Seit Beginn des Jahrtausends reise ich nach und durch Sardinien, gewinne die vielfältigsten Eindrücke und erlebe verschiedene Welten.
In all diesen Jahren beobachte ich auch, wie die Insel in der Wahrnehmung von Menschen, Reisebüros, Suchmaschinen, Social Media und künstlichen Intelligenzen (KI) auf einen Teil beschränkt wird: den Sommer in all seiner touristischen Leichtigkeit, die karibischen Strände und einsamen Buchten, das ewig türkisfarbene Meer. Dazu etwas Kulinarik und hübsche bunte Trachten. Mit ganz viel Glück bärtige und traditionsbewusste Männer, schöne und stolze Frauen. Vielleicht gesellen sich noch ein paar Schafe und eine Karnevalsmaske dazu.
Fertig ist das landläufige Sardinienbild – voll von Stereotypen.
Sprich: Alles klingt plausibel und ist bis zu einem gewissen Grad auch wahr. Man wünscht sich aber noch den Geheimtipp, das gewisse Extra.
Und dann geht das Urlaubsvolk halt los und sucht sein Glück in der Perfektion. Man fragt, wo es die „beste Meeresfrüchte-Pasta“ auf Sardinien gibt, welches die „beste Bootstour“ ist, was man alles „unbedingt gesehen haben muss“.
Einige bitten ChatGPT, den Sardinien-Traumurlaub nach ganz bestimmten Kriterien zu entwerfen, damit alles vorstellungsgemäß und optimal verläuft. Das ist natürlich legitim, man hat ja schließlich nur zwei, drei Wochen zur Verfügung.
Doch genau das „Vorstellungsgemäße“ und „Optimale“ ist der Knackpunkt.
Denn die Vorstellung der digitalen Medien von der Insel und die sardische Realität passen nicht zwingend zusammen.
Denn da ist noch diese andere der beiden Welten der Insel.
Die mit einer rigorosen Schlichtheit, einem zutiefst analogen Sein.
Die Welt, die aus einer ganz anderen Zeit geboren ist – und manchmal auch dort stehen blieb.
Die Welt, die an Traditionen festhält, oft gestrig wirkt und allem Fremden und aller Veränderung gegenüber skeptisch ist. Die dabei gleichzeitig zutiefst gastfreundlich ist, und bei näherem Hinsehen offene und zugängliche Menschen hervorbringt.
Die Welt, die mehr mit dem Land als dem Meer verbunden ist.

Das ist dann für Urlauber ein bisschen mühsam, weil unerwartet und vor allem: nicht der Vorstellung entsprechend.
Das Bild oben zum Beispiel zeigt einen schmucklosen Innenhof. Ein Tourist mag denken: „Das hätte man ja auch etwas hübscher gestalten und das Haus mal renovieren können.“
Der wahre Wert liegt aber im Inneren und in der Geschichte – und das Haus ist so wie es ist, perfekt: Es ist das Geburtshaus von Grazia Deledda – der ersten und einzigen Literatur-Nobelpreisträgerin Italiens.
Definitiv in der Zeit stehen geblieben, erlaubt es den Reisenden, dem Leben der Deledda persönlich nachzuspüren. Wer eines ihrer Bücher gelesen hat, durch diesen Teil von Nuoro geht und hier landet, versteht, was ich meine.
Hinter der Fassade steckt oft sehr, sehr, sehr viel mehr, als wir uns vorstellen können. Und als Googles Bert oder ChatGPT uns erzählen.
Natürlich ist KI trotzdem nützlich, uns Informationen zu strukturieren. Um zu verstehen, was es mit Grazia Deledda auf sich hat, kannst du ChatGPT bitten, dir etwas über ihre Romane zu erzählen.
Bedingt durch meinen eigentlichen Beruf (Unternehmenskommunikation) und eine angeborene Neugier bin ich KI durchaus aufgeschlossen gegenüber.
Ich nutze sie im Alltag echt gern – wie auch andere digitale Tools. Dort, wo sie mir die Arbeit erleichtern, dürfen sie das tun. Hab halt keinen Privatsekretär – und den (die) bräuchte ich bei all meinen vielen Projekten und Ideen langsam echt … 😉
Und letztens wollte ich das Dokument eines Professors zu Ausgrabungen im Nuraghen Orroli sichten – das geht (gerade in der Fremdsprache) deutlich besser als mit dem eigenen Kopf. 😅
Und, ja: Die Qualität von KI hat sich in den letzten Entwicklungsstufen rasant verbessert. Mittlerweile kann man ChatGPT sogar nach Sardinien fragen und bekommt nicht nur Absurditäten vorgesetzt.
Auch für meine Artikel und Bücher nutze ich künstliche Intelligenz zur Recherche.
Das Durchforsten vieler Quellen macht sie einfach schneller und besser als ich. Das Schaf schreibt trotzdem noch jedes Wort selbst. Soviel Stolz hat es.
Und es schaut trotzdem genau hin und fragt nach.
Denn die Modelle verarbeiten zumindest in den freien Versionen nur Informationen, die schon da und frei verfügbar sind. Und oft in der Sprache, die man anfragt. Das ist nicht immer vollständig und richtig. Oder einseitig.
Letzteres ist ein Problem – da es bestehende Herausforderungen, die die Insel speziell im Tourismus hat, verstärkt: Der Sommertourismus wird weiter erhöht, Hotspots werden hervorgehoben, Strände, die eh schon voll sind, empfohlen.
Was zu beweisen war:

