Feuer. Jedes Jahr brennt Sardinien. Mehrfach. Die Ursachen warum es beginnt zu brennen, sind vielfältig – und keine ist gut: Unachtsamkeit, Gleichgültigkeit, Dummheit und/oder Absicht. Extreme Hitze und starker Wind sind Gründe, warum Brände katastrophale Ausmaße annehmen.

Wie in jedem Jahr müssen wir besonders aufmerksam, vorsichtig und hilfsbereit sein.

Das Wichtigste vorab:

Die Protezione Civile hat ein dauerhaftes Verbot von offenen Feuern erlassen, das inselweit besteht – seit dem 15. Mai bis mindestens 31. Oktober (der Zeitraum wird manchmal sogar ausgedehnt). 

Quelle in italienischer Sprache: https://www.sardegnaambiente.it/index.php?xsl=2282&s=449236&v=2&c=12428&t=1

In diesem Artikel findest du Tipps, wie du Feuer vermeidest, sie bekämpfen hilfst und wie du dich und andere in Sicherheit bringst.

Auch wir als Inselgäste können viel tun, damit der Schaden in Grenzen bleibt. Denn der ist jedes Jahr immens.

Die Ursache? Fast immer der Mensch.

Eine sehr gute Analyse gibt dieser Artikel des rnd: Südeuropa in Flammen: Warum immer mehr Waldbrände am Mittelmeer wüten

Die Ursache ist fast immer der Mensch – lt. einem Report der EU-Kommission zu ca. 96%. Wenige Feuer entsteht aus natürlichen Ursachen wie Blitzeinschlag oder Selbstentzündung (z. B. von feucht eingelagertem, gärendem Heu). Funkenschlag ist gar keine so seltene Ursache – aber eben meist auch menschlich.

Landflucht und die Verwahrlosung von Grundstücken gehört zu den Verstärkern – wie auch die zunehmende Trockenheit. Zwar legt der Klimawandel selbst kein Feuer, aber ausufernde Waldbrände können zu den Klimawandelfolgen gezählt werden (Infos dazu ganz am Ende des Artikels).

Feuer schocken auch Touristen. Meist, wenn es direkt in Strand- oder Ferienhausnähe wie im August 2025 in Villasimius geschieht. Brennt die Insel bei Sedilo, Villacidro oder Ozieri, interessiert es etwas weniger. Bei großen Wald- und Buschbränden, wie am Montiferru wo 2021 über 20.000 Hektar in der Provinz Oristano in Flammen aufgingen, ist man wieder mehr betroffen.

Am Montiferru ist die Natur immer noch nicht wieder sie selbst. Der Schaden war und ist immens – der Montiferru war eines der wichtigsten und artenreichsten Waldgebiete der Insel. Bäume und Tiere können sich nicht in Sicherheit bringen – und mich macht das unendlich traurig. Ich bin selbst nur Zuschauer und kann den Schmerz der Bewohner nur erahnen.

Einige meinen, wir hätten als Inselgäste eh keine Möglichkeit, das zu verhindern.

Dazu ein klares Nein: Wir haben ganz viele Möglichkeiten, unseren Teil zu einer feuerärmeren Insel beizutragen.

Fangen wir also an mit den Tipps:

Feuer vermeiden ist besser, als sie löschen zu müssen.

Hier auf der Insel haben wir keine fetten grünen nassen Wiesen wie in Deutschland. Sardinien trocknet jedes Jahr aus und die Macchia brennt wie Zunder. Weht dazu ein kräftiger Wind, sind katastrophale Buschbrände vorprogrammiert.

Insofern gilt: Im Sommer EXTREM vorsichtig sein und auch mal verzichten – auf Zigarette, Lagerfeuer und Barbecue – auch wenn das unbeliebt ist.

Feuer melden: rufe die Kurzwahl 1515 an (funktioniert auch im Roaming)
Feuer melden: rufe die Kurzwahl 1515 an (funktioniert auch im Roaming)

Erstmal das Wichtigste, wenn du ein Feuer siehst:

Jede Minute zählt – bei Feuer rufe die 1515 an!

