Monti di Mola ist ein Gebiet im Norden der Gallura, besser bekannt als Costa Smeralda. Der ursprüngliche Name stammt von den wilden Hügeln, die sich bei Abbiadori erheben, übersät von dichter Macchia und Granitfelsen.

Die Küste zerklüftet, mit vielen kleinen Buchten, die zum lauschigen Verweilen einladen. Früher war das Land wertlos. Heute ist die Smaragdküste – benannt nach der klaren, edelsteingleichen Farbe des Wassers – ein Top-Reiseziel auf Sardinien.

Costa Smeralda - Monte Zoppu

Costa Smeralda – Monte Zoppu

Die beiden Namen erkläre den wesentlichen Unterschied zwischen heute und gestern: Einst karges Bergland, heute edles Küstenland.

Erst vor wenigen Jahrzehnten hielt der Tourismus Einzug, Ende der 60er, Anfang der 70er.

Ganze Dörfer – unter ihnen Porto Rotondo, Portisco, Pevero, Porto Cervo, Poltu Quatu – entstanden aus dem Nichts, quasi ohne einen einzigen »Ureinwohner«. Auch heute sind Ganzjahresbewohner die Ausnahme. Man schätzt sie in Porto Cervo auf etwa 200.

Wer mal im Winter an der Costa war, sieht kaum einen einzigen davon. Einige alte Familien wohnen in einsamen Häusern in den Hügeln und sind gern unter sich. Für Erledigungen gibt es Arzachena und Olbia.

In der Hauptsaison

In der Hauptsaison strömen die Reichen und Schönen hierher, die Buchten sind voll von millionenschweren Yachten und Charterbooten. Ein paar Zahlen gefällig?

2010 landeten auf Sardinien über 1,5 Millionen Italiener und 800.000 Reisende aus anderen Ländern – gut drei Viertel davon im Nordosten der Insel. In den Krisenjahren 2011/2012 verzeichnete man einen leichten Rückgang und einen Trend zu anderen (günstigeren) Regionen der Insel.

Monti di Mola - versteckt sich hier ein Haus?

Monti di Mola – versteckt sich hier ein Haus?

Längst sind Teile der Costa Smeralda sowie das nahe, nicht minder schöne Umland für den Normalsterblichen erschwinglich.

Wenngleich im Sommer hoffnungslos überfüllt und deutlich teurer als in der Nebensaison oder anderen Inselteilen. Wobei – wer schonmal in Rimini am Strand lag, findet es hier vermutlich immer noch entspannt.

Wer aber gar das authentische, das Original-Sardinien will, für den ist die Costa Smeralda so ziemlich der letzte Ort auf der Insel, an dem er danach suchen würde.

Natürlich fiele leicht, zu polarisieren, es juckt ein wenig in den Hufen … »Böse teure künstliche Costa!«, »Hinterland vs. Disneyland«.

Aber das wäre wirklich zu einfach. Und nein, das schwarze Schaf will es sich nicht einfach machen. Im Gegenteil. Es stapft los und sucht vor Ort die “echte” Costa Smeralda. Das, was von der alten Küste übrig ist.

Na, dann – Wollauf!

Sanfter Luxus-Tourismus

Zunächst bleibt ohne Wenn und Aber festzustellen: Die Costa Smeralda ist ein wunderschönes Stück Sardinien. Sie ist Teil der Insel und ohne sie wären viele von uns – ob Tourist, Dauerrreisender oder Auswanderer – vermutlich nicht hier.

Galluresisches Haus am Monte Tundi

Galluresisches Haus am Monte Tundi

Die Costa Smeralda rühmt sich, eines der Tourismus-Projekte zu sein, das sehr vorsichtig und im Einklang mit der Natur gebaut und gepflegt worden ist.

Die Idee hatte einer: Prinz Karim Aga Khan IV, als er gerade mal Mitte zwanzig war. Ein Visionär. Ein inspirierter Mann. Man durfte viel erwarten.

1962 wollte er gemeinsam mit einem Konsortium weiterer Millionäre und Milliardäre einen Urlaubsort schaffen, der nur denen offen stand, die es sich leisten konnten.

Dem Prinzen ging es nicht wirklich um Sardinien, aber das war zu dieser Zeit auch nicht unbedingt wichtig. Es ging um Geld. Viel Geld. Da sollte etwas, das noch nie jemand gebraucht hatte, genutzt werden. Wen störte schon, ob da oben in den Hügeln ein paar Reiche wohnten oder nicht. Außerdem: Abwarten, was sich da wirklich tun würde.

