Auswandern nach Sardinien, Leben am Mittelmeer … Das kommt wohl dem Traum vieler nahe, wenn sie befragt werden, wie es in ihrem Leben anders werden soll. So ungefähr formulierte es letztens mein Kollege. Hm. Da ist was dran.

Trotzdem. Wenn ich so nachdenke, hat das alles wenig mit Träumen zu tun (in den schwarzschafigen Neujahrsgrüssen steht, warum), sondern viel mit Wachsein und damit, Realitäten – speziell die einer anderen Landeskultur – anzuerkennen.

Mein »ausgewandertes Leben« ist ein gutes auf Sardinien. Ich hatte das Glück, dass sich mir mehrere Gelegenheiten boten, die ich einfach nur zu ergreifen brauchte. Das tägliche Leben aber stell immer wieder neue Aufgaben, die es zu lösen gilt. Und das mach ich nun im neunten Jahr auf Sardinien.

Zeit, ein paar Gedanken zur Auswanderung und die für mich – in der Retrospektive – hilfreichen Schritte zu teilen.

Wandern oder Auswandern? Das ist hier die Frage ...

Wandern oder Auswandern? Das ist hier die Frage …

Emigration, Immigration und Integration

Erstmal die Begriffsklärung. Was ist eigentlich Auswandern? Wir Auswanderer nennen uns ja gern Emigranten, Aussteiger, Lebenskünstler … raus aus Zwängen und Pflichten, weg mit allem was hemmt, alles hinter sich lassen! Und dann Sun, Beach, Surf, Cocktails – all day long!

Ach, wenn’s doch nur so wäre! Also, ich hab noch ziemlich viele Verpflichtungen – Rechnungen, Lebenshaltungskosten, Familie, Kunden, … das ist nicht wild, aber eben alles da.

Auswandern ist für mich die Aufgabe, sich selbst, den Alltag und die Realität in eine anderen Kulturkreis zu verpflanzen.

Denn, und das mag ich hier mal ganz deutlich sagen: Wir sind vor allem Immigranten.

Mit der Pflicht zur Integration in die neue, selbstgewählte Heimat. Auch wenn es »nur« ein Schritt innerhalb Europas ist – da gibt’s genug in Sachen Respekt und innerer Flexibilität zu lernen. Gerade auf Sardinien.

Und nein, wir D-A-CH-Auswanderer und Sardinien-Einwanderer sind nicht besser als die armen Leute, die ihr Leben riskieren, um nach Europa zu kommen (bereits bis heute, 09.01.2018, gab es 81 Todesfälle im Mittelmeer, in 2017 waren es ca. 3.000; Quelle IOM).

Ganz im Gegenteil.

Wir sind in ganz, ganz vielen Fällen Luxusimmigranten, auch Schmarotzer, Hedonisten und Egoisten genannt. Weil wir nämlich auswandern, damit es uns ganz allein besser geht.

Im Höchstfall zahlen wir in Italien unsere Haussteuer und Müllgebühren, manchmal versuchen wir sogar, die zu umgehen. Als Selbstständige melden wir unser Geschäft lieber in Deutschland an und zahlen dort unsere fröhlich optimierten Steuern – und nicht in dem Land, in dem wir leben. Als Surflehrer oder Handwerker vergessen wir oft, das wir uns trotzdem irgendwie mal irgendwo offiziell melden müssen, weil wir sonst schlicht illegal arbeiten.

Auf lange Sicht – und das beinhaltet ja das Auswandern – eine echte Gewissensfrage.

Auswandern = den ganzen Tag Kiten und Surfen und Faulenzen?

Auswandern = den ganzen Tag Kiten und den Alltag ignorieren? Auf Dauer nicht realistisch.

Als Immigranten könnten wir zu einem etwas sozialeren und aufgeschlosseneren Wesen werden. Wenn wir uns denn integrieren.

