Ostern kommen traditionell die ersten Reisenden auf Sardinien an. Das sind alles durchweg entspannte Leute. Bis vielleicht auf ein paar Halb-Auswanderer, die jetzt ihr Ferienhaus mit deutscher Gründlichkeit durchhandwerkern und dafür mit Tonnen von Material von der Fähre fahren, als gäb’s auf Sardinien keine Baumärkte.

Wer hier jetzt urlaubt und sich in ein B&B oder Ferienhaus von Freunden (die Mietobjekte sind meist noch eingemottet) einnistet, findet eine ganz prachtvolle Insel vor.

Wir April-Reisende sind zu 90% Naturburschen und Outdoor-Freaks.

Solche, denen ein bisschen Wetter nichts ausmacht, und die jeden schönen Tag zu nutzen wissen. An den ruppigen Tagen gehen sie eingemummelt in drei Lagen Klamotte plus Windbreaker am Strand spazieren oder gleich im Neopren auf das Wasser.

Scheint die Sonne, sitzen wir sofort im T-Shirt und kurzen Hosen im Cafe, während so mancher Sarde sich hartnäckig weigert, seine Winterjacke auch nur zu öffnen, geschweige denn, auszuziehen. Ungläubiges Staunen auf beiden Seiten.

Entspannt im Rupi's Chilling Out, Porto Pollo

Entspannt im Rupi’s Chilling Out, Porto Pollo – oder direkt surfen und kiten.

Sardinien im April ist allerdings auch etwas für Individualisten. Wer jetzt an den Hotspots mit durchorganisierter Infrastruktur rechnet, steht erstmal etwas ratlos da.

Da kommt es auf »Gewusst wie, wo und wann« an.

Vorab: Unsere Tipps zum März funktionieren jetzt auch noch, und hier findest du viele Ideen für deinen Aktivurlaub.

Gewusst wie

Aktivurlauber bewegen sich in der noch sehr frühen Saison ganz natürlich durch die Landschaft. Viele Outdoor- und Trekkingfreunde sind eher in Zeitnot, weil sie gern noch so viel tun und sehen würden, aber der Urlaub doch relativ schnell vorbei ist.

Da sind die Cross-Motorradfahrer und Mountainbiker auf den Schotterwegen an der Punta Serpeddì bei Burcei, die keine Sorge haben müssen, von einer Sonntagsausflugsgruppe jäh ausgebremst zu werden. Das Schaf hört sie und hüpft brav zur Seite, steigt dann querfelsein auf den Monte Figuerges und kann von 870 Metern bis nach Cagliari schauen.

Blick vom Monte Figuerga bis nach Cagliari

Blick vom Monte Figuerga (899 m) bis nach Cagliari

Im Supramonte di Baunei begegnen uns die ersten kleinen Trekking-Gruppen, an den Wochenenden werden spannende Exkursionen zu den jetzt noch menschenleeren Buchten angeboten.

Unterm Capo d’Orso bei Palau sitzt ein Pärchen ganz allein und guckt ziemlich glücklich in Richtung Korsika. Eine Gruppe Rennradsportler macht sich auf den Weg von Santa Teresa Gallura zur Costa Paradiso, um in angenehmen Temperaturen und ohne viel Verkehr ihr Training zu beginnen.

Die gelben Ginsterbüsche beginnen zu blühen. Der sonnenverwöhnte Süden der Insel beginnt, besonders schön blüht es an der Küstenstraße von Alghero nach Bosa, und etwa Ende April ist auch auch die Gallura im Norden gelb.

Der Süden beginnt - und Ende April ist auch die Gallura im Norden gelb.

Die Felsen der Gallura in gelb und üppigem Grün.

Das Sulcis ist dünn besiedelt und eine Ruheoase – aber dort wo Menschen sind, in Carbonia und Iglesias wird’s sofort quirlig. Top, um lange Strandspaziergänge an den Dünen von Porto Pino zu unternehmen, schauen, ob eines der Weingüter (z. B. Santadi) offen hat, oder in eine der vielen Minen zu stiefeln – sie sind in der Regel jetzt an den Wochenenden geöffnet. Das schwarze Schaf besucht die Mine Rosas in Narcao – hier findest du auch ein ganzjährig geöffnetes Hotel, gebaut in die alten Wohnungen der Minenarbeiter.

