Da kommt das schwarze Schaf aus seinen faulen Sommerferien (auf Sardinien, abseits der Touri-Trampelpfade versteht sich) zurück und findet seine diversen Postfächer voller Fragen zum Thema Corona und Sardinien:

  1. “Was muss ich aktuell tun, um nach Sardinien einreisen zu können?”
  2. “Soll ich in diesem Jahr überhaupt nach Sardinien reisen oder meine Reise stornieren?”
  3. “Wie ist die aktuelle Corona-Lage auf Sardinien?”
  4. “Wie ist das Leben vor Ort – kann ich ganz normal Urlaub machen oder gibt es viele Einschränkungen?”
  5. “An welche offiziellen Regeln muss ich mich halten?”
  6. “Man liest so böse Sachen in der Presse – sind wir Touristen Willkommen auf Sardinien?”
  7. “Wie kann ich corona-safe auf der Insel Urlaub machen?”
Am Nuraghen bitte eine Schaflänge Abstand!
Am Nuraghen bitte eine Schaflänge Abstand!

Puh … und das vor dem zweiten Kaffee … Na gut. Persönliche Ratschläge sind schwierig, weil ich die jeweils komplexe Situation der Person oder Familie nicht lemme. Und weil sich die Lage jederzeit ändern kann. Insofern ein paar Antworten gibt es, so detailliert wie möglich, aber oft allgemeiner Natur und sicher motiviert von meiner eigenen Erfahrung und Meinung (die wiederum nicht allein auf der Welt ist). Eine Glaskugel hab ich nicht und was Virus, Virologen und Regierungen sich weltweit ausdenken, kann auch keiner vorhersagen. Ich kann euch nur sagen, was ich derzeit tun würde und wie ich die Situation auf der Insel Stand heute, Anfang September 2020, empfinde.

Also hab ich euch ein kleines FAQ / frequently asked questions gebastelt.

» Darum Achtung: Alle Informationen sind ohne Gewähr! Dieser Artikel hat keinen Anspruch darauf, alles zu wissen, auf ewig gültig zu sein oder euch die Entscheidung abzunehmen 🙂

Sardinien-Urlaub im Schatten von Covid & Co

Erstmal vorausgeschickt: Wo Schatten ist, ist auch Licht. Und umgekehrt. Der Sardinien-Urlaub 2020 ist sicher nicht wie die anderen Kinder. Während weltweit versucht wird, das Virus in den Griff zu bekommen und Fallzahlen in Südamerika in die Millionen gehen und in armen Ländern die Leute sterben, ist unser schnuffiger Jahresurlaub (den wir uns trotz Lockdown und Pandemie leisten können oder wollen) schon ein echtes Luxusproblem. Ich verstehe aber voll, dass wenn man reisen darf, auch reisen will. Ohne Virenschleuder zu sein, selbstverständlich.

1 – “Was muss ich aktuell tun, um nach Sardinien einreisen zu können?”

Das ist übersichtlich: In jedem Fall musst du dich bei deiner Einreise nach Sardinien registrieren.

Du bekommst eine Bestätigung und einen Registrierungscode (der tendenziell an Fähren oder Flughäfen stichprobenartig kontrolliert wird), aber den Gesundheitsbehörden einen Überblick verschaffen soll, und eher bei der Nachverfolgung und der Identifizierung im Fall von Corona-Hotspots (“focolari”) wichtig wird.

  • Seit dem 14. September 2020 muss bei der Einreise nach Sardinien ein negativer Covid19-Test, nicht älter als 48 Stunden vorgelegt werden.
  • Der Erlass gilt bis auf weiteres – allerdings kündigte die Regierung in Rom an, erneut die verfassungsmäßige Gültigkeit zu prüfen.
  • Kann ein solcher Test nicht vorgelegt werden, muss man diesen auf Sardinien nachholen und bis zum Vorliegen des negativen Ergebnisses in häusliche Quarantäne.
  • Kinder unter 10 Jahren brauchen keinen Test.

Außerdem wird z. B. an den Fährhäfen die Temperatur kontrolliert. Bis 37,5 Grad Körpertemperatur darf die Reise angetreten werden.

