September. Die Zeit der Weinernte / Vendemmia ist da – auch auf unserer Lieblingsinsel. Das schwarze Schaf begibt sich auf die Weißstraßen Sardiniens, um aus erster Hand ein paar gute Tipps für »Weinreisende« zu sammeln.

Weinstraße des Cannonau

Weinstraße des Cannonau

Holen wir aber erst einmal die Erwartungen runter: Bei den meisten Fragestellern sind bei dem Wort „Weingut“ ziemlich romantische Vorstellungen von Schlössern im Languedoc oder alten Höfen in der Toscana im Spiel. Man wähnt reihenweise Barriquefässer im Weinkeller mit Bogendecken, denkt an den klassischen Gutsherrn, der mit gebügeltem Hemd am Hang die Oechsle misst, an die Degustationen in alten Gewölben und herrschaftlichem Ambiente.

Die sardischen Weinbauern und Weingüter / Cantine halten sich damit nur in Ausnahmefällen auf. Sie sind vor allem nicht herrschaftlich. Kleine Ausnahmen bestätigen wie immer die Regel, einige architektonische Schmuckstücke gibt es. Die sind aber von “Schloss” dennoch weit entfernt.

Der Weinbauer auf der Insel ist ein Arbeiter. Weingüter sind Produktionsstätten. Die Höfe sind zweckmäßige Bauten und landwirtschaftlicher Betrieb dominiert das Geschehen.

Alles im besten Wortsinn.

Auf den Weinstraßen durch die Insel

Der eigentliche Reiz der sardischen Weingüter liegt in dem, was und wie sie produzieren – nämlich hervorragenden Wein aus hier heimischen Trauben, oft nach traditioneller überlieferter Kelterkunst.

Und natürlich in der sie umgebenden Landschaft – wer einmal in der Barbagia Mandrolisai, am Fuße des Supramonte di Oliena, oder am Monte Limbara war, kann das bestätigen.

Quer durch die Insel leiten drei große Weinstraßen (wobei es eher eine Route ist, die durch eine Region führen) zu dem ein oder anderen Gut:

  • Strada del Vermentino (Gallura, Sassarese): www.stradavermentinogallura.it – Heimat des charakteristischen, kräftigen Weißweins “Vermentino di Gallura”, der zwischen 12 und 14,5% hat und hervorragend auf den Granitböden der Gallura gedeiht. Er ist in der Regel strohgelb und hat Noten von Holz und Vanille. Es gibt auch den “Vermentino di Sardegna”, der muss nicht schlechter sein, kommt dann aber eben nicht aus dem Norden der Insel und ist weniger typvoll.
  • Strada del Cannonau (Nuoro, Barbagia): www.stradadelvinocannonau.it – Der ursprüngliche sardische Wein, die älteste Traube der Insel aus vorchristlicher Zeit wurde bereits zur Nuraghenzeit angebaut. Als Landwein unter den Sarden sehr beliebt – bei Reisenden nicht immer. Denn nicht jeder Kleinproduzent weiß mit der Traube richtig umzugehen. Einen guten Cannonau zu keltern, verlangt eine Menge Fachwissen. Die günstigen Varianten aus dem Supermarkt zeigen nicht
  • Strada del Carignano (Sulcis, Sud Sardegna, Cagliaritano): www.stradadelvinocarignanodelsulcis.it – Der Carignano ist ein rubinroter, oft intensiver, aber meist sehr gefälliger Rotwein, der im Süden der Insel, vom Sulcis bis Cagliari angebaut wird. Einige Produzenten haben eine ganz edle Kombination mit lokalen Trauben gefunden. Einen guten Carignano findet man leicht, muss hier und da aber etwas tiefer in die Tasche greifen.
  • alle Cantinas sind zusammengefasst auf der Seite www.lestradedelvino.com

Kleine, feine Anbaugebiete entlang der Weinstraßen

Die Straßen sind dabei keine einzelnen Straßen, sondern eher “Straßennetze”, da die Cantinas oft an Neben- und Provinzstraßen liegen. Speziell haben wir kleinere Produzenten in diesen Gegenden gefunden:

  • rund um Monti, wo ein richtig guter Vermentino (Weißwein) gekeltert wird, Monti richtet auch die “Sagra del Vermentino” aus;
  • die Barbagia Mandrolisai ist ein Geheimtipp für hochklassige Rotweine;
  • im Valle Oddoene bei Dorgali und rund um Oliena finden sich einige Spezialisten für den Nepente di Oliena – wer hier den Hinweisschildern für Privatverkäufe folgt, wird selten enttäuscht;
  • nördlich von Sassari finden sich bei Sennori und Sorso einige tolle Anbieter – mit denen man sich am besten gleich für den nächsten Tag verabredet: Man ist hier tendenziell immer beschäftigt.

