Die Cala Goloritzè ist das Trekkingziel schlechthin auf Sardinien, der Inbegriff einer Traumbucht, die Perfektion aus Berg und Meer.

Inbegriff der Traumbucht: Cala Goloritzè, vom Meer aus gesehen

Inbegriff der Traumbucht: Cala Goloritzè, vom Meer aus gesehen

Eigentlich ist sie ein sehr steiniger Strand, mit übermannshohen Felsen, direkt am Golfo di Orosei, an der weiten Ostküste. Entstanden ist sie durch einen Erdrutsch.

Ihr prägnantes Markenzeichen, durch das du sie von jeder anderen Bucht auf der Insel unterscheiden kannst, ist die Aguglia di Goloritzè, eine prägnante, 140 Meter hohe Felsnadel mit einigen tollen Routen an den Flanken – ein Top-Ziel für Kletterer (Infos auf Climbingsardinia).

Die Cala Goloritzè ist nur über drei Wege erreichbar:

  • den Selvaggio Blu (den schwierigsten Trek Italiens),
  • einen relativ anspruchsvollen Trekkingpfad ab der Hochebene Golgo bei Baunei
  • oder sehr kommod über den Seeweg (Miet- und Ausflugsboote z. B. ab Cala Gonone oder Santa Maria Navarrese).

Das schwarze Schaf entscheidet sich für die mittelschwere Variante, den Trek ab dem Altopiano del Golgo. 

Tagestrek zur Cala Goloritzè

Die Goloritzè eignet sich auch für mäßig erfahrene Kletterer und Wanderer mit einer guten Fitness, auch auf eigene Faust. Beste Zeit für die Goloritzè sind April/Mai und Oktober/November (sofern es nicht regnet). Aber auch schöne Wintertage sind prima. Dann musst du nur sehr früh losgehen, weil die Sonne bereits gegen 17 Uhr untergeht.

Du kommst mit dem Auto bis auf den Altopiano di Golgo. Seit 2016 wird eine Gebühr von 5 Euro fällig, als Parkplatz- und Schutzgebühr. Das Geld fließt direkt in die Pflege des Territoriums (was nach der Hauptsaison auch dringend nötig ist). (Tipp: Am Golgo beginnt auch eine zweite Tour, die deutlich längere, aber einfacher zu gehende Tour zur Cala Sisine.) 

Für den gesamten Weg von der Hochebene bis hinunter ans Meer in die Cala Goloritzè, sind je nach Tagesverfassung gut zwei Stunden für den Hinweg einzuplanen. Der Rückweg kann wegen des anstrengenderen Aufstiegs von Meereshöhe etwas länger dauern. Insofern gehe einfach früh genug los, damit du auch im Hellen wieder zurück in der Zivilisation bist.

Markenzeichen: Aguglia, ein Top-Kletter-Spot

Markenzeichen der Goloritzè: die Aguglia, ein Top-Kletter-Spot

Die Goloritzè ist genau das Richtige für schwarze Schafe – weg vom Massentourismus, hin zu einem einmaligen Erlebnis in der Natur, zu dem Gefühl der Freiheit und der Gewissheit, die Schönheit Sardiniens jetzt erst wirklich gesehen zu haben.

Der Pfad beginnt als breiter Feldweg, biegt dann schmaler in die Vegetation ab und wird bald zum Trampelpfad mit Steinen und Wurzeln, später folgen einfach zu bewältigende Kletterstrecken.

Tritt für Tritt geht es vorwärts, aufwärts. Die größte Belohnung kommt dann, wenn nach dem Aufstieg zwischen den Bäumen das Meer erscheint und der Blick weit hinunter und hinaus läuft und nicht weiß, wo er enden und wie er das alles erfassen soll.

Regen und Wind haben die alten Maultierpfade und die Markierungen am Wegesrand verwittern lassen – wer sich unsicher fühlt, baut eigene Markierungen und blickt häufiger hier und da zurück, um den Rückweg sicher zu finden.

Gute Vorbereitung

Dem schwarzen Schaf begegnen auf seinem Trek im September schlecht gelaunte Menschen mit Flipflops und Sandalen, die sich den Abstieg wohl einfacher vorgestellt haben. Schwierig ist die Tour hinunter zur Goloritzè für Trekkingfreunde nicht; sie einfach zu nennen, wäre aber deutlich untertrieben.