Wer sich davon nicht abschrecken lässt, stellt sich vielleicht aus gesundheitlichen oder anderen Gründen diese Grundsatzfrage:

“Soll ich in diesem Jahr nach Sardinien reisen oder meine Reise lieber stornieren?”

Ihr wollt eine Antwort? Ja oder Nein? Die Antwort ist ein klares JEIN!

Nicht, um euch zu ärgern, sondern weil es keine allgemein gültige Antwort gibt. Gründe zu reisen und nicht zu reisen gibt es derzeit so viele. Alles hat Vor- und Nachteile und jede/r bringt seine eigene Situation (mit/ohne Kinder, Alter, Vorerkrankungen, Ängstlichkeit, Risikobereitschaft) mit. Investitionen, Stornogebühren und Zeit sowie Möglichkeiten zur Umbuchung oder Erstattung sind weitere Faktoren.

Dazu die ständigen Veränderungen, denen die weltweite Situation unterworfen ist – auch die Reisewarnungen oder (Nicht-) Empfehlungen des Auswärtigen Amtes (hier für Italien) sind in diesem Jahr ebenfalls mehrfach geändert worden und bei einer Pandemie guckt man halt nicht nur auf den eigenen Ententeich. Da hilft nur: Nachrichten gucken, sich informieren und hoffen, dass nicht doch irgendeine Reisewarnung ausgesprochen wird.

Hinzu kommen eventuelle Konsequenzen bei der Rückkehr, falls sich die Lage doch ändert: Was, wenn Italien oder gar Sardinien zum Risikogebiet erklärt wird? Was sagt euer Arbeitgeber dazu, wenn ihr im Zielland in Quarantäne müsst und 14 Tage später heim kommt?

Knackpunkt: Anreise

Für mich ist das der kritischste Punkt der ganzen Geschichte. Nehmen wir gern mein eigenes Beispiel. Ich habe gerade meine Flugreise storniert. Erstens, weil mir nicht in den Kopf will, warum man überall, aber gerade da keinen Abstand halten soll. Zweitens, weil einigen (immer mehr) Leuten völlig egal ist, Maske zu tragen, und einzelne anderen sogar willentlich auf den Pelz rücken. Und es gibt noch ein Drittens (das hier aber nicht hingehört).

Summa summarum: Ich fliege nicht. Mit der Fähre und meinem eigenen Auto hingegen fahre ich gern. Ich glaube, mit Geduld und Disziplin, im eigenen “privaten Raum auf vier Rädern” und ggf. einer Kabine kann man den meisten kritischen Situationen gut aus dem Weg gehen.

Mit dem eigenen Auto auf Sardinien unterwegs? Warum nicht!
Mit dem eigenen Auto auf Sardinien unterwegs? Warum nicht!

Ich bin grundsätzlich viel unterwegs und dabei nicht ängstlich. So bin ich kurz nach Wiedereröffnung der Grenzen Mitte Mai als eine der ersten nach Sardinien gereist. Das ging erstaunlich geschmeidig – ich hab aber natürlich auch die inneren Grenzen meiner Risikobereitschaft kennengelernt. Mit mehr touristischem Aufkommen wird eine Reise durch halb Europa sicher etwas chaotischer, aber durchaus möglich und – wie aktuell Gereiste erzählen – weitgehend unproblematisch. Ich habe gerade auf Sardinien mega entspannt meinen Sommerurlaub verbracht (Tipps am Ende des Artikels). Relativ unbeschwert und ohne große Einschränkungen, aber mit steter Vorsicht und latenter Anspannung.

Je nachdem, wie und wo genau ihr euren Urlaub geplant habt, mag das die Entscheidung, den Urlaub anzutreten, auch beeinflussen. Dazu gleich noch mehr.

Nächste Frage.

2 – “Wie ist die aktuelle Corona-Lage auf Sardinien?”