Besonders schwierig ist, dass ausgerechnet die Cala Goloritzè, ein Strand, der unter Naturschutz steht, eh schon viel zu voll ist und wie weitere Buchten im Golfo di Orosei mit Zugangsbeschränkungen versehen ist, nun auf der Top-Liste vieler Reisender steht.
Mal abgesehen davon, dass die Information falsch ist, man könne die Cala Goloritzè mit dem Boot erreichen. Das darf nicht anlanden. Es geht ausschließlich zu Fuß.
Der kulturelle Teil kratzt sehr an der Oberfläche – und zeigt das Thema aus der rein touristischen Sicht.

Wer nur diese drei Orte plus die Cala Goloritzè besucht, hat Sardinien immer noch nicht kennengelernt.
Vertiefungen gibt es oft nur auf Nachfrage. Und da wird KI wieder spannend.
Mein Tipp: Fragt immer nach, fragt gezielt nach Alternativen. Ignoriert auch das, was ChatGPT automatisch als nächstes tun möchte und stellt eure Frage anders.
Auch hier ein Beispiel: In dem vorliegenden Fall macht die Route, die ChatGPT von sich aus vorschlägt, das Ergebnis nicht unbedingt besser:

Geht man tatsächlich am ersten Tag nach Ankunft an den Strand in Alghero, hat man einiges zu tun, am nächsten Tag zur Cala Goloritzè zu gelangen.
Bittet man ChatGPT noch, ins Eingemachte zu gehen, kann es besser werden – muss aber nicht:


Dass Reisende mit den angebotenen Stopps jetzt richtig gut in Sachen „sardische Kultur“ bedient sind, glaube ich nicht.
Aber okay: Es ist ein Anfang und das Problem gibt’s ja auch mit „normalen“ Reiseführern. Und der Vorschlag gibt sicher ein schönes Urlaubserlebnis für alle, die nicht mehr wollen.
Das KI-Ergebnis hat bei genauem Hinsehen profunde Nachteile:
Im obigen Beispiel müsste man am Tag 3 nach der Wanderung von der Cala Goloritzè (bzw. dem Altopiano del Golgo bei Baunei) erstmal nach Barumini fahren – das sind rund 150 km, viele Serpentinen und kurvige Landstraßen und 2,5 Stunden Fahrt.
Aus meiner Sicht ist das mega kontraproduktiv.
Dem Verständnis der Landeskultur zuträglicher und zudem nachhaltiger wäre, in Baunei zu bleiben, sich im Ort umzusehen, nett essen zu gehen, am nächsten Tag noch einen Nuraghen oder ein Gigantengrab in der Region anzusehen.
Und eben nicht zwanghaft durch die halbe Insel zu gurken und alles, was auf dem Weg ist aus Zeitgründen links liegen zu lassen. Nur, um Su Nuraxi mit hundert anderen Leuten zu sehen.
Denn auch Barumini und Gesturi sind eigentlich nur richtig nett, wenn man Zeit mitbringt und es nicht nur abhakt. Zwei, drei Tage Aufenthalt in der Region wären gut, um wirklich ein kulturelles Verständnis der Insel aufzubauen und mit den Leuten in Kontakt zu kommen. Sicher, die angefragte Urlaubszeit ist nur eine Woche – aber zwei verschiedene kleine Orte, die intensiv erlebt, sind genug. Man kann ja wiederkommen.
Das mal zur Praxis- und Kulturtauglichkeit von ChatGPT.
Ja, es weiß was. Aber es weiß halt nicht alles.
Und es ist definitiv nicht besser, als sich mit einer Sardinien-Karte, einem Reiseführer und einem Glas Rotwein abends aufs Sofa zu setzen und den Urlaub selbst auszutüfteln. Und ob eine KI das echte, eigene Erforschen und die Freude des Erlebens vollständig ersetzen kann? Für mich nicht.
Richtig gut finde ich persönlich die Tipps auch nicht. Es sind halt die „üblichen Verdächtigen“.
„Gut“ definiere ich natürlich aber von dem aus, was ich bereits aus 15 Jahren Reisen über die Insel weiß (und das ist nicht wenig) und mit meinen eigenen Ansprüchen ans Reisen (kulturnah, naturnah, authentisch).
Aber genau das meine ich: Die wirklich wertvollen Informationen und Tipps bekommst du auf Sardinien immer noch von Menschen, die sich auskennen. Zuvorderst von Sarden. Oder von Leuten, die sie gefragt haben. Und das hat ChatGPT leider nicht.