Die Numero verde 1515 ist von ausländischen Handys im Roaming erreichbar. Falls du trotzdem nicht durchkommst, kannst du vielleicht den nächsten Sarden bzw. Italiener bitten, dort anzurufen. Ganz sicher erreichbar ist die Feuerwehr / Vigili del Fuoco unter der Notrufnummer 115.

Wichtig sind für die Corpo Forestale folgende Informationen:

  • nächstgelegener Ort
  • Nummer der Straße (SS … SP …)
  • Art der Vegetation: Büsche (Macchia), Wald (bosco), Gras (pascolo), Pinienwälder (pinete), Acker (incolti)
  • Sind Häuser in der Nähe?
  • Sind Menschen in Gefahr?
  • Wie groß ist das Feuer bereits?
  • Ist das Feuer noch klein: Sind irgendwo Personen zu sehen? Ist ein Auto weggefahren? Ist irgendetwas verdächtig, ungewöhnlich oder auffällig?

Wichtig ist – ganz besonders an Tagen mit starkem Wind – dass die Rettungsmaßnahmen so früh wie nur möglich einsetzen. Die Region Sardinien hat in der Sommersaison mehrere Canadair-Löschflugzeuge und Helikopter mit Wassertanks einsatzbereit.

  • Wenn du Scheu hast, anzurufen, schnapp dir den nächstgelegenen Italiener und bitte ihn das zu tun: „Ich habe ein Feuer gesehen. Können Sie bitte die numero verde anrufen?“ heißt übersetzt: „Ho visto un incendio. Lei puo chiamare il numero verde, per favore?“ Vielleicht hat er genau so eine Scheu wie du und wacht dadurch auf.
  • Auch, wenn du kein Italienisch sprichst, ist es besser mit einem Englisch-Deutsch-Irgendwas-Sprach-Mischmasch versuchen die Lage zu erklären – als zu hoffen, dass das Feuer von allein ausgeht.
  • Wer auf Inselrundreise ist, kann die 115 oder die Zentrale der Corpo Forestale in Cagliari anrufen: + 39 070 6066541 (bzw. in Olbia: +39 0789 53442). Die sprechen Englisch, nehmen den Alarm auf und verständigen ihre lokalen Kollegen.
  • Zwei Anrufe sind besser als gar keiner.
  • Den Notrufwagen für Menschen, die verletzt oder in Gefahr sind, erreichst du per 118.
  • Vor allem in einsamen Gegenden ist jede Minute ist wertvoll.

Mehr Informationen auch auf www.sardegnaambiente.it/corpoforestale/ und auf www.sardegnaambiente.it/protezionecivile.

Feuer am Flughafen bei Olbia (2011): die Sicht ist schnell weg, dann geht nichts mehr
Feuer am Flughafen bei Olbia: die Sicht ist schnell weg, dann geht nichts mehr

Bitte mitdenken – und Feuer vermeiden!

Den meisten sagt schon das eingeschaltete Hirn, dass eine trockene Landschaft wie Sardinien eher brennt, als das regelmässig durchgenässte Heimatland in Nordeuropa.

Speziell im Urlaub schalten aber scheinbar nicht wenige ihr Hirn aus. Beim Grillen und Rauchen hört für viele auch der Spaß auf. „So schlimm wird’s schon nicht sein!“ oder „Ach, echt? Ist das so schlimm?“ … in Einzelfällen sogar: „Ich lass mir doch im Urlaub meine Freude nicht nehmen!“ Oh, doch, die nehmen wir dir – freu dich einfach anders!

Zwischen dem Mitte Mai und Ende Oktober ist es streng verboten:

  • … offene Feuer (Fackeln, Lagerfeuer etc) anzuzünden,
  • … über offenem Feuer zu grillen,
  • … Glut oder Holzkohle in der Umgebung zu entsorgen,
  • … brennende / brennbare Gegenstände (Streichhölzer, Zigaretten etc) wegzuwerfen,
  • … Autos am Straßenrand auf brennbarem Untergrund (Gräser, Buschwerk etc) abzustellen.