Auch wenn ich gestehen muss, dass Aus- bzw. Einwandern nicht immer der eigenen Toleranz förderlich ist. Denn Vollpfosten gibt es definitiv in jedem Land. Und wenn du dich tatsächlich integrierst, findest du früher oder später Dinge, die dir ganz furchtbar auf den Senkel gehen.

Ich hab echt viel Geduld und ein sonniges Gemüt. Aber hab mich mehr als einmal gefragt, was genau hier eigentlich besser ist, als im Ex-Zuhause. Zwischenmenschlich ist das manchmal das gleiche in Grün, bzw. Türkis.

Und das, obwohl alle Welt denkt, auf Sardinien sei alles toll und rosarot.

Auswandern nach Sardinien: von rosarot nach normalgrau

Wer schonmal auf Sardinien geurlaubt hat, kennt diese Faszination, die die Insel ohne Zweifel ausübt. Es ist so grandios, so wundervoll – man möchte unbedingt wieder kommen. Macht man dann auch.

Wie sehr taugt die Urlaubsinsel für den Alltag?

Wie sehr taugt die Urlaubsinsel für den Alltag?

Dummerweise sitzt man nach zwei, drei Wochen dann doch immer wieder im grauen D-A-CH-Alltag. Und schwupp ist er da, dieser Gedanke: Ich will für immer nach Sardinien!

Mit jedem Morgen, den man zuhause im Stau zur Arbeit steht, in der muffigen S-Bahn sitzt, sich mit einem Job quält, der sowieso nicht ganz so glücklich macht, und vor allem mit jedem Regentag wird Sardinien ein Stück mehr zum Himmel auf Erden.

Ist es ja auch ein bisschen. Aber eben nur ein bisschen.

Besonders empfänglich sind alle, die rosarote Vorstellungen von Sardinien haben und auch nur solche (auch langjährige!) Erfahrungen mit der Insel gemacht haben und ihre wahnsinnig große Sehnsucht mittels »Ich-liiiieeebeee-Sardinien«-Einträgen in Socials und Foren teilen.

Für die Sardinien aus Meer, Wärme und Sonne besteht (nein, dass es im Urlaub drei Tage am Stück geregnet hat, und man deswegen auch mal nach Cagliari gefahren ist, zählt nicht). Ach so, ja, man war auch mal Ostern da (»Das ist ja quasi Winter.«), aber sitzt doch seit Jahren im Lieblings-Ferienhaus, am Lieblings-Strand, in der Lieblings-Trattoria (»Hach, die Bottarga-Spaghetti bei Antonio sind doch die besten!«).

Und irgendwie glaubt man immer noch, so sei Sardinien. Und das sei vor allem täglich, überall und im ganzen Jahr so.

Kurze, schmerzvolle Antwort: Nein, ist es nicht.

Tatsächlich kann es an manchen Tagen auch bei Strahlesonne auf Sardinien ganz normal grau sein. Einfach, weil Alltag ist.

Alltag in vielen Dörfern: nix los, und wenn, dann nur normales Zeug

Alltag in vielen Dörfern: nix los, und wenn, dann nur normales Zeug

Ich muss in solchen Momenten an diese Auswanderer-Sendungen im TV denken. Gedreht direkt am emotionalen Abgrund zwischen Fremdschämen und Bewunderung. Was da alles passiert – mit Ansage! Einfach göttlich!

Gewiss, manchmal auch traurig anzuschauen, weil es sich auch nach hundertsiebeunddrölfzig Folgen irgendwie nicht rumgesprochen hat, dass Auswandern eine komplexe Angelegenheit ist.

So. Du bist also wild entschlossen?! Boh. Dann komm am besten erstmal wieder zur Ruhe.

Zum Auswandern brauchst du nämlich vor allem eins: Zeit.