Googles KI-Zusammenfassung ignoriere ich fast immer und schau lieber selbst durch die Suchergebnisse. Das ist einfach so gut oder eben mäßig wie Google selbst. Außerdem schadet es gar nicht, das Hirn zwischendurch mal selbst anzustrengen.
Wenn es um die sardische Kultur geht, hat KI arge Schwächen und muss direkt mit der Nase drauf gestoßen werden.
Sprich: Man muss sich schon etwas auskennen oder die richtigen Fragen stellen und die KI herausfordern.
Natürlich hat es auch ganz viel Sinn, sich auf eine Reise vorzubereiten – und warum sich nicht dabei helfen lassen?
Doch eins kann ich dir mitgeben: Rechne damit, dass die Welt vor Ort etwas anders aussieht.
Gerade auf einer Insel, die nicht durch-technologisiert ist und auf der immer noch alles etwas langsamer und manchmal auch sehr analog läuft, kommt KI an ihre Grenzen.
Zwar lassen ChatGPT & Co. alles sehr leicht erscheinen (und das ist ein Vorteil, weil man sich vorab keinen großen Kopf macht). Doch sie lassen vor allem eine Komponente außer acht: das wirklich wahre Leben.
Oder anders:
KI, Google & Co. versagen da, wo der ruppige, liebenswerte, sardische Schotterweg anfängt 🥰
Gerade bei Outdoor-Aktivitäten ist die Online-Welt mit Vorsicht zu genießen.
Dann findet man vielleicht einen Wanderweg, der auf dem Handy ganz toll aussieht, die gewünschte „Optimierung“ mit KI zu einem kürzeren Rundkurs führt aber dann über Wildschweinpfade und sorgt dafür, dass du dich fast verläufst (so gerade Freunden passiert).
Und dann wird’s plötzlich unkomfortabel.

Oder man stellt vor Ort fest, dass dort, wo es so aussieht, als gelange man total easy an eine Bucht im Supramonte: Der intensive Trekkingpfad führt immer weiter hinauf … die sardische Sonne brennt anders als die in Mecklenburg-Vorpommern … man hätte doch statt der Trekkingsandalen die anderen Schuhe nehmen sollen … die empfohlenen zwei Liter Wasser sind erst f**ing schwer zu tragen und dann sehr schnell leer … und dann steht man leider 500 Höhenmeter oberhalb der Bucht auf einem Berg, weil es gibt gar keine Schilder … Man ist schon total fertig, hat locker zwei Stunden Rückweg vor sich und noch keine einzige Minute gebadet.
Das kann frustrieren. Muss es nicht, weil der Ausblick und der Weg allein rasend schön sind. Ist aber dem Touri an sich alles schon passiert, inklusive Verlaufen auf dem Rückweg mit ausrückendem Suchtrupp.
Andere entdecken vor Ort, dass das superschön aussehende Hotel doch zu einer kontinentalen Hotelkette gehört – und gar nicht das kleine feine, sardische Familienhotel ist, das man sich eigentlich dachte, ausgesucht zu haben.
Das obligatorische Hirtenessen macht man dann mit 50 anderen Touristen und das hat mit dem eigentlichen pranzo pastore nicht mehr so rasend viel gemein hat. Immerhin, ein echter Schäfer ist da. Mehr als man erwarten konnte.
Und am Ende liegt man dann doch wieder mit 1000 anderen am gleichen Strand, weil das alles so anstrengend ist und der Plan von ChatGPT doch nicht so ganz geschmeidig ist (O-Ton aus dem Dialog von oben: „Eine Woche ist perfekt, um Sardinien intensiv, aber entspannt zu erleben.“).
Man isst im Agriturismo Pecorino-Käse und trinkt einen Cannonau, und denkt: Das war also Sardinien.