Der gesamte Wortlaut findet sich hier, die Strafen sind Ermessenssache der lokalen Behörden, abhängig vom Gefahrenpotenzial: https://www.regione.sardegna.it/documenti/1_274_20150414093001.pdf

(Anmerkung der Redaktion zum letztem Punkt: Wir weisen wir gern auf den untenstehenden Kommentar eines aufmerksamen Leser hin. Bitte benutzt wirklich nur ausgezeichneten Parkflächen auf geteertem oder flach gemähtem Grund – auch, wenn die in der Hauptsaison den ein oder anderen Euro Parkgebühren kosten. Wir wissen von einem Fall, bei dem auf diese Weise die Macchia zwischen Straße und Strand auf diese Weise in Brand gesteckt wurde und die Sonnenanbeter mit dem Helikopter gerettet werden mussten.)

Apropos Auto: Ein kleiner Feuerlöscher im Auto kann sehr sinnvoll sein – ich hab mir schon vor ein paar Jahren einen zugelegt. Damit löscht man keinen Riesenbrand, aber: JEDES FEUER BEGINNT KLEIN.

Bei dem Waldbrand am Montiferru war die Ursache ein Auto, das Feuer gefangen hatte. In einem anderen Fall ein Zigarettenstummel. Manchmal ist es auch Brandstiftung. Wenn du irgendwo im Hinterland unterwegs bist, und ein noch kleines Feuer siehst, kannst du den Notruf 1515 anrufen und schnell und unkompliziert dazu beitragen, dass sich das Feuer nicht ausbreitet.

Liebe Grillfreunde: Sardinien ist definitiv kein Grillparadies. Insbesondere ein Barbecue am Strand ist keine gute Idee. Selbst, wenn mit dem Meerwasser scheinbar endlos Löschmittel bereit steht – es ist an vielen Tagen auch endlos viel Wind, auch aus dem Nichts, am Start! Weht oder dreht der Wind auflandig kann ein klitzekleines Stück Glut in Richtung Land das trockene Strandgebüsch in Nullkommanichts entzünden. Und ihr seid zwischen Meer und Feuer gefangen. Sehr unangenehm. Grillen ist generell im Hochsommer nicht sonderlich schlau. Macht das – wenn überhaupt – am Ferienhaus. Das ist gestattet, wenn es ausreichenden Brandschutz gibt und Löschmittel bereit steht.

Liebe Raucher: sucht euch sichere Plätze! Beschränke dich z. B. auf Ortschaften, Straßen, Außenplätze von Bars oder das Auto. In der freien Natur ist Rauchen komplett fehl am Platz. Schon das kleinste Restglimmen entzündet das trockene Gras. Nicht unbedingt sofort – der Verursacher bekommt meistens gar nicht mit, wenn das Feuer beginnt und sitzt bei den Löscharbeiten schon beim Apéro im Restaurant. Gelöschte Zigarettenstummel dürfen NIEMALS weggeworfen werden.

Liebe Biertrinker: Flaschen wieder mitnehmen! Wer als Kind mal mit einer Lupe versucht und geschafft hat, Papier zu entzünden, weiß, dass das Glas einer liegengelassenen Flasche Bier oder Wein auch kaputtgehen und zu einem Brennglas werden kann … Flaschen am besten in verschlossenen, dafür vorgesehenen Behältern entsorgen. Wenn grad keiner da ist, leg dir eine Mülltüte ins Auto und nimm alles mit bis in die nächste Stadt oder dein Feriendomizil.

Feuer in den Hügeln bei Nebida, an der Westküste
Feuer in den Hügeln bei Nebida, an der Westküste

Feuer immer nur unter Kontrolle!

Das Grillen in bewohnter / besiedelter Umgebung ist zwar nicht generell verboten, nur in Zeiten erhöhter Brandgefahr. Die Corpo Forestale bittet aber in den Sommermonaten auch hier um höchste Vorsicht. Gerade in vermeintlich gesichertem Terrain entsteht der größte Schaden.

Wenn Ihr im Garten des Ferienhauses ein Barbecue veranstaltet, seid besonders vorsichtig und sichert die Feuerstelle gut ab. Haltet unbedingt Löschmittel (Wasser, Feuerlöscher, Decken) für den Notfall parat.

Auf Campingplätzen informiert Euch über die Möglichkeiten zu Grillen – häufig ist es nur auf fest eingerichteten Plätzen erlaubt. Viele gestatten es überhaupt nicht. Und auch wenn es erlaubt ist: Überlegt euch, ob es wirklich notwendig ist. Tipp: Rustikal Gegrilltes im Agriturismo wäre die bessere Alternative.