Das schwarze Schaf plädiert sozusagen für »Slow Auswandering« …

Auswandern nach Sardinien in fünf Schritten

Am besten auch in dieser Reihenfolge. Viele fangen tatsächlich hinten beim letzen Schritt an, was dazu führt, dass sich auch auf der Insel immer mehr deutschsprachige Enklaven und Subkulturen mit organisierten Schwarzbrot- und Gewürzgurken-Schmuggel bilden.

Komisch eigentlich … Wir Deutschen, Schweizer, Österreicher sind doch sonst so gründlich in allem … beim Auswandern aber hört man so oft »klappt schon irgendwie« und dann wird auch »igendwie« gemacht. Das kann klappen, muss aber nicht. Und in so manchen Fällen tut’s das auch nicht.

In Teilen aber bewahre dir die Grundhaltung – denn tendenziell ist es richtig, in Italien und speziell Sardinien nicht alles durchorganisieren zu wollen.

Aber das sardische Auswander-Ross mag tatsächlich bitte von vorne aufgezäumt werden:

#1 Lerne die Landessprache!

Wenn dir Italienisch schon nach dem Grundkurs zu schwer ist, dann ist dies nicht dein Land. Es ist hingegen keine Schande, mit einem Basiskurs anzukommen und dann vor Ort, aus dem Geschehen, die Sprache zu lernen. Das ist sogar ausgesprochen schlau.

Seit Howard Carpendale nicht schwierig. Aber weißt du auch, was das unten lins heißt?

Seit Howard Carpendale nicht schwierig. Aber weißt du auch, was das unten links heißt?

Aber bitte, bitte – schaff dir die Basics drauf. Für eine nette Unterhaltung mit deinen neuen Nachbarn, im Supermarkt, auf Ämtern, in der Autowerkstatt, etc.

Small Talk ist für Einwanderer extrem wichtig. Auf Sardinien ist es zudem Teil der Landeskultur: miteinander zu sprechen, eher zu fragen als zu googeln, das informelle Gequatsche / chiacchierare … und falls du nicht weißt, wie man das Wort richtig ausspricht, ist jetzt und hier ein guter Moment, das herauszufinden. Deine erste Sprachübung.

Also, lerne Italienisch. Das ist schwer aber nicht unmöglich. Das muss auch nicht perfekt sein.

Ich mache jetzt erst, im 9. Jahr meiner Auswanderung, eeendlich einen Sprachkurs, um die schwierige Grammatik zu lernen. Also alles mit hätte / wäre / würde / werde / könnte / hätte gehabt gewesen gewollt sein …. Waaaah!!!

Mir graut davor und mein innerer Schweinehund jault schon. Aber es ist ja nur konsequent und richtig. Wer A sagt muss halt auch irgendwann mal Y sagen.

Wichtig ist, dass du überhaupt Italienisch sprichst. Nicht zwingend, wie.

Es sei denn, du willst bei und mit Sarden, bzw. in einem italienischsprachigen Umfeld arbeiten. Da empfiehlt sich eine ganze Reihe an Sprachkursen, und zwar schnell. Zur Not mach das parallel zum Job.

Denn Höflichkeitsformeln und italienische Korrespondenz sind nicht ganz so einfach und man legt viel Wert darauf, korrekt zu sprechen und eine gewisse »Floskelei« einzuhalten. Das erleichtert dir das Berufsleben und die Integration ungemein.

Und alle, die kein Italienisch lernen und meinen, das geht schon so – in ihrem Heimatland aber verlangen, dass syrische, libanesische oder andere Einwanderer am besten schon an der Grenze perfektes Deutsch sprechen, dürfen einfach gern da bleiben, wo sie sind.

Oder wahlweise wo der Pfeffer wächst.

#2 Mache Urlaub in der Nebensaison!

Wenn dich Sardinien bislang nur im Sommer fasziniert, dann solltest du mal in den Randmonaten herkommen. Speziell empfehle ich den Februar – der hilft gegen den Sardinien-Virus und sicher auch gegen rosarote Brillen.