Am Monte Urpino in Cagliari sitzen zwei Freundinnen, trinken ein Ichnusa, quatschen und blicken in der Abendstimmung auf die Salinen des Parco Molentargius aufs Meer. Die ganzjährige Flamingokolonie ist entspannt, einige fliegen Richtung Stadt.

Eine Gruppe Biker schätzt die Freiheit auf den Kurven der Küstenstraße nach Villasimius, kurz nach ihnen entspannte Cabriofahrer. Sonne, Verdeck offen – freie Fahrt. Viel mehr braucht man nicht.

Die perfekte Cabriostrecke: Küstenstraße nach Villasimius

Die perfekte Cabrio- und Bikerstrecke: Küstenstraße nach Villasimius

In der Trattoria »C’era una volta« in Palau trifft das Schaf ein Pärchen aus Amerika, das seine Hochzeitsreise durch Europa macht und auch ein paar Tage durch Sardinien tingelt: La Maddalena, Supramonte, Cagliari, Abflug. Da hatte jemand ein gutes Näschen bei der Reiseplanung.

Fiese Falle Touristendorf

In Budoni belauscht das schwarze Schaf hingegen ein gelangweiltes Pärchen, das sich über Sonne und Wasser freut, aber sonst ein bisschen hilflos ob der Einsamkeit ist. Da sei ja noch alles tot. Ob man denn schon wieder in das gleiche Restaurant müsse. Und das Hotel sei ja auch gar nicht so gut. Was man denn jetzt noch eine ganze Woche hier machen solle.

Das Schaf schlägt den Montalbo für Trekkingtouren vor, Siniscola oder Posada für ein gutes Abendessen, oder gar einen Ausflug nach Oliena oder Dorgali. Wenn’s regnet (wie, Regen?!) ab nach Nuoro in die tollen Museen. Die Begeisterung hält sich in Grenzen. Im Grunde hatte man gehofft, jetzt schon täglich baden zu gehen und schon Sommer vorzufinden. Allem, was weiter weg ist als eine halbe Stunde Fahrt, begegnet man so mittel flexibel. Na dann noch viel Spaß …

Auf der Serpentine bei Siniscola

Auf der Serpentine bei Siniscola

Die Hotels, Shops und Restaurants sind in den touristischen Regionen Anfang April tatsächlich noch größtenteils verschlossen oder nicht immer die besten. Ausnahmen bestätigen die Regel.

Die üblichen Touriadressen, die die Suchmaschinen jetzt auswerfen, haben noch wenig Wert und Substanz. Viele Hotels, die angeblich ganzjährig geöffnet haben, öffnen im wirklichen Leben doch erst, wenn die Saison richtig beginnt, im Mai und Juni. Man greift die Touristenströme ab und mottet sich im Oktober gleich wieder ein. Wieviel das mit Sardinien zu tun hat, lässt sich an einer Hand abzählen.

Das schwarze Schaf hat zwei wichtige Tipps:

1. Buche nicht die gesamte Urlaubszeit im voraus durch.

2. Ab ins Auto oder in den Bus und mache eine Rundreise!

Die Ogliastra, durch die das schwarze Schaf im März herumreiste, wird mit jedem Tag wärmer, sonniger und besser. Und falls es doch mal regnet, ist ein Ausflug zu den Wasserfällen von Lequarci bei Ulassai quasi Pflicht.

Wasserfälle Cascate Lequarci bei Ulassai - je mehr es regnet, desto besser

Wasserfälle Cascate Lequarci bei Ulassai – je mehr es regnet, desto besser

 

Also wohin fahre ich jetzt im April? Und wohin besser nicht?

Gewusst, wo – und wo nicht

Im Moment „mit echtem Leben unterversorgt“ sind Touristenorte wie Cannigione, Porto Cervo, Porto Rotondo, San Teodoro, Porto Ottiolu, Cala Gonone, Costa Rei, Villasimius, Costa del Sud, Chia, Putzu Idu, Stintino … da wird zuweilen die Suche nach Infrastuktur anstrengend, das Perlentauchen noch schwieriger.

Wobei das trotzdem schöne Ausflugsziele sind, denn die Natur ist ohne die vielen Touristen natürlich richtig toll!