Bedenkt auch: Schon nach der ersten Flasche Wein oder ein paar Ichnusa in der Hitze kann man leicht unvorsichtig werden.

Und schon kleine Funken können große Feuer verursachen.

Verbranntes Land bei Borore, die tanca schützte zumindest das nächste Stück Weide
Verbranntes Land bei Borore, die tanca schützte zumindest das nächste Stück Weide

Ursachenbekämpfung: Bitte Hirn einschalten!

Viele Feuer entstehen durch Vorsatz und Brandstiftung – was gruselig und furchtbar ist. Da brennen Sarden ihr eigenes Land ab – nur, um vielleicht einem Konkurrenten zu schaden, aus Missgunst – oder weil sonst irgendwas ganz schräg hängt in ihrem Kopf.

Aber sich hinter dem Argument zu verstecken, bringt gar nichts. Denn viele Feuer entstehen auch aus Unwissenheit, Unachtsamkeit oder Gedankenlosigkeit. Viel zu viele.

Menschliches Unvermögen äußert sich auf vielerlei Weise:

  • Zum Beispiel, als ein Landwirt auf dem Platz vor seinem Haus eine Stelle an seinem Traktor schweißen wollte und Funken das trockene Gras nebenan entzündeten und nicht schnell genug gelöscht werden konnte.
  • Ein anderes, als ein Tourist einen brennende Zigarettenstummel aus dem Autofenster geworfen hat.
  • Noch eins, als ein (ausländischer) Hausbesitzer meinte, in seinem Ferienhaus ausgerechnet im August Gartenabfälle verbrennen zu müssen.

Was du noch falsch und richtig machen kannst? Siehe weiter unten »

Also, bitte: Hirn einschalten! Denn da brennt nicht »nur« Macchia. Es kommen Tiere, Menschen und ganze Ernten und Existenzen zu Schaden. Jedes Jahr sind so traurige Bilder zu sehen, die das schwarze Schaf einfach nur wütend machen.

Der traurigste Anblick ever: Schädel eines verbrannten Rindes bei Noragogume
Der traurigste Anblick ever: Schädel eines verbrannten Rindes bei Noragogume

Besonders kritisch wird es, wenn ein starker Wind weht. Dann breiten sich die Feuer in Nullkommanichts aus.

Bitte seid daher aufmerksam und helft mit, Brände zu vermeiden.

Nein – nicht zum Feuer fahren! Bring Dich in Sicherheit!

Gaffer braucht kein Mensch - umkehren!!!
Gaffer braucht kein Mensch – umkehren!!!

Nein, nicht zum Feuer hinfahren! Unerklärlicherweise ist die menschliche Neugier in Bezug auf Feuer extrem stark. Auch, wenn man eigentlich dort, wo das Feuer wütet, durch muss, ist es besser, ein paar Stunden zu warten oder einen großen Umweg zu fahren.

Wenn Ihr ein Feuer seht oder auf einer Straße in die Nähe eines Feuers geratet …

  • … haltet den Wagen nicht an!
  • … wenn möglich, kehrt um und entfernt Euch vom Feuer!
  • … parkt nicht – etwa, um Fotos zu machen.
  • … schließt alle Fenster des Wagens und schaltet die Frischluftzufuhr der Klimaanlage aus, um Rauchvergiftungen zu vermeiden.
  • … alarmiert die Corpo Forestale unter Notrufnummer 1515 – aber erst, wenn Ihr in Sicherheit seid und noch keine Rettungskräfte vor Ort sind
Feuer an der Straße = nicht hinfahren, umkehren!
Feuer an der Straße = nicht hinfahren, umkehren, 1515 anrufen!

Und bitte, regt Euch nicht auf, wenn es irgendwo brennt und Ihr nicht weiterkommt. Die Menschen und anderen Lebewesen im Brandgebiet sind grad viel schlechter dran als wir.

Arrangiert Euch mit der Situation, fahrt in die Gegenrichtung in den nächsten oder übernächsten Ort und trinkt dort einen oder auch drei Kaffee, bis die Straßen wieder passierbar sind.

Wer direkt in Richtung Feuer fährt, findet sich nur allzu schnell mitten in dichtem Qualm und Feuerschwaden wieder – und kommt nicht mehr heraus. Die Angst ist dann schlagartig da und vertreibt die Neugier.