Das Auswandern nach Sardinien ist ja nicht auf den Sommer und die Hauptsaison, in der es alles zu jeder Zeit in Hülle und Fülle gibt, beschränkt. Du bist 365 Tage im Jahr hier.

Schlechtwetter und Unwetter gehören im Winter zur Insel

Schlechtwetter und Unwetter gehören im Winter zur Insel

Richtig witzig wird es im Winter. Januar, Februar. Wenn auch die Sarden Urlaub machen und es heißt »gewusst, wo«, wenn es nur darum geht, essen zu gehen.

Oder wenn du an einem superschönen Tag im November mal schnell ein SUP oder ein Bike mieten möchtest. Exkursionen? Ja, gibt es, aber meistens nur am Wochenende und mit italienischsprachigen Guides (siehe oben). Und wie findet man die?

Alles gar nicht so einfach!

Und was für ein Rotzwetter es sein kann! Tagelange Kälte und Regen. Eine kalte Dusche nach der anderen. Und du sitzt vielleicht in einem lang ausgekühlten Ferienhaus von Freunden. Oder in einem Zimmer, das nur eine altersschwache Klimaanlage hat.

Und frierst dir drinnen wie draußen den Pöter ab, weil du dich einfach geweigert hast, Winterjacke und -stiefel mitzunehmen. Hallo? Sardinien? Jaaaa 🙂

Wenn du das alles durch hast – und dann wieder im Juli / August ankommst, kriegst du die zweite kalte Dusche (obwohl die sicher warm ist). Vielleicht, weil du erkennst, dass das viel eher deine Kragenweite ist (und du kannst in aller Ruhe weiter Urlauber sein). Oder es geht dir spätestens wenn die italienischen Touristenhorden die Straßen verstopfen so dermaßen auf den Zeiger, dass du dir wünschst, es sei wieder Nebensaison. Egal wie, das sind wichtige Erkenntnisse.

Ich fand und finde es aber einfach nur genial, in der Nebensaison durch Sardinien zu reisen. Diese Farben, diese Kontraste, diese überwältigende Ruhe!

Ruhig, schön, farbenfroh: Nuraghe bei Tamuli im Winter

Ruhig, schön, farbenfroh: Nuraghe bei Tamuli im Winter

Mit der Zeit lernst du, mit allen Monaten und mit allen Schrulligkeiten klar zu kommen. Und eben doch die dicke Jacke einzupacken.

Apropos Zeit … Wir wollten ja »Slow Auswandering« und so …

#3 Nimm dir Zeit für die Insel, reise herum, lerne die Kultur kennen!

Wer bist du und wenn ja, wie Insel? … Die schräge Frage meint: Wie gut kennst du die Insel und wie gut kennt sie dich?

Weißt du, warum Sardinien nicht Italien ist, und auch auf der Insel kein Ei dem anderen gleicht – und sie eigentlich gar keine Insel sein will? Und wie passt du da rein?

Die Fragen und Antworten waren mir jedenfalls wichtig. Ich wollt ja nicht in einer deutschen Gated Community wohnen, sondern hier mein Leben gestalten.

Für das Auswandern hab ich darum auch lang gebraucht. So fünf Jahre, unbewusst vielleicht auch sieben gingen ins Land … von der ersten Schnapsidee, über extrem viel Hin- und Her-Fliegerei und -Fahrerei, sowie mehrere Selbstversuche in der Nebensaison, bis zum tatsächlichen Umzug.

Sardinien: reich an Traditionen

Sardinien: reich an Traditionen

Mit meinem eigenen Lebenskonzept und vor allem mit dem schwarzen Schaf / pecora nera glaube ich, nicht voll daneben gegriffen zu haben, was das Kennenlernen der Kultur betrifft … aber da muss jeder seinen eigenen Weg finden.