Ein Ausflug zur Isola Asinara im Frühling ist möglich und ein Traum: die Natur erwacht, die Insel beginnt zu blühen – ein weißer Esel auf einer Wiese mit violetten Blumen oder vor einer der sonnenbeschienenen Türkisbuchten ist einfach toll. Dorthin zu kommen ist mit einer kleinen Anstrengung mehr verbunden, da in Stintino, dem Abfahrthafen, die Ausflugsboote noch nicht täglich übersetzen. Einige starten auch bei Porto Torres. Schließe dich einfach einer Exkursion an – zum Beispiel mit Wild Asinara Park, oder frage vorher bei der Parkverwaltung Asinara.

Cala Scombro di dentro auf der Isola Asinara

Cala Scombro di dentro auf der Isola Asinara

An der Costa Smeralda sitzen wir jetzt gern am menschenleeren Strand Cala di Volpe, vor dem sonst Millionärsyachten noch und nöcher liegen, ganz für sich allein zu haben und bis zum Capo Figari sehen zu können, das ist echte Exklusivität und reiner Luxus. Wir haben’s genossen und eine Trekkingtour durch die „alte Küste“ gleich mit angeschlossen.

Cala di Volpe im April - ganz privat

Cala di Volpe im April – ganz privat

Aber, wenn sämtliche Restaurants geschlossen sind, wenn der Hunger sich meldet, hilft neben fragen nur Trick 17: Fahre ins Hinterland und in den nächstgrößeren Ort auf der Karte.

Inselrundreise

Eine Inselrundreise ist das Beste, was du in der Nebensaison machen kannst. Fahr ins Hinterland, durch die Berge, in andere Regionen, in die Städte.

Vertrau deiner Nase und fahr ihr nach!

Ein Mietwagen gibt dir Freiheit und Unabhängigkeit, lässt dich aber auch sicher einmal mehr suchen und manchmal auch nicht finden. Dann hilft nur: die letzten Brocken aus dem Italienischkurs oder das Wörterbuch rauszukramen und fragen.

Die Feuchtgebiete des Sulcis - auf dem Weg nach Sant'Antioco

Die Feuchtgebiete des Sulcis – auf dem Weg nach Sant’Antioco

Die Fahrt mit Bus und Bahn (fahren auch in der Nebensaison erstaunlich gut!) gibt dir eine alternative Reiseroute in genau die Orte vor, in denen du Leben und Infrastruktur findest. Sie bringen dich in Kontakt mit den Einheimischen und in Dörfer, die du vielleicht gar nicht auf dem Zettel hattest. Von Cagliari aus fahren unzählige Busse, quasi überall hin.

So oder so: Tu dir den Gefallen und fahre herum, bewege dich nach Möglichkeit von den Küsten weg.

Denn während dort vieles erst noch aufwachen muss und sich so manche Orte leider nur auf den Tourismus der Sommermonate eingeschossen haben, hat das Leben im Hinterland nie aufgehört zu laufen.

Kontakt zu Land und Leuten bekommen – wo geht das jetzt?

Sarden wohnen in der Regel küstenfern. In Oliena, in Dorgali, in Muravera, in Villasalto, in Cabras, in Fluminimaggiore, in Arzachena, in Calasetta, in Baunei, in Barumini, in Santa Maria Navarrese, in Nuoro, in Orroli, in Pattada, in Sassari, in Olbia, in Tempio, in Arbus, in den Dörfern rund um Cagliari wie Ussana, Monastir, San Sperate, Domusnovas …

Murales in Ussana bei Cagliari

Murales in Ussana bei Cagliari

Die Liste ist quasi unendlich und der Auszug tut allen kleinen Orten unrecht, die hier nicht erwähnt sind.

Natürlich ist es in sardischen Dörfern ziemlich ruhig, es wird auch in der Hauptsaison nie wirklich hektisch. Aber schon in Orten mit 5. und 10.000 Einwohnern wird es deutlich lebhafter, die kleinen und großen Städte sind voll von Menschen, die auch Spaß und Abwechslung haben wollen.

Und ja, die Zeit wirkt manchmal wie stehen geblieben, aber die Einwohner schätzen und pflegen ihre alten Traditionen – für die man eben etwas Ruhe und Zeit braucht.

