Ich hörte schon so oft von dem »stazzu tipico gallurese«, dem typisch galluresischen Landhaus, und irgendwann siegte die Neugier. Ab in und quer durch die Gallura! Ich fange im Norden an: Die Gegend heißt Valle Lettu d’Ita. Das heißt soviel wie »Wiege des Lebens«, weil das Tal so fruchtbar ist. Lauter kleine Hinweisschilder an der Straße hinter dem kleinen Dorf San Pasquale in der nördlichen Gallura tragen die Bezeichnung »Stazzu« und Namen wie »Ghjuannineddu«, »L’Avru de l’Olzu«, »Lu Pontareddhu« und »Lu Rinagghjolu«.

Eines der Schilder lockt mich auf ein privates Grundstück … das Tor steht offen, der Tag ist freundlich … ich hoffe auf einen ebenso freundlichen Hausbesitzer.

(Anmerkung der Redaktion: Dieser Artikel wurde erstveröffentlicht im Juni 2013 und aktualisiert 2019)

Stazzu oder stazzu, das ist hier die Frage …

Ich treffe Mario. Ob das hier ein »stazzu gallurese” wäre, frage ich ihn, und ob er mir dazu etwas erklären könnte und ob ich es fotografieren dürfe. Er beäugt mich erstmal. Oha. Bin ich zu direkt? Hätte ich doch nicht aufs Grundstück gehen sollen? Schnell sage ich noch, dass ich das Haus nur von außen sehen will – die Privatsphäre wird selbstverständlich respektiert und gebe ihm meine Visitenkarte vom schwarzen Schaf. Der Hund kommt näher. Die Frau erscheint in der Tür. Ich will ja echt nicht stören. Nur gucken …

Mit sehr warmer und freundlicher Stimme sagt er dann, er hätte ein bisschen Zeit. Wir gehen ein paar Schritte zusammen. Seltsamerweise vom Haus weg. Er zeigt mir sein Grundstück. Das ist recht was groß …

Wir erklimmen einen Hügel, auf dem ein paar sehr hübsche, neu gebaute Häuser stehen. Davor eine Aja. Was das ist, dazu gleich mehr.

Stazzu, alt und neu
Stazzu gallurese: alt und neu in einem Gebäude

Und während Mario tatsächlich erzählt, fällt bei mir langsam der Groschen. Mir wird klar, warum er erst gezögert hat. Denn sein stazzu ist nicht bloß ein Haus. Es umfasst auch das Land, das das Wohnhaus umgibt, die Nebengebäude und die landwirtschaftlichen Einrichtungen.

Ich habe ihn also – ohne es so zu meinen oder zu wissen – gebeten, mir sein Anwesen zu zeigen. Das ist so ähnlich als würde ich einen holsteinischen Bauern bitten, mir seinen ganzen Betrieb und Ländereien, die er besitzt, zu zeigen. Das dauert natürlich ein Weilchen und Mensch hat ja eigentlich zu tun …

Ich entschuldige mich bei Mario hundertmal und sofort erhellt sich sein Gesicht und der bisher etwas reservierte Mann wird zu einem Sonnenschein, klopft mir auf die Schulter, sagt »Figurati!”«, was so viel heißt wie »Mach dich gerade!« und im übertragenen Sinne: Das sei überhaupt kein Problem!

Wie so oft auf Sardinien bedarf es nur einer kleinen Freundlichkeit, einer Geste des Respekts und des Verstehens, damit die Menschen von Jetzt auf Gleich auftauen und ins Plaudern geraten. Und er plaudert sehr viel.

Das erste, was ich lerne: Es gibt kein »stazzu« (das Haus) ohne ein »stazzu« (das Land). Wohl aber ein »stazzu« (das Land), auf dem gar kein »stazzu« (das Haus) mehr steht. Alles klar?!

Stazzu gallurese
Stazzu gallurese in der Nähe von San Pantaleo

Ein stazzu meint also nicht immer nur ein Haus, sondern eben manchmal auch einen Hof, einen landwirtschaftlichen Betrieb mit Weide- und Ackerland – in aller Ursprünglichkeit und Schlichtheit.

Die stazzi (Mehrzahl von »stazzu«) waren die Zentren des Lebens. Arbeiten, Essen, Schlafen – das Leben mehrerer Menschen fand quasi in einem Raum statt, häufig waren die Schafe und Kühe in einem angebauten stall untergebracht.