Ich hab meinen jedenfalls gefunden: In nahezu jedem Sardinien-Urlaub bin ich schwarzschafig herumgereist, wollte immer alles genau wissen und sehen. Hab gefragt und den Einheimischen vertraut. Seit vielen Jahren blogge ich über Sardinien (falls es dich interessiert, hier die Entstehungsgeschichte).

Neugier macht es natürlich leicht, die Insel und ihre Bewohner kennenzulernen. Ihre Gastfreundschaft, Hilfsbereitschaft, Ehrlichkeit und Bodenständigkeit. Aber auch unterschwelligen bis offenen Rassismus, Homophobie, Missgunst und Rachsucht. Um nur die besten und die übelsten zu nennen.

Misch dich bei Festen unters Volk!

Misch dich bei Festen unters Volk!

Am besten aber lernst du die Leute und ihre Insel bei den Festen kennen. Und die besten Feste feiern sie … na, in der Nebensaison!

#4 Starte einen Selbstversuch im Inselalltag!

Wenn die Urlaubsinsel zum Alltag wird – ist sie dann noch schön? Das herauszufinden, hilft ein Testballon, ein Dry Run, eine Trockenübung – eben bevor du ins kalte Wasser springst. Das ist nicht zuviel für eine Lebensentscheidung. Nimm dir eine Auszeit, ein Sabbatical.

Und wenn das nicht geht: Nimm den Resturlaub des Vorjahres und den gesamten Urlaub des laufenden Jahres und fahre im Februar – März – April nach Sardinien, miete dir eine kleine Wohnung und dann stürze dich ins wirklich wahre Leben!

Versuche dann, im Alltag anzukommen. Geh nicht an den Strand. Geh nicht jeden Tag essen oder Prosecco schlürfen. Such dir Alltagsbeschäftigungen. Einen Mobilfunkvertrag finden, einen Brief oder ein Paket verschicken, einen kleinen Job suchen, sich an die Öffnungszeiten der Läden gewöhnen, mit all den anderen Normalos einkaufen, Dinge im Haus oder der Wohnung ausbessern, mit Handwerkern kommunizieren, Fußball gucken, Reifen wechseln, Kaffee in der Kanne auf dem Gasherd kochen … was man halt so macht im richtigen Leben.

Ein wenig lässt sich das vorfühlen. Viele Gemeinden freuen sich auch über freiwillige Helfer – einfach mal hingehen und fragen.

Für alle, die auf Sardinien einen Job oder Aufträge suchen, die Bitte: Versuche nicht, den Sarden immer zeigen zu wollen, wie man es besser macht. Im Zweifel arbeitet der Sarde vielleicht sogar besser als du – weil er weiß, wie er mit Leuten und Lieferanten umgehen muss. Und wie hier der Hase läuft.

Noch schlimmer ist: »In Deutschland machen wir das so …« Wenn du Pech hast, waren schon zehn andere vor dir da. Auswanderer gibt’s ja nicht erst seit 2018.

Der Sarde an sich hat ein dickes Fell, aber wenn du nicht einfach ein sensibler, weiser Mensch, sondern ein stronzo oder rompicoglioni bist, wäre es vielleicht doch besser gewesen, wenn du deinen alten Job in Deutschland behalten hättest …

Das Thema »Arbeiten auf Sardinien« ist aber insgesamt zu komplex, als dass ich hier mehr dazu sagen wollte.

Aber es ist ja eigentlich auch deine Aufgabe:

#5 Informiere dich und sei ehrlich zu dir selbst!

Auswandern nach Sardinien – dahin, wo man eigentlich nur Urlaub macht? Die Antwort darauf gibt dir vielleicht das Gänseblümchen: Sie liebt mich, sie liebt mich nicht, … Ich lieb sie, ich lieb sie nicht, … Soll ich, soll ich nicht, …?