Aber dass der charismatische junge Mann, der da bei den galluresischen Schäfern auftauchte und ihnen unverschämt viel Geld für ihr unfruchtbares Land bot, Erfolg haben würde – davon war irgendwie jeder überzeugt.

Sardiniens Schatz: unberührte Natur

Sardiniens Schatz: unberührte Natur

Auch wenn es sich ihrer Vorstellungskraft entzog. Woher sollten sie auch wissen, was sich daraus entwickeln würde.

Wie alles anfing

Tatsächlich war die Gallura in dieser Region bis zum 20. Jahrhundert weitgehend unbewohnt. Wenige Familien, wenig Infrastruktur. Im Hinterland, in der Ebene beim heutigen Arzachena, siedelten ab 1700 die ersten Schäfer – woanders gab es kaum fruchtbares Land.

Einige Kühe wurden sogar umständlich auf die vorgelagerte Insel “Isola Soffi” gebracht – weil es dort Grasland gab (siehe weiter unten in einem der Filme), wohingegen an der Küste Granitfelsen und dichte Macchia herrschten. Schön. Wild. Aber für die Landwirtschaft nicht gerade ein Traum.

Auch Fischer gab es kaum, und die wenigen bevorzugten die Fanggebiete weiter im Norden oder Süden. Denn die Seeseite war übersät mit gefährlichen Steinen, an denen man Schiffbruch erleiden konnte. Häfen? Fehlanzeige.

Für die Sarden war dieses unberührte Land kein Schatz, sondern einfach unbrauchbar. Das Bewusstsein, dass auch “ungenutztes” Land Wert hat und schafft, wächst bei vielen erst heute. Den Bewohnern damals war das, was sie hatten, genug.  Auch keine schlechte Eigenschaft.

Bis Mitte des 20. Jahrhunderts gab es auf der Insel so gut wie keinen Tourismus. Nur Archäologiebegeisterte und Extremwanderer hielten sie für ein gutes Urlaubsziel. Irgendwie war man damals als Reisender auf einer ganz guten Spur.

Sardegna venduta parte 1

Sardegna venduta parte 1, Copyright: Rai Sardegna

Tja, und dann kam Aga Khan und gab den Schäfern Millionen (Lira) für Steine. Er versprach (weitsichtiger als manch Einheimischer) die Küste zu bewahren und sie zu schützen (wissend, was anderenorts passieren konnte, wenn man sich keine Gedanken darüber machte).

Die Galluresen mochten den Prinzen. Sie vertrauten ihm – und verkauften. Besagte Isola Soffi, weit vor der Küste, kostete 16 Millionen Lire, 300 Hektar am Monti di Mola kosteten zwei Milliarden. Dumm, wer da nicht zugriff.

Bezeichnend ist, wie unauffällig die Sarden mit ihrem neuen Reichtum umgingen. Einer kaufte einen gebrauchten Fiat Seicento, ein anderer ein ganz neues Auto – ein praktisches für die Landarbeit. Der nächste gönnte sich zwei neue Anzüge. Hier und da wurden Häuser der Familien saniert. Der vielleicht Weitsichtigste gründete ein Bauunternehmen. Ansonsten lebte man so weiter wie bisher.

Einen Eindruck davon, wie das damals war, vermitteln diese Filme:
Sardegna venduta. parte 1 – Sardegna venduta. parte 2

Hotel Romazzino im neosardischen Stil

Hotel Romazzino im neosardischen Stil

Und dann fing der Prinz tatsächlich an zu bauen – wie in diesem kurzen Video berichtet wird:
Costa Smeralda – 1962 è arrivato l’Aga Khan 

Kurze Zeit später gründete er die Fluggesellschaft Alisarda (die heutige Meridiana), um die Entwicklung des Projektes “Costa Smeralda” zu begünstigen. Das Zielpublikum musste schließlich irgendwie ankommen. 1964 flogen die ersten Flugzeuge zum neu gebauten “Aeroporto di Venafiorita” südlich von Olbia.

Strenge Bauvorschriften

Nun war der Imam Aga Khan tatsächlich ein wenig verliebt in dieses schöne Stück Land. Er war kein rücksichtsloser Bauunternehmer. Vielleicht war er sogar ein richtig guter Mensch, denn im Laufe der Zeit verschrieb er sich mit seiner Stiftung (Aga Khan Foundation) immer mehr Projekten für soziale Entwicklung, vornehmlich in Entwicklungsländern.

Damals, Anfang der Sechziger Jahre, hatte er durchaus ehrenwerte Ansätze: Das Land respektieren, die Natur schonen. Er sah hier einen echten Rückzugsort für sich selbst und für diejenigen, die es sich leisten können. Abseits allen Trubels, aller Politik, aller Geschäfte.