Klare Antwort: Nein, das war es nicht. Das wirklich wahre Sardinien hast du immer noch nicht gesehen. Und vor allem nicht erlebt, wie entspannt sie wirklich sein kann
Da gibt es nämlich noch die andere Seite der Insel.
Eine, die gar nicht so sehr in den Quellen der KI vorkommt. Die all diese ganz wunderbaren Dinge umfasst, die eine KI nicht findet – weil viele wunderbare Kleinbetriebe eben nur analog existieren und digital gar nicht präsent sind.
Oder weil man um einen ganz grandiosen Abendblick im Supramonte zu bekommen, eben dort zur richtigen Zeit auf einen Schotterweg abbiegen und nicht gerade auf dem Weg vom Top-Strand zum Top-Nuraghen ist und seine KI-generierte To-Do-Liste abhaken muss.

Aber genau darum gibt es das schwarze Schaf, diesen Blog und mein Buch.
Und vielleicht gefällt euch das ja auch. Auch wenn es definitiv ein Gegenentwurf zur KI, nämlich zum Selbstlesen und -planen gemacht ist.
Es ist dazu gemacht, Welten zu verbinden.
Damit meine ich hier die unterschiedlichen Weltbilder, die von Sardinien existieren: Das Bild von der Insel, das von den Menschen wahrgenommen wird und das Sardinien der Einheimischen.
Es ist die erklärte Mission des schwarzen Schafs, das hier blökt und bloggt, daraus ein harmonisches Gesamtbild zu machen.
Denn natürlich sind die Küsten ein Teil der Insel – wie könnte es auch anders sein. Sie betrachte ich in Blog und Buch aber eher als Lebensraum für Flora und Fauna, und weniger als unseren privaten Vergnügungspark. Wer also Tipps für die besten Beachpartys sucht, braucht einen anderen Reiseführer (da gibt es ja ein paar, und die sind auch nicht schlecht).
Sardinien beherbergt eine enorme Vielfalt, von der ich hier gern erzähle. Landschaftlich, kulinarisch und natürlich mit Blick auf Aktivitäten. Doch vor allem kulturell.
Kulturelle Unterschiede sind jedoch einigermaßen schwer zu überwinden. Gerade wenn Tourismusindustrie und Social Media uns weismachen wollen, dass Sardinien genau das ist, was wir vordergründig sehen.

Ich versuche es trotzdem und erzähle dir in den Beiträgen meine erlebten Geschichten von Sardinien. Ganz ohne KI. Ich zeige dir das, was mich begeistert hat.
Vielleicht inspiriert es dich, es selbst zu erleben zu wollen 🙂
Der Spagat zwischen dem landläufigen Sommer-Sonne-Strand-Tourismus und dem, was Sardinien im Kern ausmacht, kann zuweilen wirklich schwierig, intensiv und fordernd sein.
Oft bekomme ich von meinen Kritikern auf die Nase, ich sei ja selbst mit schuld am Problem, das wär ja alles ein Influencer-Quatsch und das brauche kein Mensch. Das könnt ihr gern denken.
Ich glaube, mit dem schwarzen Schaf wirklich vorsichtig zu sein und es nicht zu übertreiben. Ich weiß, dass ich mit diesem Blog weder reich werde noch eine ausufernde Reichweite habe. Das ist alles immer noch echter Spaß an der Freude.
Und wenn ich mal ein paar Wochen nichts poste, wäre das Gift für andere Blogger. Ich bekomm dann keine hektischen Pickel, sondern hab halt gerade was anderes um die wolligen Ohren, das sich Leben nennt.
Und wie man es macht, ist es ja eh verkehrt: Behält man einen Geheimtipp für sich, laufen alle zur Mainstream-Destination, die dadurch nur noch voller wird und leidet.
Veröffentlicht man den Geheimtipp, ist er bald keiner mehr und wird selbst stärker frequentiert. Siehe ChatGPT.
Gerade bei Küstenzielen ist das Posten eines Fotos der „kleinen geheimen Bucht“ und ein unreflektierter Tipp zur Cala Goloritzè kontraproduktiv. Finde ich auch.