Eine leichte Entscheidung ist das nicht. Es lohnt sich auf jeden Fall, auch noch andere Quellen zu befragen und dabei auch durchaus kritisch mit sich selbst zu sein. Auch das ist ja alles themenabhängig und zu viel, um es hier auszubreiten.

Aber egal worüber: Informiere dich vorher und gründlich. Befrage auch italienischsprachige Quellen und die Einheimischen. Darum steht #1 – Italienisch lernen auch ganz vorne: Bei all dem ist extrem hilfreich, wenn du dich verständigen kannst.

Ob du nun ein Haus kaufen willst oder eine Mietwohnung suchst. Wenn du auf Sardinien leben und arbeiten willst, geh zur Comune deines Wahlortes und frag nach. Auch wenn du vielleicht noch mit einem Bein in deinem ehemaligen Heimatland stehen möchtest. Von Krankenversicherung über Schule bis Steuern gibt’s ne Menge Zeug zu klären.

Ist sie vielleicht deine neue Nachbarin?

Ist sie deine neue Nachbarin? Frag sie, wie der Hase hier im Ort läuft!

Frage Leute, die schon ausgewandert sind und ähnliche Fragestellungen zu bewältigen hatten. Für solche Anliegen ist Social Media extrem nützlich.

Wenn du alle Hürden kennst, sei ehrlich zu dir: Ob es dir wirklich gefällt. Ob du wirklich sardinienalltagstauglich bist.

Und dann … kurz bevor du die Wohnung und den Job kündigst, deine Habseligkeiten in einen Umzugswagen verfrachtest und deine Freunde zurück lässt, frage dich – frei nach Sesamstraße:

Wieso weshalb warum zum Geier will ich eigentlich weg?

3 Comments

  1. Boris

    9. Januar 2018 at 14:54

    Sehr schön geschrieben und vor allem nicht so verträumt wie andere. Bin seit 10 Jahren auf S. und kann jedem nicht Frührentner empfehlen, einen 3x besseren Businessplan als für Deutschland zu machen.
    Und…bitte versucht erst mal selber zurecht zu kommen bevor Ihr Hilfe ins leere schreit 😉

    Reply
  2. Michaela

    9. Januar 2018 at 18:53

    Wow und vielen Dank für die aufschlussreiche Darstellung…einfach Klasse!
    Werde dies alles weiter verfolgen …
    Gruss Michaela

    Reply
  3. Marco

    11. Januar 2018 at 10:02

    “per sempre” – schätze ich.
    Als Halbsarde, der die Insel seit seiner Geburt zu jeder Jahreszeit bereist hat, habe ich mir natürlich auch schon oft die Frage gestellt, ob ich Lust hätte dorthin auszuwandern. Früher, ja, als ich noch jung war, also so vor 3-4 Jahren, da war mir klar, dass ich dort mein Leben verbringen möchte. Heute, mit 48, bin ich mir sicher, dass ich immer ein Bein hier in Deutschland lassen werde. Vielleicht wird es so sein dass ich mit der Rente einen größeren Teil meines Daseins auf der Insel verbringen werde. Wer weiß schon, was noch kommt.
    Deinen Beitrag, liebes Schaf, kann ich nur jedem wärmstens ans Herz legen, der tatsächlich mit dem Gedanken schwanger geht, auszuwandern. Vor allem sprachlich sollte man, wie Du es auch schreibst, halbwegs sattelfest sein – es erleichtert das Leben doch ungemein. Wie oft habe ich mich schon darüber geärgert, doch nicht alles verstanden zu haben und damit nicht immer so ganz dazuzugehören. Wobei mir meine Freunden und Bekannten entsprechendes nie vermittelt haben. Es kam eher von mir selbst. Vom Behördlichen möchte ich erst gar nicht anfangen 🙂
    Wie dem auch sei: Mal wieder ein toller Artikel mit einer, wie immer, sehr lesenswerten Schreibe. Vielen Dank dafür und beste Grüße aus Köln,
    Marco

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