Die wenigsten haben Erfahrung im Umgang mit echten, großen Feuern und geraten (auch unerwartet) in Panik.

Die Folge: weitere Notfälle, von Gaffern und ortsunkundigen Touristen verstopfte Landstraßen, erschwerte Arbeitsbedingungen für Retter und Helfer.

(Kleine Anmerkung: Die Fotos, die das schwarze Schaf hier publiziert hat, sind sämtlichst aus sicherer Entfernung gemacht worden, oder während der Fahrer schon wieder umdrehte.) 

Buchstäblich schwarze Tage für Sardinien: verbrannte Erde bei Sedilo 2016
Buchstäblich schwarze Tage für Sardinien: verbrannte Erde bei Sedilo 2016
Diese Schafe und der Schäfer haben den Schreck ihres Lebens bekommen.
Diese Schafe und der Schäfer haben den Schreck ihres Lebens bekommen.

Hausbesitzer, aufgepasst!

Wer Eigentum auf der Insel hat, dem empfiehlt die Corpo Forestale, eine ca. 3 Meter breite Schneise um sein Grundstück zu legen. Das ist im Zweifel viel Arbeit, aber sorgt dafür, dass die Flammen keine Nahrung mehr finden und nicht so leicht auf Haus und Garten übergreifen können. Entfernt Gestrüpp und Sträucher, wo sie freies Gebiet mit dem Grundstück verbinden. Sorgt dafür, dass das Haus stets für Löschfahrzeuge erreichbar ist, die auch für präventive Bewässerung heranfahren wollen.

Hochentzündliche Materialien gehören weder auf das Haus noch auf das Grundstück. Eine funktionierende Wasserleitung mit einem ausreichend langen Schlauch und ein Haus-Feuerlöscher sind die Minimum-Ausstattung direkt am Haus. Wenn das Feuer außer Kontrolle gerät, ruft sofort die Corpo Forestale an. Wer ein offenes Feuer legen möchte (zum Beispiel um Buschwerk zu verbrennen), braucht die Genehmigung der Corpo Forestale.

Die Corpo Forestale informiert detailliert auf http://www.sardegnaambiente.it/protezionecivile/. Der Google Translator produziert hiervon ein ganz verständliches Ergebnis, probiert es einfach aus.

Und immer dran denken: Mit diesen Hinweisen und auch den Verboten will Euch niemand ärgern, sondern einfach dafür sorgen, dass unsere Insel auch in den nächsten Jahren noch wunderschön und intakt ist.

Eine traurige Historie

Der Vollständigkeit halber: Es mischen sich seit ein, zwei, drei Jahren auch Stimmen, dies geschehe nur wegen der Energiespekulation, um etwa Windräder oder PV-Anlagen zu bauen. Diese trumpistisch-weidelig-merzsche, verschwörerische Sicht ist nicht nur nervig, sondern auch neu. Feuer hingegen sind ein sehr altes Phänomen in Südeuropa und in jedem einzelnen Jahr bittere Realität. Zudem darf auf verbrannten Flächen viele Jahre nichts gebaut werden.

Die Feuersaison hat aber traurige Tradition, hier ein paar Beispiele, jedes Jahr aufs Neue. Hier nur ein paar Beispiele.

