Das Weingut “Cantina Surrau” ist benannt nach einem Tal zwischen Arzachena und Palau und befindet sich direkt am Tor zur Costa Smeralda.

Die 2004 neu gebaute Cantina ist eine Reise wert: Lichtdurchflutet und großzügig ist die Architektur, mit klaren und modernen Formen. Weite Glasfronten sowohl zu den angrenzenden Feldern als auch zu den riesigen Stahlfässern mit Wein schaffen Transparenz und Leichtigkeit.

Interieur des Weingutes Surrau

Interieur des Weingutes Surrau

Eingefasst mit Granit und anderen Materialien der Region, ist die große, helle Besuchshalle ein Ort, an dem sich Kunst und Natur begegnen sollen. Ob mit Stühlen, die wie Sektkorken oder umgekehrte Weingläser aussehen oder einem Arrangement moderner Kunstgegenstände in der Enoteca zwischen den Weinflaschen: Geradezu spielerisch schafft die Cantina die Verbindung von traditionellem Weinbau und moderner Lebensart.

Der Wein, den die Besucher hier zur Degustation erhalten, wächst auf 40 Hektar Land in der näheren Umgebung, an den sonnenreichen Hängen der nördlichen Gallura. Der Geruch der Macchia aus dem Valle di Surrau weht herüber.

Reben und Felder werden umspielt vom Maestrale, der über das Mittelmeer von der Bocche di Bonifacio her weht und sich von den Granitfelsen der Gipfel Ghjuannisolu und Capichera sowie vom Lehm aus der Ebene nährt.

Traditionelle Erziehung für ein außergewöhnliches Ergebnis

Auffahrt zum Weingut

Auffahrt zum Weingut

Die Reben wachsen am Spalier aus mehreren horizontal stehenden Drähten und werden im Guyot-Verfahren geschnitten. Bei diesem in ganz Europa praktizierten Rebschnitt wird die dem Stamm zweitnächste Fruchtrute stehen gelassen, nach bis zu 15 Augen werden sie angeschnitten und der Trieb am untersten Draht gebogen. In der Cantina Surrau gönnt man den Pflanzen zwischen ca. 1 und 2,50 Meter Abstand zum nächsten Rebstock. Im Folgejahr wird mit der nächsten Fruchtrute ähnlich verfahren, diese trägt dann die Früchte. Die Jungtriebe bilden sich auf den oberen Drähten aus.

Auf diese Weise produziert der Betrieb im jährlichen Mittel etwa 90 Doppelzentner vom weißen Vermentino. Diese Weine der Cantina (“Branu” und “Sciala”, letzterer ein Superiore) heben sich auffällig von dem durchschnittlichen Vermentino in den Läden ab und überraschen den Genießer mit einer erstaunlichen Tiefe. Geringere Ernte, nämlich gut 70 Doppelzentner pro Hektar, liegt bei den roten Trauben (Cannonau, Cabernet Sauvignon, Carignano, Muristellu), aber nicht minder qualitativ. Der rote Muristellu, auch Bovale Sardo genannt, wird für elegante Verschnitte verwendet.

Cantine Surrau - Eingang zum Weingut

Cantine Surrau – Eingang zum Weingut

Die rote Rebsorte ist außerhalb Sardiniens kaum verbreitet und auf der Insel im wahrsten Wortsinn heimisch: Die Rebsorte hielt sich über Jahrhunderte ohne menschliches Zutun aus eigener Kraft und wächst heute noch wild. Als Spielart des Bovale Grande (sard. Bovale Mannu) ist sie quasi der kleine Bruder und gesegnet mit einer Vielzahl weiterer Namen in den unterschiedlichen Dialekten und Anbaugebieten, z. B. Bovale Minore, Bovaleddu, Carrixa, Moraiola Minore, Muristeddo und Nieddu Prunizza.

