Dies ist vielleicht der allerwichtigste Tipp des Sommers auf Sardinien: Strandsand und Muscheln von Sardiniens Stränden mitzunehmen ist verboten und steht unter Strafe (die empfindlich hoch sein können – je nach Menge des geraubten Sandes und Einsichtigkeit des Sanddiebes).

Inselweit verboten: Strandsand klauen

Der Codice della Navigazione (articolo 1162) sagt: „Chiunque estrae arena, alghe, ghiaia o altri materiali nell’ambito del demanio marittimo o del mare territoriale ovvero delle zone portuali della navigazione interna, … è punito con la sanzione amministrativa del pagamento di una somma da euro 1.549,00 a euro 9.296,00.

Grob übersetzt: Wer Strandsand, Algen, Sand oder anderes Material aus dem marinen Staatsbesitz oder den Küstenzonen oder den Hafenzonen entfernt, wird mit einer empfindlichen Geldstrafe belegt. Wenn einer nicht der Natur zuliebe auf Muscheln verzichtet: Vielleicht ist ihm der Geldbeutel ja näher.

Und jetzt bitte nicht aufregen über die Höhe der Strafe. Es ist total einfach, nicht von der Strafe betroffen zu sein! Einfach nix mitnehmen – schon bist du auf der sicheren Seite.

Eine Insel, die von ihren Stränden lebt, MUSS hohe Strafen verhängen. Das geht gar nicht anders. Die Zerstörung des Lebensraumes ist einfach hohen Schadenersatz wert. Denn im Endeffekt ist Strandsand mitnehmen nichts anderes – es ist nur vielen egal, weil es nicht ihr eigenes, ganzjähriges Zuhause ist.

Warum? Sand am Meer gibt’s doch genug?

»Warum? Sand am Meer gibt’s doch genug?« fragt ein Urlauber das Schaf. »Ist das so schlimm?« Boh. Da regt mich schon die Frage auf …

Also, wenn es nur einer an der Costa Rei wäre, vielleicht nicht. Aber man kann es ausrechnen: Jährlich kommen etwa 12 Millionen Sommertouristen zwischen Juni und September. Nimmt davon jeder zehnte jeweils einen Liter Sand mit, sind das 1,25 Millionen Liter oder 1.250 Kubikmeter, die jährlich die Insel verlassen. Selbst wenn es nur jeder hundertste wäre, wäre das noch zu viel.

Sand am Meer: da gehört er hin

Denn was das auf lange Sicht mit den Küsten macht, stellen sich nur wenige vor. Leider. Es sind vor allem die kleinen Strände, die leiden: Wie viele Leute meinen, ein Sand-Souvenir aus Cala Goloritzè oder ein Stück Lu Impostu mitnehmen zu müssen …

Was das zum ersten Touristenboom auf Sardinien mit der Spiaggia Rosa auf Budelli angerichtet hat, dürfte bekannt sein (kannst du im Zweifel auch nochmal in diesem Artikel nachlesen).

Das Meer braucht den Sand und die Muscheln mehr als du.

Das Meer braucht den Strandsand und die Muscheln – auch die nicht mehr lebenden! – für seinen Kreislauf.

An den Stränden gibt teilweise schon mehr Plastik als Muschel, also lasst die natürliche Substanz doch einfach da, wo es ist. Jedes Gramm ist enorm wichtig für das eh schon gestörte Gleichgewicht der Natur.

Und wofür brauchst du den Sand? Zur Deko auf dem heimischen Klo?

Ernsthaft? Strandsand als Klodeko? Notwendig?

Als Erinnerung? Sind die nicht etwas komplett un-anfassbares?

Keine Ausnahme, keine Gnade

Nützt nix: Wer am Flughafen mit ner Buddel voller Strandsand erwischt wird, zahlt. Auch im Aufgabegepäck hat der nichts zu suchen. Die Sicherheitsleute auch hinter den Kulissen sind gut geschult und wissen, wie die Dinger im Gepäck aussehen.

Und glaubt mir: Die Ausrede, das hätten die Kinder in die Schuhe getan kennen die auch schon – das Argument zählt nicht. Kinder können vor Ort mit dem Sand zum Sandburgenbauen noch viel mehr damit anfangen.

Besser: Sand am Strand lassen und Burgen bauen

Wer sich besonders schlau wähnt und denkt, er sei ja mit dem Auto da, und auf der Fähre wird er nicht erwischt, ist einfach nur ein Vollpfosten. Mal abgesehen davon, dass die Kontrollen auch an den Fähren zunehmen – aus gutem Grund.

Häng dir lieber ein schönes Foto von deinem Lieblingsstrand als Poster auf -davon habt ihr beide mehr: du und die Natur!

Pan di Zucchero – Spiaggia di Masua

DANKE!

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