Da sitzt das schwarze Schaf Anfang April entspannt in Olbia am neuen Lungomare, genießt die Ruhe der Nebensaison, ein Glas Vermentino, die ersten richtig warmen Sonnenstrahlen nach einer Woche kalten Nordwinds und freut sich über das Da-Sein …

Und dann das. Aus dem Nichts tönt eine Fanfare! Und dann fährt der Touristen-Bummelzug vorbei! Und es sitzen sogar schon Leute drin!

Olbia, Lungomare, 4. April. Und offensichtlich ist Saisonbeginn!

Huch?! Saisonbeginn?! Jetzt schon?!

Ich bin noch gar nicht auf viele Menschen eingestellt …

Aber ja … am 31. März endete der Winterflugplan. Die Insel ist also wieder erreichbar. Und Mitte April ist auch Ostern, das ja auch bald ist.

Also wird allenorts aufgetakelt. Die Saison auf Sardinien dauert für die meisten Hotels und Restaurants von Ostern bis Oktober. Ein fettes halbes Jahr, in denen die Küsten und bestimmte Orte – Olbia gehört neuerdings dazu – von Reisenden überlaufen werden.

Also gut. Tief durchatmen. Dann ist jetzt eben Saisonbeginn! Yayyy …!

Ich versteh ja auch, dass Leute nach dem Winter das Bedürfnis nach Urlaub und Sonne haben.

Daher widmen wir uns gleich mal der allerersten Frage, die beim Reisenden auftaucht:

Saisonbeginn im April: Wie ist das Wetter? Scheint die Sonne?

Also Dauersonnenschein ist unwahrscheinlich. Es gibt mehrere sardische Sprichworte zum Monat, die ungefähr dem bekannten „April – macht was er will“ entsprechen. Aber auch einige, die eine Tendenz zu Regen sehen.

Tatsächlich gibt es sowas wie Aprilwetter auch auf Sardinien. Der Monat ist grundsätzlich wechselhaft, ähnlich wie in Nordeuropa.

Affodil / Asfodelo vorm Regenhimmel – auf Sardinien kann das Aprilwetter sehr schön sein

Sonnenschein und Regen gibt es beides. Es ziehen noch eine Menge Wolken durch, die nicht unbedingt Regen tragen, aber wenn, dann meistens lang anhaltend. Die Natur freut’s – sie braucht vor dem trockenen Sommer jeden einzelnen Tropfen. Freuen wir uns einfach mit ihr.

Kleiner Tipp vom schwarzen Schaf (unten am Artikelende gibt’s noch mehr): Wenn es gerade regnet, fahre am besten in eine andere Region. Oft zieht das Wetter so schnell durch, dass es 20-30 Kilometer weiter oder an einer anderen Küste schon wieder besser ist.

An Ostern regnet es nach schwarzschafig-gefühlter Beobachtung IMMER. Jedenfalls fielen schon diverse geplante Trekking-Touren am Ostermontag ins Wasser.

Kann man schon baden?

Können kann man alles. Sagen wir mal so: April ist nicht der perfekteste Monat für einen Badeurlaub.

Nach dem Winter ist das Meer noch sehr kalt, also eher für Hartgesottene geeignet. Ich selbst bade nicht. Auf gar keinen Fall. Anbaden bei 14 Grad Wassertemperatur – das hab ich früher in der Ostsee gemacht, heute auf Sardinien spare ich mir das.

Das Wetter im April ist eh viel besser für Aktivitäten an Land oder wenn, dann AUF dem Wasser, statt in selbigem:

  • Segeln bei einem schönen Wetterfenster mit feinem Segelwind (es sei denn es zieht ein Frühlingssturm durch). Man segelt mit warmer, wasserfester Klamotte aber ohne Ölzeug. Wenn die Sonne scheint, ist es in der Bucht – in der noch niemand sonst ankert – ein wahres Träumchen! Wenn du segelst, interessiert dich vielleicht meine Seite: www.segelrevier-sardinien.de
  • Kiten und Windsurfen ist super, denn irgendein Wind weht zuverlässig im April, insbesondere an der Westküste. Hier findest du ein paar Tipps für eine Kitetour.