Nein, hier brauchst du auf jeden Fall Trekkingklamotten. Feste Schuhe, lange Hosen und Hemden sind sogar im Sommer (bei Sonne Kopfbedeckung nicht vergessen) absolut richtig. Das schwarze Schaf ging diesen Trek im September, selbst da war es fast noch zu warm.

Die wichtigsten Zutaten für eine erfolgreiche „Er-Wanderung“ der Goloritzè sind wie so oft: ausreichend Wasser und Wegzehrung, gute Wetterbedingungen sowie ein gutes Gefühl, nicht zuletzt für den besten Tag und die eigene Fitness.

Eine der seltenen Wegmarkierungen

Eine der seltenen Wegmarkierungen

Hinunter zur Bucht Cala Goloritzè sind es insgesamt etwa 500 Höhenmeter, teils über Geröll und unbefestigt, die es zum Rückweg wieder bergauf zu bewältigen gilt.

Der Trek kann kann je nach Witterung anspruchsvoll werden. Im Halbjahr 2015/2016 war die Cala Goloritzè gar nicht über Land zugänglich. Die Treppe für den abschließenden Abstieg zur Cala Goloritzè im Golfo di Orosei war nach einem Erdrutsch zerstört worden. Einige, die versuchten, trotzdem dorthin zu klettern, brachten sich auf dem Geröll in Schwierigkeiten.

Mittlerweile ist der Weg wieder hergestellt, aber es zeigt, wie unberechenbar auch vermeintlich einfache Exkursionen sein können. Und wichtig manchmal ein ortskundiger Guide und aktuelle Informationen aus erster Hand sind.

Kleiner Tipp für Wanderer, denen eine kurze Tour reicht, vielleicht weil sie nicht ganz so gut zu Fuß sind: Den ersten traumhaften Blick auf das Meer erreichst du in etwa einer Stunde ohne große Schwierigkeiten.

Sobald das Meer in Sicht kommt, suche dir ein gemütliches Plätzchen abseits des Weges ein kleines Picknick mit sich selbst und mitgebrachtem Pecorino und Schinken zu veranstalten ist schon die halbe Miete, und du wirst glücklich gestimmt zurückgehen.

Blick zur Cala Goloritzè

Blick zur Cala Goloritzè, die «Auguglia« kommt in Sicht

Ein altes weises Wort sagt, Gott habe vor den Lohn die Anstrengung gesetzt.

Das ist hier nicht wahr. Klar ist der Trek insgesamt anstrengend, aber in dieser atemberaubenden Landschaft steckt einfach hinter jeder Ecke eine Belohnung!

Ungewöhnliche An- und traumhafte Ausblicke – vom Gänseblümchen auf dem Steinweg über den Baum, der um einen Fels wächst, bis hin zum Gelände, das eindrucksvoll zum azurblauen Meer hin abfällt.

Eigentlich der perfekte Sardinien-Trek.

Gäbe es da nicht den …

Traumhafte Cala Goloritzè

Traumhafte Cala Goloritzè

Selvaggio Blu

Der ambitionierte Trekking- und Kletterfreund erkundet den Supramonte di Baunei über den „Selvaggio Blu“, eine fantastische Kletter- und Wanderstrecke mit alpinen Schwierigkeiten. » www.selvaggioblu.it

Sie führt auf dem Teil des Supramonte, der direkt ins azurblaue Meer hin abfällt. Er braucht natürlich einiges an Vorbereitung – zum Beispiel um dich über den aktuellen Zustand des Territoriums zu informieren und in den Buchten per Boot Versorgungs-Depots anzulegen. Das schwarze Schaf vermittelt dir gern den Kontakt zu ortskundigen Guides. Eine Top-Adresse für das Vorhaben ist das Lemon House in Lotzorai.

Exkursionen und Ausflüge, auch auf dem Selvaggio Blu, organisiert zudem Salinas Escursioni in Baunei, www.supramonteselvaggio.it.

Das „Trekking delle Cale“ ist quasi ein Selvaggio Blu „light“ und auch für geübte Trekkingfreunde ohne alpine Erfahrung, aber unbedingt mit guter Kondition machbar.

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