Endlich wieder! Der traditionelle Karneval auf Sardinien steht bevor! Wo ist wann was los? Wo überhaupt beginnen, bei all der Vielfalt?! Hier ein paar Ideen für die tollen Tage.

Szene aus Ottana

Szene aus Ottana

Vorab gibt es eine kleine kulturelle Einführung: Carrasegare! Erlebe den sardischen Karneval. Du wirst schnell merken: Der sardische Karneval hebt sich sehr deutlich von seinen Festland-Brüdern ab.

Save the date – die nächsten Termine zum Karneval auf Sardinien:

  • 2017 – Ende Februar, letzter Tag: martedi grasso / fetter Dienstag am 28. Februar 2017
  • 2018 – Mitte Februar, letzter Tag: martedi grasso / fetter Dienstag am 13. Februar 2018
  • Inselweite Termine 2017 sind auf sardegnainblog.it zu finden

Und nun auf ins wilde Treiben!

Zunächst das Programm des Carnevale di Barbagia in der Grafik, danach folgen noch Details. Tagesaktuelle Informationen bekommst du auf dieser facebook-Seite.

Programm Carnevale di Barbagia 2017

Programm Carnevale di Barbagia 2017.

Samstag: Eingewöhnung  

  • Die meisten traditionellen Feste sind am Sonntag oder Dienstag. Das machen sich viele Dörfer in anderen Regionen zunutze und feiern statt dessen am Samstag mit den „carri allegorici“ – also allerlei bunten und lustigen Wagen, wie zum Beispiel in Barisardo oder in Mandas.
  • Wer doch lieber in die Vollen der sardischen Tradition gehen will, ist in Fonni gut aufgehoben: die zotteligen Urthos e Buttudos streifen durchs Dorf. Ihre Besonderheit: Sie sind sehr spontan und wild – und klettern auf alles, was sie trägt.
  • Nichts für schwache Nerven ist der Karneval in Lula, wenn Su Battileddu durch die Straßen zieht …
  • Gemäßigter geht es wieder in Bitti zu – das Dorf lädt traditionell am Samstag ein paar Gruppen aus anderen Orten zu sich ein, und zeigt z. B. die „Mamuthones“ oder „Sos Maimones“.

Sonntag: Oristano und die Barbagia

  • Der optimale Tag für Pferdefreunde: Besucht den Klassiker, das Reiterfest Sa Sartiglia in Oristano, mit dem Sternenritt und den akrobatischen „Pariglie“.
  • Auf Pferde, traditionelle Masken und bunte Wagen gleichzeitig trefft ihr oft auch in Dorgali.
  • Ein eher privates Fest unter den Dorfbewohnern findet Ihr in Orotelli, dort heißt es „Carrasegare Oroteddesu„, und Sos Thurpos e S’Eritaju führen ihre Tradition vor.
  • Und ja: Immer wieder würden wir uns die Mamuthones und Issohadores in Mamoiada ansehen. Wer sie schon kennt, für den ist vielleicht die „Vestizione“ am frühen Nachmittag sehenswert. Oder Ihr stimmt euch auf das Fest mit einem urtypischen Mittagessen beim Schäfer (pranzo del pastore) ein.

Montag: für die Kleinen

  • Einen weiteren Klassiker erlebt ihr in Ottana mal anders: Die Boes  e Merdules in „Miniaturform“. Während Sonntag und Dienstag die Erwachsenen durchs Dorf streifen, werfen sich am Montag die Kleinen in die historischen Kostüme und sichern den Fortbestand der Tradition.
  • Auch in Oristano reiten am Montag die Kinder und Teens. Der Sternenritt ist mit Ponys wirklich niedlich.
  • Überhaupt ruhen sich am Montag der Tag die meisten Erwachsenen für den nächsten Tag aus.

