Das wilde Capo Testa liegt ganz weit im Norden Sardiniens. Im Sommer sind die hinführenden Straßen und die Buchten eingangs dieses tollen Platzes Welt übervölkert, und auch die Region um den alten und neuen Leuchtturm muss man sich mit vielen anderen teilen. In Richtung Valle della Luna, der Hippie-Hochburg der Siebziger, wird es schon ruhiger – auch wenn hier trotz Verbot immer noch wild gecampt und gefeiert wird.

Um am Capo Testa wirklich allein zu sein und eine einsame Bucht zu finden, muss man schon über Fels und Stein klettern und dort entlang gehen, wo keine Wege sind. Genau das hab ich gemacht.

Wichtig: Um das Capo Testa und das Valle della Luna abseits der Touristenhorden zu entdecken, muss man neben guter Wanderausrüstung, Proviant und genug Wasser unbedingt eine gute Portion Zuversicht mitbringen. Den Weg muss man selbst finden, ausgeschildert ist nichts, über die Felsen führen eigentlich keine Wege.

Und so merkwürdig es klingt: Man kann auch auf dieser vermeintlich kleinen Fläche Erde verloren gehen, die eigentlich auch noch nah an der nächsten Stadt, Santa Teresa di Gallura liegt. Doch hier, nur knappe 4 km weiter, gibt es die meiste Zeit keinen Handyempfang und man ist daher relativ weit weg von Hilfe, wenn man sie braucht. Auch in der Hauptsaison, wie viel mehr in der Nebensaison, wenn es vielleicht sogar regnet oder stürmt.

Aber keine Sorge: Es gibt auch halbwegs bequeme Wege am Capo Testa. Auch das Valle della Luna ist für Reisende, die grad nicht so gut zu Fuß sind, mit wenig Anstrengung zu erreichen. Man sieht dann weniger, aber das wenige gehört trotzdem zu dem Schönsten, was die Gallura zu bieten hat.

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