Natürlich ist hier nicht Rom oder Mailand. Aber warum sollte es in einem kleinen lieblichen Tal, wo die Natur noch ganz bei sich ist, auch hektisch werden? Ist gar nicht nötig.

Kleine, feine Gasthäuser, wie die Locanda La Rosa in der Marmilla

Kleine, feine Gasthäuser, wie die Locanda La Rosa in der Marmilla

Ruhe und Stille sind in reiner Natur eine Wohltat für den gestressten Menschen. Einmal aus dem Beruf raus, kannst du bei einer Fahrt oder Wanderung zum Beispiel durch den Sarrabus, das Iglesiente oder den Supramonte so richtig abschalten.

Ein paar gute Nebensaison-Adressen

Eine sichere Bank für alle, die auch ein bisschen Heckmeck und Menschen brauchen, sind Städte wie Alghero, Sassari und natürlich die Hauptstadt Cagliari. Lebhafte Stadtviertel, geöffnete Sehenswürdigkeiten und Museen, und am Poetto bis nach Quartu S. Elena sind schon oder immer noch einige Beach Bars und Restaurants geöffnet.

Du magst es in Sachen „wo“ noch ein bisschen genauer? Bitte schön, hier ein paar frische Tipps vom schwarzen Schaf, mehr unter »Sardische Anbieter«, dort bei AgriturismoGasthäuser oder Restaurants.

  • Bar Belvedere, Baunei
  • Hotel Su Gologone, Oliena
  • Lounge Bar Cala Capo Testa
  • Ristorante C’era una volta, Palau
  • Ristorante Griglieria 4 mori, Olbia
  • Residence Sa Pintadera, Cabras
  • Ristorante Il Caminetto, Cabras
  • Ristorante Il Pescatore, Sarroch
  • Locanda La Rosa, Pauli Arbarei
  • Bar Silana, Passo Genna Silana Urzulei
  • Ristorante Su Sirbone, Muravera
  • Trattoria La Locanda, Nuoro
  • Pub Agricolo, Mamoiada
  • Rupi’s Chilling Out, Porto Pollo
  • Ristorante Su Fuffuraju, La Caletta
  • Hotel e Ristorante Meridiana, Arbus
  • … alle gut, viele davon einfach zufällig und der Nase nach gefunden, andere auf Empfehlung
  • … deinen eigenen schwarzschafigen Tipp kannst du gerne hier loswerden

Gewusst, wann

Landleben in der Gallura

Landleben in der Gallura

Grundregel: viele Gastronomen öffnen von Ostern bis Oktober. Das bedeutet, dass direkt an Ostern auf SArdinien die Hölle los ist. Wie in der Hauptsaison kommen auch die Festlanditaliener jetzt in Scharen. Manche Betriebe öffnen auch nur an den Feiertagen, um dann bis Mai/Juni wieder zu schließen. Reservieren unbedingt notwendig.

Dorfbars, Pizzerien, Trattorien – viele beginnen jetzt aber ihren laufenden Betrieb. In den echten Fischerhäfen an der Küste (z. B. La Maddalena, Olbia, Torregrande, Carloforte, Alghero) findest du aufgeschlossene und freundliche Leute – ob morgens zum ersten Kaffee, zum Pranzo/Mittagessen oder zum Feierabendbier.

In der Mittagszeit zwischen 13-16 Uhr ist tendenziell kein Mensch auf der Straße, daran ändern weder einer noch tausend Touristen nichts.

Ein Glas Wein in einer Bar geht immer irgendwo

Ein Glas Wein in einer Bar geht immer irgendwo

Da glücklicherweise auch viele Sarden wochentags arbeiten, verlegen sie viele gemeinschaftliche Aktivitäten aufs Wochenende – dann sind auch viele Frühlingsfeste im Gang.