  • 2021 brannte es am Montiferru20.000 Hektar Wald und Land sind verloren. die am stärksten betroffenen Gemeinden: Bonarcado – Santulussurgiu – Sennariolo – Cuglieri – Tresnuraghes – Porto Alabe – Scano Montiferro. Aber auch bei Fonni und Aritzo brannte es, in Ittiri und Thiesi, bei Olbia und einige Tage zuvor bei Abbasanta.
  • Im Sommer 2020 brannten über 3.000 Hektar in Bonorva
  • Im Juli 2019 ein wahres Inferno bei Siniscola: https://www.sardegnalive.net/news/in-sardegna/36989/inferno-di-fuoco-sulla-stalale-131-all-altezza-di-siniscola
  • 2017 – 2019 sind extrem trockene Jahre in Folge. Denn der Frühling, in dem es sonst grünt und blüht, war geprägt von Regenarmut und vertrocknenden, vergilbenden Landschaften. Der Juni, sonst noch mit angenehmen Temperaturen gesegnet, spielte zum Beispiel 2018 schon Hochsommer. Als wär schon August, knallte die Sonne ohne Pause, ohne ein Wölkchen auf den heißen Boden, der seit Ende April kein Wasser mehr gesehen hat. Die Tiere und die Landwirte ächzten. Einige Regionen rufen mittlerweile regelmässig den Notstand (calamità naturale) auszurufen.
  • Das erste Feuer des Jahres 2017 erwischte eine befreundete Familie in Aggius. Sie konnte Heim und alle Tiere (Pferde und Kühe) retten, aber der Schmerz beim Anblick des geliebten, verbrannten Landes sitzt tief. Und der Schreck und die Angst begleiten sie seither in jedem Jahr.
  • 2016 begann die »Feuersaison« schon Ende Juni mit einem Feuer am Flughafen Olbia. Wenige Tage später brennt es unaufhaltsam bei Dualchi, Borore, Birori, Bortigali, Noragugume, Aidomaggiore und Sedilo (wenige Tage vor dem großen Fest, der S’Ardia). Einige Bewohner mussten evakuiert werden, die Landwirte haben sich von den Schäden bis heute nicht erholt. https://www.facebook.com/Sardegnalive/posts/1049509455103597?hc_location=ufi
  • Am 7. Juli 2015 meldete die Tageszeitung Nuova Sardegna 500 Hektar in Flammen bei Buddusò, weitere bei Ploaghe.
  • 2012 brannten bei San Teodoro ca. 800 Hektar, viele Touristen mussten ihre Ferienhäuser verlassen. 2014 brannte es bei Arbus / Guspini mit bis zu 20 Meter hohen Flammen. Züge konnten nicht fahren und mussten in San Gavino halten. Evakuierungen in Marrubiu.
  • 2011 gab es ebenfalls Ende Juni zwischen Olbia und Monti einen großen Buschbrand bei der Ortschaft Enas. Binnen eines Nachmittags wurden gut 700 Hektar Land, hauptsächlich Weiden und bewirtschaftetes Land Opfer der Flammen. Die Strada Statale 199 nach Sassari und die Hauptachse, die SS 131 dcn in Richtung Nuoro waren zeitweise gesperrt. Der Flughafen Olbia musste stundenlang geschlossen werden, Hunderte Passagiere saßen am Flughafen fest, Flüge wurden gestrichen oder umgeleitet.

Jedoch könnte man sich genauso fragen, welchen Beitrag eigentlich der Klimawandel hat – wenn zum Beispiel höhere Temperaturen, sinkender Niederschlag, längere Trockenperioden und starker Wind die Ausbreitung von Waldbränden begünstigen. Durch mehr und größere Brände werden neue Treibhausgase freigesetzt, die der Planet aufgrund der vom Menschen verursachten Emissionen kaum mehr kompensieren kann. Der Klimawandel verstärkt die menschlichen Faktoren und macht die Mittelmeerregion anfälliger für großflächige und intensive Brände. 

Das ist natürlich stark verkürzt dargestellt – wer dazu etwas lesen mag, findet hier einige seriöse Quellen:

So oder so:

Bitte helft mit, Feuer zu vermeiden und zu bekämpfen. Feuer, egal welchen Ursprungs, braucht kein Mensch, kein Tier und die schöne Insel auch nicht!

17 Comments

  1. Beppe

    4. Juli 2011 at 15:23

    Ciao Pecora-Nera

    insbesondere solltest Du noch darauf hinweisen, daß Fahrzeuge (Autos) im Sommer nicht am Grünstreifen oder am Straßenrand mit Bewuchs geparkt werden sollten.

    Der Grund: am Grünstreifen oder am Straßenrand mit Bewuchs ist oft das trockene Gras oder Unkraut etc.
    bis kniehoch gewachsen und total trocken!

    Der Katalysator oder Auspuff eines Autos hat aber ca. eine Temperatur von +/- 400°C.
    Kommt das Gras etc. mit dem Auspuff/Katalysator in Berührung, wird hierdurch oft ein Feuer in Windeseile entfacht!!! Bin selbst zigmal Zuschauer einer solchen „gedankenlosen“ Brandentfachung gewesen!