Habt Ihr Euer Ziel gefunden, gibt es für jeden ernst gemeinten Besuch eine wichtige Grundregel: Ruft an und vereinbart einen Termin (bei manchen Anbietern geht das auch online).

Klein, aber mein: Hier arbeitet ein lokaler Weinproduzent

Klein, aber mein: Hier arbeitet ein lokaler Weinproduzent

Seid Ihr auf “Spontanbesuche” aus, solltet Ihr Euch einen auf Touristen und Gruppen eingerichtete Betrieb aussuchen. Die findet ihr unter den großen Cantinas, die über einen Weinshop (“Enoteca”) und entsprechend geschultes Personal verfügen.

Rechnet damit, dass man für Degustationen und Besichtigungen feste Termine und Öffnungszeiten hat, oder ebenfalls um Voranmeldung bittet.

Spontan besuchbare Weingüter

  • Vigne Surrau in Arzachena ist ein noch junges Weingut, erbaut in moderner Architektur, ganzjährig geöffnet, mit regelmäßigen Ausstellungen und Events, Degustationen nach Voranmeldung, Terrasse mit Blick auf die Weinhänge und Berge von San Pantaleo; tolle Weine: Juannisolu, Branu, Barriù und Surrau, vom Vermentino bis zum Cannonau alles dabei.
  • Cantina Gallura in Tempio Pausania ist eine Kooperative, die fast ausschließlich Vermentino herstellt und verkauft, direkt im Stadtgebiet von Tempio, geöffnet werktags von 8 bis 12 und von 14 bis 18 Uhr, Samstags nur vormittags von 9 bis 13 Uhr.
  • Sella e Mosca bei Alghero – optisch vielleicht am nächsten an der landläufigen Vorstellung eines Weingutes: schön, weitläufig, mit klassischen Gebäuden und einer Enoteca, geöffnet von 8:30 bis 17:30 Uhr, im Sommer bis 20 Uhr. Degustationen nach Voranmeldung; Führungen ohne Weinprobe werden von Juni bis September täglich um 17:30 Uhr angeboten; Sella e Mosca gehört allerdings zum Campari-Konzern, in den letzten Jahren  kommen die Romantik und die Liebe zum guten Tropfen leider ein wenig abhanden.
  • Cantina Dorgali in Dorgali ist eine eher schmucklose Azienda, spezialisiert auf Cannonau, Nepente di Oliena, die Qualität ist schwankend – der Corrasì ist der Wein, der über die Jahre am stabilsten blieb. Die Cantina hat einen neuen Showroom, geöffnet von 8.30 bis 19.30 Uhr, Mittagspause ca. 14-15 Uhr.
  • Cantina di Santadi in Santadi wirkt gleich bei der Einfahrt wie eine große Anlage. Sie sind die Macher des “Rocca Rubia” aus der Carignano-Traube und des “Terre Brune”, der reihenweise Preise abräumt; in dem kleinen Wein-Shop kann aber auch “vino sfuso”, also guter günstiger Landwein im Kanister, erstanden werden; Führungen für Gruppen nach Voranmeldung, Einzelpersonen können sich dann anschließen.
  • Cantina Argiolas in Dolianova (Online-Reservierung von Degustationen; außerdem hat die Cantina eine Wine Bar im Flughafen Cagliari-Elmas / Abflugbereich)
  • Antichi Poderi in Jerzu ist eine Cooperative aus rund 20 lokalen Produzenten – und wirkt auch eher wie eine Abfüllanlage. Man ist Besuchern gegenüber aber sehr aufgeschlossen und freut sich über Besuche nach Voranmeldung: www.jerzuantichipoderi.it.
  • Cantina di Mogoro liegt direkt an der Schnellstraße 131. In dem schmucklosen Bau bist du ganzjährig willkommen. Wenn du antizyklisch vorbeigehst (zum Beispiel wenn alle anderen am Strand liegen), dann ist die Chance, dass man sich für dich Zeit nimmt, ziemlich groß.
  • … und noch einige mehr.