Die Weine der Cantina Surrau

Die Cantina wurde erst 2004 gegründet und befindet sich im Familienbesitz. Die beiden Brüder Tino und Salvatore Demuro haben sie in seit der Gründung durch den klaren Fokus auf erstklassige, heimische Weine auf ein hohes internationales Niveau gehoben.

Das vielfältige Angebot der Cantina

Das vielfältige Angebot der Cantina

Die Weine sind als Botschafter der herben Gallura und ihrer charakteristischen Gerüche und Geschmäcker stark und typvoll:

  • Sciala (weiß, Vermentino di Gallura D.O.C.G. Superiore)
  • Branu (weiß, Vermentino di Gallura D.O.C.G.)
  • Sole di Surrau (Dessertwein aus Vermentino)
  • Millesimato (Spumante aus Vermentino)
  • Barriu (rot, I.G.T., Diploma di Gran Menzione (vinitaly 2011))
  • Sincaru (rot, Cannonau di Sardegna D.O.C.)
  • Rosso Surrau (rot, I.G.T.)

In der Cantina Surrau hat man wenig Sinn für Experimente, sondern setzt vorwiegend auf klassische Anbau-, Erziehungs- und Ausbauvarianten – und natürlich auf heimische Trauben, die man elegant miteinander verbindet und ausbaut.

Weinreben im Wind

Weinreben im Wind

Der erklärte Favorit des schwarzen Schafs ist der Barriu. Ein dunkles Rubinrot schwenken wir im Glas, vanillig spüren wir ihn in der Nase und glauben, die mediterranen Gerüche der Macchia wahrzunehmen. Wir schmecken warm die roten Früchte auf der Zunge und das, was warm den Gaumen umschmeichelt, erinnert uns ein bisschen an Marmelade.

Er ist eine eine eindrucksvolle Persönlichkeit: Cannonau und Cabernet Sauvignon sind bekannterweise gute Gesellen; außerdem finden sich in der nicht zu komplexen Struktur der elegante Carignano und die bereits erwähnte Muristellu-Traube. Nach einer dreiwöchigen Most-Vorstufe reift die solide Komposition ein Jahr in französischen Eichenfässern und lagert dann noch kurze Zeit in der Flasche, bis sie in den Handel kommt.

Der Barriu ist als Flasche auch auf Sardinien nicht wirklich günstig (erst recht nicht in der Hauptsaison), bei deutschen Online-Händlern liegt er 2011 zwischen 18 und 21 Euro pro Flasche. Aber in den Restaurants auf der Insel hat man manchmal Glück, da die Gastgeber traditionell nur wenig auf den Einkaufspreis aufschlagen. Wer also auf der Weinkarte einen Barriu entdeckt, sollte sich selbst beschenken – er bereichert jedes galluresische Abendessen und rundet den Genuss ab. Besonders traditionell zubereitete Fleischgerichte begleitet er optimal.

Besuch in der Cantina

Platz für Events und Ausstellungen: Cantina Surrau

Platz für Events und Ausstellungen: Cantina Surrau

Die Cantina Surrau ist ganzjährig täglich geöffnet, im Sommer zwischen 9 und 20 Uhr, im Sommer wird die große Terrasse zum stillen Hinterland geöffnet.

Die Bar lädt dich zum Verkosten ein, du kannst auch mit einem Glas in der Hand über das Gelände laufen. In der Hauptsaison solltest du für Degustationsmenüs oder wenn du mit mehreren Personen kommst, reservieren.

Das Ambiente lädt zum Verweilen ein, gerade wenn der große Raum für Ausstellungen und Installationen zeitgenössischer Kunst genutzt wird. Die Veranstaltungen werden auf der Webseite und in Aushängen in der Region bekannt gegeben. Die Räume der Cantina, so auch das kleine Häuschen am Eingang des Gutes können für geschäftliche und private Zwecke gemietet werden.

Der Ausgang führt durch die Enoteca – und wir haben es noch nie geschafft, ohne Wein hier wieder rauszugehen. Auch, weil wir meinen, das Leben sei zu kurz und zu schön für schlechten Wein.

Link zur Webseite der Cantina

 

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