    A presto
    Beppe

    Reply
  2. admin

    4. Juli 2011 at 15:56

    Vielen Dank für Deinen wertvollen Kommentar, wir haben das im Artikel nochmal konkretisiert!

    Reply
  3. Dominik Darvishi

    15. Juli 2011 at 00:58

    hallo leute mir ist das heute in olbia passiert und es war ein wahnsinn wie schnell das geht und man mitten drinnen ist wenn das feuer richtig loss geht … ich hätte euer kommendar vorher lesen soll dann hätte ich sich schnell und nicht wie alle anderen schau lustig dabei …. gute tips und ps. so wie ihr das beschrieben habts so war es auch heute !!!

    Reply
  4. admin

    15. Juli 2011 at 10:16

    Habe gerade mal in der Nuova Sardegna nachgelesen – das war ein übler Tag gestern – http://lanuovasardegna.gelocal.it/sardegna/2011/07/14/news/nuovo-incendio-in-gallura-a-porto-istana-paura-ed-evacuazioni-4613756
    … auch gleich bei uns um die Ecke, zwischen Arzachena und Palau, zum Glück weit weg genug, aber es ist wirklich eine üble Sache …

    Reply
  5. christina mössinger

    4. Juli 2017 at 11:50

    Sind gerade von unserem Sardinienurlaub mit dem Womo zurück. Eine wunderschöne Insel, aber so zugemüllt.Ganz krass!!!! Kein Wunder, dass es immer wieder brennt. Glasscherben am Straßenrand und wer weiß wo noch. Würden die Sarden ihr Müllproblem in den Griff bekommen,wäre mit Sicherheit, die Brandgefahr nicht mehr so hoch.,

    Reply
    • Claudia

      7. August 2023 at 13:46

      Es sind nicht nur die Sarden für das Müllproblem verantwortlich. Die Urlauber vom Festland usw. lassen Ihren Müll auch liegen. Und dann gibt es noch diejenigen die in der Natur ihr WC-Papier überall liegen lassen. Das sind ja auch eher die Urlauber. Im Winter sind die Parkplätze und Strände am Meer niemals derart verschmutzt. Also hat es doch auch mit den Urlaubern zu tun finde ich.
      Für die Müllentsorgung sind die Gemeinden dann zuständig. Das ist dann je nach Gemeinde besser oder schlechter gelöst. Ich habe als Auswärtige Wohnungsbesitzerin den Strandparkplatz auch selber mal gereinigt nachdem ich es satt hatte jeden Tag viermal an dem ganzen Müll vorbeizulaufen. Das dürfen übrigens alle auch so machen die sich am Müll nerven! Wenn nie einer etwas tut wird sich auch nie was ändern. Vielleicht macht dann ja sogar jemand mit beim entsorgen.

      Reply
      • pecora nera

        7. August 2023 at 16:52

        Absolut richtig! Es ist niemals nur einer schuld. Das (sardische wie globale) Müllproblem ist ein Gemeinschaftsproblem und keiner ist wirklich unschuldig. Auch ich nicht, nutze noch viel zu viel Plastik. Immerhin werfe ich es nicht in die Wallachei. Und super, dass du mithilfst. Danke für deinen Kommentar!

        Reply
  6. Markus-Saar

    1. August 2017 at 13:06

    Kam am 29.07. mit meiner Familie aus unserem Sarden-Urlaub zurück. Bisher habe ich die Insel 11 mal besucht. Die Lansdschaft fasziniert uns immer wieder auf´s Neue und auch die Menschen dort.
    Leider ist es, wie Christina schreibt, ein riesengroßes Problem mit dem Müll auf Sardinien. Hier haben die Sarden bisher nichts gelernt, um ihre so wundervolle Landschaft zu erhalten.
    Mehrere, zum Teil große Feuer, haben uns dieses Jahr leider „begleitet“. Zum einen sei das in der Ogliastra, nahe Villagrande Strisali und Tortoli, und auch das an der Costa Rei erwähnt.
    Wenn man hier, nach dem Feuer, in die verbrannten Gräben an den Straßen blickt, überkommt es einen mit Schauer, alleine wieviel Glasflaschen dort herumlagen…!