Die Vision ging allerdings weiter, und die Motive waren vornehmlich geschäftlicher Natur. Er tat nichts, um nicht auch Geld damit zu verdienen. Und zwar langfristig.

Er konnte sich also nicht leisten, dass sich diese Oase verselbständigte – dann fehlte die Grundlage für das Geschäftsmodell. Das Konsortium hatte also hohe monetäre Aufnahmehürden, die Baugründe waren limitiert und die Bauvorschriften sehr streng.

Stella Maris, Porto Cervo

Stella Maris, Porto Cervo

Die wichtigsten Vorgaben:

  • Das Land sollte perfekt und intakt bleiben, frei von allen vergänglichen und weltlichen Einflüssen. 
  • Dazu sollten alle Leitungen, Kabel etc. unterirdisch verlaufen.
  • Auf dem gesamten Gebiet war das Anbringen von Werbetafeln jeder Art verboten.
  • Kein Haus durfte mehr als zwei Stockwerke haben.
  • Fremde Pflanzen, die nicht zum natürlichen Landschaftsbild gehörten, sollten nicht gepflanzt werden (darunter Eukalyptus, exotische Palmen, Pappeln).
  • Jedes Gebäude musste im typisch galluresischen oder im neosardischen Stil erbaut werden.
  • Der “neosardische” Stil verband alte mediterrane Elemente (flache schlichte Gebäude in hellen, erdenen Farben, und mit lokalem Gestein sowie nach lokaler Bauweise erbaut) mit modernen Annehmlichkeiten (Terrassen, große Fenster für mehr Licht, Bögen und hier und da ein natürliches Solarium und ein Pool. Alles konstruiert um den traumhaften Meerblick, auf den viele Sarden komischerweise verzichten können.

Außerdem hat der Prinz arabische und andere mediterrane Elemente erlaubt (z. B. Türmchen und geschwungene Formen, schönstes Beispiel: die Kirche Stella Maris in Porto Cervo). Die kreative Schönheit mancher Häuser und Hotels hat es in die Architektur-Magazine der Welt geschafft.

Der Stil hat heute gleichwohl scharfe Kritiker. Sie meinen, der Prinz habe mit seinen Kompromissen die ursprüngliche Idee – Sardinien zu respektieren und das Neue vorsichtig in die alte Landschaft einzugliedern – schon in der ersten Sekunde selbst verraten.

Das architektonische Konzept schien jedoch zu funktionieren. Porto Cervo nannten viele Sarden einst “la città invisibile” – weil der Ort so perfekt in die Landschaft eingepasst war, ja fast unsichtbar. Für jeden, der heute durch die Costa fährt, ist sehr einfach zu beurteilen, ob das heute noch gilt und was heutzutage alles als “neosardisch” durchgeht.

Wem nützt es?

Der Nachteil an der Idee des “sanften Luxus-Tourismus”: Der VIP an sich lässt sich auf Dauer ungern bevormunden – Konsortium hin oder her. Geld macht letztlich vieles möglich. Und viel Geld (das im Laufe der Zeit zum Beispiel in große Luxushotels und Yachthäfen gesteckt wurde), bewegt noch mehr.

Ein Traum: Segeln an der Costa Smeralda

Ein Traum: Segeln an der Costa Smeralda

Gleichzeitig gingen (und gehen bis heute) die Einnahmen und Gewinne an der Costa weit am Großteil der sardischen Bevölkerung vorbei. Profitiert hat das Konsortium. Doch wenn sich keiner für das Land interessiert hatte – warum dann für das Geld, das damit verdient wurde.

Aber langsam. Auch das ist nicht ganz richtig. 1967 wurde der Yachtclub Costa Smeralda gegründet, mehrere Hotels in Betrieb genommen. Das Konzept ging auf, mehr Menschen kamen auf die Insel. Und damit entwickelte sich auch der Dienstleistungssektor rund um die neuen Gäste und Bauherren.

Die Stunde der geschäftstüchtigen Sarden hatte geschlagen. Zugegeben, vieles wurde immer noch vom italienischen Festland angeschleppt, aber nach und nach behaupteten sie ihren Platz. Sie blieben gleichwohl immer ein wenig skeptisch und zurückhaltend.

Tatsächlich gab es dafür wenig Gründe. Die Costa Smeralda war zu jener Zeit ein wahres Schmuckstück, ein echtes Vorzeigeprojekt und ein wertvoller Beitrag zur sanften Etablierung des Tourismus auf der Insel.

Denn unterm Strich hat ganz Sardinien unheimliches Glück, dass es Aga Khan gab. Seine Vision trägt bis heute Früchte – inselweit.

