Unsere Rubrik »Regionen« ist in die Namen der historischen sardischen Regionen unterteilt (mit kleinen Abweichungen).

Sardiniens historische Regionen, Quelle: Wikimedia, CreativeCommons-Lizenz

Sardiniens historische Regionen, Quelle: Wikimedia, CreativeCommons-Lizenz

Um historisch genauer zu sein und auch dem sardischen Sprachgebrauch zu entsprechen, suchten wir eine Karte. Die historischen Bezeichnungen sind noch im Alltag der Einheimischen gebräuchlich.

Diese Regionen der Insel und die heutigen Provinzen sind nicht exakt ineinander einpassbar – und wir meinen, das ist auch gar nicht notwendig. Diese Karte gibt unseren Lesern einen groben Überblick, welche Bezeichnungen vielleicht noch eingebürgert sind.

Und empfehlen ansonsten, sich einfach auf eine gute Straßenkarte, die eigene Nase und den entdeckerischen Spürsinn zu verlassen.

Welche der Regionen passt zu mir?

Das hängt ganz von dir, deinen Erwartungen und Vorstellungen ab. Am ehesten wirst du Sardinien mit einer Rundreise kennenlernen – der Nase nach, vielleicht sogar ganz planlos.

Auch dem Land wirst du damit gerecht – und dann wirst du wissen, wo es dir am besten gefällt.

Für deine Reise hier der Versuch einer (ganz groben!) Einordnung:

  • Nordosten: Ist touristisch die vielleicht am besten erschlossene Region, mit der Gallura und der Baronia. Die Küstenregionen sind in der Hauptsaison gut besucht, auch früh / spät in der Nebensaison ist hier etwas los. Das Hinterland rund um den Monte Acuto und Tempio Pausania ist reich an Kultur und traumhafter, wilder Natur mit rustikalen kleinen Dörfern. Die wilden Felsformationen – ob am Monte Limbara oder am Capo Testa lassen sich am besten in der Nebensaison genießen.
  • Norden: Die wilde Küste ist beliebt bei Windsurfern, der ständige Blick auf Korsikas Südküste ein Träumchen. Die Anglona und das Sassarese sind tolle Anbaugebiete für Wein und Oliven.
  • Osten: Die vielleicht schönste Verbindung von Berg und Meer findest du am Supramonte / Barbagia di Nuoro und in der Ogliastra. Der Küstentourismus findet in gesundem Maß statt und die präsente Bergwelt gehört zum Urlaub dazu. Für das schwarze Schaf die beste Region für »Sardinien-Einsteiger«.
  • Mitte / Barbagia / Supramonte: Vielleicht der »echteste Teil« Sardiniens, quasi für Fortgeschrittene unter den schwarzen Schafen. Hier brauchst du viel Eigeninitiative, findest aber auch die sagenhafte sardische Gastfreundschaft und einige der besten Feste, die die Insel feiert. Orte wie Oliena, Orgosolo und Mamoiada sollten unbedingt auf der Liste deiner Ausflugsziele setzen. Nimm dir ein bisschen Zeit – die Region verlangsamt. Slow Travel im positivsten Sinn.
  • Mitte / Gennargentu: Ob Wandern oder Skifahren: Du kannst hier tief in die sardischen Berge eintauchen und eine beeindruckende, wunderbare Natur erleben, die höchsten Berge der Insel sind um 1800 Meter hoch. In der Mandrolisai findest du ein tolles Weinanbaugebiet und die Barbagia di Seulo bis in die Ogliastra und ins Sarcidano sind wegen ihrer kurvenreichen Straßen durch Berg und Tal beliebt bei Motorradfahrern.
  • Südosten / Cagliari: Hauptsächlich bekannt ist die Touristenregion um die Costa Rei. Dort stapeln sich die Touristen, während der Sarrabus in der Nachbarschaft sehr dünn besiedelt ist. Was die Natur sehr ungestört und wunderschön macht. In der Trexenta gibt es gute Weine und in der Parteolla bestes Olivenöl. Im Campidano di Cagliari findet sich entlang der Küste eine wunderschöne Cabriostrecke. In der Hauptstadt Cagliari bleiben in Sachen Kultur, Kunst, Shopping und Nightlife wenig Wünsche offen.
  • Südwesten / Sulcis-Iglesiente: Im Süden spürst du die Nähe zu Afrika, auch die historischen Spuren stammen zuvorderst von Besatzervölkern aus dem Süden. Die Strände der Costa del Sud sind traumhaft, im Sulcis wird alles etwas echter und das wirklich wahre Leben blitzt durch. Das nicht immer einfach war: Der Bergbau hatte hier seine Blüte, heute herrscht starke Arbeitslosigkeit. Mit seiner Vielzahl an stillgelegten Minen ist die Region quasi ein riesiges Freilichtmuseum. Die vorgelagerten Inseln Sant’Antioco und San Pietro sind wie eigene kleine Welten.
  • Mittlerer Westen: Das Campidano bis Oristano und die Marmilla sind die landwirtschaftlichen Zentren der Insel. Und damit ziemlich gut für einen Urlaub nah an Land und Leuten. Sie gehören auch zu den wärmsten Regionen Sardiniens. Die Mitte in Richtung Goceano und Marghine waren früher reiche Handelsgebiete und sind heute leider die Regionen, die am wenigsten vom Tourismus profitieren. Ein Besuch in den beschaulichen Orten lohnt allein deshalb – denn Kultur und Lebensqualität haben auch sie.
  • Nordwesten: Aus dem Meilogu und Logudoro verbreiteten sich die wichtigsten Kulturen Sardiniens aus. In Alghero landeten katalanische Besatzer und prägten nicht nur die schöne Küstenstadt, sondern die gesamte Insel massiv. Die wilde Nurra ist wind- und wellenumtost mit schroffer Küste. Ein kleines Juwel ist der Naturschutzpark Isola dell’Asinara.

Mehr Informationen zu den historischen Regionen findest du auf der Wikipedia, in der deutschen Ausgabe naturgemäß etwas weniger als in der italienischen Ausgabe, die jeweils einen eigenen Artikel je Region bereit hält.

 

Nicole Raukamp ist Buchautorin, Beraterin und Bloggerin (aka "pecora nera"). Sie organisiert und begleitet fundierte Fachreisen und entwirft erlebnisreiche Events und höchst individuelle Reiserouten - authentisch, nachhaltig, an Land und zu Wasser auf Sardinien im ganzen Jahr. Außerdem unterstützt sie Unternehmen/r bei geschäftlichen Aktivitäten und Vorhaben auf Sardinien, hilft sardischen Unternehmen und Anbietern bei ihrem Eintritt in den deutschsprachigen Markt.

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