Der Traum vom Stazzu

Nicht wenige wollen ein stazzu haben, wenn sie eins sehen. Wenige allerdings verkaufen ihren Schatz. Einige verkaufen aus Geldmangel vielleicht das Land, behalten aber den Teil, auf dem noch das Haus steht. Oder anders herum.

In dem Fall ist beides auch ein Stazzu: das eine das Haus, das andere eben das Land – für agrarwirtschaftliche Zwecke. Darauf darf dann üblicherweise auch nicht oder nur ein stazzu gallurese gebaut werden oder der künftige Eigner muss eine azienda agricola anmelden – also das Land tatsächlich als Acker- oder Weideland nutzen.

Durchschnittlich gehören zwischen 50 und 100 Hektar Land zu einem Stazzu in der Gallura, bei einigen auch deutlich mehr. Das bedeutet: Ein stazzu, selbst wenn es nur eine Ruine ist, ist nicht unbedingt zum Schnäppchenpreis zu haben.

Renovierte Häuser in guter Lage sind umso mehr gefragt. Haben sie dann üblicherweise tatsächlich viel Land um sich herum, bewegt sich der Preis – speziell im Hinterland der Costa Smeralda oder hat das Haus / der Bauplatz Meerblick – auch gern mal in Richtung der Million. Tendenz darüber hinaus.

Stazzu e mare, Aglientu
Stazzu mit Meerblick bei Aglientu: Wenn du so ein Projekt angehst, dreht das im Zweifel dein Leben mehr auf links als du ahnst!

Beim Immobilienkauf also Augen auf. Wer im Vorbeifahren die ein oder andere Ruine entdeckt und darin schon das Traumhaus mit Meerblick wähnt, hat im Zweifel mehr Arbeit und Lebensumwälzung vor sich, als er oder sie sich träumen lässt … Sardinien wird an der Stelle sehr gern mal unterschätzt (Randnotiz: Wusstest du, dass das schwarze Schaf zur Orientierung auch Auswanderer-Coaching anbietet? Schau mal hier …).

Aber weiter mit dem “Kulturgut stazzu gallurese”.

Das typische Haus der Gallura: das »stazzu gallurese«

Der Einfachheit halber, und weil ich mir auf meiner Tour vor allem Häuser angesehen habe, verwende ich nachfolgend stazzu primär als Begriff für das Hauptgebäude – weil es sich auch unter den Einwohnern der Gallura so eingebürgert hat.

Stazzu di Monte Ruiu
Stazzu di Monte Ruiu (Foto: www.escursionigallura.it)

Also, mit Stazzu ist zwar nicht nur, aber kann auch ein Haus gemeint sein. Und Allerdings ist nicht jedes Landhaus, das in der Gallura steht, ein Stazzu. Und was macht ein Haus nun zu einem »echten« stazzu gallurese?

Ein typisches stazzu gallurese ist recht leicht zu beschreiben, und auch leicht erkennbar.

  • Das Haus hat eine sehr schlichte, rechteckige und zweckmäßige Form – es sieht eher aus wie ein Stall.
  • Die Mauern sind aus Granitfelsen der Region errichtet und mit Lehm verfugt.
  • Die Steine sind naturbelassen.
  • Pro Zimmer gibt es ein kleines Fenster an der länglichen Seite.
  • Die Eingangstür ist auch an der länglichen Seite, die kurzen Seiten sind geschlossen.
  • Die Häuser haben ein Spitzdach, manche sind asymmetrisch.
  • La Casa Manna – “das große Haus”: Das ursprüngliche Stazzu hat nur ein großes Zimmer.
  • Lu Foghju – “das Feuer”: Die Feuerstelle (auch genannt “la ziddha a meza casa” – das Licht in der Mitte des Hauses) befand sich in diesem Hauptraum. In einigen Fällen wurde die Feuerstelle an die Außenwand gelegt, dort wird sie “lu furru” genannt.
  • Früher war das Zimmer sehr praktisch und spartanisch, nur mit Tisch, Stühlen (“balastragghju”) und einem großen Schrank, eingerichtet.
  • L’appusentu: Das ist der direkt angrenzende Stall oder Vorratsraum, der zu jedem Stazzu gehört.
  • La cambara: Wer noch Nebengebäude hatte, hielt seine Tiere dort und nutzte l’appusentu zum Schlafen – dann nennt man diesen Raum “la cambara”.
  • Lu palazzu: Wird ein originäres Stazzu nicht in der usrprünglichen Form erweitert (also z. B. durch ein zweites Stockwerk), nennt man es fortan “Palazzo”. Das ist allerdings nicht bei jedem Haus und in jeder Gemeinde gestattet.
  • Die verwendeten Materialien für Türen, Fenster und Dachstühle sind ebenfalls typisch für die Gallura: Ginepro (Wacholderbaum), Canne (Rohr / Schilf) und Quercia (Steineiche).
La casa manna, innen
La casa manna. Auch heute wohnen viele Menschen in der Gallura noch sehr schlicht.