Hier ein paar wichtige Termine für den April:

  • Highlight Anfang April ist die Sagra degli Agrumi in Muravera, ein Fest rund um die hier in er Region wachsenden Zitrusfrüchte. Präsentiert werden bunte Trachten, Spezialitäten und Traditionen aus allen Inselteilen.
  • Das wichtigste religiöse Fest der Insel – Ostern – feiern viele Orte ganz unterschiedlich. In der Karwoche sind Desulo, Iglesias, Alghero, Castelsardo und Cagliari gute Reiseziele.
  • In der Gallura beginnt Mitte / Ende April die Reihe »Primavera in Gallura« – Stazzi e Cussoghjiu (www.primaveraingallura.it), von Oschiri über Berchidda bis Aggius – und viele weitere Orte, die ihre Kulturen vorstellen und einen Einblick in das Landleben in der Gallura geben
  • Einen gastronomischen Schwerpunkt legt der Frühling im Sulcis, »Primavera Sulcitana« (www.primaverasulcitana.it) im Südwesten der Insel, beginnend Mitte April
  • Wer es sportlich mag, dem sei in der Marmilla das Radrennen MyLand empfohlen, oder Motorsportlern die Rallye dei Nuraghi e del Vermentino in Berchidda (www.rallyvermentino.it).
Kiter bei Capo Mannu

Nebensaison-Kiter bei Capo Mannu

Die Kite- und Surfspots sind jetzt das Nonplusultra des Beach Life. Von Porto Pollo bis Porto Botte trefft ihr hier super entspannte Leute, die ein oder andere Beachbar hat offen und selbst wenn ihr nicht aufs Wasser geht, gibt’s an windigen Tagen eben was fürs Auge.

An den Stränden öffnet so manche Beach Bar für eine coole Wochenendaktion, mit Livemusik.

Achtet auch ein bisschen auf Aushänge in Bars und Restaurants (eben da, wo welche in Betrieb sind, siehe oben) – dann werdet ihr bestimmt fündig.

Die Natur wacht auf

Im Frühling ist auch in der Natur wuseliges Treiben. Alles fängt an zu blühen, an den Wegrändern wachsen kleine Orchideen,

Auch die Eidechsen, Geckos und Schildkröten erwachen aus ihrem Winterschlaf. Jungtiere werden geboren und rennen ahnungslos über die Straßen – ein bisschen vorsichtiger dürfen wir mit unseren Autos jetzt gern fahren.

Die Landarbeit in den Agriturismi läuft auf Hochtouren, die Tiere sind draußen und freuen sich gleichermaßen über Regen und Sonne.

Blick von Baunei Richtung Arbatax im Frühling

Blick von Baunei Richtung Arbatax – ähnlich schön auch aus der Bar Belvedere

Eine Sache, die Früh-Urlauber mit Strandambitionen … na sagen wir … nicht so toll finden, ist das Seegras (auch Neptungras, posidonia oceanica) an den Stränden. Die ist unheimlich wichtig für das Ökosystem Mittelmeer.

Die Posidonia ist auch keine Alge, sie ist nicht giftig, und das Wasser ist auch nicht dreckig. Im Gegenteil. Die Pflanze ist sogar ein Indikator für die hohe Wasserqualität vor Sardinien. Mehr über sie erfahrt ihr in unserem Artikel über die Posidonia auf pecora-nera.

Strandspaziergang an Türkiswasser. Ist doch egal, ob da Posidoniareste liegen.

Strandspaziergang an Türkiswasser. Ist doch egal, ob da Posidoniareste liegen.

In ihrem Lebenszyklus gibt es mehrere Phasen im Jahr, es gibt auch sowas ähnliches wie einen „Unterwasserherbst“, eine wichtige Phase, nämlich, wenn wenn das Gras, das die Posidonia vor der nächsten Blüte verliert, an den Strand geschwemmt wurde und eben jetzt im Frühling dort verrottet.

Da liegt mal mehr, mal weniger. Es müffelt auch etwas, wenn der Wind den Posidoniageruch rüberträgt. Und es ist na klar auch nicht so richtig hübsch, wenn das Wasser nicht überall türkis, sondern in bestimmten Abschnitten (je nach Strömung) auch mal dunkelbraun ist.

Aber: Es dauert nicht lang, und würde man sie wegräumen (was viele Gemeinden leider für die Touristensaison viel zu früh tun), dann hat das über mehrere Jahre einen negativen Einfluss auf die Natur.

Also, lassen wir sie leben, freuen wir uns über sie!

Und wenn doch mal irgendwo gefühlt zuviel von ihr rumliegt, dann gehen wir eben an einen anderen Strand. Gibt ja genug davon an über 1.800 km Küstenlinie.

Das schwarze Schaf wünscht dir einen feinen April-Urlaub auf Sardinien!

(Erstveröffentlichung 3. April 2016, carefully revisited 1. April 2017)

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