Denn wer weiß, vermutlich hätte sich der Tourismus über die Zeit andere Wege gesucht. Auf Sardinien sähe es an der Costa Verde vielleicht aus wie an der Adria-Küste bei Rimini oder wie bereits nebenan auf Korsika. Schlimmstenfalls ginge es hier zu wie auf den extrem-touristisch geprägten Abschnitten der Nachbarinsel Mallorca.

Hotel an der Costa Smeralda

Hotel an der Costa Smeralda

Costa Smeralda im Heute

Die Costa Smeralda gehört längst nicht mehr dem klugen und umsichtigen Prinzen.

Heute ist der Scheich Hamad bin Chalifa Al Thani, der Emir von Qatar, der Drahtzieher des Konsortiums. Er kaufte den Löwenanteil von Tom Barrack (der im ewigen Hin und Her mit den sardischen Behörden erreichte, dass freundlicherweise ein paar Regularien aufgeweicht wurden) für 750 Millionen Euro.

Was der Emir mit seinen Investitionen bezweckt (zwischen Tiffany’s, Shell, dem Fußballclub Paris St. Germaine, krisengeschüttelten Inselgruppen in Griechenland, und Wiederaufbau im Gazastreifen ist eine Menge Spielraum), darüber möge jeder selbst recherchieren, nachdenken und sich am Ende eine eigene Meinung bilden.

Uns interessiert die “Echtheit” der Costa. Wie haben der “Luxus-Tourismus” und die wachsende Beliebtheit im internationalen Jetset und Tourismus das alte Bergland verändert? Wie viel ist von der Natur und der alten Küste tatsächlich bewahrt worden?

Ist das typisch galluresisch oder neosardisch?

Ist das typisch galluresisch oder neosardisch?

Wo wir uns umsehen – mittlerweile ist fast jeder Hügel bebaut und die Baukräne sind so präsent wie schon lang nicht mehr. Die Häuser werden “unrunder” und die Bauten sind nicht mehr wirklich in der Landschaft versteckt.

Na, kommt es jetzt endlich? Das Früher-war-alles-besser-Argument? Ist es so einfach? Den alten Zeiten hinterher trauern?

Natürlich! ruft da einer. Es ist okay, bei den Bildern der alten Küste ein bisschen wehmütig zu werden. Nostalgiker vor!

Wirklich, es ist okay, das Künstliche nicht zu mögen und die Motive des Emirs kräftig in Frage zu stellen. Wir würden ein paar Euro drauf wetten, dass er Sardinien nicht mal wirklich gern hat und selten woanders als auf seinen paar Quadratkilometern Konsortium war.

Andererseits darf man sogar – wie gar nicht so wenige Sarden – sagen: Wem hat denn das Land früher genützt? Niemandem. Der Tourismus bringt wenigstens Geld und Arbeitsplätze. Klingt wie ein Totschlagargument, ist aber irgendwie wahr.

Spiaggia Grande Pevero

Spiaggia Grande Pevero

Und was ist dem Touristen vorzuwerfen, der in einem schicken Hotel mit Pool und Blick aufs Meer Cocktail schlürft und Partys feiert? Dem ist das egal – und warum auch nicht für ein paar Wochen im Jahr. Er verwirklicht sich einen Traum, den sich viele gar nicht leisten können. Vielleicht macht er das öfter, vielleicht aber auch nur einmal im Leben.

Und zwar nicht auf den Seychellen, sondern mitten in Europa! Das ist doch irgendwie toll.

Keine besonders aufgeschlossene und neugierige Art zu urlauben, aber es gibt schlimmere Sünden auf der Welt. So gesehen ist nichts verkehrt daran, mal nicht nach Orgosolo oder ins Hinterland zu fahren.

Wer ganz böse ist, behauptet, gerade das sei wirklich typisch sardisch – und hat damit gar nicht mal so Unrecht: Die bleiben nämlich auch gern in ihrem Dorf und gehen selten irgendwo hin. Ihre eigene Insel entdecken? Nur so zum Spaß? Neue Leute kennenlernen, wo man doch mit der Familie und Freunden genug an der Backe hat? In die Natur gehen, zum Wandern – nicht zum Picknicken? Wer macht denn sowas! Fragt mal einen Sarden, wann er zum letzten Mal nur in der nächsten Provinz, in den Bergen oder gar der Barbagia war…

Aber, möge jeder für sich selbst und auf seine Weise seinen Frieden mit der Costa machen.

Wir – um den Kreis zum Anfang zu schließen – tun das mit einer Trekkingtour.

