfad am Felsen zur Grotta Bue Marino

Eine kleine Kletterpartie über felsige Stufen führt Euch zur Treppe, die auf einen an die Felswand gehauenen Weg aus Holzbrettern bringt. Das wird bei starkem Seegang in der Nebensaison zu einer nassen Angelegenheit.

Man kann sich den Durchgang zur Grotte dann aber auch sparen, da sie meist ab Oktober eh geschlossen ist. Die Naturgewalt des Meeres ist gleich wohl ein großartiges Schauspiel.

Der Anstieg zurück zum Hauptweg ist steil und hat einige Kletterpartien. In die Gegenrichtung ist er deutlich schwieriger zu gehen. Der Anstieg ist für Ungeübte kräftezehrend.

Zwischen Cala Luna und Cala Fuili

Zwischen Cala Luna und Cala Fuili

Danach geht es weiter bergauf, auf einem sehr schmalen, nicht besonders gut markierten Pfad, bis zu einer Weggabelung. Nach links geht es auf dem nun wieder breiteren Weg Richtung Cala Luna, nach rechts zurück zur Cala Fuili.

2. Trekkingpfad T 181 zur Cala Luna

Die “Cala Iluna”, wie sie unter Einheimischen heißt, hat ihren Namen vom Fluss “Codula ‘e Ilune” (“Rio Codula di Luna”), der über ewige Zeiten ein Tal, oder vielmehr eine Schlucht, in den Supramonte gegraben hat. Hierüber führt der Wanderweg aus dem Inneren des Supramonte ans Meer – und ist damit für uns der wesentlich eindrucksvollere.

Im Sommer und Frühherbst ist das Flussbett fast trocken, so dass man darin gut laufen kann. Im Winter und im Frühling trägt er etwas mehr Wasser, aber ein begleitender Hirtenpfad führt an ihm entlang; hier und da muss man etwas improvisieren.

Drei Möglichkeiten gibt es, in dieses Tal (und dann zur Cala Luna) zu gelangen:

1. Etappe – ab Ghenna Petta via “Area faunistica Sa Portrisca”

Die ganzen 22 km sind etwas für Langstrecken- oder Mehrtageswanderer: Ihr trefft auf den Trekkingpfad an der Landstraße SS 125, bei km 183 (Ghenna Petta). Dort seid Ihr etwa am Ende des ersten Drittels des Pfades. Links führt der Weg durch ein Tor und dann durch eine superschöne Landschaft zu der “Area faunistica Sa Portrisca”, dies ist der Ausgangspunkt.

Dort gibt es einen Parkplatz und etwas Infrastruktur. Wenn jemand da ist, solltet ihr Euch das Projekt zur Wiederansiedelung des sardischen Hirschen zeigen lassen (hier unser Artikel: http://pecora-nera.eu/sardischer-hirsch-wiederansiedelung-supramonte/), die Tiere sind direkt bei dem kleinen Häuschen zu sehen.

Trekkingpfad 181 - Sa Portiscra - Cala Luna

Trekkingpfad 181 – Sa Portiscra – Cala Luna

Der Trek startet als sehr interessanter Rundkurs mit einigen alten Hirtenhütten und Siedlungen – und einem traumhaften Panorama über den Supramonte. Wieder zurück am Ausgangspunkt, geht ihr die Straße, die ihr mit dem Auto gekommen seid nun eben zu Fuß bis zum Abzweig zurück und wendet euch dann auf den Weg hinunter zum Flussbett und dann zur Cala Luna (siehe die nächsten beiden Varianten).

Da es bis zur Cala Luna extrem viel zu sehen gibt, ist sie als Mehrtageswanderung mit Übernachtung im Freien, oder in drei einzelnen Etappen mit Rückkehr in den Camper, ins B&B oder Hotel, empfehlenswert.

2. Etappe – ab Ghenna Petta via Teletottes

An dem oben beschriebenen Abzweig bei km 183 auf der SS 125 könnt ihr natürlich auch direkt den Wagen stehen lassen und nach rechts hinunter zum Flussbett gehen. Der Weg windet sich relativ gemütlich hinab und führt noch in kleinere, bewaldete Nebentäler.

Hier ein wenig umherzustreifen, lohnt sich für neugierige Wanderer durchaus, denn rechter Hand des Flussbettes sind über die Zeiten zahlreiche, sowohl sanfte als auch schroffe Nebentäler entstanden.

Einige von Wildschweinen und Hirten ausgetretene Pfade führen zu einigen versteckten Grotten, alten verlassenen Hirtensiedlungen und -hütten, sowie auch zu einer Art Amphitheater, mit uralten Ställen und Pferchen aus Wacholderbäumen. Der Blick auf die Schlucht und das Flussbett und die weitläufige Landschaft ist ein einziger Traum.