Bei kleineren Betrieben ist die beste Zeit für Besuche unterschiedlich. Am sichersten ist tatsächlich, morgens oder am Tag zuvor anzurufen und sich individuell zu erkundigen. Faustregel: morgens ist in der Regel Zeit für Erledigungen und keine Zeit für Besuch, mittags ist niemand anzutreffen oder man stört massiv. Am späten Nachmittag / gegen Abend ist die größte Chance, den Weinbauern oder seine Helfer anzutreffen. Unterhaltet Euch ruhig auch mit den jüngeren Angestellten – oft gehören sie zur Familie und haben eine ganz eigene Vorstellung von modernem Weinbau und der Zukunft des Betriebes.

Hier schließen wir einige Anregungen, gerade für den Kontakt mit kleineren Betrieben an.

Zu Besuch bei sardischen Weinbauern

Toller Sommerwein: Pariglia, eisgekühlt

Toller Sommerwein: Pariglia, eisgekühlt

Der Reisende kommt mit seinen oben beschriebenen, oft romantischen Vorstellungen aus der “schicken, kontinentalen Weinwelt”. Er trifft auf Sardinien zwangsläufig auf eine Realität, mit der er ein bisschen fremdeln muss.

Die Familien, die Ihr auf kleineren Weingütern antrefft, sind Leute, die viel, viel Arbeit auf ihren Ländereien und in der Kellerei haben.

Vergesst für einen Moment (ach nein, am besten im ganzen Urlaub!) die Haltung: „Die wollen mein Geld, da darf ich auch…“oder „Ich bezahle, also krieg’ ich”.

Touristen sind keine Kolonialherren, das ist alles andere als respektvoll. Auch das schnöselige Gehabe aus deutschen Degustationen (“Meine Frau und ich, wir liiiieben diesen Barrique!”) ist auf der hemdsärmeligen Insel eher fehl am Platz.

Gar befremdlich ist für manchen Weinbauern das selbstverständliche Hereinspazieren mancher Touristen. Einer war so frei, sein Erlebnis zu teilen:

„Liebe deutsche Touristen, die ihr mittags um kurz nach eins in mein Haus hereingeplatzt seid. Ich hatte gerade  meine Pantoffeln angezogen, um nach der Arbeit mit der Familie entspannt eine halbe Stunde zu Mittag zu essen. Ihr saht mich gönnerhaft an und fragtet, ob ich „ein bisschen Englisch“ spräche … während Eure hübschen, blonden Kinder durch die Zimmer unseres Hauses rannten. Ihr wart zehn Personen und fragtet nach einem „wine tasting“. Als ich freundlich erwiderte, dass wir gerade beim Mittagessen seien, und keine Degustation improvisieren können, wart Ihr verärgert. Ich hatte einen Termin um 14 Uhr, und bot an, sich zu einem späteren Zeitpunkt zu verabre … aber da hattet ihr Euch schon wort- und grußlos umgedreht und mir Euren Allerwertesten gezeigt. Was soll ich dazu sagen?” (* übersetzt aus einem Artikel der Huffington Post)

Für Touristen, die denken, es würde sich alles nach ihnen richten, gibt es im Italienischen die Bezeichnung: “Turisti per caso” – Zufallstouristen. Sie rocken ein Programm ab, und sind enttäuscht, wenn es nicht so läuft, wie erwartet. Wir können uns diese Familie lebhaft vorstellen, wie sie sich hinterher darüber aufregten, dass der sardische Tourismus es ja so nie zu was bringen wird …

Der Unterschied zum schwarzschafigen Reisen (denn auch das schwarze Schaf hat eine Tendenz, sich nicht an Zäune und Zeiten zu halten und einfach mal so irgendwo reinzuschneien) ist zum Glück klar gezeichnet. Denn wer durch ein fremdes Land reist, braucht noch mindestens vier weitere Zutaten:

Mitdenken, Respekt, Freundlichkeit, Interesse

Unterschätzte Weinregion: Barbagia Mandrolisai

Unterschätzte Weinregion: Barbagia Mandrolisai

In Bezug auf kleinere, sardische Weingüter heißt das:

  • Gäste sind auf Sardinien grundsätzlich willkommen und aus Stolz und Tradition zeigen Weinbauern in der Regel auch gern ihren Betrieb. Trotzdem: Niemand ist gezwungen, Fremde durch sein Heim und/oder seinen Arbeitsplatz zu führen.
  • Gerade bei der Weinlese („Vendemmia“) wollen viele „mal gucken“ – und platzen damit genau in die Zeit, in der alle schwer beschäftigt sind und keine Zeit für Gäste vorhanden ist.  Aber viele Weingüter organisieren Feste für alle Helfer, und zu manchen sind auch Besucher herzlich willkommen (die gern vorher mithelfen dürfen).
  • Seid nicht enttäuscht, wenn man Euch nicht auf die Hänge lässt – die Pflanzen sollen in Ruhe wachsen und gedeihen. Es ist der Arbeitsplatz eines Weinbauern, und eben kein Vergnügungspark. Falls Ihr doch hinauf dürft: Futtert keine Trauben vom Busch (wir geben zu, dass sie verdammt einladend aussehen …) und bleibt vorsichtig auf den Wegen.
  • Die Höfe sind oft nicht groß und nicht schön. Da wird der Wein auch mal in einer riesigen Halle, zwischen großen silberfarbenen Fässern und Stapel von Paletten und Kartonagen degustiert. Und ehrlich gesagt, macht das manchmal den speziellen Reiz aus. Übrigens, die riesigen Fässer kosten unheimlich viel Geld, daran hängt die gesamte Existenz der Familie und der Weinbauer ist sehr stolz darauf. So geht Weinbau heute – und daher bewundert ruhig auch mal diese “Dinger”, und nicht nur die uralten Keller mit Barrique-Fässern (die längst nicht mehr jeder hat und braucht).
  • Der Weinbauer entscheidet, welche Weine Ihr probiert. Besteht nicht darauf, dass er von jedem Superiore eine Flasche öffnet. Ihr bekommt nur einen kleinen Schluck, und das ist kein Geiz, denn es geht hier um das Probieren, nicht ums Trinken. In Weingütern auf dem Festland ist es keine Schande, nach einem Spuckeimer zu fragen – auf Sardinien benutzt ihn, wenn einer bereit steht. Die meisten Weinbauern freuen sich, wenn Ihr die angebotenen Weine gemeinsam gemütlich austrinkt.
  • Als unhöflich empfunden wird Kaugummikauen und Telefonieren, und die empfindliche Nase eines Weinbauern bittet darum, nicht einparfümiert zu erscheinen.
  • Fragt, wenn Ihr etwas fotografieren wollt. Auch hier einfach daran denken: Ihr seid auf dem privaten Grundstück von anderen Menschen, vielleicht sogar in ihrem Haus. Wem egal ist, wenn er in seinem Vorgarten von Touristen fotografiert wird, kann sich natürlich darüber hinwegsetzen.
  • Auf kleineren Weingütern empfängt Euch oft der Weinbauer selbst, oder Mitglieder der Familie. In jedem Fall handelt es sich um Menschen, die sich mit der Herstellung von Wein beschäftigen – und keine geschulten Erklärbären sind. Sie wissen nicht, wie man Touristen oder Reisegruppen bespaßt.
  • Aber: Sie wissen mit Sicherheit viel mehr über Wein als Ihr und wir. Die Enologen mancher kleiner Cantinas stellen die Kollegen der großen Güter auf dem Festland oft mehr als in den Schatten. Nicht umsonst räumen manche kleinen Betriebe auch international anerkannte Preise ab. Außerdem existieren je nach Tradition des Ortes sehr unterschiedliche Methoden, Wein herzustellen. Das Besondere des Weingutes herauszufinden, in dem Ihr seid, ist oft horizonterweiternd und ein Schlüssel zur Kultur der Region.
  • Die Sprache zu sprechen hilft: Mit dem Italienisch-Wörterbuch (z. B. auf Leo, bzw. es gibt auch eine Handy-App) ein paar Vokabeln und Fragen zurechtlegen, den Rest dann mit Händen, Füßen und anderen Sprachbrocken regeln.
  • Bei aller sardischer Gastfreundschaft kann es sein, dass der Weinbauer einen kleinen Preis für die Degustation verlangt. Das ist nur fair. Wenn Ihr keine Überraschung erleben möchtet, fragt vorher einfach nach möglichen Kosten. Ein „Figurati!“ signalisiert, dass der Gastgeber vermutlich darauf verzichten wird.

Wein einkaufen

Apropos Geld: Viele Reisende (lustigerweise am ehesten Pauschaltouristen) werden nicht müde zu sagen, dass sie ja ihr gutes Geld ins Land bringen. Unser Vorschlag: Tut das doch einfach mal!

Der Kauf eines zufällig herumstehenden Kartons wiegt gerade in Krisenzeiten mehr als hundert “Grazie per l’ospitalità!” oder gar ein hilfloses „Ssänk ju so, so matsch!“.

Leider neigen immer noch viele dazu, ihren Goldsack zwar mitzunehmen und damit jedem vor der Nase zu wedeln – während sie mit dicker Hose degustieren und fachsimpeln. Das wäre gar nicht so wild – wenn sie nicht als Sparheimer wieder verschwänden.