Trekking an der Costa Smeralda

Die Costa Smeralda ist für viele das allerletzte Trekkingziel der Insel. Wie soll man denn auf High Heels durch die Macchia kommen? Und wo lass ich das Prada-Täschchen? Gibt’s Champagner auf dem Felsen?

Nein, das macht man da einfach nicht, da gibt es buchstäblich tausend bessere.

Die wilde Costa Smeralda

Die wilde Costa Smeralda

Uns doch egal! Wir sind schwarze Schafe, wir wollen hier lang. Unvoreingenommen, selbstverständlich. Denn wir lieben Sardinien. Ganz Sardinien. Und die Costa Smeralda damit auch. Basta.

Das tun wir wirklich. Vor allem zwischen Oktober und Mai.

Heute, an einem wunderschönen Tag im April, wollen wir einen Platz finden, an dem wir in direkter Nähe weder ein Resort noch ein Hotel noch einen Ort sehen. Und wir wollen nicht zwischen den mannshohen Mauern der Siedlungen laufen, sondern auf echter Erde und über Felsen.

Wir suchen einen echten Platz, den die alte Küste noch ganz für sich hat. Einen, an dem der Mensch einfach um sich blickt und nur die Natur und allerhöchstens vorsichtig in die galluresische Landschaft eingepasste Architektur sieht.

Am liebsten möchten wir heute ein “bel niente” sehen, ein schönes Nichts.

Das fällt tatsächlich schwer, ist aber nicht unmöglich. Unsere drei Tourenvorschläge …

  • Tour 1: Grande Pevero – Monte Tundi 
  • Tour 2: Poltu Liccia – Monte Zoppu
  • Tour 3: Poltu Liccia – Monte Zoppu – Pevero – Monte Tundi  

… sind in diesem Artikel beschrieben: pecora-nera.eu/trekking-an-der-costa-smeralda

Gefunden: die alte Küste

Nun sei gesagt: Wir haben sie gefunden, die alte Küste. Den letzten Rest unbebauter Schönheit. Unser “bel niente” (obwohl uns die Masse an Schönheit das Herz überfließen lässt) ist ein Ort am Monte Zoppu, nördlich von Romazzino, mit Blick auf die Isole Li Nibani, ganz ohne Zivilisationsspuren.

Unser "bel niente", mit Blick auf die Isole Le Nibani

Unser “bel niente”, mit Blick auf die Isole Le Nibani

Dort zu sitzen ist das Paradies – ob der Blick nun nach vorn aufs Meer oder zur Seite an den Berg schweift, wir sehen keine Häuser. Erst ganz spät, als wir wieder aufstehen, fällt uns in der Ferne eine kleine Siedlung am Hang auf. Ganz so, wie es sein soll.

Dieser Ort ist zum Lieblingsplatz des schwarzen Schafs geworden – und jetzt können wir es ja sagen: Es hat schon ganz zu Anfang behauptet, dass es die alte Costa eh nicht gibt. Es war furchtbar skeptisch und wollte erst gar nicht losgehen.

Und nun sitzt es da und seufzt selig. Es wünscht sich, dass dieser letzte Rest alter Costa für immer unbesiedelt bleibt. Lieber Emir, lass dieses Stück alte Küste einfach so sein, wie es ist.

Und wenn da jemand fragt: Wem nützt es? sagen wir nur: Die Natur nützt sich schon selbst.

Die alte Küste – Restauranttipp

Schöne alte Küste

Schöne alte Küste

Die »alte Küste« gibt’s auf jeden Fall in einem unserer liebsten Restaurants, »La Vecchia Costa« (www.lavecchiacosta.it), an der Strada Provinciale zwischen Arzachena und Porto Cervo.

Hier belohnen wir uns nach der mehrstündigen Wanderung. Die Pizzen sind übrigens nach den alten Bergen und Küstenabschnitten benannt, das schwarze Schaf frisst sehr gern die “Razza di Juncu” oder die “Monti di Mola” 🙂

Aber Achtung: Obwohl das Restaurant sehr groß ist (was viele zu Unrecht abschreckt), ist es hier ist immer voll. Sogar die Prominenz lässt sich hier blicken. Kein Wunder, dass man im Sommer auch mal ne Stunde auf den Tisch wartet, wenn man nicht reserviert hat. Dafür haben sie aber auch 365 Tage im Jahr geöffnet, oft bis spät in die Nacht. Solang die Tür offen steht, bekommt jeder Gast etwas zu essen und zu trinken.

Last but not least: Hier gibt es ordentliche Küche zu moderaten Preisen (ganz un-costa-like).

Wir fühlen uns immer typisch sardisch verpflegt und Willkommen.

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