Deswegen versuche ich, genau das zu tun: reflektieren, differenzieren, immer so viele Informationen wie möglich mitliefern.
Dieser Blog arbeitet defintiv anders und stimmt nicht um der Reichweite willen und für ein paar extra Follower in den „Ooooooooh das ist alles so traumhaft, ich liiiiebe Sardinien!!!“-Tenor mit ein. Hier wird kein Algorithmus bedient. Wenngleich ich mir Mühe gebe, dass die Informationen trotzdem von den wirklich interessierten Menschen gefunden werden – sonst könnte ich mir diesen ganzen Kram hier auch sparen (hab mehrere Male drüber nachgedacht).
Ich fürchte, einen Tod muss man sterben.
Und gerade bei Destinationen im Hinterland halte ich mich sicher nicht zurück und poste sie (bis auf einige wenige Ausnahmen, oft aus Gründen des Naturschutzes).
Denn die Idee dieses Blogs ist auch, dass das Hinterland von dem touristischen Interesse profitiert.
Wenn also mal eine Busladung Touristen in das kleine Dorf einfällt, in dem ich auch gerade weile – so what, bitte schön! Das darf so sein.
Das gurkt mich zwar im Einzelfall auch manchmal an, aber der Agriturismo ist eben ausgebucht und dann ist das fein mit mir und ich freu mich für die Betreiber.
Darum reise ich ja vorwiegend in der Neben- und Nichtsaison, damit mich das eben nicht angurken muss und ich mir meine Lieblingsorte nur mit ein paar verstreuten Individualurlaubern teile.
Aber selbst wenn an einem Tag mal in einem kleinen Dorf ein Bus ankommt: Ich find’s gut! Meist bleibe ich eh 2-3 Tage da und bin mit den Leuten vor Ort beschäftigt oder gehe im Umland wandern. Dann bin ich sofort wieder in meiner Wohlfühlzone.
Selbst Orgosolo mit seinen Murales – mittlerweile eine Touridestination par excellence – ist in der Nebensaison, sehr angenehm. Ich mach einfach tagsüber ’ne Wanderung und schau mir die Murales bei einem Abendspaziergang durchs Dorf an, geh dann noch nett essen.
Nichts einfacher als das – wenn man bleibt. Nur so entdeckt man das wahre Sardinien.

Mit Zeit und Aufgeschlossenheit entdeckt man dann sogar im hintersten sardischen Dorf noch viele Alternativen zur Beschäftigung und die ein oder andere spannende Geschichte.
Darum wird es in meinem nächsten Sardinienbuch auch wieder nicht um eine optimale Reiseroute gehen – sondern um das eigene, natur- und kulturnahe #Reiseerlebnis auf der Insel im ganzen Jahr, abseits der ausgetretenen Pfade.
Und da kommt ihr wieder ins Spiel.
Je interessierter, umsichtiger, freundlicher, respektvoller und nachhaltiger wir mit unserer Lieblings-Reise-Destination Sardinien umgehen, desto zugänglicher wird sie und besser geht es ihr.
Also: Einfach öfter mal hinter die Strandfassade blicken, sich umsehen und die andere Sardinien-Welt entdecken. Und nie übertreiben, das wär noch ganz wichtig.
Begreifen wir uns einfach immer als Gäste! Richten wir keinen Schaden an und bewegen wir uns im Einklang mit den lokalen Gepflogenheiten.
Dann wird der Tourismus in einem gesunden, wünschenswerten Ausmaß der Insel und uns selbst gut tun.
Das als kleiner Gedankenanstoß für einen schönen Urlaub!
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Margarete Fritsch- HOFER
1. Februar 2026 at 19:05großartige Sichtweise.Danke für Alles was du teilst.