Schade, denn dann profitiert nur der Reiseanbieter vom Kontinent von dem Geld – und der lokale Weinbauer, der Euch seine Zeit schenkt, nicht. Unterstützt also die kleinen Produzenten vor Ort und verzichtet einen Tag auf das Sonnenschirm-Liege-Gedeck am Strand.

Wenn Ihr keine Kisten transportieren könnt, erklärt das kurz und nehmt wenigstens ein, zwei Flaschen fürs Hotelzimmer oder für den nächsten Sonnenuntergang am Meer mit. Kleiner Tipp: in Handtücher oder Klamotten eingewickelt überleben Flaschen meistens sogar den Flug.

Aber Sardinien wäre nicht Sardinien, wenn man dort nicht auch Geschichten wie diese erlebt:

Genieße die Landschaft entlang der Weinstraßen!

Genieße die Landschaft entlang der Weinstraßen!

Wir sprachen einen Weinbauern bei der Arbeit über den Zaun an und fragten, ob wir Fotos machen dürfen. Das legte ein breites Lächeln auf das Gesicht des bereits etwas älteren Herrn. Er half uns über den Zaun und wir mussten mit ihm das gesamte Feld ablatschen.

Das war mit dem kleinen Plastikbecher, in den Wein aus einer traditionellen Umhängeflasche gefüllt wurde, eine kurzweilige Sache. Aber auch anstrengend, denn natürlich musste der Blick von dem Hügel dort hinten noch genossen werden, und dem Stolz auf die Region, das Land, den Wein mehrfach Ausdruck gegeben werden. Wir konnten nur mit viel Mühe eine Einladung zum Abendessen mit der Familie abwenden (wir hatten wirklich schon eine andere Einladung).

Am Ende waren unsere Schuhe und Hosen dreckig – es hatte zuvor geregnet, und der Hang war sehr lehmig und rutschig. Aber: auf dem Weinberg trägt man ja eh weder Flipflops noch Highheels. So war einfach alles gut.

Also, alles ist möglich. Sprich: Wenn es grad beim Weinbauern nicht passt, kann der geplante Spontanbesuch des Weinguts ein kleiner Reinfall werden – dann widmet Euch der schönen Landschaft und den umliegenden Orten.

Wenn es passt, Ihr Euch gar angemeldet habt, auch noch ein paar Brocken Italienisch sprecht und einen guten Tag erwischt – dann habt ihr mit Sicherheit einige Mühe, diesen Ort wieder zu verlassen.

Schwarzschafige Lieblingsweine

Wir verraten Euch abschließend gern einige unserer Lieblingsweine und -produzenten. Allerdings ist das 1. eine höchst unvollständige Liste, 2. Geschmackssache, 3. sieht die nächstes Jahr vielleicht ganz anders aus und 4. sind nicht alle dieser Weingüter ohne weiteres “besuchbar”. Egal, hier kommt sie:

  • Cantina Mesa, Sulcis: Buio Buio (Carignano), www.cantinamesa.it
  • Cantina Capichera, Arzachena: Assajé (Carignano)
  • Cantina Surrau, Arzachena: Barriù (Cannonau, Carignano, Cabernet Sauvignon und Muristellu), www.vignesurrau.it
  • Cantina Santa Maria die Palma: Trìulas (Chardonnay), Estìu (Sauvignon); www.santamarialapalma.it
  • Cantina Giuseppe Sedilesu, Mamoiada: Eressia (Rosato di Cannonau), Carnevale (Cannonau), Perda Pinta (Granazza); www.giuseppesedilesu.com
  • Società Agricola Fratelli Puddu, Oliena: Pro Vois (Cannonau / Nepente di Oliena)
  • Sella e Mosca: Parallelo 41 (Torbato und Sauvignon), Cannonau Riserva (Cannonau)
  • Cantina di Gallura: Canayli (Vermentino), Gemellae (Vermentino)
  • Società Agricola U Tabarka Carloforte: Flamingo (Rosato aus alten sardischen Trauben)
  • Vini Contini: Pariglia (Vermentino)
  • Cantina Giba: 6Mura (Carignano)
  • Cantina Santadì: Rocca Rubia (Carignano)

Wir wünschen Euch eine erfolgreiche Erkundung der Weinregionen der Insel und Suche nach Eurem Lieblingswein!

2 Comments

  1. Pierre

    16. Oktober 2014 at 13:35

    Mi piacerrebbe capire questa pagina )-:

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