Nach dem Lockdown gab es wunderbar geringe Fallzahlen auf der Insel – so dass sich einige genötigt fühlten, von “Sardinien covid-free” zu reden. Ich finde diesen Slogan falsch und irreführend – war doch allen war klar, dass das mit der einsetzenden Hauptsaison nicht so bleiben würde. Auch Werbekampagnen, die auf die “Offenheit” und “Sicherheit” abstellten, haben mir nur bis zu einem bestimmten Punkt gefallen. Sie haben nicht daran gedacht, dass mit steigenden Zahlen von Urlaubern und Touristen (in der Hauptsaison übrigens vorwiegend aus Norditalien) eine relativ hohe Wahrscheinlichkeit gab, dass auch wieder die Fallzahlen steigen. Und dass Sicherheit dann wieder an der Disziplin der Menschen hängt und nicht am Territorium.

Aktuelle Zahlen (Quelle ANSA, 1. September 2020):

  • 50 neue Fälle, die meisten in der Provinz Sassari / Gallura bei 1.749 Tests
  • 2 neue Patienten in Intensivtherapie (insgesamt 6)
  • 2.243 Fälle insgesamt
  • 134 Verstorbene

(Original: Sono 50 i nuovi contagi da Covid-19 in Sardegna nelle ultime 24 ore, sui 1749 tamponi eseguiti, con due pazienti in più ricoverati in terapia intensiva (6 in totale). Lo segnala l’ultimo aggiornamento dell’Unità di crisi regionale. I casi di positività complessivamente accertati dall’inizio dell’emergenza salgono a 2.243. Dei 50 nuovi casi, 44 sono stati rilevati da screening (la maggior parte in seguito al tracciamento dei contatti dei casi positivi precedentemente accertati) e 6 da sospetto diagnostico. Resta invariato il numero delle vittime, 134.)

Die gefühlt ganz normal-intensive Hauptsaison und der wieder einsetzende Tourismus (inklusive einer kurzen, aber heftigen Party-Phase rund um Ferragosto) haben aber für wieder steigende Fallzahlen gesorgt und man ist wieder etwas angespannter. Bereits Mitte August hatte die Insel wieder die ersten Fälle. Und reagiert wurde – wie zu erwarten – mit Quarantäne. Auch wurden Diskotheken landesweit in Italien geschlossen und Partys (auch unter freiem Himmel) verboten. Aus der Presse:

Ja, die Insellage kann von Vorteil sein, das Virus einzudämmen. Aber wenn wir alle reisen wollen wie vorher, und man das zulässt, dann ist dieser Vorteil halt schnell verpufft.

Aus Presseberichten ist ersichtlich, dass es die meisten Fälle unter Touristen oder Angestellten von touristischen Einrichtungen gibt. Dazu einige unter ankommenden Migranten, einige auch unter Einheimischen (die meisten davon sind Reiserückkehrer oder Arbeiter in touristischen Gebieten, die das Virus in ihr Dorf tragen) und einige in Altenheimen.

Wir haben zudem die Lage, dass viele Urlauber wegen Corona von Frühling auf Herbst umgebucht haben, in der Hoffnung, dass dann der Virus weg sei. Ist er nicht, nur im Sommer scheinbar etwas weniger aggressiv, aber das kann auch subjektiv sein, weil sich vorwiegend jüngere Leute anstecken.

Weil viele jetzt aus Prinzip nicht noch einmal umbuchen oder stornieren und mehr denn je urlaubsreif sind ist nicht damit zu rechnen, dass der September wesentlich ruhiger wird. Im Gegenteil. Das aber zusammen mit der Tatsache, dass der Tourismus auf Sardinien leider immer noch einen ausgesprochenen regionalen Schwerpunkt hat (so ganz grob Nordosten), ist insgesamt nicht die beste Kombination.

Als Konsequenz wäre mein Tipp:

Meide die touristischen Hotspots (vorwiegend im Nordosten). Nutze die gesamte Insel. Halte dich vielleicht von ausgesprochenen Touristenorten fern.

Hier in Mandas fand ich Ruhe, Exklusivität und einen echten Wohlfühlort.
Hier in Mandas fand ich Ruhe, Exklusivität und einen echten Wohlfühlort.
Am Golfo di Orosei (hier: Cala Osalla) gab es deutlich mehr Menschen, aber trotzdem im Sinne der Abstandregeln ausreichend Platz.
Am Golfo di Orosei (hier: Cala Osalla) gab es deutlich mehr Menschen, aber trotzdem im Sinne der Abstandregeln ausreichend Platz.