Die »stazzi« wurden im Laufe der Zeit immer größer: Wer es sich leisten konnte, baute an den Stirnseiten weitere Zimmer an.

Einzelne stazzi wurden auch gleich größer errichtet, aber immer in dem gleichen Grundprinzip: sehr schlicht, sehr zweckmäßig. Kleine Fenster dicke Steinwände hielten den Wind und Wetter draußen und die Wärme des Feuers drinnen.

Wer einmal in der Gallura in der Nebensaison Urlaub gemacht hat, weiß, dass das gerade wenn der stürmische Maestrale draußen wütet, sehr viel Sinn hat.

Hübscher, teilrenovierter Stazzu
Hübscher, teilrenovierter Stazzu – in der Grundstruktur unverändert

Viele der alten Häuser werden im Rahmen einer Restaurierung mit Farbe getüncht. Das kann man verstehen, ist aber für viele bereits der erste Eingriff in die Echtheit. Der graue Granit soll ursprünglich bleiben.

Doch der Trend ist kaum aufzuhalten. Gerade die nicht-galluresischen Eigner, die es romantisch-charmant finden, ein solches Haus als Feriendomizil in der idyllischen Landschaft zu besitzen, scheuen keine Veränderung und keinen Aufwand, das Haus nach ihren Bedürfnissen zu gestalten.

Der heutigen Wohnkultur entsprechen zum Beispiel große Fenster, hellere und flexibel nutzbare Räume, eine grundsätzlich andere Raumaufteilung mit Küche, Bad und mehreren verbundenen Räumen. Und nicht zuletzt so praktische Dinge wie Wärmedämmung und Heizung.

Privater, voll renovierter und umgebauter Stazzu
Privater, voll renovierter und umgebauter Stazzu

Das sehen manche als Angriff auf das galluresische Kulturgut und nennen das als Grund, warum es heute kaum noch echte Stazzi gibt.

Wie echt es bleiben muss, ist die Frage, denn oft entstehen aus verlassenen Häusern zuweilen wahre Schmuckkästchen, in denen es Freude macht, zu leben, während andere langsam vor sich hin rotten.

Und auch das mit dem galluresischen Kulturgut darf man auch zwinkernd-lächelnd hinterfragen, denn das Stazzu ist:

Ein korsisches Erbe

Richtig gelesen, das “stazzu gallurese” ist keine typisch galluresische oder gar sardische Angelegenheit (in anderen Teilen Sardiniens findet man sie gar nicht). Tatsächlich ist die Bauweise korsischen Ursprungs.

Stazzu: korsischen Ursprungs
Stazzu: korsischen Ursprungs

In Korsika bezeichnete man als “Stazzu” (frz. auch “Bergerie” genannt) ein frei stehendes Haus, das als Unterkunft der Hirten und Schafe diente. Der Ausdruck “stazzu” stammt aus dem Lateinischen, von “statio”, das bedeutet auch “Station” und bezeichnete früher einen Bauernhof oder das Wohnhaus des Bauern.

Die Stazzi auf Korsika stehen übrigens allesamt unter Denkmalschutz – das sagt einiges, aber zum Glück nicht alles über die Wertschätzung der Sarden für ihre alten Höfe.

Die Häuser, bzw. die Bauweise, fanden ihren Weg nach Sardinien im 17. Jahrhundert. Etwa vom 15. Jh. an war Sardinien die Goldkammer von Piraten. Auch die Gallura hatten sie geplündert und die Einwohner vertrieben.

Zur gleichen Zeit, als die Piraten sich andere Ziele suchten, verließen einige korsische Familien – teils aus politischen Gründen, teils wegen familiärer Fehden und Streitigkeiten – ihre Heimat.

Korsische Bauweise mit Granit und Felsen der Gallura
Korsische Bauweise mit Granit und Felsen der Gallura

Über das Meer gelangten sie in den nun unbewohnten, wenngleich schwer zugänglichen Norden der Nachbarinsel. Hier fühlten sie sich sicher, ließen sich nieder und gründeten Familien.