Knorriger Wacholderbaum

Knorriger Wacholderbaum

Diese Pfade sind mehr oder weniger ausgeprägt, und nur wer die Landschaft ein wenig lesen kann, kann den Hauptpfad wirklich unbesorgt verlassen. Achtet immer wieder auf die Markierungen und falls ihr abbiegt, lohnt immer ein Blick zurück.

Man kann sich hier durchaus verlaufen. Also: Falls Ihr allein und der Nase nach unterwegs seid, markiert Euch Eure Wege, z. B. indem Ihr Steinmännchen baut und hier und da zurückblickt und Euch markante Punkte für einen Rückweg merkt.

Blick auf die Codula e Luna

Blick auf die Codula e Luna

Insgesamt sind die Wege in diesem Bereich des Supramonte auf 40 Kilometern miteinander verbunden, einige davon führen auch wieder hinunter zum Flussbett.

Aber auch die ein oder andere Sackgasse gibt es hier, und nicht selten verwechselt jemand die Hänge oder schätzt die Himmelsrichtungen falsch ein. Die besten Wege und alle Sehenswürdigkeiten findet man eigentlich nur mit einem ortskundigen Guide (das schwarze Schaf organisiert für Euch gern etwas, mailt uns einfach an beeeh@pecora-nera.eu).

Der Haupt-Trekkingpfad führt hinab und trifft bei der Località Teletottes bei einer kleinen Brücke auf das Flussbett des Riu Codula e’Iluna.

3. Etappe – ab Teletottes zur Cala Luna

Um diesen Punkt per Auto zu erreichen, fahrt ihr auf der SS 125 noch ein gutes Stück weiter, bis hinter den Abzweig Urzulei. Kurz danach lockt nach nach links (von Baunei kommend also nach rechts) der ausgeschilderte Trekkingpfad “Teletottes”.

Straße nach Teletottes

Straße nach Teletottes

Die kleine Landstraße, die an einer relativ flachen, von wilden Haustieren (Kühe, Pferde, Schafe, Ziegen, und manchmal sieht man auch Wildschweine) beweideten Landschaft beginnt und dann an einem markanten Berg (Monte Oseli) vorbei führt, ist einige Kilometer lang. Sie wird immer schmaler, ist hier und da abgebrochen und insgesamt in nicht besonders gutem Zustand.

Also geht es vorsichtig über mehrere Kilometer in Kurven und Serpentinen hinab (sportliche Wanderer, die auch diese Landschaft schätzen, können an der SS 125 bei der Bar “Babbai” das Auto stehen lassen und diese Straße einfach laufen).

Die Straße führt durch ein hübsches, bewaldetes Tal, ein paar heruntergefallene Felsen wollen zur Seite geschubst werden, und noch ein paar mehr Kühe versperren den Weg. Schließlich endet die Straße am Teletottes, einem naturbelassenen verwunschenen Waldstück.

Der Trekkingpfad erfordert einige Trittsicherheit, im Flussbett ist er nicht ganz einfach zu laufen, du musst einige Felsen überwinden. Ein kleiner Hirtenpfad entlang des Flussbettes entlang hilft hier und da, die Füße zu entspannen.

Diese “kurze”, aber immerhin auch rund 2 Stunden dauernde Variante, kann man bei nahezu jedem Wetter gehen.

Der Verlauf ist durch das Flussbett eindeutig, der Weg beinhaltet kaum Steigungen, führt durch das tendenziell kühlere Tal, und wenn der Fluss Wasser trägt, ist immer eine Erfrischung parat. Die Einheimischen trinken das Wasser sogar – es dient aber auch frei laufenden Tieren als Badezimmer. Nimm lieber Wasser mit.

Im Frühling ist die Wasserwahrscheinlichkeit höher und es kann im Schatten kalt sein. Nimm trockene Socken mit und plane einen frühen Start.

Fluss Riu Codule 'e Iluna

Fluss Riu Codule ‘e Iluna im Winter

Seitlich der Codula erheben sich die Wände des Tals. Darin finden sich einige Grotten, darunter die Grotte “Su Palu”, die längste auf Sardinien und nur etwas für geübte Höhlenforscher, einen Plan der Grotte findet Ihr hier.

Das Flussbett ist zu jeder Zeit eine wunderbare Orientierung, daher ist der Pfad (bei schönem Wetter) relativ leicht zu gehen. Man kann ihn getrost hier und da in die höher gelegenen Bereiche verlassen. Die Vegetation bietet Schatten und gewährt ständig tolle Ausblicke.

Aber Achtung: Ziehen in der Nebensaison Nebel oder Wolken auf, geht unbedingt wieder hinunter zum Fluss. Die generelle Richtung zur Cala Luna ist Nordost, der Rückweg also in grober Richtung Südwest.