Früher Saisonbeginn: Sind Hotels und Restaurants schon offen?

Die Hotelketten, größere Strandotels und touristischen Ferienanlagen in den Küstenorten sind eher noch geschlossen. Viele warten bis zur Sommersaison.

Aber viele kleine, sardische Gasthäuser erwachen aus der Winterpause – wenn sie nicht sogar durchgängig da waren. Sie sind der Garant für einen schönen, authentischen Urlaub.

Auch die kleinen gewachsenen Orte, in denen sie sich oft befinden, sind im Gegensatz zu den reinen Feriendörfern alles andere als ausgestorben. Und wenn es doch ruhig ist, dann auf eine sehr angenehme, natürliche Weise. Man hat Zeit oder findet sie hier – für sich, die Familie, die wichtigen Dinge im Leben.

Landestypisch wohnen – zum Beispiel in einem „Albergo diffuso“
Landestypisch wohnen – zum Beispiel in einem „Albergo diffuso“ wie hier in Orosei

Dort, wo die Inselbewohner im ganzen Jahr leben, finden auch wir alles, was wir zum Leben brauchen – auch nette Bars und Restaurants, vor allem von Einheimischen frequentiert und von guter Qualität und mit fairen Preisen.

Hier findest eine Liste meiner schwarzschafigen Empfehlungen:

Eine sichere Bank sind auch Agriturismi mit landwirtschaftlichem Betrieb – denn das Landleben macht keine Pause und jetzt beginnt die Landarbeit.

Das Schöne an der Nebensaison: Du musst nicht alles im Voraus buchen. Du hast alle Flexibilität der Welt – und Gäste sind immer herzlich willkommen 🙂

Was kann man machen in der frühen Saison?

Ein früher Saisonbeginn auf Sardinien ist perfekt für Aktivurlauber. Der April glänzt mit schönen Tagen und angenehmen Temperaturen. Er ist sicher nicht zu heiß und die Tage sind bereits länger. So hat man keine Zeitnot in Richtung Sonnenuntergang.

Das erlaubt auch ausgedehnte oder gar mehrtägige Wanderungen, wie zum Beispiel auf dem Selvaggio Blu im Supramonte.

Wenn es dann regnet, sind die Museen der Insel geöffnet und du kannst dich auf eine kleine Rundreise zu Kunst und Landeskultur begeben.

Ausführliche Informationen zum Reisemonat April findest Du in diesem Artikel:

Schwarzschafige Tipps für den frühen Saisonbeginn

  • Nimm den Frühling so wie er ist 🙂
  • Erwarte nicht immer Sonne.
  • Richte dich nicht auf tägliches Baden ein.
  • Meide nach Möglichkeit die einschlägigen Touristenorte (welche das sind, erhellt dieser Artikel) – es sei denn, du magst es, wenn es noch etwas ausgestorben ist.
  • Sei mobil und reise herum – die frühe Nebensaison ist die beste Zeit, um Sardinien der Nase nach zu entdecken.
  • Wenn irgendwo schlechtes Wetter ist, fahr einfach woanders hin.
  • Kehre so oft wie möglich bei den gastfreundlichen Sarden ein.
  • Erkunde die Museen und archäologischen Stätten der Insel – du wirst erstaunt sein, wie vielfältig die sardische Kultur ist!
  • Sei aktiv und viel draußen – und entdecke Naturschönheiten wie die Wasserfälle der Insel, die im Sommer trocken sind.
Wasserfälle auf Sardinien erlebst du nur in der Nebensaison
Wasserfälle auf Sardinien erlebst du nur in der Nebensaison – hier die Cascata Neulavè bei Padru

In jedem Fall wünscht euch das schwarze Schaf einen schönen Urlaub und viel Spaß auf Sardinien!

1 Comment

  1. thomas grohs

    7. April 2025 at 22:25

    He cool danke

    Reply

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