Und: Sie bauten die Häuser mit dem Granit der Gallura, aber nach dem ihnen bekannten, korsischen Vorbild. Sie brachten übrigens auch die Sprache mit: Das »Gallurese« ist eine Variante des Korsischen und ähnelt sehr dem Dialekt der rund um Sartene auf Korsika gesprochen wird.

Aber: was seit immerhin vierhundert Jahren einen festen Platz hat, darf durchaus auch als galluresischer und damit sardischer Kulturschatz gewertet werden.

Landleben in der Gallura – »la vita rurale«

Zurück zu den Stazzi. Wegen der natürlichen Gegebenheiten in der Gallura lagen die Höfe weit voneinander entfernt, in unterschiedlichen Tälern. Aus diesem Grund musste ein Hof alles zum Leben Notwendige selbst erwirtschaften.

Landleben in der Gallura
Landleben in der Gallura

Es gab allerdings auch eine Art “Arbeitsteilung” unter mehreren stazzi, genannt “la cussogghja”: Geografisch zusammenhängende Höfe bilden eine soziale Einheit, ein Art Bund zur gegenseitigen Hilfe, Versorgung und Zusammenarbeit: Der eine hielt Vieh, der andere baute Korn an.

So teilte man sich die harte Landarbeit, und nicht selten verband die Menschen eine sehr enge Freundschaft, die so stark war wie familiäre Bande.

In der Gallura dominierte schon immer das Landleben – es ist untrennbar mit dem Stazzu und seinen Menschen verbunden.

Die Nutzung eines Stazzu als reines Wohnhaus ist ein Phänomen der Neuzeit – der ursprüngliche und Jahrhunderte alte Zweck war die Landwirtschaft.

Als irgendwann in den sechziger Jahren der Tourismus an der Costa Smeralda Einzug hielt (siehe unseren Artikel Vecchia Costa), lief er der Agrarwirtschaft innerhalb weniger Jahrzehnte den Rang ab.

Das änderte aber nichts an der Einstellung der Galluresen zu ihrem Land, und so lebt man heute in kleinerem Rahmen von dem, was das Stazzu hergibt – ob nun aus der Ziegen-, Rinder- oder Schafhaltung oder aus dem Getreideanbau.

Wir stehen auf dem Hügel “l’Avru de l’Olzu”, das heißt soviel wie “Berg von Gerste” und beschreibt, dass hier Korn angebaut wurde. Das musste weiterverarbeitet werden – und damit sind wir wieder bei der Aja.

Die »Aja« – der Korndreschkreis

Eine Aja (oder Aia) ist ein riesiger, aus kleineren Felsen errichteter, etwa 30, 40 cm hoher Kreis mit ca. 25 Metern Durchmesser. Auf ihr wurde in früheren Zeiten das geerntete Korn zum Dreschen ausgebreitet.

Aja: Hier wurde das Korn gedrescht
Aja: Hier wurde das Korn gedrescht

Es gibt nicht mehr viele dieser Ajas, die meisten sind zerfallen, von Macchia überwuchert oder nur noch rudimentär erhalten.

Die Aja von Mario ist in sehr gutem Zustand, weil er sich um ihren Erhalt kümmert. Hier wird natürlich längst kein Korn mehr gedroschen. Vielmehr dient sie als wunderbare Sonnenterrasse und Spielplatz für die Hunde.

Das Stazzu und der Tourismus

Der sogenannte “agro-pastorale” also der landwirtschaftliche Zweck ist Mario als gebürtigem Gallureser hingegen in die Wiege gelegt. So plant er eine Art Agriturismo für Feriengäste, die mit ihrem Zelt in freier Natur als Selbstversorger leben wollen.

Lebens- und liebenswert
Lebens- und liebenswert

Er legt gerade einen kleinen Obst- und Gemüsegarten an, und bereitet auf seinem Land kleine Nischen zwischen den Felsen vor, in denen man sein Zelt aufstellen kann. Die Natur mit ihren Steineichen und großen Granitfelsen bildet den Rahmen. Und so wohnt man schließlich wie in einer Art großem Zimmer unter freiem Himmel. Noch muss die italienische Bürokratie überwunden werden, aber die Anstrengung ist es wert, das ist eine echt schöne Idee!

Noch heute sind einige Agriturismi in der Gallura auf diesen alten Ländereien und in einem echten Stazzu untergebracht – so zum Beispiel der Agriturismo Canu.