In öffentlichen Bereichen und dort, wo man muss, halten sich zu Glück alle an die Bestimmungen. Die Leute auf Sardinien sind (seltsamerweise, und. zumindest in den städtischen und touristischen Regionen) deutlich disziplinierter als viele Deutsche (speziell im sorglosen Urlaub). Viele Touristen (und damit meine ich nicht nur Deutsche oder Österreicher, sondern auch alle anderen Nationen, und zuvorderst Festland-Italiener) denken “Mir-doch-egal-ich-hab-Urlaub”, à la Malle (oder Sardinien) ist nur einmal im Jahr.

Gern wieder mein eigenes Beispiel: Ich fühle mich auf Sardinien nicht besonders gefährdet. Im Alltag empfinde ich die Insel und die Bewohner sehr entspannt. Das liegt aber daran, dass ich kein ausgesprochener Strand- oder Partyurlauber bin, mich privat viel unter Sarden und abseits der touristischen Gegenden aufhalte und zurzeit fast ausschließlich von meinem zweiten Wohnsitz aus arbeite.

Auch die Einheimischen untereinander fühlen sich irgendwie als Familie und “Hausgemeinschaft”. Das führt zu einem Kuriosum: Die doch sehr disziplinierten Sarden verzichten gerade im Hinterland und den kleinen Dörfern relativ häufig auf ihre Masken. Wenn man als Tourist dort hinein schneit, könnte man den Eindruck gewinnen, die Sarden wären nachlässig.
Die Erklärung ist relativ einfach: Da alle seit März gemeinsam im gleichen wochenlangen Lockdown waren und viele von ihnen unter sich bleiben (gerade die Alten verlassen ihr Dorf quasi nie), man kennt und begegnet sich ein leben Lang, ohne gesundheitliche Schwierigkeiten.

Insofern finde ich nachvollziehbar, dass die Sarden die Gefahr eher von außen wähnen und sich selbst vertrauen. Wobei natürlich auch passiert dass aufgrund dieser Nähe das Virus schneller überspringen kann und man dann ausgerechnet die einem lieben Personen ansteckt. Dummes Gefühl.
In kleinen Dorfgemeinschaften ist aber eine ganz andere als in Touristendörfern. Tatsächlich dürfte die Wahrscheinlichkeit, in einem sardischen Bergdorf auf einen hochinfektiösen Covid-Patienten zu treffen, eher als gering einzustufen sein.
Bringt mich zum eigentlichen Thema:

Ich glaube, viele denken vor allem an den eigenen Urlaub und die eigene Sicherheit. Dabei sind wir vielleicht der größere Risikofaktor. Lohnt sich, mal drüber nachzudenken.

Wir sind nicht allein auf der Welt (Stichwort: Pandemie) und auf Sardinien (mit seiner relativ alten Bevölkerung = mehr Angehörige von Risikogruppen). Insofern – unsere eigene Sicherheit in allen Ehren, aber es geht bei dieser Pandemie vor allem um die der anderen und um Solidarität. Und wir sind immer noch zu Gast auf Sardinien. Wir sollten und dürfen weder unsere Familien noch die Einheimischen gefährden.

Es ist alles gut, solang nichts passiert und sich alle an die Regeln halten. Aber wenn etwas passiert, dann hat die Bevölkerung zu Recht Sorge: Das sardische Gesundheitssystem ist in Nullkommanichts am Anschlag und bereits heute fehlen Ärzte und Pflegepersonal an allen Ecken und Enden. Intensivbetten gibt es sehr wenige (inselweit sind es 236, von denen etwa 100 provisorisch eingerichtet wurden – und Provisorien in maroden sardischen Krankenhäusern … nun.

Und wer jetzt meint, das ist so wie am kaputtgesparten Gesundheitssystem zuhause: Nein, es ist auf Sardinien und in halb Italien definitiv schlimmer … das Risiko zu versterben ist leider deutlich höher. So leid es mir tut, das sagen zu müssen. Ich will auf Sardinien definitiv nicht ernsthaft krank werden und in Intensivbehandlung müssen.

