Beeehditorial September 2013 – Das schwarze Schaf ist zurück an Land, und muss erstmal die Wolle trocknen. Nach vier Wochen entlang der  sardischen Küste hat es so viel gesehen und erlebt, das wird jetzt verarbeitet.

Isola Vacca e Isolotto Vitello, hinten Isola Toro

Isola Vacca e Isolotto Vitello, hinten Isola Toro

Da ist die ein oder andere Geschichte für unsere Leser im Gepäck, muss bloß noch geschrieben werden. Denn dazu hatten wir vor lauter Staunen gar keine Zeit 🙂

Und wir wissen ehrlich gesagt, gar nicht, wo wir anfangen sollen! Vielleicht ganz unten, im Südwesten. Schwer beeindruckt haben uns die Inseln San Pietro und Sant’Antioco, die längst ins Programm für jeden schwarzschafig Reisenden gehören (hier unser Besuch via terra auf Sant’Antioco).

Auf kleinen Insel San Pietro wird eine ureigene genuesisch-tunesische Kultur aufrecht erhalten und gepflegt. Da gibt es zudem Salinen mit einer Flamingo-Kolonie, die bis heute heiß geliebte und gelebte Tradition des Tunfischfangs und last but not least die einzige Stadt der Insel, Carloforte. Hier kann man deutlich mehr als einen Tag gut ausfüllen. (Nachtrag – der Artikel ist jetzt fertig und hier zu lesen: http://pecora-nera.eu/carloforte-ligurisches-flair-auf-der-insel-vor-der-insel/)

Die Isola Sant’Antioco ist wild und ursprünglich, ein tolles Trekkingziel und die weiderum vorgelagerten Inseln Vacca, Vitello und Toro (Kuh, Kalb und Stier) ein Tauchrevier der besonderen Art. Die Hauptinsel ist ganz einfach auch mit dem Auto über den bereits von den Karthagern erbauten Landdamm zu erreichen.

Außerdem werden wir die Revierinformationen für das segelnde und bootfahrende Reisevolk nach unserer Reise aktualisieren, unsere Lieblingsbuchten und Hafentipps ergänzen.

Für alle Segelreisenden haben wir übrigens eine wichtige Nachricht: Auch auf See ist wahr, dass Sardinien außerhalb der Costa Smeralda mindestens genauso schön ist – wenn nicht sogar schöner. Man trifft auf wollige Ruhe und raue Wildheit – eine bestechende Kombination.

Carloforte Fischerboot

Carloforte Fischerboot

Warum sich mit hunderten anderer Boote um die besten Buchten der Costa kloppen, wenn man vor  bizarren Felsen oder im Schatten eines spanischen Wehrturmes einen Ankerplatz in erster Reihe ganz für sich haben kann?

Gute und günstige Charterer zu finden, die Euch dorthin bringen, kann eine kleine Herausforderung sein – aber kleiner Tipp: Versucht es mal nicht in Portisco oder Porto Cervo, sondern ganz hemdsärmelig in Cagliari, Carloforte oder Castelsardo. Gerade, wer den Nordosten schon kennt, für den werden die übrigen 90% Küste eine wahre Erholung und Überraschung sein.

Wer an Land auch die einsamen Strände bevorzugt und ungern am Megastrand zur Sardine in der Dose wird, der kann das Prinzip an der sardischen Küstenlinie fortsetzen.

Sobald wir den “Hot Spots” den Rücken kehrten – in der Cala di Volpe zählten wir im August wahrhaftig 57 Boote! – begegneten uns nach dem Capo Testa vielleicht noch ein, zwei weitere Segler, hier und da überholte uns ein dröhnendes Motorboot, das aber schnell wieder weg war, und dann waren Fischer oder Schlauchboote unsere einzigen Weggefährten.

Und es gab auch mal zwei, drei Stunden Segeln ohne andere Schiffe am Horizont. Das hatte was! Dann waren da nur das Meer und zwei Schafe …  vor der Isola Rossa, bei Argentiera, vorm Capo Caccia, hinter Capo Mannu und vor Buggerru, zwischen Capo Teulada und Chia … demnächst mehr 🙂

Nur wenige Segelstunden oder -tage weiter, im Süden, Westen und Osten, ja sogar im Norden gleich hinter Capo Testa lockt die Weite des Meeres, die Einsamkeit der Insel und eine wunderbare Privatsphäre.

Die langen sardischen Küsten und Buchten vor den Inseln Tavolara, Asinara, San Pietro und Sant’Antioco zum Beispiel stehen den Klassikern im Nordosten in Schönheit nicht nach. Sie haben dazu ihren ganz eigenen Charme und ihre eigenen Geschichten. Wir werden auch davon peu a peu berichten.

Demnächst sind wir dann auch wieder auf Achse durchs Hinterland. Denn mit dem September beginnt der sardische Herbst (der wettertechnisch für viele Hergereisten ja noch ein echter Sommer ist), mit angenehmen Temperaturen und wunderbarem Trekking- und Outdoorwetter. Wir freuen uns schon auf einen Trekkingtag im Gennargentu – der Guide wartet quasi schon auf uns 🙂

Außerdem locken die vielen kleinen Dörfer der Barbagia mit ihren offenen Toren, den Cortes Apertas, um regionale Spezialitäten und Traditionen zu zeigen.

Während wir uns noch ein paar Tage ordnen und die Segel- gegen die Wanderschuhe tauschen, hier ein paar Impressionen von der sardischen Küste: wild und wollig und wunderschön.

Wir freuen uns auf den Herbst!

Eure Schwarzschaf-Redaktion

Nicole Raukamp ist Buchautorin, Beraterin und Bloggerin (aka "pecora nera"). Sie organisiert und begleitet fundierte Fachreisen und entwirft erlebnisreiche Events und höchst individuelle Reiserouten - authentisch, nachhaltig, an Land und zu Wasser auf Sardinien im ganzen Jahr. Außerdem unterstützt sie Unternehmen/r bei geschäftlichen Aktivitäten und Vorhaben auf Sardinien, hilft sardischen Unternehmen und Anbietern bei ihrem Eintritt in den deutschsprachigen Markt.

1 Comment

  1. Gina

    2. Oktober 2013 at 21:09

    Sehr schöner Artikel! Wir sind gespannt auf neue Geschichten. Auf der Insel gibt es ja eigentlich immer etwas zu erleben. Wir sind auch gerade auf Sardinien. Unsere Erlebnisse mit Kind und Kegel sowie Wind halten wir natürlich auch fest. Schaut doch mal rein. LG

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