Aber auch wer nur unterhalb der beeindruckenden, vertikal aufragenden Mauern wandert, hat genug zu sehen und zu tun. Landschaftlich sehr sehr reizvoll, sind wir inmitten von alten Wäldern, unterschiedlichen Gesteinsarten und in der Nebensaison in völliger Einsamkeit unterwegs.

Trekking in der Nebensaison

Die Cala Luna “via terra”, also zu Fuß zu erreichen, ist vor allem in der Nebensaison jede Anstrengung wert. Denn nur dann ist sie wirklich in ihrer ganzen Pracht zu bestaunen – egal ob vielleicht die ein oder andere Wolke darüber zieht oder es gar regnet.

Wilde Wellen am Golfo di Orosei

Wilde Wellen am Golfo di Orosei

Wintermonate (November bis Februar): Wer eine stabile Wetterlage mit sonnigen Tagen erwischt (von denen einige gibt), wird eine traumhafte Wanderung erleben. Mit guter Ausrüstung ist auch die mehrtägige Wanderung dann kein Problem. Wer einmal an einem schönen November- oder Dezembertag hier war, findet genau den einsamen Charme der Insel, den sonst nur Einheimische genießen. Der Held ist, wer daran denkt, eine Thermoskanne Tee oder gar Glühwein mitzunehmen und seinen Mitwanderern in der Cala anzubieten.

Frühling (März bis Mai): Die Wege sind wunderschön, wenn die Natur aus ihrem Winterschlaf erwacht. Die Luft klar, die Temperaturen ideal zum Wandern. Es regnet oft – die Trekkingausrüstung muss also entsprechend angepasst sein. Im späten Frühling kann man baden, im März und April sind das Wasser und die Nächte oft noch empfindlich kalt. Schon ab Mai werden hier von der Seeseite aus  unzählige Touristen herangeschippert.

Sommer (Juni / Juli / August): Der Juni ist ein Monat, in dem man nie weiß, was man bekommt. Manchmal ist es warm genug, manchmal regnet es, manchmal ist es zu heiß. Zu Juli und August hat das schwarze Schaf eigentlich eine klare Meinung, aber es gibt tatsächlich Pro & Contra:

Pro: Für eine Abendwanderung, beginnend mit der untergehenden Sonne, und Übernachtung in der Cala sind die beiden Sommermonate tippitoppi. Auch dann ist man in der Cala Luna zwar selten ganz allein, aber die paar Grüppchen Gleichgesinnter sind sehr erträglich. Nicht selten entsteht eine gemeinsame Runde um ein Lagerfeuer am Strand.

Trekkingpfad mit Baum

Trekkingpfad mit Baum

Contra: Tagsüber im Juli oder August zur Cala Luna zu wandern, ist kurz gesagt, Quatsch. Die Wanderwege haben zwar schattige Abschnitte, aber spätestens ab 30 Grad Lufttemperatur und voller Sonne werden die Steigungen anstrengend. Auch, wer die Einsamkeit der Landschaft schätzt, wird dann damit seine Mühe haben. Insbesondere der Küstenpfad von der Cala Fuili wird auch von Familien mit Kindern und Nicht-Trekkern frequentiert. Man trifft auf den ein oder anderen überforderten oder schlecht ausgerüsteten Wanderer. Und diejenigen, die den Weg an einem nicht so warmen Tag sportlich gehen möchten, sind dann schnell unterfordert. Auch das Ziel, die Cala Luna, ist in der Hauptsaison sehr voll, von ihr ist dann recht wenig zu sehen – wenngleich das der Schönheit des türkisfarbenen Wassers und der ins Meer fallenden Felswände natürlich keinen Abbruch tut.

Herbst (September/Oktober): Manche sparen bewusst den September aus, da sie fast ausschließlich auf deutsche Reisende treffen (aber das gilt für den ganzen Urlaub, nicht nur für die Cala Luna). Das ist ja an sich auch nicht schlimm, aber wer das typisch Sardische sucht und im Urlaub nicht zwingend die Gesellschaft von Landsleuten und den Klang der eigenen Sprache wünscht, für den mag das ein Grund sein, erst im Oktober oder eben im Winter hier zu wandern. Wir würden in den Hauptreisezeiten den Trekkingpfad T 181 (siehe unten, Weg 2 A, B, C) durch den Supramonte wählen – dort ist Weitläufigkeit garantiert. Und der September/Oktober ist (wetterabhängig) eine gute Zeit für Langstrecken- oder Mehrtageswanderungen, ggf. mit Übernachtung im Zelt. Das Wasser ist noch warm genug, um zu baden.

Weitere Informationen und Touren (in italienischer Sprache):

 

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