3 – “Wie ist das Leben vor Ort – kann ich ganz normal Urlaub machen oder gibt es viele Einschränkungen?”

Tourismus ist natürlich auf Kontakt und mehr Menschen ausgelegt – da beißt die Maus ja keinen Faden ab … Darum ist die Antwort schon: Ja, es gibt Einschränkungen. Ja, es ist ein anderer Urlaub als sonst.

Aber je nachdem, WIE und WO du Urlaub machen willst, fallen die Einschränkungen unterschiedlich aus:

  • In einem FERIENHAUS oder in einer PRIVATEN UNTERKUNFT ist man glaube ich ziemlich autark und relativ safe.
  • Bei RUNDREISEN trifft man zwar mehr Leute, kann aber gut Abstand halten und bewegt sich tendenziell abseits der Hotspots.
  • Gleiches gilt für CAMPER und WOHNMOBILE, mit denen man (im Rahmen der erlaubten Möglichkeiten), ja bestens isoliert urlauben kann.
  • Auf CAMPINGPLÄTZEN oder beim ZELTEN ist es schon etwas tricky – ich hab ein paar Tage gezeltet und meine Mitzelter (vorwiegend junge Menschen) als zu sorglos empfunden. Aber das mag anderen anders gehen.
  • Auch ein AGRITURISMO im Hinterland mit eigenem Grundstück oder ein kleines GASTHAUS / B&B hat ja “wenig Mensch” und man kann sich prima aus dem Weg gehen. Die sardischen Gastgeber geben sich Mühe, alles korrekt umzusetzen, ohne aber große Einschränkungen zu verlangen. Ich war zuletzt in einem entzückenden Gasthaus im Hinterland, mit einer weiteren Gästin und unseren Gastgebern – da hielten wir respektvoll Abstand und genossen die Privacy.
  • In größeren HOTELS oder RESORTS habt ihr sehr viel mehr Menschen und damit auch mehr Einschränkungen und Regeln (nicht immer in allen Sprachen oder ad hoc verständlich) zum Beispiel bei der Pool-Nutzung, am Buffet, in Gemeinschaftsräumen. Ständige Desinfektionen und Maskentragen kann den Urlaubsfreude schon etwas trüben.

4 – “An welche offiziellen Regeln muss ich mich halten?”

Darüber hinaus gelten AUF DER INSEL aktuell folgende Regeln (Änderungen können sich auch durch lokale Verordnungen ergeben):

Assembramento!!! Mindestens zwei Schaflängen Abstand bitte!!!
Assembramento!!! Mindestens zwei Schaflängen Abstand bitte!!!
  • je nach Ort 1-2 Meter Abstand halten
  • An den Stränden mindestens 3, manchmal 4 Meter Abstand zum nächsten Sonnenschirm (gern mehr)
  • Maske anlegen, wenn man den Abstand nicht einhalten kann oder es gefordert ist (öffentliche Räume, Verkehrsmittel, beim Betreten von Geschäften, an engen Stellen etc.)
  • In Restaurants bis zum Tisch Maske auflassen. Zum Essen / Trinken darf sie abgesetzt werden.
  • Bei Betreten von Lokalen und Geschäften Hände desinfizieren.
  • Regelmäßig Hände waschen.
  • In die Armbeuge husten / niesen.
  • Viele Menschen meiden. Keine Menschenansammlungen provozieren.
  • Diskotheken und Clubs sind geschlossen (auch der von Herrn Briatore, man regte sich künstlich auf, aber soll er ruhig)

Eigentlich ganz einfach 🙂

Ein bisschen kompliziert wird es, weil das Prinzip der Hausgemeinschaft gilt – also Leute aus dem gleichen Haushalt müssen keinen Abstand halten und es gibt keine Maskenpflicht. Reist man aber zum Beispiel mit mehreren Leuten aus unterschiedlichen Haushalten im gleichen Auto, müssen theoretisch alle eine Maske tragen und eigentlich auch zwei Plätze frei bleiben. Beispiel: Sitzt in einem Panda vorne ein Paar aus gleichem Haushalt und auf den hinteren Plätzen zwei Freunde aus unterschiedlichen Haushalten, gilt mindestens Maskenpflicht – und eigentlich dürfte nur einer mitreisen. In der Praxis wird das nach meiner Erfahrung weder kontrolliert noch bestraft. Da sind wir vielleicht auch alt genug, das gut zu organisieren.