Er liegt auf einer Hochebene, etwa acht Kilometer östlich von Luogosanto, inmitten reiner Natur, mit herrlichem Blick auf den Monte Limbara und den Stausee Lago Liscia. Das Haupthaus ist gut 200 Jahre alt und aus galluresischem Granit erbaut.

Der Agriturismo versorgt sich und seine Gäste fast vollständig selbst. Auf dem Land weiden Schafe, ein großer Gemüsegarten und auf die eigene Wurst- und Schinkenproduktion ist man besonders stolz.

Usrprünglich aus Fonni stammend, haben die Besitzer die sprichwörtliche sardische Gestfreundschaft hier wärmstens etabliert. Wir durften sie erleben, als wir 2011 mit ihnen die Schafschur, die Tosatura (Artikel auf pecora-nera) feierten.

2012 brannte das Haus jedoch vollständig aus und musste mühevoll restauriert werden. Die dicken Grundmauern haben das schlimme Ereignis überstanden, und jetzt ist im Canu zum Glück fast wieder alles beim alten. Natürlich sind Gäste jederzeit herzlich willkommen.

Agriturismo Canu
Agriturismo Canu

Das Stazzu und seine Zukunft

Heute findet man alles in der Gallura: Von der Ruine, über uralte Häuser kurz vor dem Verfall und restaurierten Stazzi, bis zum modernen Nachbau.

Wahr ist: Das originale, gut erhaltene Stazzu ist eine Seltenheit. Ob nun korsisch oder galluresisch – das “stazzu gallurese” mit Haupthaus, Nebengebäuden und weitläufiger Landschaft ist schützenswertes Kulturgut.

Du möchtest Urlaub in einem stazzu gallurese machen? Kein Problem! Die nachfolgenden Anbieter hat das schwarze Schaf (noch) nicht alle persönlich oder von Freunden ausprobiert, die “schaferprobten” sind mit (x) markiert. Die anderen stehen aber nicht zufällig auf der Liste und das Schaf hat eine ganz gute Schnüffelnase … 😉

  • Agriturismo Canu, Luogosanto (x)
  • B&B Stazzu Gallurese, Marina di Portisco
  • Stazzu Chivoni, Luogosanto (x, Marzia ist super nett, und hat auch einzelne Häuser, ideal für eine Auszeit, Selbstversorger oder Familien)
  • Stazzu Coiga, Aggius
  • Stazzu Giasti, Aglientu (x)
  • Casa Tarrantula, San Pantaleo (x, ein restrukturiertes stazzu, jetzt eher ein palazzo, aber ein schönes Beispiel, was man mit Geschmack und Kreativität aus einer antiken Struktur machen kann)
  • Ca La Somara, San Pantaleo (x, die Struktur ist quasi aus einem alten stazzu heraus und drumherum gewachsen, alles ist schön angelegt, die Gastfreundschaft wunderbar, sehr nette entspannte Leute)

Wer unsere Tour nachfahren will, startet hinter Palau, fährt Richtung Santa Teresa, biegt nach San Pasquale ab, fährt quer durchs Dorf hinaus ins Valle Lettu d’Ita, geradeaus weiter durch das Valle di Mela, nach Rena Majore, dort links ins Hinterland und folgt den Schildern bis nach Aglientu. Ein anderer weg führte uns von San Pantaleo über Olbia nach Telti und Monti – dort muss man die stazzi dann langsam wirklich suchen.

Hier die vielen Impressionen unserer Tour durch die Gallura zu den “stazzi gallurese”:

1 Comment

  1. Sigrid Hering

    21. November 2019 at 02:18

    ach. schön! mal mehr über die stazzi zu lesen war spannend!
    ich hatte mal eins in der vermietung. lange her. das war ein wunderschönes, fast originales stazzu santa teresa di gallura. mitten in den bergen. hinter dem haus “wuchsen” diese grauen granitfelsen der gallura aus dem boden. skurilen formen. weiche rundungen. ein fantastischer ort.
    da kam mir das erste mal in den sinn, wie es wohl wäre, ein häuschen in sardinen zu bewohnen….
    schön wäre es. und schön ist es, immer wenn ich auf der insel bin.
    ein stazzu ist es nicht geworden. auch nicht die gallura.
    aber den stazzi und dieser gegend fühle ich mich sehr verbunden.

    ich bin mir fast sicher, das hier in der gallura einst die welt entstand. wenn man nachts vor einem stazzu sitzt, über sich nur die sterne und die geheimnissvollen umrisse der galluresischen felsen um sich herum, bekommt man eine ahnung, wie der anfang der welt wohl war. und denkt an mutter erde.

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