Fetter Dienstag – Martedi grasso

  • Der „Martedi grasso“ ist in fast allen karnevalistischen Orten der zentrale Tag.
  • Beim Karneval in Cagliari gibt es einen großen Umzug mit bunten Wagen durch die Stadt.
  • Lustig wird es auch in Oltzai. Wo man Schweinsmasken trägt, und Männer sich Frauenpuppen umschnallen, hat man immer viel Spaß!
  • In Mamoiada lohnt es sich übrigens auch noch am Abend einzutreffen, wenn die Mamuthones und Issohadores ihren Umzug schon beendet haben. Das ganze Dorf beweint dann symbolisch das Ende des Karnevals in Gestalt des Juvanne Martis Sero.
  • Optimaler Ausklang: das öffentliche Verteilen von Bohnen und Speck („fave e lardo“), in Mamoiada auf der Piazza Santa Croce, aber auch in anderen Orten ein Teil der Tradition.

Aschermittwoch: Don Conte in Ovodda

Wer immer noch nicht genug hat, fährt am Mercoledi delle Ceneri (Aschermittwoch) nach Ovodda, um zu erfahren, was es mit Don Conte auf sich hat.

Beeindruckender Klassiker: Mamuthones aus Mamoiada

Beeindruckender Klassiker: Mamuthones aus Mamoiada

Bosa: Karrasegare Osinku

Die Hafenstadt liegt nicht in der Barbagia, aber hat eine ganz eigene Art den Carnevale di Bosa zu feiern. Damit haben sie auch schon längst begonnen. Der »fette Dienstag« ist auch hier der letzte Tag, aber insgesamt dauert das Spektakel gut zwei Wochen. Die zentrale Figur ist »Gioldzi«, durch die Stadt tönt ein großes Wehklagen von zunächst als Witwen und später weiß gekleideten Figuren. Der Rest des Karnevals ist bunt und zeichnet sich durch spontane Nicht-Organisation aus – sehr sympathisch!

Tempio Pausania: bunt und ausgelassen

Auch in der Gallura braucht man kein festes Datum und findet viel zu schade, nur einen Tag lang zu feiern. Beim Karneval in Tempio Pausania kann man sich prächtig austoben – quasi täglich findet hier ab dem „fetten Donnerstag“, dem Giovedi Grasso, zurzeit irgendein buntes Fest statt. Als sanfte Eingewöhnung für den Rheinländer durchaus geeignet!

Ein Hirsch aus Sinnai

Ein Hirsch aus Sinnai

Karneval auf Sardinien: da ist noch viel määähr …  

  • Mal ganz was anderes: der Höhepunkt des Carnevale Iglesiente in Iglesias ist meistens am auf die Hauptfesttage folgenden Samstag mit einem großen Fest im historischen Zentrum.
  • In Oniferi feiert man noch einmal – hier findet das Reiterfest „Pentolaccia a Cavallo“ statt.
  • Einige Dörfer haben außerdem ihren ganz eigenen Kalender … wie zum Beispiel Sinnai im Süden der Insel. Hier findet eine Art antiker Hirschjagd statt, immer am 21./22. Februar.
  • Und in vielen Orten, z. B. Laconi (hier geht’s zu unseren Impressionen) oder Neoneli tritt man nicht in Konkurrenz zu den Hauptfesten – und feiert der Einfachheit halber ein bisschen später, dann mit vielen Gruppen zusammen. Hier trefft Ihr wieder auf viele Masken aus der Barbagia, darunter auch viele unbekannte.
  • Überall wird übrigens getanzt und natürlich gesungen. Übt doch schonmal „Carrasegare“ – hier in der Version der sardischen Band Tazenda.
  • Sassari bietet ein mehrtägiges Programm mit Umzügen von Gruppen und Masken aus allen Teilen der Insel. Dazu allerlei Rahmenprogramm und Veranstaltungen, auch für die Kleinen.
Achtung, es fließt viel Wein!

Achtung, es fließt viel Wein!

Das schwarze Schaf wünscht viel Spaß und wird sich ebenfalls wieder der Nase nach auf die Hufe machen!

Und wer weiß, vielleicht entdeckt Ihr es ja irgendwo zwischen den Masken!

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