    Für mich ist dies ein Horror. Wenn man nur schon an die Feuerwehrmänner denkt, die hier gegen diese Flammenhölle ankämpfen müssen. Wie schnell haben sie sich dort verletzt und sind dann selbst in Gefahr.
    Hier müsste es doch bei den Sarden schon klingeln.
    Gerne würde ich gegen diesen Müll mit ankämpfen, gäbe es hier einen Lösungsvorschlag für unser geliebtes Urlaubsdomiziel.
    Eine Idee hätte ich ja schon: „Piccobello“- eine Müllräumaktion 1x im Jahr, oder besser 1x im Monat wäre schon sehr hilfreich. Dieses müßte schon in den ersten Schulklassen vermittelt und organisiert werden, damit die jungen Sarden sehen, dass es um ihr Land geht …

    Reply
  7. Günther Sander

    27. April 2018 at 10:34

    Hallo Nicole,
    danke für Deinen aktualisierten Artkel, auf den ich oft verweise. Für die Jahre 2017-19 hat die Region die „Periode erhöhter Waldbrandgefahr allerdings ausgedehnt vom 1. Juni bis zum 31. Oktober.
    http://www.sardegnaambiente.it/documenti/20_350_20170619181843.pdf
    Art. 3

    Reply
  8. pecora nera

    27. April 2018 at 11:15

    Das ist geändert – vielen Dank für den Hinweis!

    Reply
  9. Christina Mössinger

    15. Juli 2019 at 12:24

    Die Sarden lernen einfach nichts. Kommt da mal einer auf die Idee, dass Glasscherben evtl. Schuld sein können. Brände an 41 Orten 2019. Sie kriegen das Müllproblem einfach nicht in den Griff. Dann wars der Bauer oder Brandstiftung!

    Reply
    • pecora nera

      15. Juli 2019 at 16:56

      Ich würde gern Verallgemeinerungen und Schuldzuweisungen vermeiden, die helfen in der Regel nicht weiter.

      Es sind ja nicht „die Sarden“, sondern einige Idioten. Und pure Gedankenlosigkeit. Die ist weiter verbreitet, aber es gibt auch viele achtsame Sarden. Leider reicht ja schon einer, um ein riesiges Feuer zu verursachen. Und es sind auch nicht nur die Sarden – auch wir Touristen kapieren manchmal recht wenig … da macht es keinen Unterschied, ob einer bei knochentrockener Macchia rundherum unbedingt grillen will oder sein Auto mit knallheißem Motor abstellt oder eine Kippe aus dem Fenster wirft – oder Gartenabfälle verbrennen will.

      Denken hilft …

      Reply
  10. Erina

    22. August 2019 at 11:11

    Korrektur (2017 – 2019:
    2018 war in Deutschland und andernorts extrem trocken.
    Aber in dem Jahr gab es auf Sardinien fast flächendeckend Regenfälle. Sowohl von April bis Juni und sogar im Sommer und dann wieder ab September sehr viele, lange und teils heftige Regenfälle, so dass auch überall Wasserfälle sichtbar waren und die Stauseen teilweise überliefen. Auch im Süden.
    Natürlich verhinderten Die nicht die spätsommerlichen Brände, aber grundsätzlich war die Brandsaison 2018 viel kürzer und schwächer, als in den allermeisten anderen Jahren

    Reply
    • pecora nera

      29. August 2019 at 10:15

      Dafür hat 2019 leider einen neuen Rekord gesetzt, und das Problem ist zudem ein globales (Brasilien, Sibirien, Grönland …). Das Thema bleibt aktuell und alles, was wir tun können, sollten wir tun.

      Reply
  11. Günther Sander

    16. Juni 2021 at 10:23

    Nicole,
    danke noch einmal, denn auf die Brandgefahr kann nicht oft genug hingewiesen werden. Übrigens sind alle Vermieter von Unterkünften verpflichtet, ihre Gäste schriftlich auf die Brandschutzverordnung hinzuweisen – das macht aber kaum einer. Einem bekannten deutschen Ferienhausvermittler habe ich das kürzlich mitgeteilt, der wollte das nicht glauben, „Grillen verboten? Das ist doch der Deutschen liebstes Urlaubshobby“

    Reply
  12. Guido Stadelmann

    30. Juli 2021 at 09:17

    Gibt es ein Spendenkonto? Und wie lauteten die Nummern…

    Reply

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