Mein persönliche Regel ist noch: Viel draußen und in der Natur sein.

In der sardischen Weite auf ein aggressives Coronavirus zu treffen, dürfte nicht passieren. Es sei denn, ich knabbere an den Fledermäusen in Grotten (z. B. im Supramonte) oder Nuraghen (z. B. im Nuraghen Majore bei Tempio).

Beim Schnorcheln im Meer hat sich glaube ich noch keiner infiziert ...
Beim Schnorcheln im Meer hat sich glaube ich noch keiner infiziert …

Ich traue dem Virus nicht über den Weg, auch wenn er sich (wie ja auch von einigen erwartet) im Sommer etwas beruhigt haben mag. Der Herbst kommt ja erst, und was er sich zusammen mit erkältungsgeschwächten Leuten oder gar einer Influenza-Welle überlegt … Ich habe jedenfalls für mich keinen Grund, ein wie auch immer geartetes Coronavirus auf die leichte Schulter zu nehmen.

5 – “Man liest so böse Sachen in der Presse – sind wir Touristen Willkommen auf Sardinien?”

Was ist nun mit dem Gerücht, dass einige Sarden meinen, man möge doch bitte zuhause bleiben und dass Urlauber “ungewollt” seien?

Da kann ich nur sagen, dass die meisten sardischen Gastgeber sich gerade jetzt über nette und disziplinierte Gäste freuen. Wer im Tourismus arbeitet, muss sich sogar freuen. Da geht es mir nicht anders. Irgendwie müssen wir uns da jetzt gemeinsam durchwühlen. Die sardischen Gastgeber haben übrigens großes Vertrauen in uns Deutsche, Schweizer Österreicher, weil sie uns für diszipliniert halten. Sie würden wohl eher auf ihre norditalienischen Landsleute verzichten, als auf uns.

Natürlich gibt es auch ganz normale Menschen, die Angst vor zu viel Tourismus und einem zweiten Lockdown haben. Die Einheimischen wollen – nach all den Einschränkungen, die sie durchlebt haben, um ihre Insel zu schützen – jetzt nicht wegen ein paar Touristen wieder Angst haben und womöglich ernsthaft krank werden (siehe zuvor).

Wieder gilt: Nehmen wir Rücksicht. Lieber einmal mehr die Maske aufsetzen. Halten wir eher mehr als weniger Abstand. Sorgen wir uns auch um ihre Sicherheit..

Und das geht natürlich, ohne ihnen innerlich oder örtlich fern zu bleiben: Seien wir noch netter, freundlicher und interessierter als sonst. Reisen wir ins authentische Sardinien, besuchen wir ihre Museen, essen wir in ihren Restaurants, gehen wir mit ihnen auf Kanutouren oder Exkursionen.

Denn gerade die Sarden, die auf Touristen angewiesen sind, brauchen jetzt jede Unterstützung. Wenn wir denn schon Urlauben, wäre wirklich gut, das sehr gezielt und sinnvoll zu tun.

6 – “Wie kann ich corona-safe auf der Insel Urlaub machen?”

Ich hab bereits im Juni einen Artikel verfasst, wie und wo man corona-safe auf Sardinien urlaubt. Hab ihn eben überflogen, hat in der Sache noch weitgehend Gültigkeit 🙂

Wir selbst haben gerade unseren Sommerurlaub auf einer Sardinien-Rundreise verbracht, vorwiegend in der Südhälfte der Insel:

In meiner Hängematte bin ich Könich!
In meiner Hängematte bin ich Könich!
  • Zu Beginn gab es eine Rundreise durch die Dörfer der Marmilla und im Sarcidano (ein toller Rundkurs geht von Barumini – Gergei – Isili – Nuragus – Gesturi), sowie nach Laconi (im Menhirmuseum) – alles sehr autark und mit dem gebotenen Abstand, wir sind durch Weinhänge gestiefelt und haben Nuraghen besucht, ohne auf irgendetwas verzichten zu müssen. Nur die Sommerhitze war etwas anstrengend, aber wir haben viele Akivitäten in die Morgen- und Abendstunden gelegt und uns mittags ein schattiges Plätzchen gesucht.
  • Dann hab ich mich in Mandas von sardischen Gastgebern in einer superschönen Locanda verwöhnen lassen. Extrem entspannt und ohne Probleme – wir waren zwei “Gästinnen” und da war Distanz kein Problem – und wir haben uns trotzdem kennen gelernt und gut unterhalten.
  • Noch ein paar Tage im Südwesten – Rundreise mit Auto und Zelt in Guspini (Halt im Birrificio 4mori, einer Bierbrauerei), Arbus (dem Dorf der schwarzen Schafe), Piscinas (genial langer Strand mit Dünen und dem vorgelagerten Bergbaudorf Ingurtosu), Buggeru (netter weiter Strand direkt neben dem Hafen), Masua (Besuch des zur Mine gehörenden Schiffsanleger Porto Flavia), Nebida.
  • Zum Ausklang waren wir noch in Calasetta auf der Insel Sant’Antioco. Wir haben einen ganz wunderbaren Urlaub ohne Stress und ohne zu viel Mensch verbracht – und ein ganz tolles Fischmenü im gemütlichen Restaurant Nord-Ovest in Hafennähe gegessen 🙂
  • Auf dem Rückweg Halt in Orosei am Strand von Osalla – dort war es im Vergleich deutlich voller als vorher im Urlaub, aber Abstand wurde eingehalten.
  • Und nach einem kleinen Arbeits-Intermezzo in Olbia und Golfo Aranci, wo wir auch noch Freunde getroffen haben, waren wir ein paar Tage später noch am “tropfenden Wasserfall” Sa Stiddiosa und haben als Nachschlag noch zwei weitere Urlaubstage in Seulo verbracht.

Darüber werde ich noch im einzelnen berichten (wo ich es nicht schon vorher getan habe) und es ist natürlich unbedingt zum Nachmachen empfohlen 🙂

Das gesundheitliche Risiko einer solchen Reise nach Sardinien würde ich immer wieder auf mich nehmen. Aber ich glaube, es ist eine zutiefst persönliche Einschätzung bei jedem – auch bei jedem Mitglied der Familie.

In diesem Sinne wünsche ich allen einen Covid-freien Urlaub auf Sardinien und eine glückliche, gesunde Heimkehr!

Das schwarze Schaf (hier in Arbus) wünscht einen Covid-freien Urlaub!
Das schwarze Schaf (hier in Arbus) wünscht einen Covid-freien Urlaub!

Ich bin Nicole, auch bekannt als »das schwarze Schaf auf Sardinien« (italienisch: pecora nera) und Gründerin dieses Blogs. Hier berichte ich von meinen Streifzügen im ganzen Jahr auf, durch und rund Sardinien. Im »richtigen Leben« bin ich Beraterin für Kommunikation und Tourismus sowie Content Creator.

2 Comments

  1. Ursula Nortmann

    7. September 2020 at 01:47

    Hallo Nicole, ich dachte vor ca. 4 Jahren mal gelesen zu haben, das Du eine Art Reiseführer in Buchform raus gebracht hast. Leider finde ich da nichts mehr, oder ich bin doof. 🙃 Sollte es ihn aber geben, dann schreib mir bitte, ich würde einen nehmen für Bekannte, die mit nem Womo die Insel erkunden wollen. Freu mich auf Antwort, lieben Gruß…Ursula

    Reply
  2. pecora nera

    15. September 2020 at 10:00

    Liebe Ursula, ja das ist richtig, die Erstauflage ist allerdings vergriffen und die Zweitauflage verzögert sich leider covid-bedingt. Aber ich arbeite dran. Einfach hier auf dem Blog dranbleiben, ich werde laut blöken, wenn es fertig und verfügbar ist! Liebe Grüsse, Nicole.

    Reply

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